Rheinmetall
Seekadett
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« am: 09 November 2011, 14:40:44 » |
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Moin, moin zusammen !
Hab mal eine Frage zu etwas, was sich vor 69 Jahren (2011) im Nordatlantik zugetragen hat. Und zwar kam am 9. November 1942 das deutsche Typ VII C Boot U 704 (Kptlt. Horst Wilhelm Kessler) dem britischen Truppentransporter > RMS Queen Elizabeth < (83.637 BRT und bis 1996 größtes Passagierdampfschiff) so nahe, dass es einen 4er Torpedo-Fächer auf das riesige Schiff abschießen konnte. Zum Glück der Briten traf jedoch keiner der Aale sein Ziel.
Was machte die Allierten bei den Atlantiküberfahrten der riesigen Truppentransporter so sicher, dass diese im Alleinmarsch fuhren durften ? Klar waren diese Schiffe viel schneller als die deutschen U-Boote, aber wie das oben genannte Beispiel zeigt, wäre ein Verlust durch ein solches durchaus möglich gewesen. Ein Truppentransporter mußte ja nicht zwingend von einem U-Boot verfolgt werden, sondern hätte evtl. einem gerade vor die Rohre laufen können. Und dann so viel Tonnage zu verlieren, zusammen mit den darauf befindlichen Truppen (bei der Vorbereitung der Invasion in Frankreich trugen diese Schiffe zwischen 10.000 - 15.000 Soldaten, jedenfalls habe ich das mal irgendwo mal gelesen / gesehen) wäre eine fatale Katastrophe gewesen.
Was denkt Ihr dazu, würde mich sehr interessieren.
Rheinmetall
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Ab Kapstadt ohne Kreiselkompass - Jürgen Oesten, U 861
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F.B.
Fähnrich
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« Antwort #1 am: 09 November 2011, 14:58:10 » |
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Hallo,
Die Antwort hast du doch schon selbst geben. Die "Queen" läuft 29 Knoten, ein Konvoi manchmal nur 9 bis 14 Knoten. Die Wahrscheinlichkeit das ein U-Boot einen solch schnellen Einzelfahrer stellen kann ist eher gering. Außerdem überquert so ein schneller Einzelfahrer den Atlantik mindestens zweimal in der Zeit die ein Konvoi dafür benötigt.
MfG
Frank
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« Letzte Änderung: 09 November 2011, 15:05:13 von F.B. »
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AND1
Fähnrich
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« Antwort #2 am: 09 November 2011, 18:58:05 » |
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Es wurde kein Truppentransporter als Einzelfahrer versenkt der 28 Kn oder mehr lief. zu schnell um in Schussposition zu kommen. Es sei denn er läuft direkt vor die Rohre.
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JotDora
Oberleutnant zur See
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« Antwort #3 am: 09 November 2011, 18:59:51 » |
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F.B. hat die Antwort ja schon gegeben. Die "Geschwindigkeit" war die beste Waffe. Da diese Schiffe über Hochleistungsantriebe verfügten, die für die schnelle Atlanktiküberquerung (siehe Jagd auf das eher imaginäre "Blaue Band) gebaut waren, war es ihnen erstaunlicherweise möglich diese hohen Geschwindigkeiten dauerhaft aufrechtzuerhalten. Was mich immer interessiert hat, in welchem Zustand die Antriebe der beiden Schiffe nach dem Krieg wohl gewesen sind. Leider liest man dazu recht wenig. Die Queens fuhren Zickzackkurse und hatten strikte Anweisung unter keinen Umständen die Fahrt zu verringern. Dies hatte für die Besatzung der von RMS Queen Mary gerammten HMS Curacao fatale Folgen, da Queen Mary mit Volldampf die Unglücksstelle verlassen musste und deshalb viele Seeleute ertranken. Siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/RMS_Queen_Mary..außerdem.. so schöne Schiffe darf man einfach nicht versenken. Auch im Krieg nicht! Und wer so etwas tut... den soll Poseidon holen  Gruß Sebastian
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Gruß
Sebastian
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Urs Hessling
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« Antwort #4 am: 09 November 2011, 21:48:58 » |
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moin,
weitere Komplettierung der Antwort - Geleit durch U-jagd-fähige Schiffe war bei 28 kn sinnlos (Sonarbedingungen eines Rumpfsonars gehen gegen Null), - Fraglich ist es obendrein, ob der Kraftstoffvorrat eines Zerstörers für eine Atlantiküberquerung bei dieser Fahrt ausgereicht hätte, - Bedrohung durch Überwasserkriegsschiffe gab´s nicht mehr, - Einer Bedrohung durch Hilfskreuzer konnte mit Geschwindigkeit entgangen werden, - Einer Bedrohung aus der Luft konnte (siehe Queen Mary/Curacoa) durch Flakkreuzer-Geleit begegnet werden.
