moin, die Herren,
da muß ich auf Einiges hinweisen ...

Bätge Niels KKapt.01.09.43. "T-2" Cdr.(10.39-09.40). "T-20" Cdr. (06.43-09.43). "Z-10.".I.O.(03.43-06.43). "Z-35" Cdr. (22.09.43-12.12.44). 12.12.1944 19.04.1913 Reval/Estland R.K.04.01.42.
Als Schnellbootfahrer muß ich doch einmal hervorheben: Niels Bätge war von 10/40 bis 3/43 Flottillenchef der 4. Schnellbootsflottille und erhielt für deren Erfolge (Kommandanten waren Götz von Mirbach, Karl Müller, Erhard Karcher, Heinz-J. Meyer) im Westraum am 4.1.42 das Ritterkreuz.
In Kiellinie fahrend, bestand der Verband aus zwei Torpedobooten und drei Zerstörern in der Reihenfolge: T 23; T 28; Z 43; Z 35 und Z 36.
Auf Z 35 war der Flottillenführer, Kapitän zur See Friedrich Kothe.
Aus zwei Peilungen, die der Steuermann von T 23 mit dem Leuchtfeuer Parkerort um 00:54 Uhr und ein zweites Mal um 01:30 Uhr nimmt, errechnet er den Standort, der ihm zeigt, dass der Schiffsverband sich auf einer 9 sm zu weit nördlichen Position befindet. Das meldet er dem Verband, daraufhin drehen die beiden Torpedoboote und Z 43 kurz vor der Minensperre bei, Z 35 und Z 36 jedoch fahren in das Minenfeld und versinken nach je zwei Minentreffern.
Der Verband lief zum Zeitpunkt der Minentreffer nicht mehr in Kiellinie sondern hatte schon die Minenwurfformation eingenommen und war bereit zum Werfen.
Die Flottille ... war in eine eigene Minensperre gefahren, die im April 1944 von einem Zerstörerverband, zu dem auch Z 35 gehörte, gelegt worden war.
Zwei "Korinthen": Ein Flottillenführer ist ein Schiffstyp (großer Zerstörer), die Führungsposition einer Flottille heißt "Flottillenchef". Der Leuchtturm heißt "Pakerort".
Ich beziehe mich im Folgenden hauptsächlich auf einen Artikel von M.J.Whitley in der Marine-Rundschau 5/1981.
Der Verband lief nacheinander in mehreren unterschiedlichen Marschformationen, die von Dir angegebene Formation war die letzte, die unmittelbar vor dem Eindrehen auf Wurfkurs eingenommen werden sollte. Dies erwies sich bei Nacht und schlechtem Wetter als äußerst schwierig. Die Konzentration auf diese Aufgabe und nicht auf eine exakte Navigation trugen zur Katastrophe bei. Die Hauptursache der Katastrophe war die fehlerhafte Navigation des Verbandsführers, der allen anderen Einheiten untersagt hatte, Radar, Funk und Sprechfunk zu benutzen !
Tatsächlich war der Verband zum Zeitpunkt des ersten Minentreffers schon ungeordnet und auseinandergerissen,
T 23 hatte, korrekt navigierend, viel früher angedreht,
T 28 und
Z 43 hatten später, nach Unterwasserortungen, selbständig scharf nach Süden abgedreht.
Die Minensperre war von den Minenschiffen
Brummer und
Linz sowie
T 23 und
T 28 (!) im September 1944 gelegt worden.
http://www.wlb-stuttgart....eg/miszellen/44-12-12.htmGruß, Urs