5. Endspurt
10. März 1945, Sa.
„Fähnriche! Fähnriche! Jetzt geht’s zum Endspurt!“ doziert unser lieber Zugführer, und dann verfällt er wieder in seine Ultra-Pädagogik, von der weder der Laie noch der Fachmann etwas spürt. Ich greife zu meinem Kriminalroman „Die kalte Hand“ und lese. Die Handlung ist gruselig und schön. Sie bewegt sich jenseits aller Logik und Wahrscheinlichkeit in allen möglichen und unmöglichen Ebenen.
Trotzdem verweilt man gern in diesem schwerelosen Terrain und akzeptiert willig die Entspannung, die auch leichte Literatur mitunter zu vermitteln vermag. Man muß die letzten ruhigen Stunden ausnützen und genießen. Wer weiß, wenn es uns wieder einmal so gut geht.
11. März 1945, So.
• Amerikanische Luftangriffe auf Kiel, Bremen und Hamburg, die RAF bei Nacht mit 1000 Flugzeugen auf Essen.
12. März 1945, Mo.
Unserer 01 hat doch recht vernünftige Ansichten. Heute sagte er: „Es ist ein Unding, daß die Soldaten in den Kasernen sitzen und die zivile Bevölkerung als Volkssturm den Schutz der Heimat übernimmt!“
Diesen Standpunkt habe ich schon lange vertreten, und jeder ehrliche Mensch wird dem beipflichten; denn schon die Achtung und Pietät unseren Eltern gegenüber verbietet ein solches Unterfangen. Und im Übrigen soll man von unseren ältesten Jahrgängen nicht noch erzwingen wollen, was nicht einmal unseren aktiven und heldenhaft kämpfenden Elitetruppen gelingt. Alles hat einmal eine Grenze. Sie ist aber nicht nur erreicht, sondern schon lange überschritten! –
Vor einigen Tagen äußerte sich unser 01 auch einmal darüber, daß wir den Krieg möglicherweise auch verlieren könnten. Nun ist das keine absolute Neuigkeit mehr, aber eine Ansicht, die man nicht einmal gern im engsten Kameradenkreise diskutiert. Unser 01 aber sagt das laut und öffentlich vor einem Forum von so und soviel Lehrgangsteilnehmern und Offizieren. Das aber sind heutzutage immer noch Dinge, die man denken kann, die man klugerweise aber besser nicht ausspricht. Man braucht doch nur die Presse und die Verordnungen zu lesen, um zu wissen, daß man durch solche Äußerungen zum Saboteur und Defätist wird und Kopf und Kragen riskiert. Wenn er sich trotzdem zu solch einem offenen Wort herbeiläßt, dann ist das ein sehr großer Vertrauensbeweis uns gegenüber, der ihn nur noch mehr in unserer Achtung steigen läßt. Kapitän Skibowski ist deshalb auch der beliebteste und geach-tetste Offizier der Marine-Nachrichtenschule Mürwik.
13. März 1945, Di.
Alles arbeitet schon auf die Besichtigung hin, und auch der gesamte Unterricht ist darauf eingestellt. Schon tauchen immer häufiger die typischen Konglomeratprüfungsfragen auf wie z. B. „Wann muß man wo, unter welchen Voraussetzungen, an welchem Knopf, wie lange, in welcher Richtung drehen?“
Nächste Woche sind schon die Schlußarbeiten fällig. Das Rennen machen natürlich diejenigen, die von den Schulen und Ausbildungsstätten kommen, dort als Ausbilder fungiert haben und das meiste schon x-mal durchgepaukt haben. Aber wir anderen schaffen es auch. Keine Bange!
• Kräfte der russischen Armee beginnen im Raum Heiligenbeil (Ostpreußen) einen Großangriff. Die südwestlichen Verbindungen in die Festung Königsberg gehen sofort verloren.
15. März 1945, Do.
Wie ist es eigentlich zu erklären, daß der Dienstrang des Fähnrichs so viel Spitznamen aufzuweisen hat? Ist der Fähnrich nun tatsächlich eine solch spottwürdige Figur oder reiben sich hier an der Grenzlinie zwischen Mannschafts- und Offiziersrang die dienstlichen Unebenheiten an sich schon in besonderem Maße? Ein äußerst anfälliger Dienstrang ist es ohne Zweifel.
