Deutsche Marine schenkt Piraten Schlauchboote...

Begonnen von Rheinmetall, 21 November 2011, 18:09:49

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Rheinmetall

Guten Abend in die Runde !

Habe im Internet diesen Artikel der Bild am Sonntag (Ausgabe 20.11.2011) gefunden, welchen ich Euch nicht vorenthalten möchte.
Für mich ist es nicht verständlich, wie man so total weltfremd und blauäugig mit Piraten und deren Bedrohung von Volkswirtschaften umgeht.
Geschweige denn, wie solche Befehle an unsere Bundesmarine erteilen werden können.

Zitat
Als der Pirat auf die deutsche Fregatte ,,Köln" kommt, begrüßt er die Feldjäger wie alte Bekannte: ,,Hallo, auf diesem Schiff war ich doch schon mal. Und euch kenne ich auch."
Stimmt. Der Somali, dessen Piratenschiff in der Bucht von Aden am Horn von Afrika kurz zuvor von den Deutschen versenkt worden war, wird schon zum zweiten Mal von der deutschen Marine festgesetzt. Deshalb weiß er auch, was ihn erwartet. Nichts Schlimmes: An Bord werden die verdächtigen Piraten erkennungsdienstlich erfasst und von einem Marine-Stabsarzt untersucht. Anschließend bekommen sie ein Lunchpaket: Weißbrot mit Käse und Wurst, aus religiösen Gründen kein Schweinefleisch. Dazu Wasserflaschen.
Dann nimmt die Fregatte Kurs auf die somalische Küste. Wenige Kilometer vor dem Strand gehen die Piraten wieder von Bord, steigen in ein altes Marine-Schlauchboot mit Außenbordmotor (Gesamtwert 2000 bis 3000 Euro) und werden ,,entlassen". Überwacht wird die Heimreise vom Bordhubschrauber der Fregatte.
Sind die Somalis an Land, eröffnen die Soldaten mit dem Heli-Maschinengewehr das Feuer auf das verlassene Schlauchboot. Denn das Gerät soll auf keinen Fall intakt in Piratenhand bleiben. So kamen in den vergangenen Wochen mehrmals Dutzende Piraten, die von der Fregatte ,,Köln" erwischt worden waren, davon.
Das machen nicht nur die deutschen Seestreitkräfte so, sondern laut EU-Einsatzbefehl alle an der Mission beteiligten Nationen. Warum dieses absurde Katz-und-Maus-Spiel? Nur wenn Piraten bei einem Angriff erwischt werden, dürfen sie festgesetzt und vor ein Gericht gestellt werden. Seit 2008 wurden insgesamt 111 Piraten verhaftet. 56 wurden verurteilt, 55 sitzen noch in U-Haft.
Für Omid Nouripour, Grünen-Sprecher im Verteidigungsausschuss des Bundestags, bedarf es dringend neuer Lösungen: ,,EU und Bundeswehr müssen eindeutig klären, wie man mit verdächtigen Piraten und Tätern umgeht. Denn sonst wird der Einsatz absurd. Das ist für die Soldaten frustrierend und für die Steuerzahler teuer."
Bei der deutschen Marine ist man über den seltsamen Shuttle-Service im Rahmen der Mission ,,Atalanta" vor Somalias Küste nicht glücklich. Ein hoher Offizier zu BILD am SONNTAG: ,,Die eingesetzten Marineeinheiten sind keine Strafverfolgungsbehörde und können die Piraten nur festsetzen, wenn wir sie bei einem Überfall erwischen. Eine gerichtliche Verfolgung ist auch schwierig, weil kaum eine Nation Piraten aufnimmt."
Auf der Fregatte ,,Köln" sind die alten Schlauchboote und Bootsmotoren knapp geworden. Der Logistikoffizier hat schon nachbestellt. Grund: Vergangenen Mittwoch hat die Bundesregierung beschlossen, die Beteiligung am Anti-Piraten-Einsatz mit bis zu 1400 Soldaten ein weiteres Jahr fortzuführen.

Ich bin dafür, dass man mit diesen Schädlingen so umgeht, wie einst zu den Zeiten der Segelschiffe.
Bin mal gespannt wie Ihr darüber denkt....

