Forum Marinearchiv
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Autor Thema: KSS Rostock, Halle, Berlin  (Gelesen 3617 mal)
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Schappi1976
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« am: 09 Dezember 2011, 02:10:19 »

Hallo Forengemeinde,

nachdem ich mir wieder einmal ein Buch über die Volksmarine angeschaut und durchgelesen habe, ist in mir folgende Frage aufgekommen...
Waren die KSS (sowj. Koni-Klasse) auch ausserhalb der Ostsee im Einsatz und wenn ja, welche Länder wurden angelaufen?
Genauso würden mich Detailbilder interessieren, da im Internet nur wenige aussagekräftige Bilder kursieren Sad
Zwar habe ich Seiten über besagte Schiffe gefunden, aber leider ist da auch nicht soviel aussagekräftiges dabei, bzw. sind nur die Besuche in Ostssehäfen aufgelistet...Hätte doch wenigstens gedacht, dass eines der Schiffe auch einmal auf Kuba war  undecided

http://www.mks-kss.de/index.php?page_id=22
http://www.kss141.de/index.html

Gruß Angel
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Wenn du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre sie die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.
Antoine de Saint-Exupéry
kalli
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« Antwort #1 am: 09 Dezember 2011, 11:53:51 »

Hallo Schappi,
Küstenschitzschiffe sind ja eigentlich für die Küste und nicht so sehr für die große Reise gedacht smiley
Da die Schiffe der Koni-Klasse auch für den Export gebaut wurden ( DDR, Jugoslawien, Bulgarien, Algerien, Kuba, Libyen ) kann man annehmen, dass zumindest die Schiffe für die kubanische Marine eine etwas längere Reise hatten.
Im Internet findest Du auf einer ganzen Reihe russischer Seiten Angaben zur Koni-Klasse.
So z.B.
http://www.atrinaflot.nar...ps/06_skr_1159/0_1159.htm
http://russian-ships.info/boevye/1159.htm

Hilfreich ist, wenn Du nach проект 1159 oder koni-I class googelst.
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Schappi1976
Oberleutnant zur See
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« Antwort #2 am: 09 Dezember 2011, 14:46:47 »

Hallo Kalli,

klar dienten die KSS hauptsächlich für die Veteidigung der Küste. Jedoch war der Begriff KSS auch nur für den Osten angedacht. Bei der BM wären es Fregatten oder Korvetten gewesen Wink

Auch sind viel kleinere Einheiten der BM weit ab der heimischen Gewässer gesichtet wurden...Schnellboote, Minenboote und U-Boote (206) waren auch im Mittelmeer und teilweise in den Staaten und sonstwo in der Welt anzutreffen...
Von der Rumpfform her sind die Konis viel mehr für den Hochseeeinsatz geeignet als die Korvetten 130, obwohl sie etwas mehr Verdängung haben...

Auch vielen Dank für die Links Smiley Da bin ich doch wieder ein Stückchen weiter  Kaptn lach

Gruß Angel
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Antoine de Saint-Exupéry
Ralph
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« Antwort #3 am: 12 Dezember 2011, 09:54:18 »

Hallo,
Von vielen vergessen ist der Flottenverband welcher Pfingsten 1964 mit den damals mit KSS der "Riga-Klasse" in der Nordsee war. Bgleitet wurden sie von A-15 (Hochseeschlepper "Thale") und einem Tanker. Anfangs hatte das Brückenpersonal einige Schwierigkeiten, die Schiffe waren schneller wie sie laut Maschienendrehzahl hätten sein müssen. Der erhöhte Salzgehalt war Anfang nicht berücksichtigt worden.
Gruß Buschi
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Urs Hessling
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« Antwort #4 am: 12 Dezember 2011, 16:49:44 »

moin,

klar dienten die KSS hauptsächlich für die Verteidigung der Küste.

da bin ich doch anderer Meinung. Von Größe und Ausrüstung her waren es Hochsee-Geleitfahrzeuge. Es ist richtig, daß sie Fregatten in der NATO vergleichbar waren.