Interessant wäre es, herauszufinden, ob die Briten "Operations Research"-Berechungen gemacht haben, um die Wahrscheinlichkeit eines Zusammentreffens mit einem U-Boot herauszufinden.
Gruß, Urs
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« Letzte Änderung: 09 November 2011, 22:24:45 von Urs Hessling »
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"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"
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Spee
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« Antwort #5 am: 09 November 2011, 22:00:39 » |
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@Urs,
das war eher die Spezialität der Amerikaner. Für die Suche nach den Blockadebrechern z.B. haben die Amerikaner die Wahrscheinlichkeiten (Suchsysteme etc.) berechnet.
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Urs Hessling
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« Antwort #6 am: 09 November 2011, 22:35:11 » |
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moin, das war eher die Spezialität der Amerikaner. Die Behauptung stelle ich ohne Quellen in Frage. Die Briten haben sich schon im 1. Weltkrieg über OR Gedanken gemacht (Lanchester) und ab 1937 und vor 7.12.1941 daran und damit gearbeitet. Gruß, Urs
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Spee
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« Antwort #7 am: 09 November 2011, 22:54:18 » |
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@Urs,
kein Einspruch gegen die Arbeit von Lanchester, aber die Amerikaner haben bereits im Juli 1915 das Naval Consulting Board unter Leitung von Thomas A. Edison ins Leben gerufen. Damit dürfte sie wohl die Ersten sein, die OR ganz offiziell als Zweig des Militärs eingeführt haben.
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Urs Hessling
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« Antwort #8 am: 09 November 2011, 23:02:27 » |
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moin,
Diesmal kein Einspruch von meiner Seite, obwohl ich das Naval Consulting Board, zumindest von der Ausgangsidee her, eher für so etwas wie einen "think tank" halte.
Gruß, Urs
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Spee
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« Antwort #9 am: 09 November 2011, 23:11:07 » |
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@Urs,
"think tank" ist sicher auch kein falscher Begriff, aber die haben sich da auch mit ganz konkreten Dingen des OR beschäftigt:
" Edison thought he should begin by analyzing the successes scored by German submarines. ... To better understand the threat posed by submarines to merchant shipping in waters around Britain, Edison developed a simulation technique."
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Seekrieg
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« Antwort #10 am: 10 November 2011, 13:02:06 » |
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 Bitte mal allgemeinverständlich: Was ist ein OR? Jürgen
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Lord Crudelito
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« Antwort #11 am: 10 November 2011, 13:13:14 » |
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 Bitte mal allgemeinverständlich: Was ist ein OR? Jürgen OR ist die Abkürzung für Operation Research. Ein sehr interessanter Zweig der Wissenschaft. Hier findest du dazu mehr: http://de.wikipedia.org/wiki/Operations_ResearchIch hatte das Glück in meinem Studium im Lehrangebot die Vorlesung zu OR besuchen zu können. Absolut empfehlenswert 
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Urs Hessling
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« Antwort #12 am: 10 November 2011, 14:05:52 » |
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hallo,Jürgen,  Bitte mal allgemeinverständlich: Was ist ein OR? Dein  ist als Unmutszeichen verständlich, aber in diesem Fall wurde OR vorher einmal ausgeschrieben (wie es sich gehört) : Interessant wäre es, herauszufinden, ob die Briten "Operations Research"-Berechungen gemacht haben, Die Briten haben sich schon im 1. Weltkrieg über OR Gedanken gemacht Gruß, Urs
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« Letzte Änderung: 10 November 2011, 14:17:14 von Urs Hessling »
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"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"
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Spee
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« Antwort #13 am: 10 November 2011, 19:32:19 » |
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@Urs,
nochmal nachgesehen und die Briten geben offiziell 1937 als Gründungjahr der Operational Research (engl.) an. Damit sind sie auf Platz 1 für den Namen, durchgeführt haben es die Amerikaner aber wie gesagt ebenfalls schon in Ersten Weltkrieg.
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Seekrieg
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« Antwort #14 am: 10 November 2011, 20:24:19 » |
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Ja Urs, in englisch, stimmt. Aber wir in der Zone hatten nur Russisch  als Pflichtfach! Jürgen
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