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Autor Thema: Eröffnung des Militärhistorisches Museum der Bundeswehr in Dresden.  (Gelesen 784 mal)
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Seekrieg
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Sachsen


« am: 05 November 2011, 13:15:35 »

Eröffnung des Militärhistorisches Museum der Bundeswehr in Dresden.
7 Jahre hat der Museumsumbau gedauert. Der amerikanische Stararchitekt Daniel Libeskind „schlug“, bildlich gesprochen, eine Axt in das Gebäude. Sie zerhackt symbolisch den deutschen Militarismus. Die Keilspitze zielt auf das Heinz Steyer-Stadion, auf das der britische Masterbomber am 13. Februar 1945 die roten Markierungsbomben geworfen hat. (lt. Zeitung). Sie wurden nach dem Abbrennen ständig erneuert; denn sie waren für die nachfolgenden Staffeln das Zeichen zum Abwerfen der Bomben. Das Stadion liegt elbab neben der Marienbrücke, ca. 700 m entfernt von Semperoper und Schloß. Es ist die Spitze des zu bombenden Kreissegments. Es überdeckte nach Osten die Altstadt, - nicht die nördlich gelegene Neustadt mit den Kasernen, dem Flugplatz mit LKS I, und auch nicht die westlich gelegenen Tanklager, den Verschiebebahnhof und Industriezentren! 
Ein Großteil der Bevölkerung war gegen den Umbau des denkmalgeschützten Asenalgebäudes. Nicht nur wegen der schiefen Konstruktion, in der er keinen rechten Winkel gibt, explodierten die  Kosten für den Museumsumbau (7 Jahre) von 35 auf 62,5 Mio. (lt. Wochenkurier). Deshalb ist ab auch 2012 Eintritt geplant, obwohl „der Steuerzahler die Einrichtung schon finanziert habe“ (Text Zeitung).
Wie auch in anderen Museen, z. B. in Péronne verfolgt man auch hier ein neues Konzept. Das Museum mit einer Ausstellungsfläche von 19.000 Quadratmeter und 10.500 Exponaten ist jetzt ein Antikriegsmuseum. Unterteilt in drei Abschnitten, 1300 -1914, 1914 -1945 und 1945 bis heute, wird die Steigerung der kriegerischen Gewalt dargestellt. Dabei stieg der Anteil der davon betroffenen Zivilbevölkerung sprunghaft an. In Korea und Vietnam  sollen es über 75 % der Opfer gewesen sein. Außer den Ausstellungsflächen im Gebäude sind noch mehrere Tausend Quadratmeter in Schaudepots und Freiflächen vorhanden.

Zur Geschichte des K.S. Arsenal
Das Arsenal war schon immer Teil und Zentrum einer großen Militäranlage. Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg 1864 und dem Deutsch-Österreichischen Bruderkrieg 1866 kam es im Militärwesen, in der Militärpolitik und in der Kriegführung zu tiefgreifenden Ver¬änderun-gen.
Der Abschluß der Militärkonvention zwischen den Königreichen Sachsen und Preußen
hatte eine Vergrößerung der sächsischen Armee zur Folge. 1866 lebten in der Dresdner Garnisonen 3.000 Mann. 1867, mit Beitritt Sachsens zum Norddeutschen Bund und nach Einführung der allg. Wehrpflicht, stieg die Zahl bis 1870 auf rund 7.000 Mann, 1873 auf ca.10.000 Mann. Ab 1871 war Dresden mit 177.000 Einwohnern die drittgrößte  Garnisonstadt nach Berlin und München.
Vom sächsischen Kriegsminister Fabrice wurden die in der Dresdner Neustadt gelegenen, im 17./ 18. Jh. erbauten Kasernen als nicht mehr menschenwürdig angesehen. Wer wollte noch in den muffigen und feuchtkalten Quartieren hausen? Die neuen medizinischen Erkenntnisse zur Truppenhygiene (gesündere sanitäre Verhältnisse, u. a. Dusche, - eine franz. Erfindung, Einzelbett!, Küche) konnten nur in Neubauten umgesetzt werden. Für 12 – 20.000 Soldaten mußten also Unterkünfte, Verpflegungsamt, ein modernes Lazarett und eine Kirche errichtet werden, außerdem Lagerhallen für die große Anzahl an Waffen und Technik, dazu Werkstätten und - heute vergessen - Ställe für die Pferde der Husaren. 
Am 3. Mai 1849 war im Rahmen der Revolution in Dresden von den Aufständischen (Bakunin usw., auch der Komponist Wagner war involviert, - er konnte fliehen) das Zeughaus gestürmt worden. Eine Wiederholung der Volksbewaffnung wollte man vermeiden. Deshalb wurde das Arsenal außerhalb der Stadt, als offenes Viereck zwischen Königsbrücker Str. und dem Tal der Prießnitz auf einer Heidesand-Terrasse gelegen, errichtet. Im Süden wird das Gelände von der Carola- heute Stauffenbergallee begrenzt. Ähnlich der Anlage in Wien, wurde es von vier festungsähnlichen Ecktürmen gesichert.
Erbaut zwischen 1873 – 76, natürlich mit Gleisanschluss, konnte es 1877 bezogen werden. Im Erdgeschoß fanden u. a. 300 Geschütze ihren Platz.  Hinter dem Gebäude lagen Werkstätten, Wagenschuppen,  Munitionsfabrik usw.
1914 wurde ein Teil des Arsenals zum K.S. Armeemuseum, 1918 als Sächsisches Armee-, 1938 als Heeresmuseum Dresden bezeichnet.
1945 sammelte und lagerte die Rote Armee in den Räumen das erbeutete Kulturgut (Bilder usw.).
1946 wurde der Arsenalbau, da die geeigneten Gebäude der Innenstadt zerstört waren, als „Stadthalle“ für Ausstellungen und andere Veranstaltungen geöffnet, aber 1966 baupolizeilich gesperrt.
1972 wiedereröffnet als Armee-Museum der DDR mit angeschlossener Militärbibliothek. Obwohl die DDR eine konkret antifaschistische Stellung bezog, hatte man, und auch der „große russische Bruder“ keine Bedenken, die Ausstellungsstücke des III. Reiches, Orden, Uniformen im Original, und auch die Modelle usw. mit allen Symbolen und „Kreuzen“ zu zeigen!
1990 wurde die Sammlung neu „ausgerichtet“ und in Militärhistorisches Museum der Bundeswehr umbenannt.
Eine Parallele zur Revolution 1849: Auch 1989 wurden die Waffen der Kampfgruppen der Partei – es waren nicht nur Kalaschnikows!, die in den Betrieben disloziert bereit standen, in aller Eile wieder in die sicheren Kasernen zurückgeholt!
Noch ein Bild im Anhang.

