Hamburg Klasse ( Zerstörer 55, Klasse 101, Klasse 101 A )

Begonnen von Albatros, 30 Juli 2010, 13:17:45

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Urs Heßling

moin,

aus der Marinegeschichte:

16.02.42
Westatlantik/Karibik
Angriff U 156 auf Aruba, um die Ölverladestellen an Land zu beschiessen. Erster Schuss aus der 10,5 cm-Bordkanone führte zu einem Rohrkrepierer, der einen Matrosen tötete und einen Leutnant schwer verwundete, ihm wurde vom Bordsanitäter, einem Elektriker, "mit Bordmitteln" das Bein abgenommen  :MS: und er wurde später bei Martinique an Land gebracht. Fehler war ein nicht entfernter Rohrstopfen.
Da bei den nächsten Angriffen die Torpedos offensichtlich unter Fehlern (Tiefensteuerung?  :MS:) litten, ließ der "harte" Hartenstein die defekte Kanone 'reparieren': Mit Handsägen :roll: wurde unter Verbrauch aller vorhandener Sägeblätter das beschädigte Rohrteil abgesägt  8-).
Mit einem vorn am (gekürzten) Rohr angebrachten Ausgleichsgewicht versenkte U 156 noch den britischen Dampfer 'Macgregor' (2498 BRT) und den amerikanischen Tanker 'Oregon' (7017 BRT).

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Trimmer

Urs - danke für Deinen Beitrag. Bisher hatte ich gezweifelt das es möglich ist ein Rohr abzusägen und dann noch zu schiessen. Es gab mal eine Fernsehserie " 4 Panzersoldaten und ein Hund " und da wurde das auch gezeigt und alles hat gelacht. Gut über die Serie konnte man eigentlich nur lachen aber etwas Wahrheit  steckte wohl doch drin

Gruß- Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Seefuchs

Trimmer@

doch warum nicht, ein Waffenrohr kürzen, ist machbar, warum auch nicht, geht halt zu Lasten der ballistischen Leistungen, Reichweite Durchschlagskraft, Streuung, verändert sich halt zum negativen, Schrotflinten und Gewehre werden doch auch zum händigeren Gebrauch schon mal abgesägt...!

Aber mit Handsägen ein 10,5 cm Rohr absägen, das muß ordentlich Arbeit gewesen sein.

Grüße

Seefuchs
In der Werft: SMS König; KM Lützow

Trimmer

Seefuchs - damals ging es da um das Kanonenrohr von einen T-34 ! Nun wage ich echt zu zweifeln ob man das mit einer Eisensäge so absägen kann. Ist ja nicht der Lauf einer Flinte. Aber was solls  :-D Wenn es möglich war bei einer 10,5 cm Bordkanone - vielleicht hat da Neptun etwas geholfen :-D

Trimmer-Achim ( Im FS lief mal wie ein Panzer abgerüstet wird - ohne Schneidbrenner ging da nichts )
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Urs Heßling

moin,

Zitat von: Seefuchs am 02 September 2010, 17:20:42
Aber mit Handsägen ein 10,5 cm Rohr absägen, das muß ordentlich Arbeit gewesen sein.

Am sechsten Schöpfungstag fragte Gott die Steine, ob sie U-Boot-Fahrer werden wollten.

Da sagten die Steine "Nein, dafür sind wir nicht hart genug".

:-D 8-) :-D 8-) :-D

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Seefuchs

@Urs

..ich dachte immer der Spruch käme von den Zerstörerfahrern...! :MLL:

Beides sicher ne harte Sache!

Aber ein Waffenrohr ist kein Panzerstahl, trotzdem ne Leistung per Handsäge und du kannst nicht mal eben in den Baumarkt deines Vertrauens und ne neue 10er Packung Sägeblätter kaufe
Was früher so alles geleistet wurde, mit den Mitteln an Maschienen und Werkzeug, da ziehe ich den Hut!ch bei
Sowohl bei Herstellung als auch bei der Instandsetzung, auch unter Gefechtsbedingungen...!

