Moin Moin,
hier nun eine Meldung in der "Izvestiya" zur Stationierung in Wiljutschinsk in Originalübersetzung:
Für die „Borey“ („Борей“) werden zwei neue Pieranlagen und ein Atomkraftwerk gebaut
Darja Antoschko (Дарья Антошко)
Die neue Infrastruktur soll vor dem Eintreffen der neuen Unterseeboote mit „Bulava“ in die Basis vorhanden sein
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Die strategischen Atom-Raketen-U-Kreuzer „Petropavlovsk-Kamchatskiy“ („Петропавловск-Камчатский“) und „Zvenigorod“ („Звенигород“) in der U-Bootbasis der Pazifikflotte in der Krascheninnikov-Bucht auf Kamchatka. Foto: RIA-NOVOSTI/ Andrej Babuschkin (Андрей Бабушкин)
Wie der „Izvestiya“ eine Quelle in der Seekriegsflotte mitteilte, wird eine Pier für die Liegeplätze der „Borey“ in Wiljutschinsk (Вилюдчинск) auf der Halbinsel Rybatschij (Рыбачий) erscheinen: rechts von den vorhandenen Pierlanlagen, an denen die „Kalmare“ (NATO: „Delta-III“-Klasse) , die „Shchuka“ (NATO: „Akula“-Klasse) , die „Paltus“ (NATO: „Kilo“-Klasse) und die „Antey“ (NATO: „Oscar“-Klasse) stationiert sind. Die zweite Pier wird am gegenüberliegenden Ufer der Krascheninnikov-Bucht (бухта Kpaшенинникова) sein, wo sich der Beladepunkt mit den Flugkörpern befindet. Ein schwimmendes Atomkraftwerk wird die U-Boote und die Landinfrastruktur der Basis versorgen.
„Die Pieranlagen werden entsprechend der traditionellen Technologie gebaut; dort wird nichts prinzipiell neues erdacht – es wird Schotter aufgeschüttet, daran werden metallische Sektionen befestigt und mit der Hilfe von Ankern fixiert“, sagte ein Vertreter der Seekriegsflotte.
Nach seinen Worten wird in die Aufgabe der Pier auch die Versorgung des U-Bootes und der Besatzung mit Elektrizität, Treibstoff, Frischwasser und Lebensmitteln eingehen.
Die neuen Pieranlagen für die Stationierung der „Borey“ werden sich nicht prinzipiell von den alten unterscheiden. Nur der Flugkörper-Beladepier wird vor Wellen und Wind mit einer speziellen Mole geschützt. Dies befreit die Besatzungen der Wiljutschinsker U-Boote von der Notwendigkeit, auf das Wetter zu warten, um den Gefechtssatz zu entladen oder zu beladen.
„Die Wartezeit kann bis zu zwei Wochen ausmachen. Deshalb haben unsere Seeleute von einer derartigen Mole schon lange geträumt. Im Unterschied zu den Pieranlagen auf Rybatschij gibt es dort ständig Probleme mit dem Wind und dem Wellengang“, wurde der „Izvestiya“ seitens der Seekriegsflotte kommentiert.
Damit die Elektro-„Borey“, sowie die Energie-Infrastruktur von Wiljutschinsk und Petropawlowsk-Kamtschatskij (Петропавловск-Камчатский) nicht vom Wärme- und Stromkraftwerk abhängen, ist geplant, in die Basis ein schwimmendes Atom- und Wärmekraftwerk (PATES = plavuchaya atomnaya teploelektrostantsiya [ПАТЭС = плавучaя атомнaя теплоэлектростанция]) mit einer Leistung von 70 Megawatt (8,5 % der Leistung des Wasserkraftwerks Dneproges [Днепрогэс] ) zu verlegen. Dies sollte für die gesamte Atom-U-Bootbasis und die für Sicherstellung der Bedürfnisse der Stadt und der in der Nähe befindlichen Ortschaften ausreichen.
Bislang ist es nicht klar, ob man die Anlage bis zum Eintreffen der U-Boote in Wiljutschinsk fertigbaut. Auf dem „Baltischen Werk“ , wo die Anlage gebaut wird, wurde der „Izvestiya“ mitgeteilt, dass wegen der laufenden Durchführung des Insolvenzverfahrens der Abschluß des Baus der Anlage bis zum Ende des Jahres 2013 verschoben wurde.
In der „Vereinigten Schiffbauholding“ (OSK = obyedinennaya sudostroitelnaya kooperatsiya [OCK = Oбъединённая судостроительная кооперация]) , in die das „Baltische Werk“ („Baltiyskiy zavod“ [„Балтийский завод“]) eingeht, wurde gegenüber der „Izvestiya“ bestätigt, dass die Situation auf dem Werk nicht stabil ist und zum Ende des Jahres 2013 das schwimmende Atom- und Wärmekraftwerk auch nicht fertiggestellt werden kann. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt werden nach den Worten des Pressesekretärs der „Vereinigten Schiffbaukooperation“ Aleksej Krawtschenko (Алексей Кравченко) gemeinsam mit der Firma „Rosatom“ die Fragen der Fristen und der Finanzierung des Fertigbaus der Anlage geklärt.
Der Leiter der Direktion des schwimmenden Atom- und Wärmekraftwerks der Firma „Rosenergoatom“ („Росэнегоатом“) Sergej Sawjalow (Сергей Завьялов) bekräftigte, das man nichts Konkretes bezüglich der Fristen sagen kann.
„Nach vorläufigen Angaben der OSK-Spezialisten wird die Anlage zum Jahre 2014 fertiggestellt, aber für uns sind diese Fristen nicht annehmbar.
Hierbei ist nach den Worten von Sawjalow liegt der Vorteil des „Baltischen Werks“ darin, dass es einzigartige Kompetenz beim Bau von Atomeisbrechern und auch von schweren Atomkreuzern hat, die eigentlich auch ein schwimmendes Atom- und Wärmekraftwerk sind. Deshalb meint er, dass ist die Übergabe des Projekts an eine andere Organisation ausgeschlossen ist.
Hier die russische Quelle der Meldung (und einem Foto aus dem Marinestützpunkt):
http://izvestia.ru/news/518390Anmerkung: Russische Quellen wissen nicht einmal, welche Schiffsnamen es in der eigenen Flotte gibt; ein "Delta-III"-U-Boot mit dem Namen
„Zvenigorod“ („Звенигород“) gab es nie. Hingegen gibt es eine Einheit dieser Klasse mit dem Namen
„Zelenograd“ („3eленоград“).
Das schwimmende Atomkraftwerk wurde ursprünglich einmal auf dem "Nördlichen Maschinenbauunternehmen" ("Sevmash") in Sewerodwinsk auf Kiel gelegt. Aber man hatte dort lange Zeitverzühge beim Bau. Deshalb wurde der Auftrag an das „Baltische Werk“ („Baltiyskiy zavod“ [„Балтийский завод“]) in Sankt-Petersburg verlagert, die sämtliche Atomeisbrecher in der Russischen Föderation/der UdSSR bisher gebaut hatte. Inzwischen aber ging der bisherige Eigentümer pleite und damit auch die Werft... Inzwischen ist die Werft in der großen "Vereinigten Schiffbauholding" eingegangen, die praktisch beim Großschiffbau in der Russischen Föderation eine Monopolposition aufgebaut hat.
Bis dann,
Kaschube_29