Wer hätte denn "Angriffe gegen die Küste der DDR" durchführen sollen ? Die Bundesmarine mal nicht (außer Luftangriffen auf Stützpunkte)

Gruß, Urs
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der erste
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« Antwort #5 am: 12 Dezember 2011, 17:12:12 »

Ich bin derselben Meinung wie Urs. Wörtlich übersetzt heißen sie "Wachschiff". Auf Grund ihrer Bewaffnung waren sie zur U-Jagd, zur Begleitung von eigenen und zur Bekämpfung gegnerischer  Landungsgeleite, zur See- und Landzielbekämpfung geeignet.  Der Begriff "Küstenschutzschiff" sollte wohl ihre Bedeutung etwas hervorheben. Die Prj. 1159 eigneten sich auch noch zur Verbandsluftabwehr. 
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Schappi1976
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Name: Angel Schapke

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« Antwort #6 am: 12 Dezember 2011, 21:19:45 »

@Urs, der Erste,

mit meiner Aussage wollte ich hervorheben, dass die KSS für die Küstenverteidigung der DDR gedacht waren, geschuldet der geografischen Lage. Und die Ostsee kann man wahrlich nicht als hohe See betrachten, auch wenn die See es in sich haben kann. Ganz klar ist aber auch, dass die Schiffe wie in Kuba u.a. Ländern wahrlich nicht nur im Küstenvorfeld operierten. Kuba liegt ja quasi auch auf hoher See  wink
Jedoch habe ich auch geschrieben, dass die Rümpfe hochseetauglich waren. m.M. mehr als die Korvetten 130...

Das die KSS auch zur Verbandsabwehr da waren bzw. zur Geleitsicherung, steht natürlich auch außer Frage. Irgendwo wäre es auch sehr traurig gewesen, wenn sie dafür ungeeignet gewesen wären.

Wenn ich das irgendwo mal richtig aufgeschnappt habe, war der Begriff ein gewolltes Politikum. So wie im Westen auch... Längst sind doch in den Marinen der Welt die Normen von einst nicht mehr anwendbar. Zerstörer haben Kreuzergröße erreicht, Fregatten Zerstörergröße und Korvetten Fregattengröße...Es verkauft sich vor dem Parlament einfacher, weil es billiger klingt, obwohl dies nicht wirklich der Fall ist.

So ist es auch jetzt noch bei der DM so, dass Neubauschiffe teilweise mit überalterten Anlagen ausgerüstet werden, damit sie auf dem Papier billiger erscheinen und ein paar Jahre später, werden sie für seeeeehhhhrrr viel Geld umgerüstet, obwohl die Anlagen während der Bauphase auch schon zur Verfügung standen.

Gruß Angel

PS: anbei ein Bild des Modells der Rostock, welches ich als 14-jähriger gebaut habe...

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6-KSS Rostock.jpg
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Antoine de Saint-Exupéry
smutje505
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« Antwort #7 am: 13 Dezember 2011, 11:53:41 »

Hallo Angel sehr schönes Modell... hier eins von der Riga-Klasse(von unseren Marinekameraden C.Irmscher aus Dresden der vor kurzem verstarb)
und andere Modelle der Volksmarine

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Claus seine Werke.jpg
KSS 104.jpg
KSS-Achtern.jpg
KSS-Riga-Klasse.jpg
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smutjekalisch
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« Antwort #8 am: 13 Dezember 2011, 12:30:20 »

Juni 1995

Die KSS Rostock wurde im Juni 1995 in die Marinebasis Portsmouth (GB) überstellt, wo sie als Trainingschiff und zum Schluss als Seeziel diente.

Bild Fundus Kalisch
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Gott gebe mir die Gelassenheit Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
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hillus
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« Antwort #9 am: 13 Dezember 2011, 13:04:14 »

Moin,

womit wir wieder bei der Klassifizierung der sowjetischen/russichen Kriegsschiffe wären. Über die sogenannten STOROSCHEWOJ KORABL-russisch STOPOЖEBOЙ KOPAБЛЬ (Ich schreibe extra in großen Buchstaben, damit die Flohknacker keinen Grund haben, sich aufzuregen wie bei einem anderen Artikel von mir, als es um "imeni-имeни" ging, obwohl es ein Schreibfehler war!!). Bei den Klassifizierungen sollte es immer klar sein, das durchaus nationale und NATO-Klassifizierungen zur Anwendung kommen können. Es ist weder fachlich noch historisch richtig, alles auf NATO Begriffe bzw. englische Termini kompilieren zu wollen. Alle Begriffe sind historisch entstanden, bis der Mensch die Notwendigkeit erachtete, sie im Sinne einer Begriffsgleichheit, sprich Definitionsklarheit, aus politischen, militärischen oder anderen wissenschaftlichen Gründen zu vereinheitlichen und damit zu vereinfachen. Militärisch ein Unding, wenn Kommandant X zum Kommandanten Y funkt, siehst du die Fregatte da drüben, und Y antwortet, ich sehe nur ein KSS!!! Letztlich mündet ja alles in einer einheitlichen Kommandosprache bei Militärbündnissen bis hin zu heute gemeinsamen Übungen von NATO-Verbänden mit russischen Verbänden bzw. eben nur einzelnen Schiffen untereinander.

