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Autor Thema: weiß- / schwarzqualmen  (Gelesen 1006 mal)
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mhorgran
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« am: 05 September 2011, 19:39:46 »

Hallo

Ich hätte mal 2 Fragen:
Zerstörer, zumindest die des 1./2. Weltkrieges konnten weiß- und schwarzqualmen. Beim Schwarzqualmen wars wahrscheinlich (meine Interpretation) einfach unvollständige Verbrennung aber wie kommt das "weißqualmen" zustande (1.Frage).

Die 2.Frage wäre - warum soll das mit den deutschen Hochdruckanlagen nicht möglich gewesen sein?
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Grüße
Stefan
Chrischnix
Boardinventar
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« Antwort #1 am: 05 September 2011, 21:29:24 »


Weißqualmen in Verbindung mit Wassereinzug rolleyes
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Thoddy
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« Antwort #2 am: 06 September 2011, 11:03:23 »

die Hochdruckanlagen produzieren höhere Abgastemperaturen

je heißer die (unvollständig verbrannten) Abgase sind desto höher die Wahrscheinlichkeit der unbeabsichtigten Entzündung bei Luftzutritt
Stichflammen bzw Explosionen können die Folge sein
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Meine Herren, es kann ein siebenjähriger, es kann ein dreißigjähriger Krieg werden – und wehe dem, der zuerst die Lunte in das Pulverfaß schleudert!
bodrog
Stabsbootsmann
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« Antwort #3 am: 06 September 2011, 15:55:37 »

Zumindest im II WK konnten die deutschen Zerstörer/T-Boote mit Hochdruckheißdampfanlagen das wohl nicht so ohne weiteres. Da gibts in dem Fock-Band "Z-vor!" Bd. 2 eine längere Abhandlung mit Klagen der 'Front' dazu. Das lag wohl an der Konsistenz des Treiböls (war von besonders hoher Güte und sehr dünnflüssig). Die alten T-Boote mit Nassdampfanlagen hatten die Probleme nicht. Auch die britischen Admirality-Kessel hat mit Qualmen jeglicher Art kein Problem.

 Matrose gruesst

Ulli

« Letzte Änderung: 06 September 2011, 16:18:51 von bodrog » Gespeichert
mhorgran
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« Antwort #4 am: 11 September 2011, 09:55:16 »

für die Antworten -vielen Dank

nur, wie funktioniert das:
Zitat
Weißqualmen in Verbindung mit Wassereinzug
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Grüße
Stefan
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« Antwort #5 am: 28 November 2011, 21:59:50 »

Moin,

zumindest unbeabsichtigt konnten die T-35 Boote anscheinend schwarzqualmen. Dazu Auszug aus KTB Maschine 2. T.-Fl. v. 9.9.40 ( Unternehmen Hannelore): "Alarm, Torpedoangriff auf 2 Fahrzeuge. Beim Ablaufen dauerndes starkes Schwarzqualmen T 8".

Gruß

Dirk
« Letzte Änderung: 28 November 2011, 22:37:53 von Bergedorf » Gespeichert
Redfive
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« Antwort #6 am: 28 November 2011, 22:26:13 »

Weiß und Schwarzqualm einer Hochdruckheißdampfkesselanlage, nix leichter als das.

Schwarzqualm: Man regelt die zugeführte Verbrennungsluft soweit runter das die Verbrennung des Kraftsstoffes nicht mehr im optimalen bereich liegt.
                     ( Feuer mit wenig Sauerstoff qualmt stark schwarz )

Weißqualm     : Nun, in diesem Fall etwas komplizierter, aber auch kein problem.
                     Es läuft genau anders herum wie beim Schwarzqualm, man führt mehr Verbrennungsluft dem Feuer zu als es zur vollständigen
                     Verbrennung benötigt. Durch den Sauerstoffüberschuß bekommt man den sogenannten Weißqualm hin. Wink

Praktisch getestet auf Zerstörer Mölders und Lütjens, dort war Schwarz- und Weißqualm der sogenannte Heizergruß.
Am Kessel selber mußte man als Fahrmaat da natürlich etwas aufpassen, da man die Kesselanlage dazu von Hand fahren mußte und bei beiden vorgängen nicht Feuer aus produzieren durfte, da man es ja wärend des Fahrbetriebes tat.  Matrose zwinkert
Wenn es dann doch mal passierte war es für den Fahrmaat nicht nur Peinlich und für die Raumbesatzung anstrengend, nein, der Fahrmaat wurde natürlich auch in der Uffzmesse zur rechenschaft gezogen.  Bier


