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Autor Thema: Modernisierung der russischen Atom-U-Boote Projekt 949-A  (Gelesen 694 mal)
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hillus
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« am: 12 November 2011, 14:37:42 »

Die U-Boote der 3. Generation Projekt 949A ANTEY!

Bei der OAO TsS ZVEZDOCHKA in Sewerodwinsk wurde die Generalüberholung zur Wiederherstellung der technischen Bereitschaft des atomaren Unterwasserraketenkreuzers K-119 VORONEZH des Projektes 949А ANTEY beendet.
K-119 VORONEZH befand sich seit Oktober 2006 in Sewerodwinsk zur Durchführung der Generalüberholung. Während dieser Zeit erfolgte die Dockreparatur, der Ersatz der Turbinen, die Reparatur des undichten Dampferzeugers und Wiederaufbauarbeiten zur Verlängerung der Laufzeit der Systeme und der Mechanismen für drei Jahre.

Der Kreuzer hat die werksseitigen Stand- und Fahrerprobungen am 4. November 2011 beendet und wird demnächst wieder seinen Platz im Stützpunkt der 11. Division der Rotbanner Unterwasserstreitkräfte der Nord Flotte einnehmen.

Den Platz der VORONEZH wird ein U-Schiff des ähnlichen Projektes, der Raketenkreuzer K-140 SMOLENSK einnehmen, der bereits in Sewerodwinsk angekommen ist. Die Reparatur soll bis 2014 dauern.

Grüße aus Braunschweig

hillus
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hillus
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« Antwort #1 am: 23 November 2011, 17:20:14 »

Die Agentur ITAR-TASS berichtete am 23.11.2011:
(In Ergänzung des Artikels vom 12.11.2011)

Bei der OAO TsS ZVEZDOCHKA in Sewerodwinsk wurde die Generalüberholung, Modernisierung und dem folgende Betriebsprüfungen des atomaren Unterwasserkreuzers K-119 VORONEZH (Projektes 949-А – NATO Code OSCAR II) abgeschlossen Das U-Boot verlegte bereits zu seinem Liegeplatz in Saosersk auf der Kola Halbinsel (und befindet sich wieder im Bestand der 11. Division der Rotbanner Unterwasserstreitkräfte der Atom-U-Boote der Nord Flotte-Ergänzung hillus).
K-119 VORONEZH kam 2006 bei ZVEZDOCHKA an. Es war die Schadensinstandsetzung der Hauptturbine als auch der Ersatz der aktiven Zonen (Reaktorstäbe-Ergänzung hillus) des atomaren Reaktors notwendig geworden. Die Reparatur und die Modernisierung von K-119 wurden seit März 2009 durchgeführt. Nach der Wiederherstellung der technischen Bereitschaft des Schiffes und der Genaralüberholung wurde das Boot im Mai 2009 wieder zu Wasser gelassen und es begann die Modernisierung. Im Ergebnis der durchgeführten Arbeiten konnte die Laufzeit des U-Bootes, (das am 29.12.1989 in Dienst der Seekriegsflotte ging-Ergänzung hillus) auf 3,5 Jahre verlängert werden.

Nach der Vollendung der Modernisierung von K-119 tritt an dessen Stelle das der gleichen Klasse zugehörige K-410 SMOLENSK (Projekt 949-A-Nato Code OSCAR II), das ebenfalls zum Bestand der 11. Division in Saosersk gehört. Weiterhin befindet sich K-328 LEOPARD (Projekt 971–NATO Code AKULA I mod.) bei ZVEZDOCHKA für die Durchführung der mittleren Werftüberholung und der Modernisierung.

Grüße aus Braunschweig

hillus

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hillus
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« Antwort #2 am: 12 Dezember 2011, 16:52:46 »

Die russische Nachrichtenagentur NOVOSTI meldete am 12.12.2011

Die atomaren Raketen U-Boote des Projektes 949-A ANTEY (NATO-Code OSCAR II) sollen auf die neuen Flügelraketenkomplexe ONYX und KALIBER umgerüstet werden, teilte ein hochgestellter Vertreter des russischen ОPK (militärisch-industrieller Komplex) mit.