Rheinmetall
Ab Kapstadt ohne Kreiselkompass - Jürgen Oesten, U 861

t-geronimo

Gruß, Thorsten

"There is every possibility that things are going to change completely."
(Captain Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941)

Forum MarineArchiv / Historisches MarineArchiv

Rheinmetall

Hallo Thorsten !

Danke für die beiden Links, hab ich nicht gesehen.

:MG:

Rheinmetall
Ab Kapstadt ohne Kreiselkompass - Jürgen Oesten, U 861

Big A

Na ja, der Nouripour muss gerade reden,d er ist doch einer derjenigen, elche im Ausschuss sitzen und regelmäßig alles schlecht macht, was die Bundeswehr egal wo unternimmt!
Und nur zur Nachhilfe: Wer schickt den die Truppe mit den entsprechenden Mandaten und Rules of Engagement los???


Axel
Weapons are no good unless there are guts on both sides of the bayonet.
(Gen. Walter Kruger, 6th Army)

Real men don't need experts to tell them whose asses to kick.

Hastei

ich verstehe nicht, wieso die einen Außenborder bekommen. Sollen doch paddeln und froh sein ,dass sie nicht schwimmen müssen.

Ferenc

Ein Schlag ins Gesicht jedes gesetzestreuen Steuerzahlers. :x
Oder anders gesagt: Veruntreuung von Steuergeldern.
Da geht was gewaltig schief.

Ich hätte gerne ein altes Schlauchboot der Bundeswehr.

Ferenc

Big A

Zitatich verstehe nicht, wieso die einen Außenborder bekommen. Sollen doch paddeln und froh sein ,dass sie nicht schwimmen müssen.

Naja, die sollten doch den Anker zur Instandsetzung an Land bringen....

Axel
Weapons are no good unless there are guts on both sides of the bayonet.
(Gen. Walter Kruger, 6th Army)

Real men don't need experts to tell them whose asses to kick.

ede144

Zitat von: Big A am 22 November 2011, 06:41:56
Na ja, der Nouripour muss gerade reden,d er ist doch einer derjenigen, elche im Ausschuss sitzen und regelmäßig alles schlecht macht, was die Bundeswehr egal wo unternimmt!
Und nur zur Nachhilfe: Wer schickt den die Truppe mit den entsprechenden Mandaten und Rules of Engagement los???


Axel

Axel,

das ist doch nur die Fürsorgepflicht des Dienstherrn für die einfachen Soldaten. Polizisten benötigen ein Studium damit sie wissen wann und wie sie auf wen schießen dürfen. Da will man doch den einfach gestrickten Ex W6'ler nicht in die Versuchung führen, daß er die Erwartungen bestimmter Parteien an ihn auch erfüllt.

Gruß
Thomas

PS: Wer Ironie findet, darf sie auch behalten.

Mario

Wieso wundert Ihr Euch ???  Das entspricht doch völlig unserem deutschem Rechtsempfinden. Fragt mal eine Frau in Deutschland, die vom Ex-Partner verfolgt wird ! Die bekommt in jeder Polizeidienststelle zu hören, daß die Polizei erst tätig werden darf, wenn der Ex ihr etwas angetan hat.  Und Jugendliche, die mit Brecheisen, Baseballschlägern und ähnlichem Gerät nachts auf den Straßen angetroffen werden, sind auch nur wegen der frischen Luft unterwegs.

Leutnant Werner

Ich will auch so ein Schlauchboot mit Motor von der Deutschen Marine. Wofür habe ich schließlich meine Bootsführerscheine gemacht :-D ...und auf dem Rhein kann man prima Boot fahren :wink:
Axel, tu was  :MLL:

Elektroheizer

#10
Stimmt doch nicht ganz @Mario. Auch in den USA hat die Polizei kaum Möglichkeiten einzuschreiten, solange es bei Belästigungen bleibt. Obwohl es da, wie hier inzwischen auch, Gesetze gegen stalking gibt. Und darauf einen Wowereit, wenn ich daran denke was sich die Polizei sonst rausnehmen könnte. Auch wenn es Situationen gibt, die man sich sicher anders wünscht.

