Forum Marinearchiv
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Autor Thema: Dover Mine Barrage  (Gelesen 976 mal)
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Bergedorf
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« am: 01 März 2011, 00:41:44 »

Moin Moin,

bei unseren plattdeutsch sprechenden Freunden gibt es eine schöne Karte der Dover Mine Barrage:
http://forum.axishistory....383d86aecf7df220cd23d88e2

Dazu hätte ich gleich ein paar Fragen:

1) Im ersten Weltkrieg wurden die Minen zwischen Folkestone und The Varne in 40, 60 und 70 feet gelegt. Weiß jemand in welcher Tiefe das im 2. WK erfolgte und ob die Minen ggf. Antennen hatten? Die Verengung bei Folkestone deutet ja auf alle Fälle darauf hin, dass auch das Deep Field dort nicht ganz ungefährlich für die Schiffahrt war.

2) Die Minenfelder MS (a) und MS (b) wurden ja am 03/4.09 bzw. 05/6.09 gelegt. Für die Sperre MU habe ich nur folgendes gefunden:
Zitat
September 26, 1940 Willem van der Zaan and HMS Plover depart Immingham for Sheerness and arrive at 1200 hrs. At 2200 hrs, the minelayers depart Sheerness to lay minefield "MU". En route, both minelayers ran aground. Tugboat Lady Brassey refloats both, and the ships arrive back in Sheerness at 0600 hours on the 27th without having laid "MU".
http://www.netherlandsnavy.nl/Zaan_his.htm
Weiß jemand wann die Sperre dann tatsächlich gelegt wurde?

3) Für die MS Sperren findet man in Cabinet Papers folgende Angaben:
Zitat
On the 4th September the three remaining ships of the 20th Flotilla laid
80 mines in the Straits of Dover
(Weekly Resume No. 53 - genaue Fundstelle leider gerade nicht parat)
und
Zitat
19. H.M. Ships Intrepid, Icarus and Impulsive laid 72 mines in the Straits of
Dover on the 6th September.
(Weekly Resume No. 54 - CAB 66/11/49 )
Für 3 Minenlegezerstörer, die jeweils 60 Minen aufnehmen können erscheint mir das recht wenig. Und aufgrund folgender Angabe dort erscheinen mir diese Berichte auch nicht unbedingt zuverlässig:
Zitat
and H.M.S. Mallard and H.M.S. Sheldrake laid 240 mines off
the Dutch coast on the 23rd and 24th September
(Weekly Resume No. 56 - CAB 66/12/20 ) Ich habe aber keinen Hinweis drauf, das die Kingfisher Minen legen konnten (erst recht solche Mengen) und dann irgendwo (Fundstelle leider nícht mehr parat) gefunden, dass Sheldrake und Mallard nur ein anderes Minenunternehmen gedeckt haben.
Kann also jemand die Anzahl der Minen bestätigen bzw. berichtigen?

Viele Grüße

Dirk
« Letzte Änderung: 01 März 2011, 00:54:27 von Bergedorf » Gespeichert
Huszar
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« Antwort #1 am: 01 März 2011, 08:17:36 »

Hallo,

Dazu eine weitere Frage, hängt ja auch in gewissen Rahmen mit der Dover-Barrage zusammen.
Im Rohwer werden vier Minenunternehmungen der deutschen Seite angegeben, leider kann ich im Netzt nicht weiteres dazu finden (und da es sich um Flotten-Einheiten handelt, sind sie im Minenschiff-Buch auch nicht enthalten):

Walter am 5/6.09.1940
Hannelore am 8/9.09.1940
Bernhard am 15/16.09.1940
Werner am 30.09/01.10.1940

Wo wurden diese Sperren gelegt, mit wie vielen Minen, etc?

mfg

alex
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Keine Panik! Wir werden sie schon demoralisieren!
Thoddy
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« Antwort #2 am: 01 März 2011, 14:53:50 »

Da gibt es gute Ausführungen in  der MDV 352 Heft 14 Mine und Seestrategie,
Die Verwendung der Mine nach den Erfahrungen des Weltkrieges KKpt Hagen, 1935 Aufsatz und Karten
und Sperrangriffe
« Letzte Änderung: 01 März 2011, 16:22:18 von Thoddy » Gespeichert

Meine Herren, es kann ein siebenjähriger, es kann ein dreißigjähriger Krieg werden – und wehe dem, der zuerst die Lunte in das Pulverfaß schleudert!
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« Antwort #3 am: 01 März 2011, 19:55:52 »

Moin,

ich hab noch was in ADM 234/218: British Minelaying Campaign September 1939 - May 1945 gefunden (leider sehr komprimiert das Werk...). Danach wurden in der  Dover bzw. Fokestone-Gris Nez Barrage u.a. auch Ankertau-Magnetminen gelegt. Leider steht dort nicht ob die in den Shallow oder in Deep Fields anzutreffen waren. Observed Minefields soll es dort ja auch noch gegeben haben... sehr spannend die Gegend!