Derzeit sind diese Atom-U-Boote noch mit dem veralteten Flügelraketenkomplex GRANIT ausgerüstet. Sie werden als PLARK klassifiziert (atomnaja podvodnaja lodka s krylatymi raketami - Atom-Unterseeboot mit aerodynamischen Flugkörpern - SSGN).

Das Zentrale Konstruktionsbüro (ЦКБ-ZKB) RUBIN teilte dabei mit, dass das technische Projekt für eine Modernisierung incl. dem Handling der Reparaturen von Atom-U-Booten des Projektes 949-A abgeschlossen wurde. Bei der konstruktiven Lösung der Umrüstung auf ONYX und KALIBER gelang es, die Raketen in den an Bord der U-Schiffe schon vorhandenen Container der GRANIT-Raketen aufzustellen. Somit ist ein technischer Umbau nicht erforderlich und es ist sogar eine Erweiterung des Gefechtsvorrates möglich.

Es ist vorgesehen, die Modernisierung  incl. der notwendigen Reparaturen bei der OAO PO ZVEZDOCHKA in Sewerodwinsk bzw. im pazifischen Raum bei der OAO ZVEZDA in Bolschoj Kamen zu realisieren.

Kommentar hillus:
Wer das liest könnte zu der Auffassung kommen, hier geht die Post ab. Aber von der Ankündigung bis zur Realisierung ist es bekanntlich und besonders bei den Russen ein langer und dorniger Weg. Wer die ganzen letzten Meldungen über Modernisierungen und Neubauten gelesen hat und vergleicht, wird feststellen, das geht wohl nicht. Angefangen von der Modernisierung der atomgetriebenen Kreuzer der KIROV-Klasse, der Beendigung der Modernisierung der der RPKSN Projekt 667-BDRM (Nato Code DELTA IV), den beginnenden Generalüberholungen der Boote Projekt 971 (NATO CODE AKULA) bis hin zu den angekündigten Neubauten wird so viel an Kosten sich anhäufen, die wohl auch bei den derzeit florierenden Öl- und Gasgeschäften der Russen nicht so einfach zu schultern sind. Von den Schiffen und Booten, die ihre Dienstaltersgrenze erreicht haben und demnächst ersetzt werden müssten, ganz zu schweigen. Die sehr langen Bau-, Reparatur- und Modernisierungszyklen haben eine wesentliche Ursache im fehlenden Fachpersonal. Bei SEVMASH und ZVEZDOCHKA ist das im Moment noch nicht so für den Außenstehenden feststellbar, aber wie Kaschube_29 aus einem Zeitungsartikel übersetzte, wird bei den St. Petersburger Werften Fachpersonal ohne Ende gesucht!! Es ist wie bei uns: Gute Leute sind schnell weg!!!


Grüße aus Braunschweig

hillus
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der erste
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« Antwort #3 am: 12 Dezember 2011, 17:31:48 »

Hallo Jochen,
die guten Leute sind nicht mehr da. Bei unseren Gesprächen auf der Messe dieses Jahr und vor 2 Jahren haben wir das hinterfragt. In den Konstruktionsbüros fehlen überall die mittlere Ebene, gut ausgebildete und erfahrene Konstrukteure. Das ist ein Überbleibsel der Jelzinzeit. Es sind nur die alten da und die ganz jungen, die jetzt wieder von den Universitäten kommen. In den 90er Jahren war überall ein Fluktuationsprozess in Gang gekommen, der seit ca.2 Jahren gestoppt ist. Unser alter Konstrukteur von Prj. 1241.8 ist 74 jahre alt und war jetzt über ein Jahr in Vietnam. Er hat dort die Werft beim Bau der Lizenzschiffe begleitet. Dieses Jahr auf der Messe sah man, das viele junge Leute an den Ständen der Firmen präsent waren, und nicht nur als hübsche Hostessen, die übrigens auch Ahnung von der Sache hatten, die sie dort vorstellten. Und nur am Rande vielleicht interessant, die Konstruktionsbüros beschäftigen auch Designer. Bei den Kosten für Schiffsneubauten und Reparaturen drückt mittlerweile das Ministerium ganz enorm. Ich habe auch irgendwo eine Aufstellung darüber.
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Kaschube_29
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« Antwort #4 am: 12 Dezember 2011, 19:16:54 »