Im Falle der Piraterie ist das ganz genauso. Es gibt nunmal eine Rechtslage und die ist gut so wie sie ist. Unschuldig verurteilte oder gar getötete Zivilisten sind da eindeutig die schlechtere Wahl, damit arbeitet man nur extremeistischen Terroristen in die Hände. Aber dieses Dilemma in einem rechtsfreien Staat zu lösen ist ja auch schwerer, als einen Artikel in der Bildzeitung zu schreiben.
,,Ihr seid alle Individuen" - "Ich nicht!"

Big A

@Ekke

Ist das denn auch Führerschein "Binnen"???

Und dann ist nicht die marine zuständig, sondern das Heer rsp. die (Fluß-)Pioniere :-D
(und somit läuten wir die nächste Runde im Behördenpingpong ein :-P)

Axel
Weapons are no good unless there are guts on both sides of the bayonet.
(Gen. Walter Kruger, 6th Army)

Real men don't need experts to tell them whose asses to kick.

ufo

Tjaaaa... kotzen koennt' man ja schon.

Trotzdem – ist das sooo tragisch? Einhundert Schlauchboote machen eine Jahresprovision eines mittleren Bankvorstandes einer gescheiterten, jetzt  steuerzahlereignen Bank aus – nur mal so zur Relation.

Ja, ja – mir geht das auch auf den Geist aber untern Strich bin ich schon ganz zufrieden damit dass 'assoziale Jugendliche' nicht mehr von der Gestapo abgeholt und ins KZ gesteckt werden. Die auf Steuerzahlerkosten prima teure Abenteuerurlaube machen zu lassen, nervt mich auch aber ich gestehe, dass ich nichts Besseres weiss. Unterm Strich ist der zivilisierte Umgang mit (potentiellen) Straftaetern glaube ich immer noch das Besste. Nicht gut aber halt das best Moegliche.

Das ist in der Kolonialpolitik nicht anders. Natuerlich ist es erstmal wirkungsvoller die 'Raubneger' alle umzulegen. Aber das hat sich so uebers 20. Jahrhundert gesehen halt auch nicht recht bewaehrt. Wenn die dann irgendwann alle ein Laendle voller Islamisten, Fundamentalisten - oder was auch immer grad unser aktuelles Feindbild ist – gruenden, sind wir auch wieder unzufrieden.

Macht es nicht Sinn, dass, wenn bei uns Straftaeter mit Samthandschuhen Anstand behandelt werden, wir nicht anderswo aufmuepfige Neger einfach umnieten. Gleiches Recht fuer Alle ist halt auch ein Zeichen von Zivilisation.

Ja, und die verhaften und herholen?! Und dann? Wenn wir jetzt Nordkorea waeren – ok. Aber die Republik ist nu' mal ein Rechtsstaat. Was sollte man denen vorwerfen. Rumfahren mit Waffen ist in Internationalen Gewaessern erlaubt. Ist ja gefaehrlich da. Es soll da sogar Piraten geben. Ist doch logisch, dass man sich laecherlich machen wuerde, wenn man die verhaftet. Also laesst man die laufen.

Und da muessen letztendlich auch unsere Soldaten mit leben lernen, dass sie bewaffnete Vertreter einer ausgesprochen wenig kriegsluesternen Macht sind. Das man sich in dem Beruf hin und wieder laecherlich fuehlen mag ist naheliegend. Das geht Polizisten im Dienst aber oft auch nicht anders wenn der selbe Berufskriminelle Morgen wieder 'draussen' ist. 

Vielleicht, vielleicht rettet es mal irgend einem Europaeischen Seemann das Leben, dass Europaeer Afrikaner eben nicht gleich immer abmurksen. Waer doch vorstellbar. Dass Kriminelle sowas ausnutzen – egal ob in St. Pauli oder am Horn von Afrika nervt aber KZs wie Dachau oder Guantanamo find ich irgendwie auch doof. 


Ich faend es ja viel verlockender eine Handvoll abgetakelte Kaehne in Alang zu kaufen und die da vollgepackt mit kleinkalibrigen Schnellfeuerwaffen als Q-Ships rumfahren zu lassen. Und wenn man das ordentlich macht wird die Gegend durch den Nahrungseintrag auch gleich wieder viel fischreicher.