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« Letzte Änderung: 05 November 2011, 13:24:25 von Seekrieg » Gespeichert
Seekrieg
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« Antwort #1 am: 05 November 2011, 13:20:16 »

Noch ein Bild zum Arsenal
Jürgen

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Teddy Suhren
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« Antwort #2 am: 05 November 2011, 18:10:02 »

Hai

Darf man im Museum Fotos machen?
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Gruß
Jörg

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« Antwort #3 am: 05 November 2011, 19:20:10 »

Hallo, bisher ja,
siehe meine Fotos.
Jürgen
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« Antwort #4 am: 14 November 2011, 16:35:28 »

Ja, nur man hat etwas gegen das Blitzlicht beim Fotographieren. Aber was soll es man will ja einiger maßen schöne Bilder haben.War etwas von der Ausstellung enttäuscht. Aber man merkte ja das noch vieles zu tun war um die ganzen Exponate an die richtige Stelle zu bringen.

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Seekrieg
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« Antwort #5 am: 20 November 2011, 19:38:33 »

Heute, 20.11. Museumsbesuch MHM in Dresden.
Früher sah man klar im Museum: Altertum, Einigungskriege, I. Weltkrieg, II. Weltkrieg, „Kalter Krieg“. Es ist sicher schwierig, aus den vielen im Museum vorhandenen Exponaten eine in sich geschlossene Ausstellung zusammenzustellen. Diesmal wurden Themenschwerpunkte, z. B. Gewalt, Tiere im Krieg usw. geschaffen. 
Verschiedene Zusammenstellungen sind aber sehr komisch:
Das Modell der „Gorch Fock“ über einer Sammlung von Trommeln und Tambourstäben, darunter in Schiebern Zinnfiguren-Szenarien.
Oder: das Modell eines Schlachtschiffes, darüber ein Fahrrad!
Im Obergeschoß sind zeilenartig ca. 2,20 m hohe, schlecht ausgeleuchtete Glaskästen angeordnet. Dazwischen ist nur Platz für eine Person. Für Fotos wenig Möglichkeiten.
Durch den „Keil“ sind leicht geneigte Fußböden und verwinkelte Ecken entstanden. Deshalb fällt die Orientierung nicht leicht. (Suche nach den Treppen!)
Auch ich bin enttäuscht. M.M. fehlt ein durchgängiger „roter Faden“. Vielleicht ist auch alles noch nicht fertig.  sad

Seekrieg

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Seehund komp..JPG
« Letzte Änderung: 21 November 2011, 07:25:08 von Seekrieg » Gespeichert
Seekrieg
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« Antwort #6 am: 27 Dezember 2011, 11:40:58 »

Wieder ein paar Bilder aus dem MHM der BW in Dresden
Perverses:
•   der russische Minenhund. Weil er immer unter Panzern gefüttert wurde, rannte er mit seiner Minenladung den deutschen Panzern entgegen, in der Hoffnung auf „Belohnung“. Beim Darunterkriechen wurde der Hebel umgelegt, die Ladung gezündet.
•   Die anderen waren auch nicht besser: Delphine mit Ladungen gegen U-Boote.
•   Der DDR Selbstschuß-Automat SM 70. An der innerdeutschen Grenze eingesetzt, löste das „Gerät“ wie bei manchen Minen bei Berührung des Stolperdrahtes eine Art Schrapnelladung aus. Die ca. 80 – 110 scharfkantigen Teilchen flogen bis zu 120 m entlang des Zaunes. In 10 m Entfernung war eine tödliche Verletzung wahrscheinlich. Der Test mit einem gegen den Zaun getriebenen armen Schwein war „erfolgreich“.
Der Betrieb „Gerätebau“ in Dresden am Polandplatz wurde im Volksmund, obwohl natürlich alles streng geheim war, „Waffenbude“ genannt.
Ab 1971 bis Anfang der 80ger wurden 60 000 Stück an 450 km-Grenzzaun montiert. Der letzte wurde auf Druck der Weltöffentlichkeit und durch die Verlockung auf einen Milliardenkredit der BRD 1984 abgebaut.

Jürgen

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