@Thoddy: Lohnt sich die MDV auch sonst? Interessant wären für mich vor allem Angaben bis zu welchem Seegang man Minen legt u.ä. Wenn ja, wo bekommt man die her? Bundesarchiv? Und viele Seiten hat das gute Stück?

Gruß

Dirk
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Thoddy
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« Antwort #4 am: 01 März 2011, 20:22:11 »

eine von Big As CDs.
http://forum-marinearchiv...ex.php/topic,11078.0.html
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Meine Herren, es kann ein siebenjähriger, es kann ein dreißigjähriger Krieg werden – und wehe dem, der zuerst die Lunte in das Pulverfaß schleudert!
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« Antwort #5 am: 02 März 2011, 03:19:11 »

@Thoddy,

Danke! Den Aufsatz von Schüssler dort gibt es übrigens irgendwo hier: http://www.loc.gov/rr/frd..._major-war-criminals.html in den Anhängen zu den Nürnberger Prozessen.

Viele Grüße

Dirk
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« Antwort #6 am: 15 April 2011, 01:48:45 »

Hallo,

Dazu eine weitere Frage, hängt ja auch in gewissen Rahmen mit der Dover-Barrage zusammen.
Im Rohwer werden vier Minenunternehmungen der deutschen Seite angegeben, leider kann ich im Netzt nicht weiteres dazu finden (und da es sich um Flotten-Einheiten handelt, sind sie im Minenschiff-Buch auch nicht enthalten):

Walter am 5/6.09.1940
Hannelore am 8/9.09.1940
Bernhard am 15/16.09.1940
Werner am 30.09/01.10.1940

Wo wurden diese Sperren gelegt, mit wie vielen Minen, etc?

mfg

alex

Hallo Alex,

Zu Werner habe ich was aus den KTB Falke (abgelegt unter KTB 5. Torp.-Fl.). In Kurzfassung:
Anzahl Sperrmittel: 60 EMD m. ZE und 120 Sprengbojen.
Lage der Sperre: Nicht genau angegeben. Im Bereich South Goodwin / South Foreland. Sperre wurde wgen Fehlnavigation um 1,9 sm nach 30° versetzt geworfen, womit die hälfte der Sperre wahrscheinlich außerhalb des zu verseuchenden Gebiets lag.
Abstände zwischen den Minen 200m-480m, zwischen 2 Minen jeweils 2 Sprengbojen.
Abstand zu Küste bei Beendigung des Minenwerfens: ca. 1,5-2sm

Gruß

Dirk

Ergänzung: Eine Sprenboje ist wohl während des Legens im Wasser detoniert.
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« Antwort #7 am: 10 Mai 2011, 03:31:03 »

Moin,

zu den MS und der MU Sperre habe ich in ADM 234/560 ein paar neue Infos:

MS-Sperre: insgesamt 156 Mk XIV/XV Minen gelegt auf 6ft Tiefe mit 40 Tage Flodder (Versenkungsmechanik)
Am 24.09 sichteten die Briten 7 R-Boote den Gebiet und bemerkten 3 explodierende Minen. Die Küstenartillerie feuerte daraufhin 6 Schuß 9,2" und die Boote wurden schließlich von der RAF vertrieben.

Aus deutscher Sicht stellt sich das wie folgt da (RM 70/1):

Die 1. R-Flotille hat von Dünkirchen aus in richtung Westen mit Tiefeneinstellung 20m gesucht. Um 10:50 wird auf 1°33,2 Ost die erste Mine geräumt. Insgesamt werden 11 Minen geräumt bevor die Boote aufgrund von Fliegerangriffen den Rückmarsch antreten. Die Deutschen meinen 10 Einschläge von Granaten beobachtet zu haben. Der Flotillenchef hält ein vollständiges Räumen der Sperre in einem Zuge für nicht möglich, da er die Sperre für bewacht hält. Ferner geht er davon aus, dass die Briten Sperrlücken wieder schließen werden. Er schlägt sukzessives Räumen in Stichfahrten für angebracht.

Die Briten reagieren tatsächlich auf die Aktion der 1. R-Flottille, und zwar mit der Sperre MU:
Nachdem Willem van der Zaan und Plover am Vortage auf Grund gelaufen sind und deshalb die Sperre nicht werfen konnten, wurde dies in der Nacht vom 27.09. auf den 28.09.40 nachgeholt. Es werden 170 Ankertau-Magnetminen auf der Linie 51°06,2 N, 01°32,4 E - 51°02,5 N, 01°28,2 E gelegt.

Gruß

Dirk
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