Gruß
Sven  Matrose gruesst


PS: @ Dirk, 

      Das ständige starke schwarzqualmen der T Boote kann ich mir so vorstellen, das sie die Maschienen schneller auf fahrt gebracht haben als die
      Kessel mit der produktion hinterher kahmen. Gab es auch auf den 103´ern, oder die Maschienen in höchstlast fuhren und die zufuhr der
      Verbrennungsluft nicht ausreichend war. Da die Dampfgebläse dafür nicht mehr ausreichend Hilsdampf bekahmen.
« Letzte Änderung: 28 November 2011, 22:33:28 von Redfive » Gespeichert

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« Antwort #7 am: 28 November 2011, 23:23:54 »

Hallo Sven,

ich hatte das hier nur geschrieben, da es ja in diesem Threat heißt, dass die Hochdruckheißdampfanlagn nicht so einfach qualmen konnten. Im vorliegenden Fall "T 8" soll sich das Problem des ungewollten Schwarzqualmens wohl nach einer gründlichen Kesselreinigung gegeben haben. Ob die Boote jetzt aber (wie oben erwähnt) Probleme mit beabsichtigten Qualmen hatten, kann ich nicht beurteilen.

Gruß

Dirk
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Redfive
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« Antwort #8 am: 28 November 2011, 23:36:42 »

Hallo Dirk,

sollte jetzt auch keine Verbesserung deines Textes sein. War nur ein Gedanke meiner Seit´s woran es hätte liegen können.  Matrose zwinkert


Gruß
Sven  Matrose gruesst
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« Antwort #9 am: 28 November 2011, 23:40:11 »

Hallo Sven,

kein Problem... wurde nicht als Verbesserung aufgenommen. Im Gegenteil, ich finde den Beitrag sehr hilfreich! Top

Gruß

Dirk
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mhorgran
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« Antwort #10 am: 29 November 2011, 06:25:45 »

Sven
Merci
Top
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Grüße
Stefan
Gebirgsmarine
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« Antwort #11 am: 29 November 2011, 23:46:19 »

Hallo Dirk!

Sven hat den Vorgang gut beschrieben.
In Deinem Beispiel mit den T-Booten denke ich, daß der oder die "Luftfahrer"
nicht aufgepaßt haben. In Zeiten als es noch kein Radar gab, hatte sich so manches
Schiff durch Schwarzqualm an den Feind, verraten. Da war gute Arbeit an den Kesseln
schon wichtig. Das dies im Maschinen-KTB manchmal vermerkt wurde, war nicht ungewöhnlich,
da es nicht vorkommen durfte. Bei einem Rohrreißer wäre weißer Qualm zu sehen gewesen.
Auf unseren "Fletchern" gabs manchmal mächtig Ärger über den "Heizergruß".
Der Kesselraum, dem dies passierte, konnte sich sicher sein, daß sich die andere
Kesselraumbesatzung darüber mächtig freute.
Es war Ehrensache für jeden Kesselraum, mit sowenig Qualm wie möglich zu fahren.

Gruß

die Gebirgsmarine
 
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« Antwort #12 am: 30 November 2011, 02:51:50 »

Hallo Gebirgsmarine,

Danke! Erfahrungsberichte aus erster Hand sind doch immer wieder was tolles. Wenn ich Euch recht verstehe, dürfte das qualmen  keine großen Schwierigkeiten bereiten? Wie ist dann der von Uli/Bodrog Beitrag zu werten, nach dem lt. Fock die dt. Hochdruckdampfanlagen, nicht so ohne weiteres qualmen konnten? Kann sich das nur auf ein Extrem-Qualmen beziehen, dass man vielleicht benötigen würde um sich selbst oder andere Schiffe der gegnerischen Sicht zu entziehen?

Gruß

Dirk
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Mario
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« Antwort #13 am: 30 November 2011, 18:17:54 »

Nachdem die technische Seite weitgehend geklärt scheint, würde mich mal der praktische Unterschied/Nutzen der beiden verschiedenen Möglichkeiten interessieren.
Primär geht es ja um die Tarnung der eigenen Schiffe und der entsprechenden gefahrenen Kurse, aber warum mal schwarz und ein anderes Mal weis ?
Hängt das vieleicht mit dem Wetter und den Wolken am Horizont zusammen ?
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Götz von Berlichingen
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« Antwort #14 am: 30 November 2011, 20:48:07 »

Aus KTB Scharnhorst vom 09.04.1940 (Gefecht von GU und SH mit Renown):

»[...]