Die gebräuchlichste Bezeichnung lautet, wenigstens hier in Flensburg, Kakerlake. Was haben wir denn nun mit diesen kleinen Tierchen gemein? Ist es die Häufigkeit, mit der sie auftreten, ihre Freßlust oder der Umstand, daß sie überall auftauchen, wo sie nicht hingehören? Ich finde trotz aller Überlegung keine direkte Parallele.
Sinnfälliger dagegen ist in Hinblick auf die schmalen Schulterstücke die Bezeichnung Schmalspuroffizier. Darunter kann man sich wenigstens noch etwas vorstellen und eine Beziehung ableiten.
Fähnrich ist aber auch ein imaginärer, fast möchte ich sagen, embryonenhafter Dienstrang, eine unangenehme Zwitterstellung. Man fühlt sich ganz verlassen und kommt sich vor wie ein Hund ohne Schwanz. Man ist nichts Ganzes und nichts Halbes. Ein Jahr lang geht man gewöhnlich als Fähnrich schwanger, bevor man endlich nach vielen Lehrgangswehen ein paar dünne Kolbenringe gebiert. Es ist eine lange Zeit, zumal wen man bedenkt, daß zur Herstellung eines gänzlich neuen Menschen nur neun Monate benötigt werden!
• Amerikanische Flugzeuge bombardieren mit geringer Erfolg das verbunkerte Hauptquartier des OKH und des Wehrmachtsführungsstab in Zossen südlich Berlin. Die Lage war dem Gegner doch schon lange bekannt. Warum erst jetzt? Na? Das Gebiet fällt in den russischen Besatzungsbereich! Da kann man doch mal draufhauen! -
17. März 1945, Sa.
Von zu Hause ist immer noch keine Post eingegangen. Ich weiß nicht, ob Gertrud meinen Brief rechtzeitig erhalten hat und ob die Meinen noch zu Hause in Dresden oder schon im Gebirge sind. Unruhig flattern die suchenden Gedanken hin und her und wissen nicht, wo sie sich niederlassen können. Sie kommen nicht zur Ruhe und sind doch so müde.
• Kräfte der US-Armee besetzen Koblenz.
18. März 1945, So.
• Bisher schwerster Luftangriff der Amerikaner auf Berlin mit über 4 000 t Sprengbomben.
Der 14tägige Kampf um Kolberg ist zu Ende. Vor den polnischen und der russischen Truppen können ca. 75 000 Personen, Einwohner, Verwundete und Soldaten von der Kriegsmarine abtransportiert werden.
19. März 1945, Mo.
Mein Bernauer Kamerad, der mit der alten Dienststelle noch in regem Briefwechsel steht, erzählte mir heute, daß ein Teil der Bernauer Funkstelle nach Langenargen (Bodensee) verlegt worden sei. Auf der Fahrt dorthin sei der Transport von englischen Jagdfliegern angegriffen worden. 34 Kameraden hätten dabei den Tod gefunden. Einzelne Namen waren ihm aber noch nicht bekannt.
Ich möchte einmal wissen, wie viel von unserem Hundertmillionenvolk nach dem Kriege noch übrig geblieben sein wird.
• Der Führer erläßt den Befehl „Verbrannte Erde“ („Nero-Befehl“). Sämtlicher Industrie- und Versorgungsanlagen innerhalb des Reichsgebietes sollen vor dem Rückzug der deutschen Truppen zerstört werden.
20. März 1945, Di.
Heute wurde bei der Musterung bekanntgegeben, daß jeder zur Rechenschaft gezogen wird, der sein Gebiß zerbricht. Kamerad Pohl ergänzt die Ver- ordnung noch in ironischer Weise und meint: „Ferner wird bestraft, wer sein Glasauge vorsätzlich verlegt oder mit seinem Holzbein Feuer anmacht!“
Das ist natürlich frivol, trifft aber den Kern der Sache. Wenn man sich dann noch eine der letzten Bestimmungen vor Augen hält, wonach für jeden Soldaten, der unverwundet in Gefangenschaft fällt, die Angehörigen haften, dann weiß man so ziemlich genau, was draußen an der Front an- liegt.
• Die Amerikaner bomben Hamburg.
