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Autor Thema: Vergleich VM - BM  (Gelesen 1282 mal)
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Trimmer
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« am: 13 August 2010, 08:54:38 »

Angeregt durch die schönen Beiträge u-a. auch von Harald - Hastei - möchte ich hier mal eine Frage stellen. Kann man die Volksmarine in ihrer Kampfstärke bis 1990 mit der Bundesmarine vergleichen. Ich möchte hier keine Diskussion in Richtung "Klassenkampf etc " und anderes politisches gesaftel sondern eine reine Gegenüberstellung der Kampfkraft - vielleicht können da Axel und Urs genauere Auskunft erteilen bzw. eine Analyse erstellen. Hoffentlich habe ich mich jetzt verständlich  ausgedrückt

Trimmer - Achim   Matrose gruesst
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« Antwort #1 am: 13 August 2010, 08:58:44 »

Ich glaube, das wird eine interessante Diskussion, da ja eigentlich die grundlegenden Aufgaben schon sehr verschieden waren, z.B. Konvoibegleitung, U-Boot-Waffe und Marineflieger auf Seite der BM, eher Küstenschutz auf Seite der NVA einerseits, andererseits tummelte man sich ja auch gemeinsam auf der nassen Wiese (war wohl eher das Revier von Urs grin tongue grin)

Axel
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Trimmer
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« Antwort #2 am: 13 August 2010, 09:04:51 »

Genau Axel deshalb auch meine Frage. Küstenflieger z.B. hatte ja die NVA ( ob unter VM  lief ? ) auch - siehe Peenemünde. Ob es eine "reine Küstenschutzmarine " war oder auch im Zuge einer "Vorwärtsverteidigung "  huh Also bitte - Fachleute vor  grin

Trimmer - Achim
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Urs Hessling
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« Antwort #3 am: 13 August 2010, 09:33:25 »

moin,

Als ich 1979-81 Kommandant eines 142-Schnellboots war,hatten wir das subjektive Gefühl von (a) seemännischer/navigatorischer und (b) taktischer und auch (c) waffenmäßiger Überlegenheit. Kaptn lach

zu (a) Wir hatten Aufklärungsdaten, die besagten, das NVA-Schnellboote im Schnitt 9 Seetage im Jahr hatten (wir hatten so um die 120); und "Fahren lernt man nur duch Fahren". wink

Wir sahen aktuelle Fotos, auf denen OSA-Schnellboote bei glatter See ins Schießgebiet geschleppt wurden (angeblich: um die Motoren zu schonen).
Wir selbst schossen auf Luftziele bei einem Seegang, der schon grenzwertig war. Matrose zwinkert

(b) "Verbandsfahren", auch in enger Formation (150 yds Abstand) in hoher Fahrt (30-35 kn), bei Nacht und abgeblendet, gehörte bei uns zum täglichen Brot, von der Gegenseite wußten wir nichts davon.

(c) Wir hatten 30 Boote mit Flugkörperbewaffnung MM 38, den wir als dem SSN-2 Styx überlegen einschätzten (Schußtaktik: 1 FK gegen ein NVM-Schnellboot), Flugabwehrgeschütze mit Radarleitung und den drahtgelenkten Torpedo DM2A3 gegen große Seeziele.
Da haben wir uns wohl überschätzt und zuviel "eingebildet"  Matrose verlegen. Aus Gesprächen mit Kameraden, die vormals in der NVM Dienst taten, weiß ich jetzt, das der SSN-2 eine sehr schwere Bedrohung dargestellt hätte, sowohl mit der Voreinstellung des Radarzielsuchkopfes als auch mit der Schußtaktik (4 FK gegen ein Boot). sad

Der gefürchtete Gegner war nicht die NVM, sondern die Flieger der sowjetischen Ostsee(Baltische Rotbanner-)-Flotte.

Lang ist´s her ... und glücklicherweise am Ende gut ausgegangen  smiley

Gruß,Urs

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Trimmer
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« Antwort #4 am: 13 August 2010, 09:55:03 »

Hallo Urs - ich hoffe ja jetzt das auch mal ein ehemaliger VM ler sich meldet. Du beschreibst es von Deiner Seite - und jetzt kommt mein ABER - Du schreibst auch subjektive Gefühl - Dieses subjektive Gefühl hatte sicher auch die VM - Ich will es mal vom "Bodenpersonal " so beschreiben - unsere (NVA ) ist der BW überlegen - wurde so "eingeimpft".

