Ich habe mit Peter Nennstiel (
http://peter-nennstiel.de/index2.html) korrespondiert, dessen Vater beom OKM tätig war. Mit sein Erlaubnis stelle ich dieses ein.
Das Oberkomando der Marine ( OKM ) befand sich in dem von 1930 bis 1932 gebauten 10 stöckigen sogenannten Shell Haus. Bis 1943 befanden sich auch noch einige Dienststellen im Bendlerblock. Beide Gebäude befanden sich im sogenannten Regierungsbezirk im Berliner Stadteil Tiergarten am Tirpitzufer bezw. Bendlerstr. Am Landwehrkanal.
Das Shell Haus wurde für die Hamburger Rhenania Ossag (ab 1947: Shell - errichtet. Die Anteile der Niederländischen Shell wurden unter deutscher Treuhand gestellt.
Nach der Zerstörung des Gebäudes durch Bombenangriffe im Jahr 1943 zog das OKM mehrfach um, zunächst nach Eberswalde, dann nach Bernau bei Berlin. Gegen Kriegsende verlegte das OKM nach Plön und später, nachdem britische Truppen nach Schleswig-Holstein vorrückten, nach Glücksburg Glücksburg-Meierwik.
Bei dem großen Luftangriff auf Berlin in der Nacht vom 22. zum 23. November 1943 wurden u.a. vernichtet:
der 9. Stock des OKM im Shellhaus mit der Plankammer (vor allem Altbestände der Kaiserlichen Marine, Reichsmarine),
das Marinewehramt,
die Amtsgruppe Technisches Nachrichtenwesen,
das Marineartillerieamt mit allen Abteilungen,
das Marinetorpedoamt,
die Amtsgruppe für Forschung, Erfindungs- und Patentwesen.
Als das Hauptamt Kriegsschiffbau (K-Amt) 1945 Berlin verließ, wurden die Akten und Pläne dieses Amtes verbrannt. Auch die nach Schleswig-Holstein mitgeführten Handakten wurden bei Kriegsende vernichtet.
Anfang 1943 hatte das britische Bomber Command fast ausschließlich Nachtangriffe über Deutschland geflogen, ab Januar 1943 begann auch die USAAF mit der 8. US-Luftflotte mit Tagesluftangriffen auf Deutschland, diese anfangs mit schwachen Kräften geführten Angriffe weiteten sich im Verlaufe des Jahres 1943 zur alliierten strategischen Bomberoffensive aus, besonders die schweren Luftangriffe auf Berlin ab August 1943 mögen ein Grund dafür gewesen sein, dass gegen Ende des Jahres 1943 das "Lager Koralle" durch das OKM bezogen wurde, dieses lag nördlich von Berlin-Bernau bei der Ortschaft Lobetal, in einem überwiegend mit Wald bedeckten Gebiet wurden 1939 östlich der Straße Ladeburg-Lanke die Arbeiten an diesem Objekt begonnen, errichtet wurden Bunkeranlagen, ein Offizierskasino, Feuerlöschteiche und einige wenige leichte oberirdische Bauten