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Autor Thema: 3. Turm der HMS Nelson  (Gelesen 1337 mal)
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rosenow
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« am: 15 Februar 2010, 11:19:08 »

Frage an unsere Schiffbauexperten.
Warum haben die Briten, den dritten Turm nicht über die beiden vorderen gestapelt? So tief unten war er doch etwas behindert, oder?
 Matrose gruesst
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mit freundlichen Gruß
Michael


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Hein Schonder
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« Antwort #1 am: 15 Februar 2010, 11:35:05 »

Ich bin kein Schiffsbauexperte.... Matrose verlegen
Aber Topgewicht dürfte eine Rolle gespielt haben und es konnten schon 6 Rohre nach direkt voraus schießen, während der dritte Seitlich und einen sehr großen Bereich nach Achtern abdecken konnte.

http://upload.wikimedia.o...1931)_profile_drawing.png

Gruß, Matrose gruesst

Manfred
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Thoddy
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« Antwort #2 am: 15 Februar 2010, 12:05:52 »

Nelson Klasse musste mit spitzem Bleistift gerechnet werden, die Briten wollten auf keinen Fall eine Eskalation durch Überschreitung der Höchstverdrängung gem Flottenvertrag auslösen.
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Meine Herren, es kann ein siebenjähriger, es kann ein dreißigjähriger Krieg werden – und wehe dem, der zuerst die Lunte in das Pulverfaß schleudert!
Woelfchen
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« Antwort #3 am: 15 Februar 2010, 18:04:25 »

Die Gründe wurden eigentlich schon genannt.
Mehr ging einfach bei der Verdrängung nicht.

Eine dermaßen hohe Barbette wiegt sehr viel und unglücklicherweise ist dann das Gewicht noch weit oben. -> sehr schlecht

Ja, bei etwas mehr Verdrängung hätte man bestimmt auch   ...   nicht diese Lösung gewählt.
Da bietet sich dann ehr ein Turm hinten an.

Als Option hätte man noch 2 Vierlinge nehmen können, aber:
- Dann hätte man nur 2 Türme gehabt (schlecht wenn einer getroffen wird)
- Nur 8 Rohre und das hatten schon die Japaner und die USA

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Andre-As
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« Antwort #4 am: 15 Februar 2010, 19:13:34 »

Die Gesamtgewichte und eine eventuelle Toplastigkeit bei einem erhöhten Turm X waren eine Sache; die Konstrukteure mussten das natürlich berücksichtigen. Es gab aber noch andere Gründe, warum man den Turm X „unten“ beließ  …

Bei Schießversuchen aus den großen Geschützen im Jahr 1930 hat sich auf der Rodney gezeigt, dass es beim Geradeausschießen (also über den Bug) zu Schäden an der Ausrüstung auf dem Oberdeck kam. Schlimmer noch, der Aufenthalt in den Unterkünften darunter wurde wegen der Druckwellen als unzumutbar für die Mannschaft eingestuft. Angesichts dieser Tatsachen haben sich die jegliche Überlegungen zusätzlich noch aus dem dritten Turm geradeaus zu schießen als völlig überflüssig herausgestellt.

Bei Schusswinkeln über 20° zum Kurs gab es keine großen Nachteile. Bei diesen Winkeln konnte aber der Turm X unabhängig von seiner „Tieflage“ einfach mitmachen.
Probleme gab es dagegen, als der Turm X achteraus schoss; dann gab es wiederum Schäden an Aufbauten und ein Aufenthalt auf der Brücke war fast unmöglich. Das führte schnell dazu, dass man die extremen Drehwinkel  in Richtung Heck für den Turm X einfach gesperrt hat.

Kein Wunder, dass die seltsame Anordnung der drei Türme nie wieder in der Royal Navy verwendet wurde …
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Dergl
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« Antwort #5 am: 16 Februar 2010, 17:08:21 »

Hi,

bin zwar kein Schiffbauexperte, kann aber nachschlagen:

In "Die britischen Schlachtschiffe des 2.Weltkrieges - Band 1" (Bernard & Gräfe Verlag München) auf den Seiten 114 und 115 werden diverse Gründe genannt.
- Gesamtgewicht (Verkürzung der Zitadelle und damit der Panzerung)
- Schwerpunkte der Türme und Magazine
- Aufstellung der Maschinenanlage
- Aufstellung der Wohnräume und eines weiteren Decks
- Aufstellung und Aufteilung der Aufbauten
Dazu kommt dann noch die zeitliche Komponente, die diverse des Änderungen des Entwurfes brachte. Schlußendlich wurde eine Kombination der verschiedenen Entwürfe (es waren beteiligt und wurden diskutiert F2, F3, O3, O3 mod, P3, Q3 und Q3 mod) gewählt.

Inwiefern das alles richtig ist, weiß ich nicht.

