ein Erlebnis auf D 183 muss ich noch erzählen. Verzeiht mir, ich kann nicht anders.
Spätherbst, Winter oder Frühjahr, ich weiß es nicht auswendig, müsste nachlesen. Es war kalt draußen , denn wir trugen Colani.
Ich hatte Wache , diese furchbare Wache von 00 Uhr bis 04 Uhr, wo ich immer so müde bin ! Ich war gerade aufgezogen ,hatte mich in den Eingang verzogen,da kam der Posten vor dem Schiff angelaufen. Herr Obermaat, Herr Obermaat ,rief,ja schrie er fast. Ich wie von der Tarrantel gestochen raus.
Was ist los ? Herr Obermaat, da ist gerade Einer zwische Pier und Schiff ins Wasser gefallen !!! Was

Erwiederholte und ich starrte nach unten und sah nichts. Alles dunkel-schwarz! Taschenlampe her !! keine da ,verdammt ,! Die Notlampen , die immer an der Wache hängen ,her damit , auch weg ! Verdammt, verdammt !
Was machst Du nun, fragte ich mich. An der Bordwand hängt ja diese Stange mit der Schlaufe, so wie die Schwimmlehrer sie immer gebrauchen. Das Ding ist auch weg. Schnell eine Rettungsboje u-förmig ! Die hängen doch auch immer an der Außenwand. Ihr glaubt es nicht, die waren weg. Nichts war da. Ich hatte also vor mit der Stange oder der Boje zwischen Schiff und Pier zu angeln. ( Warum waren die Dinger alle weg? Mal wieder die 11er !! Sie hatten angefangen , den Dampfer zu pönen und alles, was nicht niet -und nagefest war, abgenommen.)
Das spielte sich in Sekunden ab. Meine Sorge war, der ertrinkt, weil ich nicht richtig gehandelt habe.Morgen werden sie dich erschießen, weil du Penner was übersehen hast. Was machte ich ? Ich raste auf die Pier, Mütze ab, Koppel mit Pistole ab und dann die Eisenleiter runter ins Dunkele. Ob ich auch die Stiefel ausgezogen habe ,weiß ich nicht mehr genau, ich glaube ,ich ließ sie an. Ich schwamm also zwischen Schiff und Pier, Abstand -Armbreite. Und nach paar Metern hatte ich ihn. Mit eisernem Griff ( hört sich gut an, nicht wahr ?) mit eisernem Griff packte ich ihn und zog ihn schwimmend oder besser strampelnd zur Eisenleiter , auf der mir schon der Läufer- Deck entgegenkletterte.
Habt ihr schon mal gesehen wie das Wasser zwischen Schiff und Pier bei Tageslicht aussieht ? (Würg,würg )
In der Zwischezeit war natürlich Alles alarmiert worden. Ich stand zitternd und naß auf der Pier. Aber wenn ihr denkt, meine Wache wäre mir nun erspart geblieben, irrt ihr. Ich duschte , zog mich um und dann gings weiter mit der elenden Hundewache. Die Aufregung kam komischerweise erst in der nächsten Nacht. Da kriegte ich ganz schlimme Magenkrämpfe, so daß ich am nächsten Morgen mal ins Revier ging.
Das härteste aber war, der ins Wasser gefallene Seemann war gar nicht von unserem Schiff !! Hinter uns lag ein Fletcher und zu dem gehörte er ! An nächsten Tag trafen sich mein 1.AO und ich mich mit dem unglücklichen Seemann und einem Offizier vom Fletcher. Sie bedankten sich für die Rettung, aber der Seemann konnte sich an nichts erinnern. Ist das nicht rührig ?
Unser I.O. ,Korv.Kapt von der Mosel garatulierte uns, meinen "Männern" und mir , vor angetretener Besatzung und es gab 3 Tage Sonderurlaub für mich und je einen Tag für Posten vor dem Schiff und Läufer-Deck.
so, dieses Erlebnis auf Bayern musste ich nochmals loswerde.
Hastei