kalli
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Name: Karl-Heinz Jockel Ort: Wandlitz
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« am: 22 November 2004, 22:09:55 » |
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Es war schon angekündigt im Thema T 43 - die Übersetzung hat was länger gebrauht. Jetzt kommt der Beitrag. Danke Boris für die Information ! Fuer Kalli: Hallo! 1. Ein Foto vom “Serdity” (“Boeser”) habe ich endlich gescannt und kann es nun versenden. Bitte teilen Sie mir mit, an welche e-mail Anschrift. 2. Hinsichtlich der Lieferungen von Zerstoerern 30bis ins Ausland – habe ich gescannt, und wenn die Administration nichts einzuwenden hat, fuege ich es nachstehend an. . ZERSTOERER DEStYPS “SMELY” (“MUTIGER”)
Die Minensuchboote des Projektes 30bis waren die ersten Ueberwasserschiffe sowjetischer Bauart, welche in ziemlich grosser Anzahl an auslaendische Statten uebergeben worden sind. Zu verschiedener Zeit fuhren 13 Schiffe dieses Projektes unter den Seekriegsflaggen von 3 Laendern. Der massenhafte “Export”von sowjetischen Kriegsschiffen, der in den Jahren 1957 – 1964 stattfnd, erklaert sich nicht nur aus politischen Ueberlegungen der Fuehrung des Landes, die sich durch den Verkauf von Waffen ziemlich feste Positionen in der “dritten Welt” erobert hatte, sondern auch aus dem “Nichtbedarf” an einer Ueberwasserflotte. N. S. Chruschtschow, der auf Atomraketen setzte und infolgedessen die Verringerung der traditionellen Ruestung begonnen hatte, verfolgte mit besonderem Eifer die Eliminierung der von seinem Gesichtspunkt aus voellig unnuetzen grossen Ueberwasserschiffe. In dieser Situation wurden die in grosser Anzahl gebauten Zerstoerer und sogar dieselgetriebene U-Boote grosszuegig sowohl an die sozialistischen Staaten Osteuropas als auch an asiatische Laender vergeben. Ausserdem hat wahrscheinlich die Fuehrung des Landes das als Gegenmassnahme zu den Aktivitaeten der USA betrachtet, die ihren Verbuendeten im Rahmen von Militaerhilfsprogrammen, eine grosse Anzahl von Schiffen, die in der Periode des zweiten Weltkrieges gebaut wurden, uebergeben hatten, darunter Zerstoerer des Typs “Fletcher”, “Gearing” und “Allen Summer”.
Als erste von den “dreissiger-bis” haben zwei Zerstoerer der baltischen Flotte die Flagge gewechselt. Am 15. Dezember 1957 wurde in Gdingen die polnische Seekriegsflagge auf dem Heckflagstock des “Smetlivy” (“Findige”), der in “Grom” (“Donner”) umbenannt worden war, und am 29. Juli des naechsten Jahres wurde das rot-weisse Tuch mit dem Adler erstmals auf dem “Skory” (“Schnelle”) aufgezogen, der in der polnischen Flotte “Wicher” genannt wurde. Unter polnischer Flagge fuhren die Schiffe in den Gewaessern, die sie noch aus Zeiten kannten, als sie Bestandteil des Geschwaders von Zerstoerern der baltischen Flotte waren, die im Seekriegshafen Baltisk stationiert waren. Die polnischen Seeleute, fuer die die wenigen grossen Schiffe immer Gegenstand des nationalen Stolzes waren, hatten stets ein besonderes Verhaeltnis zu beiden Minensuchbooten, denen die Bezeichnung verdiente Veteranen der polnischen Seekriegsflotte zuteil wurde. Mehr als eine Dekade haben “Grom” und “Wicher” den Polen die Moeglichkeit gegeben, ihre Besatzungen auf den ziemlich modernen Ueberwasserschiffen auszubilden. Sie haben das land auch in auslaendischen Haefen vertreten: in Kopenhagen, Brest und in Narvik. Im September 1960 hat “Wicher” Leningrad einen offiziellen Besuch abgestattet. Die polnischen Zerstoerer haben mehrmals an gemeinsamen Manoevern der sowjetischen baltischen Flotte und auch der Warschauer Vertragsstaaten teilgenommen. 