Moin, moin zusammen!
Mit großen Erwartungen heute morgen nach Kiel. Kieler Woche - ein Begriff, der für freundschaftliches Zusammentreffen von Seglern und Marineschiffen aller Nationen steht.
Direkt an der Straße zum Stützpunkt einen schattigen Parkplatz gefunden. Dann zum Haupttor und die erste Enttäuschung; nein auf das Gelände können wir nicht, die Schiffe sind erst ab 13.30 bis 16.30 zu besichtigen; viele andere enttäuschte Gesichter und einige Zeitgenossen waren richtig angefressen. Denn es war 11 Uhr ... da war ich aus Wilhelmshaven irgendwie anderes gewohnt. Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, daß Gäste ziviler Art nicht so gern gesehen seien. Aber ich kann mich auch täuschen. Also einen Spaziergang an der Förder entlang. Und siehe da, auf fast allen Einheiten waren die Zeltlinge und Biertischgarnituren aufgebaut und geschätzte 1000 Personen in ziviler Kleidung tummelten sich auf den Schiffen ... merkwürdig?

Bei einem Gespräch mit einem Kieler erfuhr ich, daß nur noch heute die Möglichkeit bestehe, die Schiffe zu sehen. Obwohl die Veranstaltung ja noch ein paar Tage läuft.
Gegen 13.3 Uhr wieder zum Westtor gebummmelt, wo sich bereits eine große Menschenmenge angesammelt hatte.
Der Einlaßt erfolgte auf die Minute und die erste Überraschung, meine Frau mußte ihre Handtasche öffnen. Leider hatten wir diesmal keinen Plastiksprengstoff dabei; wir hätten sonst gern welchen abgegeben.

Dann das nächste Aha-Erlebnis; obwohl angekündigt, waren die Fregatte Karlsruhe und der Betriebsstofftanker Spessart nicht anwesend.
Landungsboot Schlei kam zwar mit Gästen in den Stützpunkt eingelaufen, war aber auch, trotz Hinweis auf der Internet-Seite der Marine, nicht zu besichtigen.
Wie dann also auf zur Hessen; dort wollte ich ein paar mir fehlende Detailaufnahmen machen.
Na - und dann staunte ich nicht schlecht. Sollte der kalte Krieg wieder ausgebrochen sein? Müssen sich unsere Freunde hinter schwer bewaffneten Soldaten und Stacheldraht verschanzen? Und warum sind sie denn dann erst über den Teich gekommen? Solche Bilder möchte ich in Deutschland nicht mehr sehen! Das drückte die Stimmung ganz schön. Und einige Kommentare möchte ich hier - weil nicht druckreif - nicht wiedergeben. Die Bilder sprechen wohl für sich.



Aber es gab auch Schiffe zu sehen; wer das Areal in Kiel kennt, kann sich vorstellen, daß es gar nicht möglich ist, allen Schiffen eine Aufwartung zu machen. Vielleicht denken die verantwortlichen Damen und Herren einmal darüber nach. Es ist einfach einem Ereignis wie die Kieler Woche unwürdig, wenn sich unsere Marine in dieser Form hier der Öffentlichkeit präsentiert.
Sehr freundlich waren die Herren aus Polen auf ihrer Korvette "Kashub" ... ich konnte nach Herzenslust fotografieren; ich beschränke mich auf ein Bild. Die anderen werden dann in mein Archiv gestellt ...

Und auch der englische Zerstörer "Edinburgh" lud ein ... aus Zeitgründen aber nur von außen besehen.

Der Nachfolger meiner alten "Oste" ... das neue Flottendienstboot ... A 52 als Kennung ist geblieben.

Auch aus dem Bauprogramm 55 und noch immer im Dienst; der Hochsee- und Bergungsschlepper "Fehmarn".

Mein erstes russisches Schiff, was ich aus der Nähe sehen konnte; die Fregatte "Neustrashimy", 1993 für die Baltische Flotte in Dienst gestellt ...


... und hier noch der Bordhubschrauber.

Hier das Minenjagdboot "Dillingen" ...


... und zum Schluß noch das Mehrzwecklandungsboot "Schlei".

Alles in allem wurde es dann doch noch ein wenig rund. Was gefehlt hat, war das "Kaiserwetter" und die phantastische Stimmung, die hier einfach nicht vorhanden war. Zur gastronomischen Versorgung möchte ich kein Wort verlieren. Obwohl viele Tausend Menschen anwensend waren, erschöpfte sich das Angebot auf zwei Getränkestände.
Das Marinekommando Ostsee in Kiel hat - im Vergleich zu Wilhelmshaven - noch eine Menge zu lernen, was Öffentlichkeitsarbeit angeht.
Das mußte in dieser Form einmal gesagtz werden.
Mit einem lieben Gruß
der Wilfried