Gruß - Achim - Trimmer  Matrose gruesst
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« Antwort #5 am: 13 August 2010, 10:12:29 »

Zitat
Küstenflieger z.B. hatte ja die NVA ( ob unter VM  lief ? ) auch

Erst nach den KSZE-Verträgen, denn da waren Marinestreitkräfte ausgenommen. So wurde auch das KVR 18 aus einem alten MotSChützen Rgt "auf blau umgespritzt"!

Axel
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« Antwort #6 am: 13 August 2010, 10:24:59 »

Ich will es mal vom "Bodenpersonal " so beschreiben - unsere (NVA ) ist der BW überlegen - wurde so "eingeimpft".

Das kann ich von meiner Seite nicht bestätigen, mich hat keiner in dieser Richtung geimpft, meine Kameraden und ich  waren immer der Meinung, wenn es los geht, das wir den Kaugummi schon im Mund hätten, bevor wir zu den Waffen greifen konnten.

Diese Meinung hat sich nach der Wende geändert, in diesem Video geht man von einer anfänglichen Überlegenheit des Ostblocks aus. Da die NVA alleine keinen Krieg führen  konnte, ist es natürlich nur im Gesamtbild zu sehen.

Wenn ich dich recht verstehe, dann willst du den alleinigen Vergleich der Seestreitkräfte.
Hier Vergleiche in Wiki:
Volksmarine
VM NVA
Bundesmarine bis 1990
BW bis 1990

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mit freundlichen Gruß
Michael


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« Antwort #7 am: 13 August 2010, 11:03:27 »

Hallo Michael - genau diese Angaben - Vergleich - mit den Augen von direkt Beteiligten aus ihrer Sicht - siehe da z.B. wie es Urs schreibt. Ich hatte ja "geimpft " mit Anführungsstrichen geschrieben weil auch Du ja sicher zum "Politunterricht " (Rotlicht ) gehen musstest oder ?

Gruß - Trimmer - Achim
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« Antwort #8 am: 13 August 2010, 11:30:13 »

Hallo Trimmer-Achim
Stimmt, während des Dienstes am Volk waren wir auch dem politischen Unterricht ausgesetzt, aber ehrlich, ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich nicht sehr aufmerksam war und meine Gedanken weit abschweiften. Zum einen Ohr rein zum anderen raus,  von Überlegenheit gegenüber dem Klassenfeind ging nichts durch meine Ohren. Die Verteidigung stand erster Stelle.

Hast du dir mal das Video angeschaut?  Die Marine spielt etwas später im Video eine große Rolle, Aufmarsch im Atlantik und im westlichen Ostseeraum.
Ich war nur Panzer Chauffeur bei der NVA und da war die Kaugummi-Theorie weit verbreitet.

Allerdings hatte unser Kompaniechef eines Tages Quassel Wasser zu sich genommen und berichtete uns, bei einer möglichen Konfrontation, dass Hubschrauber der BW in der Lage wären, ein Regiment, wie das unsere (Motschützenregiment mit Panzerbataillon), in einem Zuge fast zu vernichten.
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mit freundlichen Gruß
Michael


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« Antwort #9 am: 13 August 2010, 11:34:56 »

Nur eine kurze Anmerkung die mich nachdenklich stimmt.

Auch bei der Knopp Simulation scheitert der WP letztendlich auch an der Bereitschaft seines Materials incl. des Nachschubs von Ersatzteilen.

Zitat
zu (a) Wir hatten Aufklärungsdaten, die besagten, das NVA-Schnellboote im Schnitt 9 Seetage im Jahr hatten (wir hatten so um die 120); und "Fahren lernt man nur duch Fahren". wink
Wir sahen aktuelle Fotos, auf denen OSA-Schnellboote bei glatter See ins Schießgebiet geschleppt wurden (angeblich: um die Motoren zu schonen).

