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Autor Thema: Rettungsschiffe der VM - Aufgaben und Geschichte  (Gelesen 567 mal)
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habichtnorbert
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« am: 08 September 2010, 21:58:55 »

Moin, moin,

Hier gehts nun zum Thema "Rettungsschiffe der Volksmarine", ihre Geschichte und Aufgabenstellungen,
da ja unsere Kameraden "Oste"-Fahrer genauso neugierig sind, etwas darüber zuerfahren, wie auch die VMler etwas über die andere Seite,

die beiden Rettungsschiffe R11 [Schiff 2005] und R21 [Schiff 2003] entstanden in den Jahren 1959 - 1963 aus Umbauten von MLR-Schiffen des Typs "MLR 2000 - Habicht 2.Bauausführung Projekt 1"  auf der Peenewerft Wolgast unter der neuen Projektnummer "Projekt 67 - Rettungsschiff",

Schiff 2003 wurde 1953 und Schiff 2005 wurde 1954 als MLR (Foto unten, Schiff 2003 als 613 der VP-See und weitere Schiffe) von der damalige Volkspolizei - See Indienst gestellt und nach Gründung der NVA in den Seestreitkräfte übernommen, 
1958 wurde durch die Seestreitkräfte an das ISW der Autrag erteilt, die Konstruktiven Aufgaben zu lösen, entsprechend der Zweckbestimmung:
- Durchführung von Rettungsmaßnahmen für Besatzungen von radioaktiv verseuchten und durch Feindeinwirkung beschädigten Schiffen und Booten
- Hinzuziehung bei Löscharbeiten von Schiffsbränden auf See und in Häfen

dazu wurde das Schiff 2003, welches im März 1958 vor Saßnitz eine schwere Havarie hatte und sich schon in der Werft befand, sowie 1959 das Schiff 2005 ausgewählt,
die Um- und Ausbauten wurden zwischen 1959 und 1962 [R21] und 1963 [R11] auf der Peenewerft Wolgast durchgeführt,

 Matrose gruesst

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« Letzte Änderung: 09 September 2010, 14:33:13 von habichtnorbert » Gespeichert

Gruß Norbert

Wo die Flotte hinfährt, sind die Minensucher schon gewesen

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habichtnorbert
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Name: Norbert

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« Antwort #1 am: 09 September 2010, 14:32:44 »

außer den 2 Rettungsschiffen R11 und R21, Umbau aus MLR - Habicht 2 - Schiffen, wurden von 1968 bis Oktober 1969 zwei weiter Kampfschiffe vom Typ TSB 183 - Bolschewik [Foto unten, Boot 828 eines der Schwesterboote] zu schnellen Rettungsbooten "R71" und "R72" umgebaut, der Umbau erfolgte auch auf der Peenewerft Wolgast, dazu wurden die Torpedorohre und die Atillerie aus- und abgebaut, sie erhielten einen neuen Mast und eine geschlossene Brücke, der Innenraum wurde räumlich zur Aufnehme der geretteten Besatzungen eingerichtet, diese sollten dann an die Rettungsschiffe übergeben werden,
als schnelle Rettungsboote hatten sie nur ein kurzes Leben, da das letzte Rettungsschiff (R11) im Oktober 1970 außerdienst gestellt wurde, wurden diese beiden Boote schon 1971 wieder außerdienst gestellt und abgebrochen, Fotos sowie Zeichnungen nach Umbau sind noch nicht gefunden worden,

zu einer gemeinsamen Übung mit R11, R71 und R72 ist es nie gekommen, obwohl einmal 1969 vorgesehen, wegen Probleme mit den Maschienen bei den beiden Booten wurde die Übung abgesagt. 

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« Letzte Änderung: 09 September 2010, 17:36:21 von habichtnorbert » Gespeichert

Gruß Norbert

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Albatros
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« Antwort #2 am: 11 September 2010, 17:58:00 »

Hallo Norbert,

 kann man sagen es waren auch Lazarettschiffe mit medizinischer Ausrüstung und Personal an Bord ?

