So – das ganze war eine etwas ausgeuferte Buchbesprechung zu:
Karl Klee “Das Unternehmen Seelöwe” (3oo Seiten) und “Dokumente zum Unternehmen Seelöwe” (45o Seiten).
Das ist 1958 erschienen in der Reihe ‘Studien und Dokumente zur Geschichte des zweiten Weltkrieges’ bei Musterschmidt.
Gute Reihe! Da ist Hubatsch “Weserübung” erstmalig aufgelegt gewesen, da hat Waldemar Erfurth seine “Geschichte des Deutschen Generalstabes 1919 – 1945” verlegt, Ludwig Dinklage und Hans-Jürgen Witthöft ihre “Deutsche Handelsflotte 1939 – 1945. Feine Bücher!
Man bekommt den Klee antiquarisch für so ziemlich jeden Preis zwischen 4o Euro (warten, suchen, hoffen) oder um 1oo Euro (jederzeit irgendwo zu haben) für beide Bücher zusammen.
Braucht man den zweiten Band? Ich ja! Da stehen aber wirklich ‘nur’ über rund 45o Seiten Auszüge aus den Kriegstagebüchern der Abteilung Landesverteidigung der Wehrmacht, des OKW, Generalobers Halders und anderer drin. Da sind die massgeblichen Originalbefehle zur Vorbereitung abgedruckt, die Denkschriften von Jodl und der Seekriegsleitung zum Seelöwen und so dit un’ dat. So lässt sich der sich anbahnende Sinneswandel gegenüber der Rolle Russlands richtig schön nachvollziehen. Man erfährt viel über die kleinen Probleme, die Haken und Ösen bei so einem Grossunternehmen. Viele Querelen werden sehr viel deutlicher in internen Papieren der drei Teilstreitkräfte. Wenn man’s mag ...
Die ganze Geschichte so zum lesen hat man aber auch mit dem ersten Band allein! En detail. Den ersten Band hat’s glaube ich grad bei ebay für 25 Euronen. Nicht richtig preiswert – sieht aber tip

aus für ein Buch, das ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel hat. Eine zerschraddelte Büchereiversion sah ich letztens auf irgend einer Antiquariats-Seite für unter 2o Euro. Das lohnt echt. Ist halt ein wenig Geschmackssache wieviel einem ein ‘schönes’ Buch wert ist.
Dazugekommen sind für meinen Text einzelne Informationen aus:
David Isby “The Luftwaffe and the War at Sea, 1939-1945: As Seen by Officers of the Kriegsmarine and Luftwaffe”
Vater und Sohn Bennett “Hitler's Admirals”
Jak P.Mallmann Showell “Fuehrer Conferences on Naval Affairs”
oder
Wagner Gerhard “Lagevorträge des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine vor Hitler 1939 – 1945” (gleicher Inhalt, etwas weniger zusätzliche Dokumente als Showell.)
Salewski “Seekriegsleitung I und III”
Eric Grove “German Capital Ships and Raiders in World War II; Vol2 Scharnhorst to Tirpitz”
Und aus diversen Artikeln:
John P. Campbell “A British Plan to Invade England, 1941” in ‘Journal of Military History’, Vol. 58, No.4, 663-684
Joseph A. Maiolo “The Knockout Blow against the Import System: Admiralty Expectations of Nazi Germany’s Naval Strategy 1934 – 1939” in ‘Historical Research’ Vol. 72, No.178, 2o2-228
Martin van Creveld “25 October 194o: A Historical Puzzle” in ‘Journal of Contemporary History’, Vol. 6, No.3, 87-96
Andreas Hillgruber “England’s Place in Hitler’s Plans for World Domination” in ‘Journal of Contemporary History’, Vol. 9, No.1, 5-22
Edward Rose & Dierk Willig “Specialist Maps Prepared by German Military Geologists for Operation Sealion: the Invasion of England Scheduled for September 194o” in ‘The Catographic Journal’, Vol. 41, No.1, 13-35
Alan F. Wilt “Shark and Harpoon: German Cover Operations Against Great Britain in 1941” in ‘Military Affairs’, Vol. 38, No.1, 1-4
P.G. Lachlan “The German Invasion Plan; Operation Sealion”, in ‘Royal United Service Institution, Journal’ Vol: 92, 541-548
H.A. De Weerd “Hitler’s Plans for Invading Britain” in ‘Military Affairs’, Vol. 12, No.3, 142-148
John Farquarson “After Sealion: A German Channel Tunnel?” in ‘Journal of Contemporary History’, Vol. 25, No.4, 4o9-431
So – das sollten so die massgeblichen Quellen gewesen sein, die ich genutzt hab.