Im August 1933 wurde der deutsch - russische Nichtangrifspakt geschlossen, in dessen Folge die Handelbeziehingen intensiviert wurden. Als Gegenleistung für russische Warenlieferungen verlangten diese unter anderem Baupläne der BISMARCK-Klasse und auch die Lieferung von kompletten Kriegsschiffen.
So sollten SEYDLITZ und LÜTZOW an Russland verkauft werden. Die deutsche Führung war allerdings nur zum Verkauf eines der Kreuzer bereit und so wurde die LÜTZOW als das am wenigsten fortgeschrittene Schiff am 11.02. 1940 an Russland verkauft. Zu diesem Zeitpunkt war die Antriebsanlage noch nicht fertiggestellt und der Kreuzer somit noch fahrunklar. Nur zwei der vier schweren Türme waren eingebaut und nur einer dieser Türme hatte seine Bestückung mit 20,3cm Geschützem erhalten.
Am 15.04 1940 begann unter Schlepperhilfe die Überführung nach Leningrad. Hier sollte sie fertiggestellt werden.
Bei der Fertigstellung sollten 70 deutsche Werftarbeiter untr der Leitung des KAdm (Ing) Feige den Russen zur Seite stehen. Gleichzeitig wurde der Weiterbau durch deutsche Materiallieferungen unterstützt.
Unter dem Eindruck der Vorbereitungen des Russlandfeldzuges wurden diese Lieferungen ab Anfang 1941 gedrosselt und das deutsche Personal nach und nach abgezogen. Am 21.06 1941 verließ der letzte deutsche Berater Leningrad.
Zurück blieb ein unfertiger und nicht fahrbereiter Kreuzer, der mittlerweile den Namen PETROPAVLOVSK erhalten hatte.
Im Zuge der Vorbereitungen zur Verteidigung der Stadt Leningrad ließ die russische Führung den Kreuzer soweit fertigstellen, daß zumindest eine Feuerbereitschaft erreicht wurde. In diesem Zustand griff die Artillerie des Kreuzers im September 1941 in den Abwehrkampf gegen die heranrückenden deutschen Truppen ein. Am 17.September wurde die PETROPAVLOVSK selbst schwer getroffen und bekam aufgrund von Wassereinbruch starke Schlagseite. Bedingt durch den Ausfall der E-Werke und der Pumpen konnte der Wassereinbruch nicht mehr gestoppt werden und der Kreuzer setzte sich auf Grund.
Genau ein Jahr später konnte das Schiff nach provisorischer Abdichtung und unter der Zuhilfenahme bordfremder Pumpen gehoben und zu einem neuen Liegeplatz verholt werden.
Erneut konnte im Januar 1945 eine Feuerbereitschaft hergestellt werden und so griff der nun in TALLINN umbenannte Kreuzer in den Kampf gegen die deutschen Truppen ein. Nach der Zuückschlagung der Wehrmacht verblieb der nunmehr für den Kampfeinsatz wertlos gewordene Kreuzer in Leningrad und wurde als Wohnhulk eingesetzt.
In den späten 50er Jahren wurde das Schiff nochmals in umbenannt. Als DNEPR wurde es nach Kronstadt geschleppt und 1958 abgebrochen.
Quelle:
www.deutschekriegsmarine.de