Schiffsattrappen in der Volksmarine

Begonnen von Steffen1, 07 Januar 2012, 19:10:22

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Steffen1

Gab es in der Bundesmarine derartige Schiffsattrappen, wie in der Volksmarine ( hier 6. Flottille, KTS ).



Trimmer

Hallo Steffen- ich kann Dir mit 100% Sicherheit sagen das es das zumindest auch bei der BW  gibt. Ich kenne persönlich einen Mann der sich mit so etwas in Storkow beschäftigt. Zivilangestellter bei der BW.

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

der erste

Diese Technik gab es nicht nur in der NVA. In den beigefügten Links seht Ihr die aufblasbare Technik der russischen Armee. Es gibt dort mindestens 1 Regiment, welches sich nur mit dieser Scheintechnik beschäftigt. Dazu gab es mal einen ausführlichen Bericht, leider finde ich im Moment den link nicht. Die Scheinziele sind so ausgerüstet, das Radarstrahlung absorbiert wird, Wärme wird ebenfalls abgegeben. Im Moment arbeitet man daran, Funkgespräche zwischen den einzelnen Besatzungen der dagestellten Technik zu imitieren.

http://www.newstube.ru/tag/naduvnaya-voennaya-texnika
http://fishki.net/comment.php?id=77472

Steffen1

Sehr interessant die Technik von Landstreitkräften. Das die Russen so etwas hatten war mit schon bekannt. Man hatte schon im WK II mit derartigen Scheindarstellungen gearbeitet.
Aber, dass es in der VM solche Attrappen gab ,war mir bis nach der Wende nicht bekannt.

der erste

Nun habe ich den Film gefunden. Er berichtet über die Aufgaben des 45. Ingenieurtechnischen (Maskierungs ) Regiments der russichen Armee. http://www.youtube.com/watch?v=oeQMxtV1nCI&feature=related
Wenn die Beiträge nicht zum Thema passen, bitte verschieben. Vielleicht gab es das Thema ja auch schon mal.

RonnyM

...Achim, du verwirrst mich... :-o

Bisher hab' ich noch nie was von der Attrappentechnik in der BW gelesen noch gehört. :roll: Und da du von Storkow sprichst, sind wir schon wieder im Osten - und da trifft das zu :-D

Kann jemand belegen, dass auch im Westen mit Attrappen "gearbeitet" wurde - außer WK II  :?

Grüße Ronny
...keen Tähn im Muul,
over La Paloma fleuten...

Trimmer

Mein lieber Ronny - das ist die "Kurmark" - Kaserne und zu DDR - Zeiten waren da schon die "Pioniere" und daran hat sich auch nichts geändert. Einige dieser Leute haben schon immer an "Scheingeräten " gebastelt und warum sollte man diese Erfahrungen nicht nutzen. Übrigens die Engländer haben ja auch damals vor dem D-Day jede Menge "Scheinflugplätze und Panzer " auf der Insel hingestellt. Ist also keine Erfindung von nur einem Land.

Gruß - Achim - Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

Kettenhund

Hallo zusammen,

was solche Attrappen bei der Bundeswehr angeht, kann ich leider nichts genaues beitragen. Es gab aber einen Kameraden, der hatte eine etwas andere Attrappe; privat beschafft vom Beate-Uhse-Versand.
Gilt das auch?  :-D :-D :-D

Viele Grüße ins Forum,
Carsten
veritatis iter age et honeste vive

smutje505

Hallo Carsten ...wenn sie gut getarnt ist und Flagge zeigt ja :-D :MLL:

RonnyM

...also smutje 505, im "Gegenfeuer" bist du unschlagbar... :-D top

Grüße Ronny
...keen Tähn im Muul,
over La Paloma fleuten...

TD

bei der Gelegenheit:


Ich suche seit 1990 Infos zu den von der Volksmarine beschodssenen Zielschiffe.

Habe damals noch mit den ganzen Offizieren des Militärachivs Potsdam gesprochen, welche allerdings nicht helfen konnten.

Ich suche

A:  Angeblich auf eine Sandbank liefende Wracks mit Giftgasladung an Bord

B:  Beschuß (  Versenkung ) von Betonschiffen


Kann ja nun Glück haben ?


Gruß

Theo

...ärgere dich nicht über deine Fehler und Schwächen, ohne sie wärst du zwar vollkommen, aber kein Mensch mehr !

Urs Heßling

moin,

Zitat von: Trimmer am 07 Januar 2012, 19:27:57
ich kann Dir mit 100% Sicherheit sagen das es das zumindest auch bei der BW 

Mir ist aus meiner Fahrens- und Marinerüstungszeit nichts über vergleichbare detaillierte "Typ-Attrappen" bekannt.

