Servus Wolfgang, schön, dich nicht mehr in der Runde zu vermissen!
Gleich mal ein Gustostückerl für dich:
Zu einer Konfiguration von zwei Rudern hintereinander hab ich mir heute während langweiliger Routinearbeiten so meine Gedanken gemacht.
Das Argument mit "zu wenig Fleisch", und "wir müssen sie leicht auswärts stellen" etc kam mir natürlich auch bald mal, aber:
Warum hatten Schiffe mit "genügend Fleisch" am Steert ebenfalls diese Ruderaufstellung?
Nicht nur die viel spätere Yamato, sondern durchaus zeitgleiche Konstruktionen; ab "Dante Alighieri" über die Cavour´s und Caio Duilio´s bis hin zu den Caracciolo´s; zT auch NACH den Umbauten, wo sich zwar die Form der Ruderblätter, jedoch nicht ihre Position geändert hat?
Sämtliche italienischen Konstruktionen wären im Heck durchaus breit genug gewesen für eine Nebeneinander-Aufstellung...
Ich hab mir mal diese Skizze erstellt, Anström- und Rumpfverhältnisse an der Seydlitz orientiert, jedoch können wir getrost auch andere Bauformen damit erfassen.

Vorausgesetzt, es sind Zwei- oder Vierschrauber (und damit fallen HP/SH/BM/H39 etc raus), und mehr als nur ein Ruder ist angedacht.
In meiner "Strömungslogik" ist nun das vordere Ruderblatt gegenläufig eingeschlagen, sorgt so für für einen leichten Druckabfall auf der anzudrehenden Seite - und für eine Verwirbelung, die hinter dem Hauptruderblatt für eine wesentlich größere Unterdruck- oder Sogzone (hier heller eingezeichnet) entstehen läßt, die sich als Moment möglichst weit achtern auswirken kann.
Insofern macht es Sinn, das vordere Blatt möglichst WEIT vor das achtere zu setzen (Caracciolo) oder verhältnismäßig klein zu halten, ohne Balancefläche (siehe Yamato -- aber auch, und jetzt sind wir wieder "da": die deutschen Großen Kreuzer).
Und die Verwirbelungen, die mir diese große Unterdruckzone dann gleich knapp hinter dem Ruder liefern wird, sind möglichst weit achtern zu halten, am besten NACH dem Schiffskörper.
Also an dieser Heckstelle entweder bald auftauchende Spanten, oder einen flachen Boden bis möglichst weit nach achtern ziehen.
Ist da nun was dran?
Eine einfache Zeichnung der Rudermaschinen der Italiener oder ein paar Halbsätze zu Yamato wären gesuchte Indizien...
Ciao,
Harold