Forum Marinearchiv
24 Mai 2012, 18:18:06 *
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.
Haben Sie Ihre Aktivierungs E-Mail übersehen?

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
logo
Meldung: Das FMA-Team wünscht allen Besuchern und Mitgliedern viel Spaß beim Lesen und Schreiben. Smiley
 
   Übersicht   Hilfe Suche Chat Kalender Galerie Karte Login Registrieren Mitarbeiter Portal  
Seiten: [1]   Nach unten
  Drucken  
Autor Thema: Eine kleine NVA-Episode  (Gelesen 1990 mal)
0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
rosenow
Fregattenkapitän
*
Offline Offline


Beiträge: 1214

Ort: „In der völlig vergessenen Iringsstraße, beim Wächter der Götter, nähe Orionspur“

Europa


« am: 06 August 2006, 19:00:49 »

Dixi's wie primitiv! Auf'm Truppenübungsplatz Altenwalde steht ein Plumsklo-Häuschen.  grin

Glaubst du etwa bei uns im Feldlager hatten wir Klos mit Spülung? Nein, nein!  grin

Habe mir gedacht, eine kleine Episode aus meiner Armeezeit (NVA) hier rein geschrieben, kann nicht schaden.



1986 bei de NVA im Feldlager Lübeck, bei einer Probefahrt unserer Leergefechtspanzer T-55. Meiner steht rechts daneben und ist leider nicht im Bild, macht aber nichts, sehen alle gleich aus.
32 Tonnen Gewicht ohne Kampfausrüstung, mit Ausrüstung 34 Tonnen.
Auf dem ebenen Feld ca. 55 km/h schnell, im schweren Gelände sind der Regel bis 20 km/h drin.
Wir, ein Panzerbataillon mit 105 Panzern vom Typ T-55, waren damals in Hagenow, einem ca. 10000 Mann starken Infanterie-Regiment stationiert, so ist es mir noch in Erinnerung.
Die wenigen Tage die wir dort ohne Führung im Lager, allein verbrachten, waren so mit die besten meiner Armeezeit.
Dort im Speergebiet wuchsen im Herbst sehr viele Pilze, Steinpilze, Maronen, Semmelpilze, Birkenpilze und sogar die Krause Glucke haben wir gefunden nnd Beutelweise für Alkohol bei der Dorfbevölkerung eingetauscht.
Die Gelage gingen des öfteren bis spät in die Nacht.
Nur einmal!
Nachts gegen Drei Uhr, die Stimmung war gut, die letzten Tassen mit Branntwein gingen rum und alles war in bester Ordnung, wir wollten uns gerade zur Ruhe begeben, AAAALLLLAAARRRMMMM!!!!!!!!
Und die Hetzerei ging los! Wir die Fahrer mussten gewohnheitsmäßig sofort zum Gefährt und die Vorwärmer anschmeißen, Motoren vorwärmen. Keine ganz einfache Sache mit dem Schrott und ständig war irgendetwas in Dutt.
In der Zwischenzeit ist auch unser Hugo eingetroffen. Hugo wurden unsere Ladeschützen genannt. Die Hugos waren für die Verpflegung an Bord Verantwortlich, mit mit ein paar Büchsen Wurst, Trockenkekse und viel Feldflaschen mit Wasser..............dachten wir.
Nach dem wir in unsere Stellung gefahren sind, hatten wir dann erst mal etwas ruhe und der Nachdurst machte sich bei allen bemerkbar.
Schnell wurden die Feldflaschen verteilt damit jeder seinen Durst löschen konnte.
Nurrrr, wasss waaarrr daasss!
Unser Hugo, noch nicht klar im Kopf, hat die Flaschen verwechselt und die mit Alkohol gefüllten mitgebracht.
Mit Durst löschen war es vorbei. Was blieb uns übrig, ganz schnell einen defekt gemeldet und somit Ausfall des Panzers.
Die kleine Partie konnte los gehen, Übungsalarm geht mindestens den halben Tag und wir nicht mehr dabei, was konnte uns besseres passieren?
Ja was?
Der Politoffizier im Anmarsch, steuert genau auf unseren Panzer zu!
Kommt auch nicht vom Kurs ab, wurde im Winkelspiegel immer größer,  Kacke am dampfen.
Was nun?
Da pocht es auch schon am Turm, erst verhalten dann kräftiger.
Schnaps im Granatschrank verschwinden lassen, nur wohin mit der Fahne, sieht nicht gut aus für uns. Nur 10 cm Stahl trennen uns noch vorm Bau!
Das klopfen wird heftiger, unser Kommandant, ein Unteroffizier, muss wohl oder übel das Schott öffnen.
Langsam aber mit Bestimmtheit entwich die Mischung aus Qualm und Alkohol in einer Dunstwolke in Richtung großer Nase vom Politnik.
Der wusste erst nicht ob er betäubt werden sollte um seinen Wutanfall zu ersticken oder eine Giftgasattacke auf ihn gerichtet war.
Es vergingen einige Sekunden, dann kam er wieder zu Bewusstsein.
Wir hatten uns schon mit unseren Schicksal abgefunden als sich eine Gehirnwäsche ankündigte, das Nebelgemisch aus unseren Panzer war zu stark gewesen denke ich und große Lust hatte der Politnik wohl auch nicht auf die Übung.
Beim Ladehugo ist noch etwas Platz und schon saßen wir zu Fünft und genossen das „freie“ Leben mit dem Genuss von Nikotin und Alkohol.
Gegen Mittag bin ich so ziemlich fertig von den Gehtränken noch ins Lager gefahren und unter dem Geleitschutz des Politnik sind wir dann auch unbehelligt geblieben. 
Im Lager, der zweite von Links bin ich, Panzerfahrer auf hohem Rohr! Matrose lacht



