Forum Marinearchiv
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Autor Thema: U 106 und die über Bord gewaschene Brückenwache...  (Gelesen 867 mal)
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Rheinmetall
Seekadett
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« am: 23 Oktober 2011, 22:31:53 »

Guten Abend in die Runde !

Heute vor 70 Jahren (23.10.1941) hatte U 106 einen sehr schlechten Tag.
Es geschah etwas, was während des gesamten Krieges bei der U-Boot Waffe einmalig war.

Nachdem die ablösende Brückenwache den Turm betreten wollte, stellte die Männer fest, dass die gesamte diensthabende Brückenbesatzung über Bord gewaschen worden war.

Dabei handelte es sich um:
 
Oberleutnant zur See Werner Grüneberg (II WO)
Fähnrich zur See Herbert von Bruchhausen
Oberbootsmannmaat Karl Heemann

und Matrose Ewald Brühl

Hat jemand das Kriegstagebuch für den betreffenden Zeitraum zur Hand und kann darüber berichten, wie dieser Vorfall darin vermerkt wurde ?
Wie konnte es sein, dass die Gurte der gesamten Brückenwache gerissen sind und die Männer über Bord gerissen wurden ?
Gab es keine Sprechverbindung vom Turm in die Zentrale, womit man auf diesen Vorgang aufmerksam hätte werden können (diesen Schlauch mit trichter sind man ab und wann auf Bildern) ?

Würde mich sehr interessieren, was Ihr darüber wißt.  Smiley

Rheinmetall

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Ab Kapstadt ohne Kreiselkompass - Jürgen Oesten, U 861
AND1
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« Antwort #1 am: 24 Oktober 2011, 15:40:28 »

Soweit ich weiß waren sie nicht angegurtet. U-Boot hatte noch gewendet, war aber mindestens ein halbe Stunde vergangen.
Ist das wirklich der einzige Fall ? Hab da was mit noch zwei Vermissten im Hinterkopf.
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JotDora
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« Antwort #2 am: 24 Oktober 2011, 15:52:51 »

Viel Wissen kann ich nicht beisteuern,

wohl aber eine Annahme:

Ich glaube kaum, dass die Sprachrohre bei solch einem Wetterchen offen gefahren wurden.
Außerdem erscheint es mir fraglich ob bei dem Höllenlärm, der da auf der Brücke geherrscht haben muss, unten irgend jemand etwas verstanden hätte. Mal ganz davon abgesehen dass wohl keiner der Brückenwache ausreichend Zeit gehabt hätte noch irgend was ins Sprachrohr zu rufen.

Wie gesagt: Annahme  smiley

Gruß

Sebastian

@Andi: Ich denke hier ist gemeint dass eine komplette Brückenwache über Bord gewaschen wurde.
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Gruß

Sebastian
IIWO
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« Antwort #3 am: 24 Oktober 2011, 17:36:01 »

Das Kriegstagebuch des LI für die betreffende Fahrt kann hier eingesehen werden:
http://www.history.navy.m...rary/online/u105-u106.htm
Leider keine Infos zu der Brückenbesatzung.

Interessanter Weise wurde dieser Teil des Kriegstagebuches von den Alliierten auf U-505 erbeutet!
Weiß vielleicht jemand wie das auf U-505 kam??
Gruß
Jörn

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Arche
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« Antwort #4 am: 24 Oktober 2011, 19:49:08 »

Der Kommandant von U-3006 wurde wegen fahrlässiger Tötung angeklagt, weil 2 Männer 1945 über Bord gingen. Zum Verfahren ist es wohl nicht mehr gekommen. Wer aber als Kommandant bei stürmischen Wetter keine Anweisung zum Angurten erteilt, musste wohl mit einer Untersuchung rechnen. Hier kann man dann auch nicht erwarten, dass im KTB Belastendes steht

Heinz-Jürgen
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Big A
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« Antwort #5 am: 24 Oktober 2011, 20:31:34 »

Es soll auch einen Kommandanten gegeben haben, so habe ich ein Gerücht gehört, der das Baden erlaubt hat, selbst vom Turm sprang und sich am Tauchtank das Genick gebrochen haben soll. Kann ich zwar kaum glauben, ist aber zumindest eine gute Stroy

Axel
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Ritchie
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« Antwort #6 am: 24 Oktober 2011, 21:08:19 »

http://www.uboat.net/men/men_lost.htm

Kam wohl doch häufiger vor. Immerhin 243 Tote und 355 Verwundete bei 245 Ereignissen.