Moin Moin,

als Ergänzung zum Beitrag von hillus kann ich hier noch eine Anonce in einem Sankt-Petersburger Anzeigeblatt anführen, das im August 2011 kostenlos vor der U-Bahn an Passanten verteilt wurde und ich auch annahm. In einer Anzeige suchte die Sankt-Petersburger Admiralitätswerft nach diversen Fachleuten.

Siehe dazu die angehängte Datei nebst deutscher Übersetzung.

Und nun einmal nebenbei angemerkt:
- diese Werft hat zur Zeit Aufträge für sechs Export-U-Boote der "Kilo"-Klasse für Vietnam (Projekt 636) und
- zwei auf Kiel gelegte "Kilo-II"-U-Boote (Projekt 636.3) für die russische Schwarzmeerflotte ("B-261" "Novorossiysk" ("Б-261" "Новороссийск") und "B-237" "Rostov-na-Donu" ("Б-237" "Ростов-на-Дону") im Auftrag.
Weitere U-Boote für die eigene Seekriegsflotte sind vorgesehen...

Bis dann,

Kaschube_29 

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20110803_Anonce_OAO_Admiralitätswerft.pdf
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hillus
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« Antwort #5 am: 23 Dezember 2011, 16:48:06 »

Zum Jahresende noch diese Meldung!

Die OAO TsS ZVEZDOCHKA, im Verbund der staatlichen Vereinigten Schiffsbaugesellschaft (OSK), hat mit den Arbeiten zur Wiederherstellung der technischen Gefechtsbereitschaft des atomaren Unterwasserraketenkreuzers K-410 SMOLENSK (Projekt  949-А ANTEY –NATO Code OSCAR II) begonnen.

Das Schiff war im September 2011 von der Nord Flotte an die Werft übergeben worden. Im November erfolgte dann das Herausnehmen aus dem Wasser und die Eindockung in die Bauhalle. Während des Aufenthaltes im Dock werden hauptsächlich der Bootskörper und die technischen Ausrüstungen einer Instandsetzung unterzogen. Diese Etappe wird einige Monate dauern. Im Frühjahr 2012 Schiff wird K-410 SMOLENSK wieder zu Wasser gelassen (ausdedockt) und die weiteren Arbeiten werden dann an der Arbeitspier fortgesetzt. Zum Programm gehört auch eine Durchsicht des Reaktors, der Reaktorzonen sowie der Hauptmaschinenanlage. Nach der Vollendung der Instandsetzungsarbeiten wird die Laufzeit des Atom-U-Bootes auf 3 Jahre verlängert sein. In den Kampfbestand der Seekriegsflotte soll das Boot im Sommer 2013 zurückkehren.

Das Atom-U-Boot K-410 SMOLENSK ist das zweite Serienschiff des Projektes 949-А, bei dem bei der OAO TsS ZVEZDOCHKA die Wiederherstellung der technischen Gefechtsbereitschaft durchgeführt wird. Im November 2011 beendete die Werft die Wiederherstellung der technischen Gefechtsbereitschaft von K-119 VORONEZH, (dass sich wieder im Bestand der 11. Division der Rotbanner Unterwasserstreitkräfte der Atom-U-Boote der Nord Flotte befindet – Ergänzung hillus), befindet.

Der Generaldirektor von ZVEZDOCHKA Wladimir Nikitin, erklärte, dass die Erfahrungen bei der Instandsetzung von K-119 VORONEZH und K-410 SMOLENSK geeignet sind, sie auf die bevorstehenden planmäßigen Instandsetzungen der U-Boote der 3. Geneation, u. a. des Projektes 971 SHCH-B –NATO Code AKULA) zu übertragen.

