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Autor Thema: U-Boot Stützpunkt aus dem Kalten Krieg  (Gelesen 4039 mal)
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Tri
Kapitän zur See
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« am: 16 Juli 2006, 12:54:19 »

U-Boot Stützpunkt aus dem Kalten Krieg

Bezeichnung: ?Projekt 856 GTU? / Objekt 825 / Schwarzes Meer
Ort: Balaklawa / Kreis Sewastopol
Land: Ukraine

Das letzte russsiche Atom U-Boot verließ 1996 den Stützpunkt.

Zitat
Die im doppelten Sinne des Wortes größte Sehenswürdigkeit von Balaklawa ist paradoxerweise nicht zu sehen, es ist ein Atombunker. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurde er teilweise geplündert und zerstört. Seit 2003 wird versucht, daraus ein Museum zu machen. Vierzehn Mitarbeiter führen Touristen durch Teile des 12000 Quadratmeter großen Bunkers.

Unter dem Einfluss der amerikanischen Atombombe von Hiroshima ließ Stalin 1949 in der Bucht von Balaklawa einen gigantischen Atombunker bauen. Die Bauzeit dauerte neun Jahre. Wie viele Bauarbeiter eingesetzt wurden - und wie viele bei den gefährlichen Bauarbeiten ums Leben kamen - ist unbekannt. Bekannt ist nur, dass im Ernstfall hinter dessen meterdicken Stahltoren 14 U-Boote und 30.000 Menschen Schutz gefunden hätten.

Das "Projekt 856 GTU" war eines der bestgehüteten Geheimnisse der Sowjetunion und sollte der Sprengkraft von 100 Kilotonnen und damit der zehnfachen Kraft der Hiroshima-Bombe standhalten.

Jahrzehntelang wurden in der Werft U-Boote der russischen Schwarzmeerflotte repariert. Auch die Atomraketen der Boote lagerten dort.
Quelle: Wikipedia

Bilder:
--> http://russos.livejournal.com/210363.html

Artikel (engl.):
--> http://club.cris.net/crimea/htm/ross-story.htm


Würde ich gerne mal besichtigen. Jolle


Grüße
Tri
« Letzte Änderung: 19 Juli 2006, 15:52:22 von Tri » Gespeichert

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winni
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« Antwort #1 am: 16 Juli 2006, 13:17:58 »

Das muss ein beeindruckendes Bauwerk sein.  shocked
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Es sind immer die Abenteurer die große Dinge vollbringen.


Montesquieu.
Teddy Suhren
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« Antwort #2 am: 16 Juli 2006, 14:53:24 »

Hallo

Balaklawa...war da nicht noch was anderes?
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Gruß
Jörg

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t-geronimo
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Carpe Diem!



« Antwort #3 am: 16 Juli 2006, 15:04:57 »

Ich schau grad Formel 1.

So nennt man auch die Flammschutzhaube der Piloten. smiley

grin


Es gab aber auch http://de.wikipedia.org/w...ki/Schlacht_von_Balaklawa
« Letzte Änderung: 16 Juli 2006, 15:07:20 von t-geronimo » Gespeichert

Schöne Grüße
Thorsten
--

"There is every possibility that things are going to change completely."

Captain W.H. Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941
Teddy Suhren
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« Antwort #4 am: 16 Juli 2006, 15:13:31 »

 grin

Zitat
"Das ist großartig, aber das ist kein Krieg. Das ist Wahnsinn."

Der französische General Bosquet über den selbstmörderischen (und nutzlosen) Angriff der britischen leichten Brigade 1854 bei Balaklava, der mit der Vernichtung der leichten Brigade endete

Du warst mit dem Editieren etwas schneller als ich mit dem Zitieren.  smiley

Ein wahrhaft Historischer Ort.  Matrose gruesst
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Gruß
Jörg

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Warjag
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« Antwort #5 am: 19 Juli 2006, 02:12:00 »

Danke, Tri!

Super Link.

Das letzte russsiche Atom U-Boot verließ 1996 den Stützpunkt.

Interessant, aber das ist wirklich neu für mich, dass bei der Schwarzmeerflotte irgendwelche Atom-U-Boote waren.

Und eine ukrainische Quelle gibt etwas andere Info über den Stützpunkt (Objekt 825):
Gebaut 1957-61.
3.000 Menschen und 9 (8+1 im Dock) U-Boote der Projekte 613 und 633 (WHISKEY und ROMEO).
Verlassen 1995.

Führung: ca. 1,5 Euro (Arsenal, Dock, Kanal beim Dock); Fotoerlaubnis: 1/4 Euro, Video: ca. 5 Euro.
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Schöne Grüße,
Dmitrij
Tri
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« Antwort #6 am: 19 Juli 2006, 07:36:41 »

Hallo Warjag,

das die Anlage die Bezeichnung Objekt 825 hatte habe ich an anderer Stelle auch gelesen. Ist ein Projekt das gleiche wie ein Objekt?

