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Autor Thema: Frage: Dieselelektrischer Antrieb Tender Saar A 65  (Gelesen 1009 mal)
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Elektroheizer
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« am: 25 November 2010, 22:53:06 »

Als Wehrpflichtiger war ich E-Gast auf Tender Saar und da für das E-Werk und das Bordnetz zuständig. Mit dem Antrieb hatte ich nichts zu tun (außer daß die Bordgeneratoren auch den Strom für die fremderregten Antriebsmotoren liefern mussten. Bin dann immer vom Stuhl gefallen, wenn von Vorwärtsfahrt auf volle Kraft zurück geschaltet wurde. Da war ich dann wieder wach...  grin

So im Nachhinein wüsste ich gern, mit welchen Spannungen und Strömen die E-Antriebsmaschienen liefen. Ich hab so 500 bis 800 V im Hinterkopf und pro E-Maschine Ströme im kA-Bereich, jeweils auf mehrere Wicklungen geschaltet. Bin mir aber nicht sicher, ich werde alt...

Über A 65 findet man kaum was im Netz und Einzelheiten schon gar nicht. Die Antriebsanlage dürfte die gleiche sein wie bei Tender Elbe, A61: 6 Dieselmotoren von je 1763 kW in 2 Kraftwerken, je 1 Elektromotor pro Welle in den beiden E-Werken. Rechnerisch entspricht die Leistung etwa den 14.400 PS aus 6 Dieseln auf Tender Rhein mit Direktantrieb.
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halina
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« Antwort #1 am: 31 Januar 2012, 19:59:13 »

hallo elektroheizer, ich habe mal deine frage aufgenommen und dazu einige informationen.  der minensucher-tender SAAR A65 wurde auf der
norderwerft hamburg gebaut und war ein schiff der tender-klasse 402+ indienststellung 11.5.63 . die einsatzverdrängung wurde mit 2.900 t
angegeben mit einer länge von ca.98 metern. für den dieselelektrischen antrieb sorgten pro welle sechs 16 zylinder-mercedes-benz-viertakt-dieselmotore von je 2.280 PS , woraus sich eine gesamt-motorleistung von ca. 27.000 PS ergibt,also etwa 25.000 WPS . damit erreichte das
schiff etwa eine höchstgeschwindigkeit von ca. 22 kn. leider habe ich keine infos über die E-motoren-netzspannung,bei einer von dir genannten
spannung von ca.500 V würden ja stromstärken bei den motoren mit einer leistung von ca. 10.000 kw 20.000 A notwendig sein. ich glaube
eher an eine spannung von ca.5000 V wie von siemens für diese leistungsklasse eingesetzt werden. was das ende deines schiffes anbetrifft,so
wurde es im juni 1994 zum abbruch verkauft.
                                                                                    es grüsst dich halina
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« Antwort #2 am: 31 Januar 2012, 20:37:10 »

hallo elektroheizer,noch ein kleiner nachtrag. der von dir genannte tender A 61 gehörte zum bautyp der klasse 401 und hatte keinen elektro-
antrieb,sondern diesel-wellenantrieb mit ungefähr gleicher leistung wie A 65 .       
                                                                                                                             gruss halina
                                                                                                                                                                                                             
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« Antwort #3 am: 01 Februar 2012, 23:52:13 »

Hallo Halina, vielen Dank für Deine Antwort. 

für den dieselelektrischen antrieb sorgten pro welle sechs 16 zylinder-mercedes-benz-viertakt-dieselmotore von je 2.280 PS , woraus sich eine gesamt-motorleistung von ca. 27.000 PS ergibt,also etwa 25.000 WPS . damit erreichte das schiff etwa eine höchstgeschwindigkeit von ca. 22 kn.
Es waren 6 Dieselgeneratoren für beide Wellen, mechanische Leistung insgesamt 13680 PS. In in 2 Kraftwerken waren je 3 Dieselmotoren , die E-Antriebsmotoren für die beiden Wellen befanden sich in je einem E-Werk. Sonst wären es ja mit 12 Motoren doppelt so viele wie bei den Tendern mit dieselmechanischem Antrieb.

Darf ich fragen woher Du die Angabe mit 22 Knoten Höchstgeschwindigkeit hast? Ich meine 21 Knoten im Hinterkopf behalten zu haben, diese Angabe find ich auch in diversen Quellen im Netz, zT auch nur 20,5 kn. 22 Knoten würde ich auch höchstens bei den Schnellboottendern erwarten, wo mit 2440 PS stärkere Motoren verbaut waren und die zusätzlichen Wirkungsgradverluste von Generatoren und E-Motor entfielen.