Ich meine, wenn die Russen ihre eigene Klassifizierung von Kriegsschiffen haben, erst in jüngerer Zeit schwenkt man in international gebräuchliche Begriffe um-siehe die neue FREGATTE ADMIRAL GORSHKOV bzw. KORVETTE STEREGUSHCHYY-dann sollten diese auch benutzt werden. Natürlich tut es dann immer gut, wenn der Verfasser eines Artikels bzw. Buches es versteht, den adäquaten international gebräuchlichen oder NATO-Begriff dem Leser zu vermitteln. So war es eben gestern im Artikel zum Umbau der OSCAR II U-Boote wichtig zu bemerken, dass sind für unsere Klassifikation ganz normale SSGN.

Ich habe so z. B. in meinem Buch "Schiffe in diplomatischer Mission" versucht, ich betone versucht, für eine Auswahl von Kriegsschiffen den begrifflichen Vergleich herbeizuführen.( Vgl. Seite 21 bis 24). Heute bin ich da auch schon weiter.

In der Volksmarine war die offizielle Klassifikation der vier Wachschiffe KSS=Küstenschutzschiff. Da aber die Baubelehrung für die ersten beiden Schiffe auf der sowjetischen BARSUK vollzogen wurden und auch die ersten beiden Schiffe in Leningrad in die Werft gingen, sagte niemand, ich bin auf KSS, sondern ich bin auf SKR!!! So skuril ist das manchmal, denn die Russen kannten den Begriff KSS nicht und alles drehte sich nur um SKR. Selbst die ersten Kommandanten wie "Fritze" Dorn, Kretzschmer, später dann ACH der vier Schiffe, sagten immer nur SKR!

Trotzdem bleibt die Klassifikation in der Volksmarine als KSS bestehen, und für die Russen bleibt es bei SKR. Dabei ist es uninteressant, was diese Schiffsklassen tatsächlich für militärische Aufgaben auf See lösen konnten. Ich schließe mich hier Schappi an, denn die heutigen Kriegsschiffe sind zumeist in ihrer Größe und Einsatzfähigkeit dem Begriff längst entwachsen. Historisch darf ich nur an die sogenannten WASHINGTON-Kreuzer erinnern, hatten sie alle tatsächlich die 20.000 Tonnengrenze eingehalten?Huh

Grüße aus Braunschweig
hillus






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Schappi1976
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« Antwort #10 am: 13 Dezember 2011, 13:14:22 »

@ hillus,
danke für die sehr ausführliche Aufklärung. Es ist schon nicht einfach alles unter einen Hut zu bekommen, bei den weltweit verschiedenen Begriffen...

@smutje 505,

danke für die sehr schönen Modellaufnahmen Smiley Da lacht des Modellbauers Herz Wink Weißt Du zufällig ob es sich um Fahrmodelle handelt bzw. ob sie veräußerbar sind? Aber mein Modell war halt nicht ganz so korrekt, weil ich jung war und die Unterlagen doch eher dürftig waren, aber vom Rumpf habe ich noch einen GFK-Abzug und bessere Unterlagen habe ich mittlerweile auch bekommen Smiley

@smutjekalisch,

danke für das Bild, dieses ist mir auch neu. Wenn ich mich recht erinner, wurde die Rostock vor der Küste versenkt und dient als "Taucherparadies"
Weiß jemand, on dem so ist?

Gruß Angel
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Urs Hessling
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« Antwort #11 am: 13 Dezember 2011, 15:32:31 »

moin,

Kretzschmer, später dann ACH der vier Schiffe,
laß mich mal raten  grin ... Abteilungs-Chef ?

jo, jo, so isset mit de Kürzels, nich nur beie NATO ...

Gruß, Urs
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hillus
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« Antwort #12 am: 13 Dezember 2011, 15:41:40 »

Hallo Urs,

yes my dear, ACH ist Abteilungschef in der Sprache der Volksmarine, bei den Russen "Kommandierender einer Abteilung". Ein Trauma, was man sich alles so merken muss!

Viele Grüße
Jochen
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smutje505
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« Antwort #13 am: 13 Dezember 2011, 17:09:19 »

Hallo Angel ...das sind alles Standmodelle(er hatte noch am U-Jäger Hai gebaut,weiß aber nicht ob er ihn fertig bekommen hat)
Ps.der Claus war von 1959-1961 Signäler auf der "Karl Liebknecht" KSS 104(Stabsmatrose)

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« Letzte Änderung: 13 Dezember 2011, 17:25:07 von smutje505 » Gespeichert
RonnyM
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« Antwort #14 am: 13 Dezember 2011, 17:29:47 »

...smutje, auf dem mittleren Bild fehlt aber der "Löschbehälter"... grin grin grin Matrose gruesst

Grüße Ronny
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...keen Tähn im Muul,
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