Das mit dem Atom U-Boot lag wohl an der Hitze.  Verwirrt

Du hast natürlich recht, es waren "normale" U-Boote mit Atomwaffen bestückt.

Wieviel Personen werden den im normalen Betrieb dort gearbeitet haben. Vielleicht die angesprochenen 3000?

Grüße
Tri
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wer
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« Antwort #7 am: 19 Juli 2006, 11:31:23 »

Wirklich sehr interessant!

Gruß

Christian
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Warjag
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« Antwort #8 am: 19 Juli 2006, 13:04:45 »

Moin Tri,

Zitat
Ist ein Projekt das gleiche wie ein Objekt?

Nö, ich würde das nicht sagen. Ein Projekt ist normalerweise wirklich ein Entwurf, Projekt Smiley "Objekt" ist ein Begriff für verschiedene Sachen: ein Panzer, ein Flugkörper, ein Stützpunkt, ein Betrieb... können als "Objekt Nr.XXX" bezeichnen werden. Noch ein Fachwort ist "Erzeugnis", das kann auch eine Waffe (Panzer, FK, Bombe usw) sein.

Zitat
Wieviel Personen werden den im normalen Betrieb dort gearbeitet haben. Vielleicht die angesprochenen 3000?

Ja, im Faltblatt steht genau 3000 Menschen.
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Schöne Grüße,
Dmitrij
Leutnant Werner
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« Antwort #9 am: 19 Juli 2006, 15:13:03 »

Geheime Bunker für Überwasserschiffe und  U-Boote hatten mW auch die Jugos und die Schweden. In einen von den Schweden konnten sogar Küstenpanzerschiffe einfahren, habe ich mal in einem anderen Thread gelesen.

Gruß
Lt.
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Tri
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« Antwort #10 am: 19 Juli 2006, 15:41:34 »

Hallo,

also das mit den 30.000 Personen scheint so nicht zu stimmen. Es scheint man konnte 3.000 Personen im Notfall 30 Tage versorgen kann. Wie groß die Belegschaft im Normalfall war  Weiss nicht


Now, about the base itself or "object 825" in brief (quotes from booklet):
- base construction has started in 1957, completed in 1961
- initially it was built by military builders, later subway builders from Moscow, Tbilisi and Kharkov
joined them,
- underground plant and arsenal together is a first degree nuclear-bomb-shelter facility which can host autonomously up to 3000 man for 30 days,
- the facility has up to 126 m of stone ground on Top of it,
- the facility was able to host 9 submarines (8 in central canal, 1 in dry dock)
- central canal length is 505 m, width is 6 to 8.5 m, depth is 6 to 8.5 m,
- the plant was abandoned in 1995; the museum was opened on June 6, 2003,
- the plant and mine-torpedo facilities are still closed; exhibitions are open in arsenal, dock and central canal close to the dry dock,
- fee is 10 grivna (is group is less than 5, then 20 gr.), photo admission costs 5 gr, video - 30.




Quelle: bellabs.ru

Weitere Bilder --> http://www.bellabs.ru/Balaklava/index.html

@Warjag, unter --> http://www.zerkalo-nedeli.com/ie/show/455/40957/ und --> http://submarine.id.ru/history/b29.shtml  scheint ja noch ein wenig mehr über das Object 825 zu stehen. Wäre toll wenn du die wichtigsten Sachen in Stichworten (kurzen Sätzen) für uns übersetzen könntest. smiley

Grüße
Tri
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Warjag
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« Antwort #11 am: 19 Juli 2006, 20:34:39 »

@Tri,

keine Frage Smiley Wenn mein Kind endlich ins Bett geht, mache ich das in Ruhe grin
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Schöne Grüße,
Dmitrij
Tri
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« Antwort #12 am: 20 Juli 2006, 00:09:36 »

@Warjag  Klasse

Danke

Grüße
Tri
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Warjag
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« Antwort #13 am: 20 Juli 2006, 01:00:36 »

@Tri

aber bis jetzt nichts zu danken  wink grin

Es war nicht so leicht Smiley aber ich habe das geschafft, die wichtigsten Sachen aus dem ersten Link zu übersetzen (das zweite ist nicht so interessant, das ist nur eine belletristische Kurzgeschichte von einem ziemlich bekannten Marineschriftsteller). Wenn mein Deutsch irgendwo nicht so hoch ist, macht ihr bitte keine Vorwürfe  grin

Also.

Die allgemeine Fläche der unterirdischen Räume unter Sewastopol erreicht 350.000 Quadratmeter. Und es ist nur auf Heraklei-Halbinsel. Die ehemaligen Militär-unterirdischen Objekte in ganzer Krim sind  noch sogar nicht untersucht. Aber das ehemalige «Objekt 825 GTS » ist ein besonderer Fall.   

Der unterirdische Hafen.

Der unterirdische Komplex für U-Boote in Balaklava wurde 1957-1961 als eine Kernwaffenschutzanlage der ersten Kategorie gebaut. Er wurde noch unter Stalin beabsichtigt, der von den Ergebnissen der Bombardierungen Japans getroffen war und suchte nach den Weisen seine Flotte zu schutzen. Der Bau vom Komplex ging 24-stundenweise in vier Schichte.