1959 gingen die ersten vier Zerstoerer des Projektes 30bis nach Indonesien. Dieses Land, zu welchem die UdSSR eine grosse Sympathie hegte wegen der Existenz der groessten kommunistischen Partei ausserhalb des “sozialitsichen Lagers”, hat auf Kosten unseres Landes eine gewaltige Seekriegsflotte aufgebaut, nachdem es im jahr 1962 sogar einen Kreuzer (“Irian”, ehemals “Ordshonikidse”) erhalten hatte. Im Unterschied zu den Zerstoerern, die der Volksrepublik Polen ohne jedwelche Veraenderungen und Umbauten uebergeben worden waren, wurden die Schiffe fuer Indonesien einer Modernisierung nach dem Projekt 30-BK unterzogen, die in der Hauptsache in der fuer die Benutzung unter tropischen Bedingungen notwendigen Erhoehung der Bewohnbarkeit der Unterkuenfte und Gefechtsstaende bestand und auch in einer entsprechenden Ausruestung der Schiffssysteme und des mechanischen Teils. In der Seekriegsflotte Indonesiens erhielten unsere Schiffe fuer das europaeische Ohr exotisch klingende Namen: “Silihwangi”, “Singamanga-radja”, “Sanjaja” und “Sawunggaling. Letzteres Schiff, dass urspruenglich “Sawardjala” genannt worden war, wurde von den aberglaeubischen Indonesiern eilig umbenannt, nachdem es Ende November 1959 im Hafen von Surabaja auf Grund gelaufen war. Es ist interessant festzustellen, dass buchstaeblich einige Tage vor diesem traurigen Vorkommnis die “Sarwadjala“ eine Gruppe sowjetischer Schiffe, die zu einem Freundschaftsbesuch nach Indonesien gekommen waren, empfangen und durch sehr gefaehrliches seichtes Fahrwasser in den Bestimmungshafen geleitet hat. Der Kreuzer „Admiral Senjavin“ und zwei Zerstoerer des Projektes 56 („Vosbushdjonny“ („Erregte“) und „Vydershanny“ („Standhafte“)) unter dem gemeinsamen Kommando von Admiral V. A. Fokin haben am 17. November im Hafen Tadjong-Priok die Anker gelkichtet. Unsere Steuermaenner haben die Indonesier fuer die guten Kenntnisse ihrer Gewaesser gelobt und damit foermlich behext. Das gluecklose Schiff wurde bald danach in „Ersatzteile“ fuer die uebrigen Schiffe zerlegt. Im Jahr 1962 traf noch ein Zerstoerer, genannt „Iskandar Muda“, ein und nach zwei weiteren Jahren – „Diponegoro“ und „Brawidjaja“.In den seit der Uebergabe der ersten Schiffe vergangenen 5 Jahre hat das tropische Klima (nicht ohne Mithilfe der indonesischen Seeleute) 2 Zerstoerer von den ersten vier vollkommen untauglich gemacht, deshalb erhielt das verbliebende Paar die Bordnummern 203 und 204, frueher unter den wohlklingenden Namen „Sandjaja“ und Sawunggaling“ bekannt. Sieben ehemalige Linienschiffe taten Dienst in der Seekriegsflotte Indonesiens, welches ab Herbst 1965 (als der Militaerputsch der Herrschaft von Praesident A. Sukarno ein Ende bereitete) automatisch aus der Liste der „Freunde“ der UdSSR herausfiel und bis zu Beginn der 80-ger Jahre keine militaerische Hilfe mehr erhielt. Aber kaum jemand duerfte diese Schiffe schon waehrend der zweiten Haelfte der 70-ger Jahre auf Fahrt gesehen haben. Das dritte Land in der Reihe, welches Besitzer von Zerstoerern des Projektes 30bis geworden ist, ist Aegypten oder genauer, die Arabische Republik Aegypten. Der im Ergebnis eines „friedlichen Militaerputsches“ im Juni 1952 an die Macht gekommene Gamal Abdel Nasser, der in seinem Land die Republik ausgerufen und den Koenig Faruk des Landes