Wie schon im Forum mitgeteilt, wird nach der Vollendung der Laufzeit der Boote des Projektes 949-А ihre Modernisierung mit der Montage der modernen Raketenkomplexe ONYX und KALIBER angenommen. Auch diese Arbeiten werden von den Unternehmen der Vereinigten Schiffsbaugesellschaft erfüllt werden: Die in der Nord Flotte in Dienst stehenden Boote des Projektes 949-A werden die Neuausrüstung bei der OAO TsS ZVEZDOCHKA und die Boote der Pazifikflotte bei der OAO ZVEZDA in Bolschoj Kamen erhalten.

Der atomare Unterwasserkreuzer К-410 "Smolensk des Projekte 949А ANTEY wurde bei der PO SEVMASH (früher SSZ N° 402 und heute OAO PO SEVMASH-Ergänzung hillus) gebaut. Das Projekt wurde vom ZKB МТ RUBIN in St. Petersburg (damals noch Leningrad-Ergänzung hillus) entwickelt. K-410 SMOLENSK trat am 22. Dezember 1990 in den Dienst der Seekriegsflotte und bekam am 6. April 1993 den Namen SMOLENSK.

Jawoll, Weihnachten wird gearbeitet!!


hillus
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Alter: 43

Name: Thorsten Reich

Ort: Lilienthal

Niedersachsen

Carpe Diem!



« Antwort #6 am: 23 Dezember 2011, 18:43:32 »

Ich habe dieses Thema wunschgemäß mit "Das russische Atom-U-Boot VORONEZH geht wieder in Dienst" zusammengeführt.  Matrose gruesst

 Kaptn lach
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Schöne Grüße
Thorsten
--

"There is every possibility that things are going to change completely."

Captain W.H. Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941
hillus
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« Antwort #7 am: 23 Dezember 2011, 18:45:50 »

Lieber Thorsten,

ich hoffe, der Weihnachtsmann dankt es Dir. Ich auf jeden Fall!

Jochen
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hillus
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« Antwort #8 am: 16 Januar 2012, 13:56:36 »

www.vpk-news.ru/ meldet in der Ausgabe 01/2012:

Ich bekam gestern Abend noch diesen Bericht gemailt und schnell übersetzt stelle ich ihn ohne den TTD der Torpedo- und Raketenbewaffnung ein!

K-410 SMOLENSK ist bei der OAO TsS ZVEZDOCHKA angekommen und das Boot wurde im Dezember 2011 aus dem Wasser gehoben und eingedockt.
Der atomare Unterwasserkreuzer des Projektes 949-А wird die mittlere Werftüberholung durchlaufen und einer Modernisierung unterzogen. Dabei soll der veraltete FK-Komplex
P-700 GRANIT auf den FK-Komplex P-800 ONYX und die Anlage KALIBR umgestellt werden.
Nach den Informationen des Unternehmens wird die Durchführung der Arbeiten ca. 3,5 Jahre dauern.

Bemerkung:
Das war so nicht geplant. Die waffentechnische Modernisierung sollte der Werftüberholung zur Wiederherstellung der technischen Einsatzbereitschaft nachgezogen werden. Das ist wohl ein Ergebnis des Brandes auf K-84 YEKATERINBURG. Allerdings ein schlechter Ausgleich für K-84, denn ein mit ballistischen Raketen bestücktes Atom-U-Boot geht nun mal nicht durch ein mit Flügelraketen bestückten Atom-U-Boot zu ersetzen.

hillus


Der atomare Unterwasserkreuzer K-410 SMOLENSK ging am 22.12.1990 in Dienst.

Damit wird die Werftliegezeit dahingehend geändert, dass die waffentechnische Modernisierung sofort Bestandteil der Arbeiten ist. Diese Arbeiten sollten erst später erfolgen, warum, wurde nicht gemeldet.
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