All diese grauen Schiffe und Boote...

Grüße

Seefuchs
In der Werft: SMS König; KM Lützow

Schorsch

Hallo zusammen,

ich hätte zum Thema Rohrkrepierer auch noch einen Vorfall anzubieten: auf U 181 gab es einen Toten und zwei schwer Verwundete unter der Geschützbedienung des 3,7 cm-Geschützes als am 11.04.1943 dessen Lauf explodierte. Ursache des Unfalls war eine vergessene Verschlusskappe, die beim ersten Schuss das Unglück verursachte. (Beschreibung und ein Foto sind zu finden in "U-Boot im Focus", Heft 2)

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
'Judea, London. Do or Die.'

"Ubi dubium ibi libertas." (Wo Zweifel ist, da ist Freiheit.)

Big A

Zitat..ich dachte immer der Spruch käme von den Zerstörerfahrern...!

Nee, der kommt von den Bootsfahrern, früher waren sie eiserne Männer auf hölzernen Booten, heute sind die Fahrzeuge aus Stahl...

ZitatWas früher so alles geleistet wurde, mit den Mitteln an Maschienen und Werkzeug, da ziehe ich den Hut!ch bei
Sowohl bei Herstellung als auch bei der Instandsetzung, auch unter Gefechtsbedingungen...!

Da gibt's im Buch "We were Pirates", den Memoiren eines Torpedomanns, der alle 13 Feindfahrten der "Tambor" mitmachte, tolle Beschreibungen der Reparaturen nach einer WaBo-Jagd. Die haben an Bord sogar den Torpedorechner wieder instand gesetzt!

Axel
Weapons are no good unless there are guts on both sides of the bayonet.
(Gen. Walter Kruger, 6th Army)

Real men don't need experts to tell them whose asses to kick.

Trimmer

Ja,ja - früher - da konntest Du auch noch mit einem groben Lötkolben, einem Nagel, einem Schraubenzieher ( Neudeutsch - Schraubendreher ) und einem Stück Draht  ein Radio reperieren -  :-D oder einen Trabi  :-D

Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Albatros

Tach auch,

alles ganz interessant aber wohl etwas vom Thema Hamburg Klasse ( Zerstörer 55, Klasse 101, Klasse 101 A )   abgekommen........ :MZ:

Zitat von: Hastei am 01 September 2010, 07:08:13
ist ja toll, aber wo sind die Informationen. Ein bischen Hintergrundwissen ist doch immer schön , oder ? Ist ja immerhin meine  EX .

Hastei

Eine Frage an die Aktiven, gibt es überhaupt öffentlich zugängliche Havarieberichte der deutschen Marine.....?

:MG:

Manfred


Urs Heßling

moin

auch wenn Manfred zu Recht "rethreaded"

Zitat von: Big A am 03 September 2010, 08:12:37
von den Bootsfahrern, früher waren sie eiserne Männer .... Fahrzeuge aus Stahl...

sind sie immer noch , aber bei den U-Booten in einer Röhre aus amagnetischem Stahl (seit U 205)

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

Hastei

Da steht Einer ,fast ganz alleine . Stunde um Stunde. Was mach ich hier ? fragt er sich zum hundersten mal.                                          Warum bin ich zur Marine gegangen ?

Hastei

Das ist seine letzte Wache !! Drei Jahre und 10 Monate sind vergangen. Im lafe des Tages wird er für immer sein Schiff verlassen .      Traurig ?
Weiß nicht recht. Zu Hause Frau und Kind , Umzug zurück in die Heimatstadt, neue Wohnung, Studium, alles neue Herausforderungen !            Vom Matrosen bis zum Obermaaten, mehr ging in vier Jahren nicht !
Viel hat er erlebt, rückwirkend fast nur schönes !!

Wer mag der Einsame sein ?

Trimmer

Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Big A

Weapons are no good unless there are guts on both sides of the bayonet.
(Gen. Walter Kruger, 6th Army)

Real men don't need experts to tell them whose asses to kick.

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