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Autor Thema: Rekrutierung von Matrosen für im Bau befindliche Kriegsschiffe  (Gelesen 430 mal)
0 Mitglieder und 2 Gäste betrachten dieses Thema.
Flor Rellaw
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« am: 31 August 2011, 14:01:41 »

Bei der Nachforschung der Marine-Laufbahn eines ehemaligen Stewards auf der "Hohenzollern" stellte ich folgendes Phänomen fest. Das allererste Foto von August als Rekrut bei der Marine zeigt ihn mit der Mützenaufschrift SMS HANNOVER. Als dieses Schiff am 1. Oktober 1907 in Dienst gestellt wurde (Stapellauf 29.09.1905), war der Mann aber nachweislich schon beim Ostasiengeschwader mit der "Leipzig". Welche Erklärung gibt es dafür?
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« Antwort #1 am: 31 August 2011, 18:33:24 »

Dafür gibt es verschiedene Erklärungen:

1. Der Mann gehörte ursprünglich zum Schiffsstamm S.M.S. HANNOVER und hat sich nur mit diesem Mützenband fotografieren lassen.
2. Der Mann gehörte nicht zum Schiffsstamm S.M.S. LEIPZIG, sondern wurde an Bord kommandiert. Dann behielt er für die Dauer der Kommandierung das Mützenband seiner Stammeinheit (HANNOVER).

Bei Lehrgängen oder Kommandierungen, die länger als 2 Monate dauerten, wurde für die Dauer das Mützenband des entsprechenden Kommandos getragen.

Wenn der Mann also bei seiner Ausreise mit S.M.S. LEIPZIG sein altes Mützenband getragen hat, hätte er frühestens nach 2 Monaten Anspruch auf 2 Bänder seines neuen Kommandos. Dafür mußte er die alten Bänder (sofern noch nicht abgeschrieben) an die ausgebende Kammer zurückgeben, die das Kleiderkonto des Mannes mit den neuen Bändern belastete und den Zeitwert der alten Bänder gutschrieb.

Gruß Bernd
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Flor Rellaw
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« Antwort #2 am: 01 September 2011, 16:31:21 »

Vielen Dank, Bernd, für Ihre Informationen. Eine Frage ist noch offen: Wie lange vor der Indieststellung eines neuen Schiffes wurde die Mannschaft rekrutiert, gleich nach dem Stapellauf oder erst unmittelbar vor der Indienststellung?
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« Antwort #3 am: 01 September 2011, 23:51:38 »

Der amtliche Vorlauf begann quasi mit der Planung eines Neubaues.
Mit der Schiffsgröße, seiner Verwendung, seiner Ausstattung mit Anlagen, Maschinen, Waffen, Elektrik usw. wurde der Personalbedarf festgestellt. Dabei wurde eine Stammbesatzung, die längere Zeit auf dem Schiff blieb, eingeplant, und eine, die sich durch Kommandierungen aus den Stamm-Marineteilen (Werft-Division für technische Laufbahnen und Matrosen-Division für seemännische Laufbahnen) ergänzte, um ständige Personalreserven zu haben. Das wird heute sicher noch genau so sein.
Technische Laufbahnen wurden je nach Bauabschnitt eher zur "Baubelehrung" auf das Schiff kommandiert als z.B. seemännische Laufbahnen.
Genau geregelt wurde es m.W. in den Bau- und Indiensthaltungsvorschriften.
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