Die einzigen zum Einsatz vorgesehenen "Attrappen" waren Radar-Scheinziele, im Prinzip beschichtete große Ballons, die in vorgesehenen Wartepositionen verankert werden sollten.

Gruß, Urs
"History will tell lies, Sir, as usual" - General "Gentleman Johnny" Burgoyne zu seiner Niederlage bei Saratoga 1777 im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg - nicht in Wirklichkeit, aber in George Bernard Shaw`s Bühnenstück "The Devil`s Disciple"

der erste

Zitat von: TD am 08 Januar 2012, 18:29:47
bei der Gelegenheit:
Ich suche seit 1990 Infos zu den von der Volksmarine beschodssenen Zielschiffe.
Habe damals noch mit den ganzen Offizieren des Militärachivs Potsdam gesprochen, welche allerdings nicht helfen konnten.
Ich suche
A:  Angeblich auf eine Sandbank liefende Wracks mit Giftgasladung an Bord
B:  Beschuß (  Versenkung ) von Betonschiffen
Kann ja nun Glück haben ?
Gruß
Theo

Um Verwechslungen vorzubeugen, die in den Beiträgen genannten "Scheinziele" waren nicht "Zielschiffe" in der Bedeutung des Wortes.
Sie sollten im Kriegsfall Schiffsansammlungen auf Reede, in Disloziierungsräumen und auf dem Marsch darstellen. Sie waren auch nicht in den Flottillen vorhanden, sondern waren im zentralen Lager der VM in Waren vorrätig. Die meisten Offiziere der VM erfuhren von ihrem Dasein erst nach der Wende. An Bord wurden lediglich aufblasbare Winkelreflektoren gefahren.
Zielschiffe im Sinne des Wortes waren die B-61 und B-62, umgerüstete MSR Schiffe des Prj. 89. Sie dienten aber in erster Linie als Zielschiffe für das Torpedoschießen und bei Übungsraketenangriffen. Mit Artillerie wurde auf Scheiben geschossen, verankert oder geschleppt. Eventuell könntest Du die versenkten Schiff in Höhe des Peenemünder Hakens meinen, aber soviel ich weiß, wurde dort nur  von Flugzeugen aus geschossen, nicht von Schiffen.

RonnyM

Na gut, zum Attrappenvorgang kann ich auch noch was beisteuern... :-)

Das war 1966, wir lagen im Arsenal in Kiel im Päckchen mit SS DEUTSCHLAND, weil unser KH 14 (Radargerät) ausgefallen war. Der "Alte" war der Meinung, ich sollte doch mal für Abwechslung beim Schießen sorgen. Bin ich Arimixer schoß es mir durch den Kopf :?. Er war der Meinung, hier im Arsenal müsste es doch Möglichkeiten für einen Radarreflektor geben.
Spätabens nach einem anstrengenden Landgang erblickte ich einen solchen im dämmerigen Licht. Ich an Bord, die Schiffssicherung geweckt, Meldung gemacht was ich brauche, los gings. Den Reflektor auf Seesackgröße "verkleinert" und ab an Bord. Der Lord vom SS hat nur müde geplinzelt und das Ding war achtern schnell "versenkt".
Nächsten Tag dem "Alten" Meldung gemacht. Auf einer Art Palette wurde der Reflektor montiert. Bei der nächsten Ausfahrt ins Schießgebiet vor Olpenitz (da gabs den Stützpunkt noch nicht) wurde dann nach dem Hedgehot-Schießen, Hastei pass auf, die Örlikon 20 mm aktiviert. Nachdem sich die Arimixer ausgetobt haben, rief mich der Chef auf die Brücke und ich durfte mich in die Seile hängen und mich voll auf unser Ziel austoben. Das war geil :-D

Soweit zu unsere Attrappe... :-D

Grüße Ronny
...keen Tähn im Muul,
over La Paloma fleuten...

Trimmer

Hallo Urs - glaube ich Dir schon. Aber zum Beweis hier mal etwas von der BW.

"Neckermann-Panzer"  - Übungsschützenpanzer mit Platz für 6 Grenadiere
                                 - Fahrgestell = Unimog
Gebaut 1956-1960 bei Kässbohrer Ulm

Quelle: Oswald Kraftfahrzeuge und Panzer

Wer sich mal genauer über dieses Gebiet informieren will - siehe Scheinflugplätze in England.
Ich glaube auch das der Kreis der Leute die sich mit solchen Dingen beschäftigen sehr klein ist - aber auch das gehört zu einer Kriegsführung - Tarnen und täuschen

Gruß - Achim-Trimmer
Auch Erfahrung erhält man nicht umsonst, gerade diese muß man im Leben vielleicht am teuersten bezahlen
( von Karl Hagenbeck)

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