Aber mach Dir nichts draus, im Netz finden sich widersprüchliche Angaben zu den anderen Terndernbaureihen. Einem Fehler bin ich ja selbst aufgesessen:
Zitat
noch ein kleiner nachtrag. der von dir genannte tender A 61 gehörte zum bautyp der klasse 401 und hatte keinen elektro-
antrieb,sondern diesel-wellenantrieb mit ungefähr gleicher leistung wie A 65 .
Hier hatte ich mich auf wikipedia verlassen, da ist die "Elbe" mit dieselelektrischem Antrieb aufgeführt obwohl Schnellbootgeschwadern zugehörig. An anderer Stelle werden dagegen nur die Minensuchtender (Baureihe 402) und U-Boot Tender (403) mit dieselelektrischem Antrieb aufgeführt. ZB hier: http://www.ship-model-today.de/donau.htm. Auf einer weiteren Seite hab ich übrigens noch einen anderen Fehler zum dieselelktrischen Antrieb gefunden ("über Flüssigkeitskupplungen auf ein Sammel- und Untersetzungsgetriebe geschaltet"), ich werd den Seitenbetreiber mal anschreiben.

Zurück zu Deiner ersten Antwort:
leider habe ich keine infos über die E-motoren-netzspannung,bei einer von dir genannten
spannung von ca.500 V würden ja stromstärken bei den motoren mit einer leistung von ca. 10.000 kw 20.000 A notwendig sein. ich glaube
eher an eine spannung von ca.5000 V wie von siemens für diese leistungsklasse eingesetzt werden.
Deshalb hatte ich ja gefragt. Ich hatte Maschinenwache im E-Werk und war sonst für das allgemeine Stromnetz zuständig. Mit dem E-Antrieb hatte ich nix zu tun, die hatten auch eine eigene Schalltafel in den Fahrtständen über den Kraftwerken. Die Antriebsmotoren könnten tatsächlich von Siemens gewesen sein, wie so vieles auf dem Pott. Übrigens, es wären bei 500 V "nur" 10.000 A pro Motor. Bräuchte immer noch sehr dicke Leitungen.

Gruß zurück aus dem Ruhrgebiet
« Letzte Änderung: 02 Februar 2012, 12:14:29 von Elektroheizer » Gespeichert
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« Antwort #4 am: 02 Februar 2012, 12:05:27 »

hallo elektroheizer, schau noch mal genau in den von dir genannten link ship-model-today, dort findest du in der näheren beschreibung vom
typ 402,dazu zählten auch noch die MOSEL+ ISAR die angabe: es wurde sogar eine geschwindigkeit bei AK-fahrt von 22,5 kn erreicht.

                                                                                                                                                     gruss halina









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« Antwort #5 am: 02 Februar 2012, 12:30:06 »

@halia, ich glaube nicht daß diese Geschwindigkeitsangabe für die Klasse 402 gilt. Nach einem kurzen Aussflug dahin wird in den nächsten Sätzen bei Treibstoffvorräten und Reichweiten wieder allgemein Bezug alle 3 Klassen genommen. Die Angaben klingen da eh stark nach "nichts genaues weiß man nicht". Ich finde es jedenfalls nicht plausibel, daß die höchste Geschwindigkeit ausgerechnet mit dem dieselelektrischem Antrieb erreicht werden soll, mit den schwächeren Dieseln  und den Wirkungsgradverlusten. Und wie gesagt, von meiner Bordzeit habe ich auch 21 Knoten im Hinterkopf, aber da kann ich nach der Zeit nicht mehr für garantieren.
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« Antwort #6 am: 02 Februar 2012, 14:56:42 »

moin elektroheizer, du weisst ja wie es ist mit den publikationen,jeder schreibt was anderes,aber was macht es denn aus 1 knoten mehr oder
weniger unter der haube Huh                         
                                                                   gruss halina
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« Antwort #7 am: 02 Februar 2012, 15:16:15 »

hallo,noch eine anmerkung zum wirkungsgrad,der ist sicherlich nicht schlechter als bei diesel-antrieb,elektromotore dieser grössenordnung
kommen auf 0,98-0,99 . ausserdem ist die wellenmasse geringer durch kürzere anordnung was besonders beim umschalten von vor-auf
rückwärtsgang von vorteil ist.                                                                         
                                                                                                                                   gruss halina
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« Antwort #8 am: 02 Februar 2012, 22:26:50 »