Das Objekt 825 besteht aus:
- dem kombinierten unterirdischen Wasserkanal mit den Ausgängen auf beiden Seiten vom Balaklavas Berg,
- dem trocknen Dock,
- den Reparaturwerkhallen,
- den Lagerhäusern für die Aufbewahrung der Torpedo- und andere Ausrüstung,
- den Personalswohnräume
- den Kantinen, Küchen, Badezimmern, Erholungszimmern,
- den Kommandopunkten,
- Kernwaffenschutzräumen.

Die allgemeine Länge vom Tunnel ist 500 Meter, der Tunnel, wo sich die Hauptabteilungen befinden, ist 300 Meter lang. Die Länge des Unterwasserkanales ist 360 Meter, seine Breite ist von 6 bis zu 12 Metern, die Tiefe ist durchschnittlich 6 Meter, aber erreicht stellenweise 8,5 Meter. Der Durchmesser von den grössten Stollen ist 22 Meter. Hier können sieben (auf der ersten Seite geht es um 8 U-Boote huh) U-Boote der sowjetischen Hauptprojekte stationiert und, falls es notwendig ist, konnten sich in die Zuflucht bis zu 14 U-Booten verschiedener Klassen versteckt. Bei der Bedrohung des nuklearen Angriffes hätten die Stollen nicht weniger als drei tausend Arbeiter bedeckt, der Schutz des Komplexes erlaubte es, das direkte Treffen der Atombombe mit der Leistung bis zu 100 kt zu ertragen, das heißt fünfmal mehr als die Bombe, die auf Hiroshima abgeworfen wurde.

Seitens der Bucht wurde der Eingang zu den Stollen mit einem schwimmenden Verschlußponton gesperrt, der mit der Luft aufgepumpt wurde und auftauchte. Für den Austritt in das offene Meer wurde auf der Nordseite ein U-Boot-Ausgang gemacht, der auch mit einem schwimmenden Verschlußponton gesperrt wurde, der sich aber öffnen konnte. Beide Öffnungen im Felsen wurden gut getarnt.

Die Möglichkeit vollständig das Objekt von der äusserlichen Umgebung zu isolieren, gewährleisteten:
- die unabhängige Lufteinlauf,
- die mächtigen Dieselmotoren - Generatoren,
- die Brennstoff- und Wassermagistrale,
- die unterirdischen Schienenwege.

Der Verrechnungszeitraum der vollen Reparatur der U-Boote war nicht mehr als drei Wochen. Den 24-Stundendienst bei den Eingängen in den Tunnel und neben dem trocknen Dock trugen 47 Menschen von der ständigen Wache. Das Dock bedienten 38 hochqualifizierte Arbeiter, die Bedienungsgruppe der technischen Systeme des Komplexes bestand aus 42 Menschen. Die Anzahl des Industriellpersonals erreichte 100 Menschen. Im Komplex gab es Elektrowerkstätte, allerleie Schweissausrüstung, in Werkhallen wurden NC-Maschinen aufgestellt.

Das ursprüngliche Projekt war noch mehr grandios, es wurde eine Aufbau von einer noch größeren Dockabteilung, die die Reparatur der vier U-Boote gleichzeitig zuläßt, vorgesehen. Doch besuchte 1960 das Objekt Nikita Khruschow und er wollte den Bau der unterirdischen Werke uberhaupt verboten. Nur die 90-Prozentbereitschaft des Objektes überzeugte ihn von der Notwendigkeit, den Bau zu beenden. Das zusätzliche Dock wurde in ein System mit unterirdischen Werken umgebaut. Das Objekt hat sich auf das Drittel verringert.
In Sowjet Union existierte (oder existiert noch?) noch ein solches Objekt in Severomorsk …

Es gibt keinen Zweifel, dass (ungeachtet der Zerstörungen) der Komplex  wie ein Militärobjekt wiederhergestellt sein kann und nach der direkten Bestimmung ausgenutzt zu werden. Deshalb beeilt sich das Militäramt nicht, die besonderen Geheimnise zu öffnen: die Wände dürfen Sie sehen, aber die Technologien sind vom neugierigen, besonders ausländischen, Auge sicher geschlossen.
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Dmitrij
Tri
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« Antwort #14 am: 20 Juli 2006, 10:28:35 »

Hallo Warjag,

jetzt aber Danke für die Arbeit.   Tanzen

Ein U-Boot der WHISKEY Klasse in der Bucht von Balaklawa.


Quelle: submarine.ru

Weitere Bilder von Unterseebooten der Whiskey Klasse  --> http://www.submarine.id.ru/thumbs/613/index.shtml
Ich nehme an das das Bild über dem oben gezeigten wurde auch in Balaklawa gemacht.

Grüße
Tri
« Letzte Änderung: 20 Juli 2006, 10:33:15 von Tri » Gespeichert

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