Aber gluecklicher-, gluecklierweise laesst mich niemand kleiner Diktator sein und so muessen dann die Vernunft, die Kultur und die Zivilisation wohl oder uebel so gut es eben geht weiter vor sich hinwurschteln.   

Ist glaube ich schon ganz gut so. 

Nachdenklich ...
Ufo

ufo

Nochmal so ein, zwei Gedanken zu der ganzen Chause:

Ich denke das Andere, was man bei diesen Piratengeschichten im Blick haben sollte, ist, dass das eben in Deutschland jetzt auch eine ausgesprochene Pressepraesenz hat. Dadurch gewinnt man den Eindruck, dass das ein wachsendes, unkontrolliertes Problem ist.

Ich glaube kurz nachdem der erste Urmensch seinen Einbaum endlich fertig ausgehauen hatte, kam ein anderer und hat den geklaut. Piraterie ist alt. Piraterie als Problem ist erheblich geringer als zu manchen Zeiten des 20. Jahrhunderts.

Ich befasse mich viel mit den Auslandsausbildungsreisen der Deutschen Marinen, lese viel als Referenz die Reisebuecher Britischer Auslandskreuzer. Rumfahren und Piraten hoppnehmen gehoerte durchs ganze 20. Jahrhundert zum festen Aufgabenbereich. Manche Gewaesser waren bisweilen kaum ohne bewaffneten Schutz befahrbar. Hatte man die Piraten erwischt, dann hat man sich auch damals schon nicht gern die weissen Handschuhe dreckig gemacht. Das liess man von den Behoerden vor Ort erledigen. Da kommen dann die alten Photographien her mit den Europaeischen Offiizeren, die da stolz neben enthaupteten Chinesen possieren. 
 
Das Suedchinesische Meer war bisweilen kaum befahrbar. Erst mit dem massive Erstarken Chinas ist Piraterie da nun praktisch unmoeglich geworden.
Piraterie ist ein Zeichen des Zusammenbruchs sozialer Struckturen irgendwo am Meeresrand. Lange bevor Deutschland beschloss wieder Grossmacht zu sein und daduerch wohl oder uebel involviert wurde, war Piraterie um Sri Lanka herum ein fettes Problem. Die Tamil Tigers mussten sich schliesslich finanzieren. Erst im Zuge des Anschlages auf das World Trade Centre wurden die dann von Freiheitskaempfern zu Terroristen umgelabelt und dann flugs von der Sri Lankischen Regierung abgemurkst und schon war Ruhe da.

Die Malakka Strasse ist seit gut einem Jahrhundert ein Problemfeld, wo ungeheuerlicher Reichtum dicht unter einer armen Kueste laengs geschippert wird. Erst durch den politischen Zusammenbruch Somalias musste die Wasserstrasse ihren unruehmlichen Spitzenplatz als Pirateriehochburg abgeben.

Es bleibt uns – die wir im Rahmen von Europa quasi auch Mittelmeeranrainer sind  – zu hoffen, dass sich Nordafrika wieder dauerhaft stabilisiert. Ansonsten mag der Seglergemeinde im Mittlemeer ein unangenehmes Erwachen bluehen.


Trotzdem - unbestritten (!) – im Moment erlebt die Piraterie insgesammt ein 'Hoch'. Im Unterschied zu sagen wir mal vor einem viertel Jahrhundert wird das Erfolgsmodel Piraterie jetzt halt via Medien international verbreitet. Auch an der Goldkueste denken bestimmt schon wieder Leute ueber die Geschaeftsidee nach.

Ich denke anders als vor fuenfzig Jahren kann man Piraterie zumindest als Angehoerige der zivilisierten Welt nicht mehr einfach mit Kannonenbooten bekaempfen. Genau wie bei der Kriminalitaet im eigenen Land haben wir als 'Waffen' letztendlich nur mehr Hilfe, Erziehung, Schulung, etc. zur Verfuegung. Und es kostet Geld - einen Abenteuerurlaub fur einen Kleinkriminellen oder ein Schlauchboot fuer einen Piraten. Nicht gerade ein im klassischen Sinne beeindruckendes Arsenal und fuer unsere Streitkraefte bestimmt zutieft frustrierend. Aber da koennen die sich dann mal mit unserer Polizei drueber unterhalten. Die mussten durch die Veraenderung unserer Gesellschaft im Umgang mit Kriminellen auch durch. Es hat ja auch nach der Entfuehung der Krohnzucker Kinder niemand vorgeschlagen einen Vergeltungschlag mit der Luftwaffe auf Milano und Genua zu fliegen. 