verwiesen hatte, hat Kommunisten niemals geschont, aber der sowjetischen Fuehrung imponierte seine antibritische Haltung. Nachdem er die militaerische Zusammenarbeit mit dem „sozialistischen Lager“ durch Waffenkaeufe fuer 450 Mio. Dollar in der Tschechoslowakei begonnen hatte, nahm Nasser wohlwollend den von der UdSSR angebotenen Vorzugskredit fuer den Bau desAssuanstaudammes an und nicht lange davor zwei sowjetische Zerstoerer – „Sposobny“ („Faehige“) und „Solidny“ („Solide“)), die im Sommer 1956 im Seekriegshafen Alexandria eintrafen. Die offizielle Uebergabezeremonie fand am 11. Juni statt, in den Bestand der Seekriegsflotte der VAR wurden die Schiffe unter den Namen „Al Nasser“ und „Al Zaffer“ uebernommen. Im Herbst erhielten sie ihre Gefechtstaufe, als sie unter Beschuss der britischen Truppen gerieten, die die Suezkanalzone besetzt hatten. Zu Beginn der 60-er Jahre festigte sich die sowjetisch-aegyptische Freundschaft und auslaendische Flottenexperten informierten ueber eine bevorstehende Uebergabe von acht sowjetischen Zerstoerern an Aegypten, aber im Januar 1962 trafen nur zwei Schiffe dieser Klasse in Alexandria und zusammen mit ihnen dieselgetriebene U-Boote des Projektes 613 und drei Raketenboote des Projektes 183R. Die Zerstoerer wurden „Damiette“ und „Suez“ genannt. Im April 1967, kurz vor Beginn des „6-taegigen“ arabisch-israelischen Krieges hat die aegyptische Seekriegsflotte die „Al Nasser“ und die „Suez“ gegen zwei „frische“ sowjetische Zerstoerer „getauscht“. Um die Israelis zu verwirren und zusammen mit ihnen die gesamte westliche Welt, jonglierte das Kommando der Seekriegsflotte Aegyptens mit Namen und Bordnummern, weshalb die beiden neuen Schiffe mit den gleichen Namen in Betrieb genommen wurden. Im Unterschied zu den gleichnamigen Vorgaengern wurden sie auf den sowjetischen Werften nach dem Projekt 30BA modernisiert. Von den Heckaufbauten wurden die veralteten automatischen Zenitgeschuetze W-11, das 85 mm Artilleriegeschutz 92-K und die SWP-29RLM demontiert, an ihre Stelle wurde ein vierfaches automatisches 51 mm Geschuetz SIF-75 mit dem RLS Feuerleitsystem „Fut-B“ installiert. Das GAS „Pegas-2“ wurden gegen „Herkules“ ausgewechselt, die anti U-Boot Bewaffnung wurde durch reaktive Bombenwerfer RBU-2500 verstaerkt.Die RLS“RIF“ und „Gjus-SCH“ mussten der Beobachtungsstation „Fut-N“ und der NavigationsRLC „Don“ weichen. Diese Veraenderungen vergroesserten die Standardwasserverdraengung des Zerstoerers um 240 t, entsprechend verringerte sich die Hoechstgeschwindigkeit und die Reichweite. Nach Beendigung des Krieges im Jahre 1973 wurde die zweite „Al Nasser“, dessen Name an Aktualitaet verloren hatte, zu Ehren der aegyptischen Siege in „6. Oktober“ umbenannt. Und im Jahr 1978, als die Raketenboote sowjetischer Bauart endgueltig in einen erbaermlichen Zustand waren, haben die Aegypter die „Al Zaffer“ in ein Raketenschiff verwandelt durch die Aufstellung von 2 an Bord Hangarabschusseinrichtungen fuer Antischiffsraketen desTyps P-15 (anstelle eines der Torpedoapparate) auf dem Deck der Heckaufbauten. 