 Matrose gruesst

Manfred
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habichtnorbert
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« Antwort #3 am: 13 September 2010, 11:50:20 »

Hallo Manfred,

Teils, Teils,
da wird aber ab den nächsten in Vorbereitung befindlichen Beitrag zu den Rettungsschiffen eingegangen,

damals waren als reine Lazarettschiffe die Fahrgastschiffe "VÖLKERFREUNDSCHAFT" und die "FRITZ HECKERT" vorgesehen, später auch die "ARKONA" ex Astor, 

es geht demnächst weiter  Matrose gruesst
« Letzte Änderung: 13 September 2010, 19:22:56 von habichtnorbert » Gespeichert

Gruß Norbert

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Hastei
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« Antwort #4 am: 13 September 2010, 12:36:11 »

Norbert, das ist interessant.
Ich habe da Fragen zu.Verzeiht mir, aber ISW ist mir nicht geläufig. Und MLR , da komm ich auch jetzt nicht drauf.
Dieser Name Rettungsschiffe, den gab es doch nur bei Euch, oder  ?

Gruß Hastei
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Tostan
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« Antwort #5 am: 13 September 2010, 12:42:59 »

Hallo,

kleiner Beitrag zum Lexikon:
MLR: Minenleg- und Räum
ISW:  Institut für Schiffbautechnik Wolgast (?)

btw: "TSB 183 - Bolschewik" war in der NATO als P-6-Class bekannt...

Grüße,
Tostan
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habichtnorbert
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« Antwort #6 am: 13 September 2010, 15:44:25 »

Hallo Harald,

Tostan hat ja fast aufgeklärt  smiley

MLR = Minenleg- und Räumschiff, oder altdeutsch M-Bock,
die MLR-Schiffe vom Typ 2000-Habicht, waren die moderneren Nachfolger der Typen M35, M40 und M43,
die BM fuhr doch noch diese 3 alten Typen, bei der Seepolizei/VP-See fehlten ja große Minensucher, der "große" Bruder gab von alten Typen keine ab,
entwickelt wurden sie vom Ingeneurbüro Schlaak Stralsund 1951 auf Grundlage des M43, Baubeginn war 1952, Abgeliefert wurden: 2 Schiffe 1.Bauausführung 1953 und 4 Schiffe 2.Bausführung 1953/54 von der Volkswerft Stralsund, sowie 6 Schiffe 3.Bauausführung 1955 von der Peenewerft Wolgast, 4 weitere Schiffe wurden nicht mehr gebaut,

Oberingeneur Schlaak war einer der Konstukteure des M43 in Königsberg und Elbing gewesen, auch der nichtmehr gebaute "M46" der KM, Konstruktion 1944 und auch der von der Seepolizei abgelehnte Typ MLR 1000, Konstruktion 1951, auf Grundlage des M46, stammten aus seiner Feder,

ab 1957 folgten noch die MLR-Schiffe vom Typ 3000-Krake, Kontruktionsbeginn 1953, Baubeginn 1956, Ablieferung 5 Schiffe 1957 und 5 Schiffe 1958 von der Peenewerft Wolgast, 2 weitere Schiffe wurden vom Minister für Technick 1956 gestrichen.


ISW = Ingeneurbüro für Schiffbau Wolgast, vormals Ingeneurbüro Schlaak Stralsund, 

Rettungsschiff,
eigendlich auch eine verkehrte Bezeichnung, wenn, hätte man es als Bergungs- Lösch- und Rettungsschiff bezeichnen müssen,
aber für die Vergabe von Bezeichnungen, bekamen damals wie heute einige viel Geld grin

 Matrose gruesst
« Letzte Änderung: 14 September 2010, 18:53:52 von habichtnorbert » Gespeichert

Gruß Norbert

Wo die Flotte hinfährt, sind die Minensucher schon gewesen

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