Liebe Kollegen,
nochmals zu den Minenlegern: es wäre sehr schön, wenn es sich um die Waltjenschen Spierentorpedoboote handeln würde... ich würde aber auf die Fortifikationsminenleger W1-4 tippen. Bild 76, in Schubert et al. "Die Deutschen Marinen im Minenkrieg" Band 1, S. 90, sieht verdammt ähnlich aus und der Rumpf will so gar nicht zu einem Torpedoboot passen... Gröner,, Bd 3, S. 170ff.
Beste Grüsse
KW
Da sehe ich jetzt keinen wirklichen Widerspruch: Auf Abb.28, S.40 im Schubert sind auch solche Boote abgebildet, da werden sie Fortifikationsminenleger II, II, IV und V genannt, was zumindest für die Nummern II und III ja durchaus auch zu den Namen der ehemaligen Waltjenschen Spierentorpedobooten passen würde, wie sie im Gröner aufgeführt werden. Die Namensgebung ist im Laufe der Jahrzehnte auch mehrfach geändert worden (Arabische Ziffern Römische Ziffern, dann ein Buchstabe für den Stationierungsort plus Römische Ziffer - aus dem Gröner geht ja auch hervor, daß die Namen und Zuordnungen nicht mehr vollständig nachvollziehbar waren), da ist es nicht auszuschließen wenn nicht sogar wahrscheinlich, daß diese Boote auch eine Zeit lang die Namen W1 etc. getragen haben.
Wie auch immer die Boote nun geheißen haben mögen, wir können wohl sicher ausschließen, daß es sich dabei um die Fortifikationsminenleger W1 bis W4 von 1902 handelt: Dazu ist die ganze Bauart einfach zu altertümlich. Die Skizze der Boote C1 bis C5, die nur drei Jahre später von der gleichen Bauwerft mit fast gleichen Parametern geliefert worden sind, zeigt ein ganz anderes Schiff als das Foto - eine so tiefgreifende Weiterentwicklung ist in drei Friedensjahren kaum zu erwarten. Letztes Indiz: Auf Seebatailloners Foto sieht man klar, daß das Boot einen Kommandoturm, wie er für (frühe) Torpedoboote typisch ist, besitzt.
=> Es wird wohl tatsächlich einer der frühen Fortifikationsminenleger gewesen sein, der aus einem Spierentorpedoboot entstanden ist. Ob das nun aber eines von Waltjen oder eines von Devrient war, dieses Urteil maße ich mir nicht an.
Michi