21. März 1945, Mi.
Heute besuchte uns ein „besserer“ Herr, seinen Namen habe ich wieder vergessen, und gab uns unsere neuen Kommandos bekannt. Wir waren gespannt wie ein alter Regenschirm. Noch einmal wurden wir dem Kriegsgott wie auf einem Präsentierteller zum Zulangen herumgereicht. Bordstellen waren diesmal keine dabei.
In der Hauptsache handelte es sich um MND- und Peilstellen. Mein Kommando liegt beim Marineoberkommando Nord, steht aber im Einzelnen noch nicht genau fest. Im Übrigen erstrecken sich unsere Kommandos auf den Raum Warnemünde, Saßnitz, Bornholm, Dänemark, Wilhelmshaven, Norddeich, Borkum und Soest.
Nach Norwegen wird niemand mehr verfrachtet, da dort sämtliche Stellen voll besetzt sind. Fünf Mann von unserem Lehrgang bleiben außerdem hier und absolvieren noch einen Lehrgang in Funkmeß, um danach auf diesem Gebiet eingesetzt zu werden. Diese Kameraden tun mir am meisten leid. Ein Lehr- gang ist ganz schön. Zwei Lehrgänge, daß ist schon weniger hübsch; aber nun gar noch einen dritten, das halten die stärksten Nerven nicht ab. Wenn man nämlich monatelang nichts anderes zu tun hat, als immer und immer wieder nur zu pauken und zu büffeln, dann ergeht es einem zuletzt wie einem Akku, der zu lange und zu stark aufgeladen wird. Er erhitzt sich und fängt an zu kochen. Das aber ist für alle Beteiligten nicht gut!
22. März 1945, Do.
Jetzt wird auch noch der elektrische Strom rationiert. Ab heute gibt es in der Zeit von 19 bis 21 Uhr kein Licht mehr. Es greift eben eins ins andere. Erst ging uns die Heizung aus und jetzt das Licht. Alles das sind Anzeichen für eine beginnende oder auch endende wirtschaftliche Ausblutung. Auch hier kommt eines nach dem anderen, langsam, sicher und unaufhaltsam! –
• Amerikanische Kräfte überwinden den Rhein bei Oppenheim.
23. März 1945, Fr.
• Eine russische Offensive „stückelt“ die Verteidigungslinie Hela - Oxhöft-Gotenhafen und Danzig-Weichselniederung in drei Teile. Die russischen Truppen rennen südlich Frauenburg gegen die Front der 18. Armee an. Die „6. Kurlandschlacht“ begann am 18.3.
24. März 1945, Sa.
Der Frühling feiert seine ersten Triumphe. Die Schneeglöckchen läuten und die Krokusse blühen. Der Posten am Haupttor tritt wieder ohne seine großen Filzstiefel heraus, die kleinen Mädchen schürzen die Röckchen höher und die Männer lassen ihre schweren Wintermäntel daheim. In den Bäumen zeigen sich die ersten grünen Blattspitzen. Einige kleine gefiederte Sänger sind auch schon da, und die einheimischen Spatzen gebärden sich wie toll vor Freu- de, weil sie nun einen reichlicher gedeckten Tisch vorfinden und nicht mehr nur auf die eintönigen „Pferdepfannkuchen“ der Straße angewiesen sind.
Auf den nahen Hängen pflügen die Bauern und bestellen ihre Felder. Schnurgerade ziehen sie tief die langen braunen Furchen und lassen sich auch durch die zahlreichen Schützenlöcher und MG-Nester nicht abbringen. Das ganze Stellungssystem wird mit umgepflügt und eingeebnet. Weiß der Bauer schon, wie es kommen wird? Nimmt er bereits die zukünftige Entwicklung, den kommenden Frieden voraus? Der Bauer steht mehr als jeder andere mit beiden Füßen fest auf der Erde, und deshalb glaube ich auch, muß er am besten wissen, was uns not tut und was kommt! Der Pflug über unseren Schützengräben ist Untergang und Aufstieg, Retraite* und Fanal! – (*
Rückzug, Zapfenstreich)
• Die 21. alliierte Heeres-Gruppe (FM Montgomery) überwindet den Rhein bei Wesel. Amerikanische Bomber fliegen einen Angriff auf Berlin. Gestartet sind sie in Italien!
