Vielleicht ein "Probestück" (Fake?)
Der kgl. preuß. Generalarzt Dr. F. Loeffler erwähnt in seinem 1868 erschienen Buch über das "Preußische Militär-Sanitäswesen und seine Reform" erstmals eine
Recognoscirungsmarke.
"Gleichwohl wird seitens des Norddeutschen Bundes dem durch die Erfahrung von 1866 constatierten Bedürfnisse durch reglementarische Einführung einer besonderen Recognoscirungsmarke entsprochen werden. Bei Mobilmachung wird jeder Soldat eine Blechmarke erhalten, welche an einer Schnur um den Hals (auf bloßem Leibe) getragen wird und welche mit der Bezeichnung des Truppenteils und der Nummer, welche der Inhaber in der Matrikel seines Truppenteils hat, versehen ist."Auf jeden Fall muss die Identitätsmarke bereits während des Krieges 1870/71 in der preußischen Armee in Gebrauch gewesen sein, denn es gibt Berichte, nach denen man den toten Soldaten die Erkennungsmarke und Soldbücher abgenommen habe.
In der "Geschichte der Bekleidung und Ausrüstung der Kgl. Preußischen Armee in den Jahre 1806-1878" von Mila heißt es über die Erkennungsmarke:
"§ 593. Behufs besserer Feststellung der Identität der im Gefecht gebliebenen oder bewußtlos vorgefundenen Verwundeten erhält beim Ausmarsch ins Feld (nach § 110 der Verordnung über das Sanitätswesen der Armee im Felde vom 29.April 1869) jeder Soldat eine auf dem bloßen Leibe um den Hals an einer Schnur zu tragende Blechmarke, welche mit der dem Inhaber in der Matrikel des Truppenteiles beigegebenen Nummer und mit der Bezeichnung des Truppenteils selbst versehen ist; z.B. -75- Rh.Cür.R. 8 - 2. E (75 = persönliche Nummer, Rh. = Rheinisches, Cür. = Kürassier, R. = Regiment, 8 = Regimentsnummer, 2. E. = 2. Eskadron)." Ursprünglich wurde diese Marke "Rekognitionsmarke" benannt und hatte die Form eines Rechtecks; die Kriegs-Sanitätsordnung vom 10. Januar 1878 gab ihnen die Bezeichnung "Erkennungsmarke" (kurz: EM) und elliptische Form.
Waren auf den Erekennungsmarken zunächst einmal nur die abgekürzte Truppenteilbezeichnung und die laufende Nummer eingeschlagen, unter der in der Regimentsmatrikel die Personalie des jeweiligen Trägers eingetragen waren, so ging man 1914 von diesem Schema ab.
Im Krieg 1914/18 behielten die Erkennungsmarken zwar ihre elliptische Form, bekamen aber eine andere, ausführlichere Beschriftung. Auf den Marken waren Name, Vorname, Geburtsdatum und Wohnanschrift, der Ersatztruppenteil, oft auch der Feldtruppenteil, eingeschlagen. Auf der Mehrzahl der EM befande sich auch die persönliche Nummer - es gab aber auch Marken aus dem Ersten Weltkrieg, die keine Nummer trugen.
Offiziere erhielten ebenfalls die EM. Hier war jedoch auch ihr Dienstgrad, den sie zum Zeitpunkt der EM-Ausgabe führten, eingeschlagen.
Auffallend war bei diesen Marken noch, dass sie überwiegend auf der gesamten Fläche der EM beschriftet wurden und man wohl erst gegen Kriegsende Marken ausgab, die in ihrer Längsachse durch drei Schlitze in zwei Teile getrennt werden konnten. Der oberere wie der untere Teil der Marke war nun mit der gleichen Beschriftung versehen.
Quelle: Klaus Woche, Erkennungsmarken / Teil I in DSJB 1987, S. 442-447

Uwe
Siehe auch hier:
http://www.forum.panzer-a...v.de/viewtopic.php?t=9466