hallo elektroheizer,zum thema noch ein nachtrag zu den leistungsdaten. ja es ist richtig bei 500 V sind es pro motor 10.000 A ,das sind aber
ströme die über schleifringe wohl nicht zu realisieren sind. ich gehe davon aus,da uns keine genauen quellen bekannt sind,dass es sich hier
um 5000 V-drehstrommotore handelt mit 2 getrennten wicklungen. bei einer leistung pro motor von ca.5.000 KVA kommen wir dann auf eine
stromstärke pro wicklung unter berücksichtigung des verkettungsfaktors 1,73 bei drehstrom im bereich von ca.2.900 A
                                                                                                                                                                                   gruss halina
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« Antwort #9 am: 03 Februar 2012, 11:36:22 »

hallo elektroheizer, da wir beide wohl stark in der E-technik eingebunden sind,hätte ich gerne einige angaben von dir bez. E-werk SAAR
nach deinen angaben warst du zuständig für die erregerspannung der hauptgeneratoren. mich interessiert wie hoch waren dabei die spannung
und die stromstärke und waren diese werte während der gesamten fahrt-strecke konstant???
                                                                                                                                                 danke und gruss halina
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« Antwort #10 am: 03 Februar 2012, 22:22:07 »

moin elektroheizer, du weisst ja wie es ist mit den publikationen,jeder schreibt was anderes,aber was macht es denn aus 1 knoten mehr oder
weniger unter der haube Huh
Klar, ging mir auch nur darum zu zeigen daß im Netz nicht alle Angaben 100prozentig fundiert sind, grade bei den Verschiedenen Baureihen der Tender.
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« Antwort #11 am: 03 Februar 2012, 23:27:42 »

hallo elektroheizer, da wir beide wohl stark in der E-technik eingebunden sind
Na, hier kannst Du nicht allzuviel von mir erwarten. Ich bin ja kein gelernter Elektriker, trotzdem nicht ganz unfit in einigen Bereichen. In aller Bescheidenheit gesagt. Aber bei Elektromotoen (außer Motorradanlassern) kann ich nur insofern mitreden als daß ich nicht dauernd nachfragen müßte  wink

hätte ich gerne einige angaben von dir bez. E-werk SAAR
nach deinen angaben warst du zuständig für die erregerspannung der hauptgeneratoren. mich interessiert wie hoch waren dabei die spannung
und die stromstärke und waren diese werte während der gesamten fahrt-strecke konstant???
Da kann ich nun gar nicht mit dienen, deshalb hatte ich ja überhaupt meine Anfrage gestellt. Zuständig war auf Maschinenwache ja nur dafür, daß die Dieselgeneratoren liefen. Im Prinzip 42er-Arbeit (Ventile und Pumpen bedienen, Drücke und Temperaturen kontrollieren). Auf der Saar gab es im E-Werk keinerlei elektrische Anzeigen und Tätigkeiten, abgesehen vom Schalten einiger Verbraucher wie Ventilatoren oder Umformer. Und in der Freiwache war ich entweder bei der Brand- und Leckabwehr, sonst zuständig für Wartung und Reparaturen. Besonders wichtig war bei der Lampenronde der Backbord Wellentunnel, da lagerten die schön weichen Filtermatten... Die E-Schalttafeln in den Fahrtständen hab ich genauso selten gesehen wie die Instrumente der E-Motoren. Im Nachhinein bin ich unsicher, ob da überhaupt E-Gasten fuhren. Zwei derbe Klopper hatten da jedenfalls Maaten verbockt. Einer hatte 2 Generatoren zusammengeschaltet ohne die Phasen zu synchronisieren, ich dachte mir fliegen die Diesel aus den Fundamenten und die Regelgestänge kriegen nen Herzkasper. Ein anderer hatte einen E-Antriebsmotor unter Last von den Antriebsgeneratoren getrennt ohne den vorher runterzufahren. Resulat nicht nur ein satter Lichtbogen, auch die gespeicherte Energie in den Leitungen und Wicklungen wurde schlagartig frei und suchte sich mittels Induktion ihren Weg über alle verfügbaren Leiter, auch das Stahlgehäuse vom Schaltschrank... Davon hab ich direkt nix mitgekriegt, aber der Maat lief noch 2 Tage danach rum wie ein paralysierter Zombie  grin

Zitat
und waren diese werte [Erregerstrom] während der gesamten fahrt-strecke konstant???
Genaue Werte kann ich wie geschrieben nicht liefern, nur sagen daß die nicht konstant waren. Hab ich an den Motorwerten (Abgastemperatur) gemerkt, und daran wie schnell  bei hoher Fahrt DIesel aus dem Tagesverbrauchsbehälter gelenzt wurde.

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