Hallo,
eines der interessanten Basisdokumente über den geplanten militärischen Schiffbau in der DDR der fünfziger Jahre d.v.Jh. ist das ominöse "Dokument Zeuthen", auch als "Zeuthener Protokoll" bekannt (87 Seiten). Es umreißt mit hoher planerischer Präzision - mit Stand 15.05.1953 - die vorgesehenen Schiffbauaktivitäten des Zeitabschnittes 1954 - 1956 und darüber hinaus. Dieses Programm war im Hinblick auf die Leistungskraft der Industrie, der noch vorhandenen Nachkriegszerstörungen, der fehlenden Infrastruktur und der personellen Ressourcen zwar illusorisch - und ist dann durch die Ereignisse 1953 in der DDR auch nicht umgesetzt worden - aber es gibt einen Fingerzeig auf den Wunsch-U-Bootsbestand, gebaut auf eigenen Werften.
In der Kategorie "A) Frontschiffe" wurden avisiert
1. Küstenwachschiffe 1400t 10 Fahrzeuge
2. U-Jäger 240t 55 Fahrzeuge
3. Schnellboote 70t bzw. 100t 36 Fahrzeuge
4. Räumpinassen 60t 24 Fahrzeuge
5. U-Boote 750t 14 Fahrzeuge (1 s.g. 'Musterboot', 13 Serienboote)
insgesamt 139 Fahrzeuge
Hinzu kamen noch die 'Objekte' A
1-A
4: Fahrzeuge mit 1800t, vermutlich die späteren FALKE-Küstenschutzschiffe.
Das waren neben Schul-, Versorgungsschiffen, Eisbrechern und Schleppern sowie Docks, Schwimmkrane und Hilfsfahrzeugen 314 Einheiten!
Später, um 1954, ging man dann von deutlich realeren Planungszahlen aus ...
Auf MLR Kraken hatten wir einen LM nammens Stabsobermeister Rupp. Er war einer der wenigen U- Bootfahrer des Krieges der überlebt hatte. er wurde gezielt von der Marine angeworben als man eine neue U-bootflotte aufbauen wollte. So hat er uns das erzählt ,1965.
Der genannte Stabsobermeister Rupp ist 1965 bestimmt schon einige Jahre bei der VM/Verwaltung Seestreitkräfte/VP-See gefahren. Sicher hat man ihn wegen der Kenntnisse bezogen auf das Fahren mit U-Booten angeworben, ich denke aber zu der Zeit, als seitens der Seestreitkräfte daran noch ernsthaft geplant wurde. Nach 1953 waren diese Planungen beendet und sind seriös nicht mehr aufgenommen worden ...
Grüsse
OLPE