Grüße

Detlef
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kgvm
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« Antwort #6 am: 16 Februar 2010, 18:45:01 »

Andre-As: imteressanter Bericht, aber doch offenbar erst nachträgliche Erkenntnisse, die bei der ursprünglichen Konstruktion keine Rolle gespielt haben dürften.
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rosenow
Fregattenkapitän
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« Antwort #7 am: 16 Februar 2010, 20:54:18 »

 Klasse Vielen Dank Freunde, da ist ja jede Menge zusammen gekommen.  Diverse Gründe beim Bau eines Schlachtschiffes, erinnert  mich an den lehrreichen Vortrag in der Rostocker Offiziersmesse, von unserem lustigen Professor aus Wien, Planung eines Schlachtschiffes bis zur Kiellegung oder so ähnlich.
Und die Erkenntnisse im Nachhinein sind ja auch noch sehr wichtig.
Zwei Fragen noch: Sind die Briten aus Euren genannten Gründen davon abgegangen, diese Bauweise weiter zu verfolgen oder aus traditionellen bzw. aus anderen Gründen?
Warum hat man kein größeres Schiff gebaut, die Japaner konnten das doch auch?

 Matrose gruesst
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mit freundlichen Gruß
Michael


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Hein Schonder
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« Antwort #8 am: 13 August 2010, 13:52:11 »

Bei Nelson und Rodney wurde das hintere Ende einfach abgeschnitten, ursprünglich waren 5 Türme vorgesehen.
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Urs Hessling
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« Antwort #9 am: 13 August 2010, 14:08:27 »

hi, Michael,

  Warum hat man kein größeres Schiff gebaut, die Japaner konnten das doch auch?

meines Wissens aber nicht vor Ablauf der vertraglichen Bindungsfrist.

Bei Nelson und Rodney wurde das hintere Ende einfach abgeschnitten, ursprünglich waren 5 Türme vorgesehen.

vergleichbar den TAKAO (J) und BROOKLYN (US)-Klassen

Gruß, Urs
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Matrose71
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« Antwort #10 am: 13 August 2010, 14:19:31 »

Naja,

ich hab so meine Probleme damit, wenn die gesamte SA nach vorne orientiert ist.
Das hat sicherlich Vorteile in Bezug auf Zitadelle und "länge" der Panzerung, ist aber auch riskant.

Ein solches Schiff muss sehr stark sein, von der Bewaffnung und Panzerung, nach dem Motto "Komm doch Gegner".

Das gleiche gilt ja auch für die französischen Entwürfe, von denen ich schon ein großer Fan bin.
Allerdings sehe sowohl bei den Franzosen als auch bei Nelson/Rodney ihren innenliegenden Gürtel auch als eine Gefahr an.
Wenn die Außenhat der Schiffe in einem Gefecht zerfleddert wird und die Seeeigenschaften rapide sinken, tut man sich schwer mit dieser SA Armierung, ständig am Gegner zu bleiben. Falls man das Gefecht abbrechen will, sieht es bei einem Verfolgungsgefecht mit der Armierung ganz mau aus, wenn man der Flüchtende ist.

Außerdem stelle man sich Bismark gegen Dunkerque vor, die gar kein Gefecht annehmen will, da ist man mit solch einer SA Aufstellung schon sehr im Nachteil.
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Carsten
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« Antwort #11 am: 13 August 2010, 14:53:48 »

Servus,

"Nelson" war niemals mit 5 Türme geplant. Diese Behauptung ist ganz und gar falsch. Man betrachte sich bitte die entsprechenden britischen Projekte vor dem Washingtoner Vertrag.

@Matrose71,

mit "Dunkerque" frontal auf jeden Gegner zu, wer hat da wohl die schlechteren Karten?
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« Antwort #12 am: 13 August 2010, 14:59:34 »

@ Thomas

Ersteinmal gar keine Frage.
Aber ob ich mit einer Dunkerque unbedingt mit Bismarck die Waffen kreuzen will, ist eine ganz andere Frage.
Und wenn ich mich zurückziehen oder sehr schnell abhauen möchte, gibt es halt keine Verteidigung nach hinten.
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Carsten
Spee
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« Antwort #13 am: 13 August 2010, 15:02:52 »

@Matrose71,

entweder rechtzeitig verschwinden oder kämpfen, was anderes gibts nicht. Bei kämpfen, dann frontal drauf und die Sache wird für jeden Gegenüber schwierig. "Dunkerque" steht faktisch immer "crossing the T" zum Gegner.
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Servus

Thomas

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Matrose71
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« Antwort #14 am: 13 August 2010, 15:17:03 »

Schon richtig,

allerdings stellst du selber fest, dass die taktischen Mittel eingeschränkt bzw. die Optionen schon auf dem Tisch liegen.

Außerdem kann der Gegner auch etwas gegen das Crossing the T tun, ist ja nicht so dass man die ganze Zeit seine SA nicht zum tragen bringen kann mit Kursänderungen. Allerdings dürfte das Wirkungsschiessen schon sehr schwer sein. Da gebe ich dir recht.
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Viele Grüße

Carsten
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