26. März 1945, Mo.
Heute ging endlich die langersehnte Post von zu Hause ein. Gertrud ist mit den Kindern noch in Dresden. Ich freue mich, daß sie meinen Rat befolgt hat und will ihr auch gleich ein paar aufmunternde Zeilen schreiben.
„Meine Lieben! Ich bin Euch dankbar, daß Ihr die Kraft zum Ausharren aufgebracht habt. Es gibt nun einmal Dinge, vor denen man nicht flüchten kann und auch nicht soll. In Zeiten der Not soll der Mensch dort stehen und ausharren, wo er zu Hause ist und hingehört, der Bauer auf seiner Scholle und der Städter in seinen Mauern. Auch die Heimat verlangt eine Treue und all die Dinge, die uns im Leben bisher begleiteten. Ich würde jedenfalls nicht weichen, sondern versuchen, das mit aller Kraft und mit ganzem Herzen festzuhalten, was einem noch gehört. Nur was man aufgibt, das hat man verloren“!
„Also Kopf hoch! Sind wir bis jetzt heil durch die sechs langen Kriegsjahre gekommen, dann halten wir uns auch noch die letzten paar Wochen über Wasser. Fasse Mut! Denk an das Nächstliegende, laß aber auch das Übermorgen nicht außer acht. Bestell jetzt im Frühling wie jedes Jahr auch Deinen Garten, stecke Kartoffeln und pflanze auch Tabak. Wir werden alles gebrauchen. Im Übrigen aber mag ein gütiges Geschick mir Dich und die Buben erhalten, und dann wird die Zeit das ihrige tun.“ –
27. März 1945, Di.
Ich glaubte immer, bei uns älteren und verheirateten Soldaten wären die Sorgen um die Lieben daheim am größten, aber auch unsere jüngeren Kameraden leiden schwer unter den jetzigen Verhältnissen.
Der junge Obergefreite B., den ich noch von Bernau her kenne und der jetzt hier in Mürwik an einem Maatenlehrgang teilnimmt, wartet seit dem 26. Februar auf Post von seinen Eltern aus Chemnitz, das in der letzten Zeit ebenfalls laufend schweren Luftangriffen ausgesetzt war.
Noch schlimmer ergeht es unserem jungen Kameraden M. Zu seinen Eltern, die im feindbesetzten Rheinland wohnen, ist schon seit Wochen jede Verbindung abgerissen. Sein ältester Bruder wird seit Monaten in Rußland vermisst. Sein zweiter Bruder, der mit mir in Bernau war, ist auf dem Transport nach Langenargen durch den Fliegerangriff schwer verletzt worden. Ihm mußte ein Bein abgenommen werden. So sieht der Krieg in seiner letzten Phase schon in der Heimat aus. Er frißt alles und keiner bleibt verschont!
28. März 1945, Mi.
Nun müssen wir noch durch das schmale Nadelöhr der Besichtigung, die heute von 9 bis 11 Uhr angesetzt ist. Erwartungsvoll stehen wir im großen Prüfungsraum und harren der Dinge, die da kommen sollen. Unsere Ausbilder sind auch schon vollzählig zur Stelle. Der 01 ist eben zur Tür gegangen, um den Kommandeur in Empfang zu nehmen. Es ist gleich 9 Uhr. Er muß jeden Augenblick erscheinen.
Endlich kommt der Hund, d. h. sein Dackel. Am Schott verhält er kurz, mustert mit klugem Blick die Runde und springt das flugs auf den ersten der bereitstehenden Stühle und setzt sich hier in Positur.
Jetzt tritt auch der Kommandeur selbst ein. Er begrüßt uns kurz und dann geht es in „medias res“. Ein Planspiel dient als Ausgangspunkt, und daran knüpfen sich dann allerhand taktische und technische Erwägungen. Das ganze spielt sich aber sehr ruhig ab, und oft ergreift der Kommandeur selbst das Wort, um seine Stellungnahme zu dieser oder jener Frage kurz zu umreißen. Man sagt, er habe eine ruhige Nacht gehabt.
So ging auch diese letzte Prüfung schmerzlos an uns vorüber. Mit der Bestallung zum Oberfähnrich in der Tasche sind wir entlassen und dürfen die Fahrt zum neuen Kommando antreten. So eilig haben wir es aber gar nicht. Jetzt wollen wir nach den angestrengten Tagen erst einmal in Ruhe verschnaufen und Ostern feiern. Wenn nach den Feiertagen der Krieg noch nicht zu Ende sein sollte, dann kann man ja immer noch sagen: „Na, denn man tau!“
• Gotenhafen in russischer Hand.
