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Autor Thema: U 221 und die vernichtende Kollision mit U 254  (Gelesen 610 mal)
0 Mitglieder und 2 Gäste betrachten dieses Thema.
Rheinmetall
Seekadett
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« am: 08 Dezember 2011, 23:33:45 »

Guten Abend !

Heute vor 69 Jahren (08.12.2011) waren insgesamt 21 deutsche Boote (der beiden Rudel Dränger & Panzer) an den Geleitzug HX 217 im Nordatlanik angesetzt.
Hierbei passierte es, dass U 221 (Trojer) der Dränger-Gruppe, U 254 (Gilardone) der Panzer-Gruppe rammte.
Gilardones Boot sank sofort und nahm 41 Mann inklusive des Kommandanten mit in die Tiefe.
U 221 wurde durch diesen unbeabsichtigten Rammstoß ebenfalls schwer beschädigt, war tauchunfähig und mußte St. Nazaire anlaufen, wo es am 23. Dezember eintraf.
Später wurde Hans-Hartwig Trojer von jeder Schuld für dieses Unglück frei gesprochen.

- Kann mir jemand verraten, wie es dazu kam, dass sich in den Weiten des Nordatlantiks szwei deutsche Boote von 67 Meter Länge und 6 Meter Breite aus unterschiedlichen Rudeln sich rammen können ?
- Wo trafen die beiden Boote aufeinander, dass U 254 sofort sank und U 221 so schwer beschädigt wurde, dass es die Feindfahrt abbrechen mußte ?
- Waren die 4 Überlebenden von U 254 die Männer der Brückenwache und wie und von wem wurden sie gerettet ?

- Wieso wurde Trojer von allen Vorwürfen dieses Vorfalles frei gesprochen ?
- Hatte U 254 diesen Unfall komplett selbst verschuldet ?
Hier geht es immerhin um 41 Menschenleben und einem wervollen Typ VII-C Boot.
- War das der einzigste Vorfall dieser Art, oder gab es noch mehr solcher Ramm-Unfaälle ?

Vielleicht kann ja jemand mit KTB-Auszügen helfen.
Würde mich sehr freuen, weitere Informationen von Euch hierüber zu bekommen. 

Rheinmetall
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Ab Kapstadt ohne Kreiselkompass - Jürgen Oesten, U 861
Urs Hessling
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« Antwort #1 am: 09 Dezember 2011, 09:06:48 »

moin,

- Kann mir jemand verraten, wie es dazu kam, dass sich in den Weiten des Nordatlantiks zwei deutsche Boote von 67 Meter Länge und 6 Meter Breite aus unterschiedlichen Rudeln rammen können ?
es war eben nicht "in den Weiten des Nordatlantiks" , sondern in der Nähe eines Konvois, wo sich die deutschen U-Boote bei Nacht und ohne gesetzte Positionslaternen in die beste Schußposition setzen wollten (und die war für beide Kommandanten an derselben Schule nach derselben Taktikvorschrift gelehrt worden). Auf den wenigen fraglichen Quadratkilometern kann es dann eben einmal passieren ...

- War das der einzigste Vorfall dieser Art, oder gab es noch mehr solcher Ramm-Unfälle ?
Ja! bei der Ausbildung in der Ostsee ... Im Sommer 1942 gingen kurz nacheinander U 612 (gerammt von U 444) und U 222 (gerammt von U 626) verloren. MW wurden beide Boote sogar, anders als im Fall von U 221 und U 254, in Unterwasserfahrt gerammt.
Es gab noch weitere Kollisionen, eine meiner Erinnerung nach beim Einlaufen zweier Boote in Bergen ...

Gruß, Urs
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"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"
JotDora
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« Antwort #2 am: 09 Dezember 2011, 09:44:23 »

Über das Ramming von U 612 sind ein paar Seiten in Herbert A. Werner - Die eisernen Särge zu finden.
Sehr eindringlich geschildert, wie ich finde (auch wenn im Stil der damaligen Zeit geschrieben).

Gruß

Sebastian
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Gruß

Sebastian
Schorsch
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« Antwort #3 am: 09 Dezember 2011, 13:49:22 »

Hallo zusammen,

wenn auch neueres Druckwerk zum Thema "U 221 vs. U 254" gesucht wird, empfiehlt sich noch ein Blick in das fünfte Heft der Reihe "U-Boot im Focus". Dort gibt es einen ausführlichen Bericht zum Vorfall. Der Artikel enthält u.a. auch Fotos der zerknautschten Bugspitze von U 221, aufgenommen, als es am 18.12.1942 auf der Heimfahrt nach St. Nazaire mit U 758 zusammentrifft und an das andere Boot Dieselöl abgeben soll.

Mit freundlichen Grüßen
Schorsch
« Letzte Änderung: 09 Dezember 2011, 13:58:29 von Schorsch » Gespeichert

Frauen kennen das exakte Gewicht ihrer Kinder und deren Alter in Tagen.
Männer wissen, dass kleine Leute bei ihnen wohnen.
Teddy Suhren
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« Antwort #4 am: 09 Dezember 2011, 17:56:16 »

Hai

Wie klein der Atlantik manchmal sein kann konnte auch Volkmar König berichten. Er war auf der letzten Fahrt von U99 an Bord und kam in Kanada in Gefangenschaft.
Erst nach dem Krieg erfuhr er das U99 und U100 bei dem Angriff auf HX-112 nur wenige 100 Meter voneinander entfernt versenkt wurden.

Zu den "Highlights" der Rammunfälle zählt, denke ich, die Battle of May Island.
« Letzte Änderung: 09 Dezember 2011, 18:50:47 von Teddy Suhren » Gespeichert

Gruß
Jörg

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« Antwort #5 am: 10 Dezember 2011, 09:56:35 »

Hallo,

noch ein Ramming:

U 673:
Am 24.10.44, 01.15 Uhr, auf der Überführungsfahrt von Norwegen nach Deutschland, in der Nordsee zwischen Haugesund und Stavanger, auf 59°17 N/05°57 O, im Geleit von "U 382" (Wilke) gerammt. Boot mußte am Strand von Smaaskjaer aufgesetzt werden und lief fast vollständig voll Wasser. Boot wurde am 09.11.44 nach Stavanger eingebracht, bis Kriegsende nicht mehr verwendet und 1946 von Norwegen abgewrackt. Keine Verluste.

Gruß
Horst
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Rheinmetall
Seekadett
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« Antwort #6 am: 18 Dezember 2011, 22:58:19 »

Man lernt nie aus.  grin

Vielen Dank für Eure ganzen Beiträge.

Rheinmetall
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Ab Kapstadt ohne Kreiselkompass - Jürgen Oesten, U 861
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