Das Paradoxe an unserer sehr friedfertigen Kultur ist, dass unseren Handelsflotten eingentlich nur der Rueckzug in die rechtliche Grauzone des bewaffneten Kaufahrteifahrers bleibt. Ich fuerchte die Bewaffnung von Handelschiffen mit weitreichenden Praezisionsschusswaffen wird eher zunehmen (muessen?). Das wird Piraterie zunehmend auf Fahrzeuge aermerer Nationen abdraengen und damit die Gewinne aus Piraterie reduzieren. Vor allem aber wird das Problem aus unseren Medien verschwinden wenn es Frachter aus Vietnam oder Angola erwischt anstatt Schiffe Deutscher Redereien (mit dubiosen Billigflaggen am Heck).         

Verfahrene Kiste ...  :|
Ufo

Lutscha

#14
Zitat von: Mario am 22 November 2011, 15:49:33
Wieso wundert Ihr Euch ???  Das entspricht doch völlig unserem deutschem Rechtsempfinden. Fragt mal eine Frau in Deutschland, die vom Ex-Partner verfolgt wird ! Die bekommt in jeder Polizeidienststelle zu hören, daß die Polizei erst tätig werden darf, wenn der Ex ihr etwas angetan hat.  Und Jugendliche, die mit Brecheisen, Baseballschlägern und ähnlichem Gerät nachts auf den Straßen angetroffen werden, sind auch nur wegen der frischen Luft unterwegs.

Da ich selber zwei Jahre lang häusliche Gewalt bearbeitet habe, kann ich dir sagen, dass man derartiges in meiner Dienststelle nicht gemacht hat.

Problematisch sind vage Drohungen, die noch keinen Straftatbestand erfüllen. Bei Nachstellungshandlungen muss man sehen, inwieweit diese erheblich genug sind, die Lebensqualität des Opfers einzuschränken. 3-4 SMS die Woche reichen nicht, wenn man tatsächlich klassisch verfolgt/aufgesucht wird, ist das was anderes.
Dummerweise müssen die Opfer numal selber zum Amtsgericht gehen und ein Annäherungsverbot erwirken, das kann einem die Polizei nicht abnehmen. Dadurch stellt jede, vom Opfer nicht gewollte, Annäherung eine Straftat nach § 4 GewSchG dar, die man zumindest fernmündlich anzeigen muss.

Mein Hauptproblem waren die (meist weiblichen) Opfer selbst, die einfach nicht konsequent genug waren, keine Lust hatten zum Amtsgericht zu gehen, nach Platzverweisen Ihn wieder in die Wohnung gelassen haben oder Ihn trotz Annäherungsverbotes kontaktiert haben.

Die Inkonsequenz der Opfer war teilweise furchtbar, da konnte man nur den Kopf schütteln, obwohl man sich ausführlich mit ihnen beschäftigt und alles haarklein erklärt hat. Egal was man an Verhaltensanweisungen (gerade bei Stalking) gegeben hat, es wurde schlichtweg oftmals nicht umgesetzt.

Ich habe mich darüber nicht aufgeregt, sondern es lediglich zur Kenntnis genommen.

Ist auch nicht gut, wenn man sich darüber aufregt zumal 90% aller Verfahren in dem Bereich zu Wahrung des Rechtsfriedens eingestellt werden, was allerdings auch verständlich ist. Außerdem werden Strafanträge regelmäßig zurück genommen.

Es geht ohnehin in erster Linie um Minimierung der Gefahren für die jeweiligen Opfer, aber die machen es einem bei Beziehungstaten nicht gerade einfach.

Ach ja, und natürlich kann man Jugendlichen solche Gegenstände auch gefahrenabwehrrechtlich problemlos abnehmen und sicherstellen. Dann können sie diese in Begleitung ihrer Eltern am nächsten Tag abholen...
Das ist ja barer Unsinn, wenn das stimmen würde, hätten SIE ja recht!

Typisch deutsche Argumentationsweise.

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