29. März 1945, Do.
Heute habe ich auch meine Führung gelesen. Ich war erstaunt; denn sie ist wirklich gut. Es trat darin sogar ein neuer, bisher noch nicht verbuchter Charakterzug von mir in Erscheinung. Es steht nämlich geschrieben: „Manchmal etwas eigensinnig.“ Der Mann hat recht. Ich habe manchmal meinen eigenen Sinn und davon bringt mich dann auch so leicht niemand ab. Immerhin bin ich mir noch im Zweifel, wie es unser Zugführer im Grunde gemeint hat. Mit anderen Worten: Es wäre noch die Frage zu klären, ob das nun ein Tadel sein soll oder eine Empfehlung, aber darüber sprechen wir ein andermal.
30. März 1945, Fr.
• Danzig verloren. Amerikanische Bomben auf Hamburg, Bremen und Wilhelmshaven. Kreuzer „Köln“ sinkt. Im März 1945 versenkten deutsche U-Boote im Atlantik 16 alliierte Handelsschiffe mit 67 386 BRT.*
U-Boot-ArchivS t..., Woldemar Stammrollen-Nummer IV 0..../38 DET
Fähnrich
Dienststelle: Marine-Nachrichten-Schule Mürwik / Abkommandierung an
vom 7.1. bis 30. III. 1945 = 0 Jahr 2 Mon. 25 Tage
Abschlußbeurteilung
vom FTB-ROA-Lehrgang Flensburg- Mürwik
a) Ausschließliche Verwendung im Funkdienst. Fronteinsatz auf Vp.- und M-Booten. Auf allen Kommandos als zuverlässiger, selbständig arbeitender Wach- und Stationsleiter beurteilt.
b) Leistungen im Waffen- bzw. Fachdienst
Seine Fachleistungen sind genügend bis ziemlich gut. Verspricht im praktischen Einsatz mehr zu leisten, als er auf dem Lehrgang zeigen konnte. Arbeitet sehr zuverlässig und pflichtbewußt.
b) allgemeine militärische Leistungen und Eigenschaften
Besitzt Führereigenschaften. Versteht es, bei guter soldatischer Haltung sich Untergebenen gegenüber durchzusetzen.
c) Charakter und Anlagen
Strebsamer, gereifter Charakter mit stillem, zurückhaltendem Wesen. Gegenüber Ermahnungen leicht etwas eigensinnig. Bei ziemlich guter Allgemeinbildung faßt er etwas schwer auf, gleicht diesen Mangel aber durch Fleiß aus. Beim Herantreten an neue Dinge verhält er sich abwartend, besitzt aber Selbstvertrauen und läßt sich so leicht nicht unterkriegen.
Besitzt den Willen, Gutes zu leisten, bleibt aber noch zu sehr an Kleinigkeiten hängen. Auch fehlt ihm noch der nötige Schwung, um Untergebene mitzureißen. Einsatzbereitschaft und Verantwortungsbewußtsein sind anzuerkennen.
d) Führung: [8] sehr gut
e) Diensttüchtigkeit (Gesamturteil aus a) - d) )
- 6 1/4 - (ziemlich gut), gemessen an den an einen ROA zu stellenden Anforderungen.
Bestanden als 11. unter 19 Teilnehmern des FTB-ROA-Lehrgang
Geeignet: 2.MNO im U-Bootnachrichtendienst.
Mürwik, den 30.III.45 Zugführer: Ltn. Bredendiek.
Ob. Ltn. u. Komp.Chef: ......
Es ist interessant und zuweilen auch wertvoll zu wissen, wie man von anderen beurteilt wird. Trifft ein solches Urteil auch nicht immer und in allen Einzelheiten zu, so zeigt es doch, wie man gesehen und worauf Wert gelegt wird. Es ist darum auch kein Fehler, aus dem Urteil anderer zu lernen; denn wie es auch immer ausgefallen sein mag, eines zeigt es immer: Fremde Augen sehen immer schärfer und gewöhnlich auch mehr als die eigenen! -
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