Flensburg - Mürwik, Blücher Brücke, Tender Saar, früh morgens.
Ich hab Wache, also im Leitstand sitzen und hoffen daß keiner anruft

Und einmal stündlich Ronde durch alle technischen Abteilungen, Druck der Feuerlöschpumpen und Temperatur der Kühllast kontrollieren. Die Sonne ist grad aufgegangen als ich wieder mal nachsehen gehe, ob der Rudermaschinenraum abgesoffen ist. Es ist immer noch warm draußen, etwas diesig, verspricht ein schöner Sommertag zu werden. Ich quassel noch ein wenig mit der Pierwache und geh dann den backbord Längsgang zurück. Da hör ich dieses Geräusch.
Oder eher ein Ton, ein hoher Ton. Erst dachte ich ein Quietschen, von einem Gleis oder einer Werft. Doch dann kommt der Ton wieder, schwebt in der Luft, verhallt irgendwo im Morgennebel. Dieser hohe Ton, schneidend, kalt, daß es einem den Rücken runterläuft. Das kenn ich doch...
Das kann nicht sein... Doch! Noch ein Ton kommt dazu, eine Melodie, sich steigernd, ein leises Dröhnen setzt ein. Ich flitze im Schiff zwei oder drei Decks höher, um eine bessere Übersicht zu haben. Als ich aus dem Schott ins freie trete, höre ich nicht nur das bekannte Lied. Es ist noch ein Geräusch dazu gekommen, ein Wummern, blubbernd, die Luft vibriert. Der typische Sound großvolumiger V-Dieselmaschinen.
Eins von den Minensuchbooten läuft grade aus. Direkt in die Sonne hinein, die milchig über dem Wasser aufgeht. Ich kriege eine Gänsehaut. Bei diesem Anblick, und dem Lied was dazu spielt.
Auslaufmusik war übrigens das
hier 