0534 Uhr: An Flotte gemeldet: Dampf auf in allen Kesseln.

[...]

0555 Uhr: Fahrt 26 kn. Aufschläge an Backbord in unmittelbarer Nähe. GNEISENAU kommt voraus in Regenbö außer Sicht.

[...]

0615 Uhr: Fahrt 20 kn.

[...]

0618 Uhr: Mittelmaschine stoppt, da Schnellschluß dichtgeschlagen. Gegner eröffnet Feuer.
0625 Uhr: erneute Feuererlaubnis für SA (Turm C). An Flotte gemeldet, daß Turm A wegen schweren Wassereinbruchs ausgefallen.

0630 Uhr: Gefechtssignal: Führung vorn.
0634 Uhr: Fahrt 25 kn. Allmählich ins Kielwasser GNEISENAU eingeschoren.

[...]

0650 Uhr: Fahrt 26 kn.

[...]

0706 Uhr: Turbine Mitte wieder klar. Signalbefehl: Dwarslinie Backbord, Fahrt 28 kn.
0708 Uhr: Backbord-Maschine geht auf Stopp. Hauptspeisepumpe ausgefallen. Backbord-Maschine kann nur 24 kn laufen.
0720 Uhr: Fahrt 25 kn.
0722 Uhr: Gefechtssignal: Dwarslinie Steuerbord.
0725 Uhr: Gegner hat wahrscheinlich abgedreht, da bei klarer Sicht nicht mehr gefunden.
0742 Uhr: Kessel 3.3 ausgefallen wegen Luftvorwärmerbrand. Fahrt 22 kn.

[...]

0809 Uhr: Quadrat 3158 u. KM. Wind WNW, Seegang 4, Schneeschauer, Sicht gut. Aufgerissene Bewölkung. Wechselnd wolkig. Das Schwarzqualmen dauert an. Dauer nicht zu übersehen, da ein weiterer Kessel ausgefallen. Wahrscheinlich Rohrreißer.

0825 Uhr: An Flotte gemeldet: 1) Höchste Dauergeschwindigkeit 25 kn. 2) Ausfall T 2 Hauptspeisepumpe. Wahrscheinlich festsitzende Kupplung. Kessel 1.1 wahrscheinlich Rohrreißer, Kessel 3.3 Brand Luftvorwärmer.

0830 Uhr: Fahrt 24 kn.

[...]

0920 Uhr: Sichtweite achterer Stand 200 hm, Vormars 250 hm. Erneuter Befehl von Flotte: Rauchschwach fahren! Dies ist nicht möglich wegen Ausfall eines Luftvorwärmers.

0958 Uhr: Auf Anfrage Flotte Dauer der Maschinenstörung gemeldet.

[...]

1313 Uhr: Von Flotte: UK-Stille.

1331 Uhr: Fahrt 24 kn.

1333 Uhr: An Flotte: Rechtweisend 0° Rauchwolke in Sicht.

1336 Uhr: Von Flotte: Rauchlos fahren!

1340 Uhr: An Flotte: Anscheinend keine Rauchwolke, sondern Wolkenbildung.

1423 Uhr: Fahrt 18 kn.

[...]

1700 Uhr: Auf Anfrage Flotte Stand der Maschinenarbeiten gemeldet.

1800 Uhr: Kessel 1.1 wieder klar.«


[Koop/Schmolke, Die Schlachtschiffe der Scharnhorst-Klasse, Bernard & Graefe, Bonn 1991, S. 96 f.]

Im in einem anderen Thread von "t-geronimo" erwähnten → Gefechtsbericht von Renown heißt es u.a.:

»As soon as the SCHARNHORST [recte: GNEISENAU, Anm. GvB] broke off the action and turned away, HIPPER [recte: SCHARNHORST, Anm. GvB] started to draw across making smoke to try and screen her.«

Man hielt die durch Maschinenstörungen auf SH verursachte Qualmerei also für absichtliches Schwarzqualmen der fälschlicherweise für einen Schweren Kreuzer der Admiral Hipper-Klasse angesprochenen Scharnhorst, um das Flaggschiff, das bekanntlich einen Treffer in den Artillerieleitstand im Vormars erhalten hatte, der Sicht des Feindes zu entziehen.
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