6 Jahre nach der Umruestung verschwand die die Bordnummer 822 tragende „Al Zaffer“ aus den Listen der Seekriegsflotte Aegyptens. Anstelle dessen wurde eine Raketenschiff, eine Fregatte chinesischer Bauart – ein neues Schiff, welches von Aegypten im Jahr 1982 bestellt worden war, unter dem Namen „Najim az Zaffer“ im Oktober 1984 in Betrieb genommen, ein halbes Jahr spaeter die „El Nasser“ gleichen Typs. Bis Ende 1987 waren im Bestand der aegyptischen Seekriegsflotte „6 Oktober“ und „Damiet“ und haben damit bewiesen, dass ein Alter von „ueber 30“ noch kein endgueltiges Ende fuer die „30-bis“ bedeutet. Zu Beginn der 70-er ereignete sich ein bemerkenswerter Vorfall, der nicht nur die Moeglichkeiten der „Verjuengung“ der Zerstoerer des Projektes 30bis illustriert, sondern auch die Unergruendlichkeiten der sowjetisch-aegyptischen Beziehungen. Einer der Zerstoerer, der ehrlich eine nicht geringe Anzahl von Meilen unter aegyptischer Flagge gefahren war, wurde an die UdSSR zurueckgegeben und erklaert, dass die Sowjets angeblich veraltete und „dem Ende nahe“ Schiffe verleihen. Der erzuernte Oberkommandierende der Seekriegsflotte der UdSSR, Flottenadmiral der Sowjetunion S. G. Gorschkov befahl, den Zerstoerer wieder in dem Zustand herzustellen, wie er urspruenglich den Aegyptern uebergeben worden war. Die Sewastopoler Werft Sergo Ordshonikidse, welche mit dieser „politischen“ Angelegenheit beauftragt worden war und welche Wunder der Erfindungskunst bei der Beschaffung von Ersatzteilen und seit langem aus der Produktion ausgesonderter Bewaffnungen geleistet hat, hat diese Reparatur durchgefuehrt. Speziell fuer diese Schiff wurde eine neue Bezeichnung des Projektes erfunden – 30BW, was bedeutet „30bis“ wiederhergestellt und das neue „brandneue“ Schiff wurde der Flotte uebergeben – mehr als zwei Jahrzehnte nach dem ersten Hissen der Flagge.
Dort auch (Seite 34) ueber das Dienstende des (Serdity“ („Zornige“), ueber den ich bereits frueher geschrieben hatte: „In der ersten Haelfte der 70-er wurden aus dem militaerischen Bestand der DKBF (?) die Zerstoerer mit den am meisten verschlissenen Hauptmechanismen und Schiffskoerpern ausgesondert. Aber die baltischen „30bis“ ankerten nicht an den Molen der Schiffsverschrottungsbasen, sondern erwarteten an fernen Piers ihren letzten Befehl. Dieser Tag traf fuer den „Serdity“ im Juli 1976 ein, als Bugsierschiffe des Talliner Seekriegshafen ihn zum letzten Mal auf Reede brachten und ihn zu einem bestimmten Quadrat des Seeschiessplatzes brachten. Dem Zerstoerer, der von Floessen umgeben war, auf denen Kinokameras aufgestellt waren, stand bevor, wie es einem Kriegsschiff gebuehrt, auf Grund zu gehen, nachdem es den Kampf aufgenommen hat – der „Serdity“ nahm an denManoevern des ShKBF (?) teil. Ein Verband von Ueberwasserschiffen mit dem Kreuzer „Oktjabrskaja Revoljuzija“ mit der Flagge des Flottenkommandeurs an der Spitze, fuehrte gemeinsam mit der Seeraketenluftwaffe einen Angriff einer Stossgruppierung auf einen angenommen Gegner durch und sollte das Manoever mit einem Scharfschiessen beenden. Gemaess Plan sollte das Raketenschiessen mit dem Komplex P-120 von einem kleinen Paketschiff des Projektes 1234 durchgefuehrt werden. Die erste Rakete, die aus einer Entfernung von ungefaehr 30 km abgeschossen worden war, explodierte, nachdem sie denSchlupbalken (?) des Zerstoerers beruehrt hatte und fuegte ihm keine ernsthafen Beschaedigungen zu. Die zweite KP traf den Schiffskoerper des Veteranen der 78. Brigade und sandte ihn auf den Grund der Ostsee. Die Kinokameras, die die Explosion des Kopfes der ersten Rakete genau fixiert hatten, haben beim zweiten Treffer nicht gearbeitet, aber die das Schiff untersuchenden Taucher meldeten grosse Zerstoerungen am Schiffskoerper....“
Hochachtungsvoll BDS
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