Grüße

Ritchie
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dirkP1a
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« Antwort #7 am: 24 Oktober 2011, 21:19:17 »

Es soll auch einen Kommandanten gegeben haben, so habe ich ein Gerücht gehört, der das Baden erlaubt hat, selbst vom Turm sprang und sich am Tauchtank das Genick gebrochen haben soll. Kann ich zwar kaum glauben, ist aber zumindest eine gute Stroy

Axel


U 203 Kptl. Mützelburg ... fataler Kopfsprung am 11.09.1942 , der 1 WO hats Boot zurück nach Brest gebracht 
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Gruß  DIRK
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« Antwort #8 am: 24 Oktober 2011, 21:22:40 »

@ Big A
Es soll auch einen Kommandanten gegeben haben, so habe ich ein Gerücht gehört, der das Baden erlaubt hat, selbst vom Turm sprang und sich am Tauchtank das Genick gebrochen haben soll. Kann ich zwar kaum glauben, ist aber zumindest eine gute Stroy.

Der Kommandant hatte einige Erfolge war glaub ich auch Ritterkreuzträger, es gibt einen Video wo er vom Turm springt.
Hat er auf jeder Fahrt gemacht.
Ist kein Gerücht.
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kgvm
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« Antwort #9 am: 24 Oktober 2011, 22:30:56 »

Dank für den interessanten Link, Ritchie.
Aber die 243 Toten betreffen nicht nur Männer, die über Bord gingen, sondern auch Verluste in für das Boot nicht fatal endenden Gefechten, Selbstmorde und sonstige Unfälle aller Art.
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Big A
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« Antwort #10 am: 25 Oktober 2011, 07:27:30 »

@DirkP1a und AND1

Danke für die schnellen Antworten

Axel
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« Antwort #11 am: 12 November 2011, 09:22:22 »

Teddy Suhren Nasses Eichenlaub Seite 76:

Und hier traf ich eines schönen Tages U 203 unter Kapitänleutnant Rolf Mützelburg, der vom Beginn des U-Boot-Krieges an mit dabeigewesen war.
Die Besatzung war aus der Röhre gekrochen und genoß das schöne Wetter und den warmen Sonnenschein. Ausgelassen wie die Kinder tollten sie in der Badehose umher, Mützelburg immer vorneweg. Sie spielten regelrecht Kriegen und Hasch mich mal, und Mützelburg rannte auf den Turm und sprang mit elegantem Kopfsprung im hohen Bogen von dort ins Wasser. Mir sträubten sich die Haare, und ich sagte ihm unter vier Augen, was Du da machst, das würde ich niemals tun. Das ist leichtsinnig; denn so schmal ist das Boot mit den bauchigen Treibstofftanks an den Seiten nun auch wie nicht, daß man es einfach überspringen kann. Er aber lachte nur, das tue er des öfteren, und ließ sich nicht davon abbringen. So fuhr denn ein jeder wieder seiner Wege. Drei Tage danach überreichte mir der Funker eine Meldung. Mützelburg war wieder einmal kopfüber vom Turm gesprungen, hatte aber das Wasser verfehlt und war mit dem Schädel auf dem Seitentank gelandet. Kurz darauf war er tot. So verlor einer der erfolgreichsten U-Boot-Kommandanten sein Leben.

« Letzte Änderung: 12 November 2011, 13:51:56 von AND1 » Gespeichert
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« Antwort #12 am: 13 November 2011, 17:53:42 »

Wer aber als Kommandant bei stürmischen Wetter keine Anweisung zum Angurten erteilt, musste wohl mit einer Untersuchung rechnen.  rolleyes
Bei Mannschaftsverlust ohne Feindeinwirkung anzunehmen, die sind ja nicht über Bord gehüpft.
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« Antwort #13 am: 13 November 2011, 19:28:38 »

Eine sehr interessante Geschichte....

Grüss,
Jagdkommando
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