Wenn das auch nur Ansatzweise zutrifft, ist das ein maßgeblicher Unterschied und deckt sich ja mit der Simulation.
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Viele Grüße

Carsten
Hastei
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« Antwort #10 am: 13 August 2010, 12:36:18 »

gerade habe ich einen Artikle,den ich mir mal aus der Marineforum 10/1994 rausgeholt hatte.

Der Einsatz der Jaguar Schnellboote 1958 bis 1971 . Diskerepanz zwischen Auftrag und Mitteln als eine besondere herausforderung                                 an den militärischen Führer. Von Klaus Uwe Tautges.
Das ist sehr interessant zu lesen und macht mich z.T. sehr nachdenklich, denn ich fuhr im 3. SG . Das war eine Zeit, da besaß die BuMa noch
keine Lenkwaffen.

Gruß Hastei
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« Antwort #11 am: 13 August 2010, 13:49:40 »

hi

Der Einsatz der Jaguar Schnellboote 1958 bis 1971 . Diskerepanz zwischen Auftrag und Mitteln als eine besondere Herausforderung                                an den militärischen Führer. Von Klaus Uwe Tautges.
Das ist sehr interessant zu lesen und macht mich z.T. sehr nachdenklich, denn ich fuhr im 3. SG . Das war eine Zeit, da besaß die BuMa noch
keine Lenkwaffen.
Gruß Hastei

gut gefunden  smiley Auf den Artikel wollte ich auch noch hinweisen.

Mindestens 10 Jahre lang, ca. 1961-1974, hatte die Bundesmarine den flugkörperbewaffneten Schiffen und Booten der Rotbannerflotte und dann auch der Volksmarine nichts Vergleichbares entgegenzusetzen. Das war in der Marine bekannt, es stand im "Weißbuch" und wurde im Parlament diskutiert.

Eine verspätete Kosequenz war die Beschaffung der Zerstörer der Klasse 103 in den USA und der Schnellboote der Klasse 148 (später: "Tiger") in Frankreich

Gruß, Urs
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« Antwort #12 am: 13 August 2010, 14:21:42 »

Ich habe mir gerade mal das Video angesehen. Gut gemacht aber eigentlich nur in vielen Sachen eine Verfilmung von Clancy - Im Sturm -
Wenn ich dagegen die Aussagen von Urs und Harald nehme - kann man von einer Patt - Situation ausgehen die also letztlich zum atomaren Inferno geführt hätte oder sehe ich es da falsch.

Ja Urs .... und glücklicher Weise am Ende gut ausgegangen.

Achim- Trimmer  Matrose gruesst
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« Antwort #13 am: 13 August 2010, 14:30:17 »

Achim es kommt auf die Zeit an.

Das mit dem Atomar ist halt so die Sache, wenn einer den Knopf drückt ab den 60er Jahren, bedeutet das das Ende der Menschheit, also auch sein eigenes.

Wenn du mal taktische Sprengköpfe eingesetzt hast, ist der Schritt zu strategischen nur noch ein sehr sehr kleiner. Inwieweit das rational bei den Entscheidungsträgern eine Rolle gespielt hat, kann ich nicht sagen.

Bei einem Konventionellen Geschehen denke ich, ist der Zeitpunkt mit entscheidend. Bis Mitte-Ende der Siebziger Jahre sehe ich Vorteile bei der NVA und dem WP, während diesem Zeitpunkt schloss die BW massiv auf, um sich ab den 80er Jahren doch eine technische Überlegenheit zu erarbeiten.
Außerdem hatte der Westen ab den 80er Jahren, schon massiv mehr Geld und Technik zur Verfügung.
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Viele Grüße

Carsten
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« Antwort #14 am: 13 August 2010, 14:42:05 »

Carsten - mag wohl so sein. Wenn ich aber daran denke das der Lebensstandart sowohl in der DDR als auch beim "Grossen Bruder " immer weiter zu Gunsten der Rüstung geopfert wurde habe ich doch meine Zweifel. Viele Waffensysteme der damaligen SU sind uns doch bis heute gar nicht bekannt und wurden auch nicht in die DDR/NVA exportiert. Soweit mir bekannt ist z.B. Laserwaffen, Panzer und Raketen.Wie der geheime Rüstungsstand derzeit in Russland ist - dickes Fragezeichen.

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