Es gab dazu aber auch eine Konkurrenzentwicklung von der Firma Lorenz, das Gerät "Kurmark" (FMG (Flak) 41 L). Dieses arbeitete mit einer Frequenz von 1000 MHz = ca. 30 cm, also mit einer weit kürzeren Wellenlänge als "Würzburg" (560 MHz = ca. 54 cm).
Dazu muss man sich aber auch die Entwicklungslinie bei Lorenz ansehen:
-) 1935 Entwicklungsbeginn
-) Anfang 1936 erstes funktionsfähiges Laborgerät auf
70 cm Wellenlänge
-) 1936 erste Vorführung des Gerätes vor der Marine, wobei in 15 m Seehöhe gegen 4.000 t - Schiffe 7.000 m und gegen Flugzeuge 4.000 m Reichweite erzielt werden
-) 1936 Verkürzung der Wellenlänge auf
62,4 cm, womit das Luftschiff "Hindenburg" schließlich bis in 30 km Entfernung geortet werden kann
-) Entwicklungsauftrag des Heereswaffenamtes für ein "FuMG Flak", das auf Kreuzlafette transportabel ist
-) Ende 1938 Übergabe des A2-Geräts, später FuMG38L genannt (Wellenlänge 62,4 cm, Senderleistung 1 kW, Reichweite 8-13 km gegen Flugzeuge, bis 10 km gegen Schiffe, Emessgenauigkeit +- 100 m, Peilgenauigkeit +- 3-4°)
-) Anfang 1940 Erprobung des Nachfolgemodells FuMG39L (Wellenlänge 62,4 cm, Senderleistung 2 kW, normale Reichweite 10-15 km gegen Flugzeuge, maximale Reichweite 20-25 km gegen Flugzeuge, Emessgenauigkeit normal +- 40-45 m, Bestwerte +- 20-25 m, Peilgenauigkeit Seite +- 2-3°, Höhe +- 3-4°)
-) 1940 Truppenversuch des FuMG38L an der Kanalküste
-) Herbst 1940 Truppenerprobung des FuMG40L (Wellenlänge
53,6 cm, Senderleistung 50 kW, Reichweite gegen Flugzeuge bei Maximumpeilung 35-50 km, bei Umtastpeilung 25-40 km, Emessgenauigkeit normal +- 30-40 m, Bestwerte +- 20-25 m, Peilgenauigkeit Seite und Höhe +- 0,5-0,75°)
Das Gerät erwies sich bezüglich der Peilgenauigkeit dem bereits vorhandenen "Würzburg C" unterlegen und die Geräteserie wurde daher nicht für eine Serienbeschaffung vorgesehen.
Das bezüglich der Peilgenauigkeit stark verbesserte Nachfolgegerät, das FuMG41L (Wellenlänge
30 cm, Spiegeldurchmesser 3 m), wurde daher nicht fertig entwickelt, obwohl es bereits zu 80 % abgeschlossen war.
Daher kam nur eine Kleinserie von 20 FuMG39L und FuMG40L zur Auslieferung.
Details nachzulesen bei:
Dr.-Ing. Gotthard Müller,
Funkmeßgeräte-Entwicklung bei der C. Lorenz AG 1935 - 1945
Manuskript