Noch eine weitere Schote aus meiner Versorgerlaufbahn:
Am 10. Oktober 1974 wurde ich von der Lütjens zur Marinefernmeldegruppe 12 versetzt(die war auf dem Gelände der Technischen Marineschule TMS angesiedelt).
Der dortige Posten hieß "Sachverwalter", na was soll's.
Ich war nicht nur für die im Hause befindliche Fernschreibstelle,
sondern auch für die Außenstellen in Jägersberg (MMunDep), Neustadt und Friedrichsort (Marinesendestelle und -signalstelle) zuständig.
Dafür stand mir dann auch ständig ein VW-Bulli zur Verfügung. Also mußte ich einen Bundeswehrführerschein machen, bzw. meinen zivilen Führerschein
(damals III) überschreiben lassen und einen Lehrgang machen. (Mitten auf der Pläne an der Geltinger Bucht)
Die Marinesendestelle war in den ehemaligen Kasematten der Festung Friedrichsort untergebracht. (sie stehen noch immer, Besichtigung ?)
Diese Gebäude zeichnen sich für eine besonders große Luftfeuchtigkeit aus. Welcher Bundeswehrplaner sich das ausgedacht hat, gehört erschossen).
Die Feuchtigkeit schlug sich auf Decke und Wände nieder und rieselte auf den Boden, wo es keinen geregelten Abfluß gab.
Die gesamte Elektronik stand zwar erhöht auf Betonfundamenten, aber die Bediener mußten durch das Wasser gehen. Sehr gefährdet.
Es gab zwar schwarze Gummimatten, aber unter den schwabte das Wasser und mußte mit Feudeln (Lappen) aufgenommen werden.
- Da fiel mir ein, daß es auf den Zerstörern blaue Duschmatten gegeben hatte, die eine Verdunstung des Wassers fördern würde.
Also Bestellung geschrieben und an den MStKdo Kiel abgeschickt.
Zurückbekommen mit der Bemerkung, ich sei nicht anforderungsberechtigt.
Neu geschrieben und vom Leiter des Marinefernmeldekommandos abzeichnen lassen.
Zurückbekommen mit der Bemerkung, der sei auch nicht anforderungsberechtigt.
Neu geschrieben und ab zum A4 des MAKdo Ostsee (Marineabschnittskommando), dem die Lage geschildert und schwupps hatte ich die Unterschrift.
Damit zum Verantwortlichen HBtsm (!!!) im Marinestützpunktkommando Kiel. Der las sich das durch und zerriß die Belege: Unsinn. Hauen Sie ab!
Mit dem zerissenen Beleg zurück zum A4. Der sagte, gehen Sie bitte mal vor die Tür. Knapp 3 Minuten später gab er mir den bewußten Beleg und sagte:
geben sie diesen Beleg so wie er ist, wieder dort ab. Gesagt getan.
Rund 2 Monate später wurden die Matten per Lkw direkt nach Friedrichsort geliefert und verlegt. Ich brauchte keinen Handschlag mehr zu rühren.
Und in der Folge hatte ich keine Schwierigkeiten mehr mit dem Stützpunktpersonal.