 



Gespeichert

mit freundlichen Gruß
Michael


„Macht`s gut und denkt daran!
Es gibt drei Sorten von Menschen:
Die Lebenden.
Die Toten.
Und die, die zur See fahren.“
Hein Schonder
t-geronimo
Co Administrator
*
Offline Offline


Beiträge: 11245

Alter: 43

Name: Thorsten Reich

Ort: Lilienthal

Niedersachsen

Carpe Diem!



« Antwort #1 am: 06 August 2006, 19:10:36 »

hehehe... cheesy

Ich hab da mal ein eigenes Thema von gemacht. wink
Vielleicht fühlen sich ja auch andere angespornt, mal was zu schreiben. smiley
Gespeichert

Schöne Grüße
Thorsten
--

"There is every possibility that things are going to change completely."

Captain W.H. Tennant, HMS Repulse, 09.12.1941
Scharnhorst66
Boardinventar
*
Offline Offline


Beiträge: 3091

Alter: 45


« Antwort #2 am: 06 August 2006, 21:11:17 »

Sehr gut .. voll aus dem Leben --> mehr davon .. grin

P.S.  Danke fürs schreiben ..   wink
Gespeichert

" Fehler sind normal , Irrtümer üblich , Informationen selten vollständig , oft unzutreffend und häufig irreführend "
Sound Military Decision 1936
Gruss Micha
Zerstörerfahrer
Boardinventar
*
Offline Offline


Beiträge: 3178

Alter: 38

Ort: achteres Mannschaftsdeck

Mecklenburg-Vorpommern


« Antwort #3 am: 06 August 2006, 21:44:22 »

Ja, noch mehr Panzergeschichten bitte ! grin grin grin
Gespeichert

Wilfried
Board Moderator
*
Offline Offline


Beiträge: 2330

Ort: Bremen

Bremen



« Antwort #4 am: 06 August 2006, 22:01:16 »

Moin, moin zusammen!

Oh ja, Rosenow, noch mehr Geschichten von Ketten, Kugeln, Kaviar  ... und immer daran denken, gaaanz laaangsam kommen lassen ...  grin

Mit einem lieben Gruß
der Wilfried

Gespeichert

... Tradition pflegen, bedeutet nicht, Asche aufzubewahren sondern Glut am Glühen zu halten ...

http://www.kartonskipper.wordpress.com
http://www.forum-marinearchiv.de - wenn Marine Dein Ding ist!
www.modelref.org
Mario
Co Administrator
*
Offline Offline


Beiträge: 2849

Alter: 43

Ort: Brandenburg

Brandenburg

Ha Ho He --- Hertha BSC



WWW
« Antwort #5 am: 07 August 2006, 14:04:36 »

Mensch rosenow, in der DDR galten doch 0,0 Promille am Steuer !!!  grin

Zerstörerfahrer wird es kennen, das kleine Waldstück auf dem schmalen Landstück etwas nördlich von Prora auf Rügen. Dort verbrachten wir zweimal im Jahr unser "allseits beliebtes" Feldlager. Von Montag bis Freitag wohnten wir in "gemütlichen" Zelten zu acht Mann. In der Mitte stand ein Ofen, bei dem Mann die Kohlen von außen zählen konnte, so rotglühend war der. Scharnhorst als Boardbrandschutzbeauftragter wäre in Ohnmacht gefallen, wenn er das Teil erblickt hätte.  shocked  tongue
Aber das Klo war das Beste. Eine Latte zwischen zwei Bäumen genagelt, darunter schnell ein Loch gegraben und ein Haufen Kalk danebengekippt. Sc...ßen unter freiem Himmel und die Kameraden stehen 10 meter daneben in der Warteschlange.
Auch wir hatten so einen Trottel, der sich vor dem 15 km-Marsch lieber Schnaps anstatt Tee in seine Feldflasche füllte. (Nicht-Ossis müssen dazu wissen, daß bei der NVA 24 Stunden absolutes Alkoholverbot bestand. Der kleinste Tropfen reichte aus und man wanderte in den Bau und mußte diese Tage auch noch nach Ende der Armeezeit nachdienen) Ich werde nie den verzweifelten Blick und die dummen Ausreden vergessen, als unser Kommandeur, Korvettenkapitän Krause, etwas zu trinken von ihm haben wollte  grin
Gespeichert
Scharnhorst66
Boardinventar
*
Offline Offline


Beiträge: 3091

Alter: 45


« Antwort #6 am: 07 August 2006, 20:50:36 »


 Scharnhorst als Boardbrandschutzbeauftragter wäre in Ohnmacht gefallen, wenn er das Teil erblickt hätte.  shocked  tongue



@Mario ,

wie bitte schön biste da denn nu drauf gekommen  Matrose lacht laut ...   
hört sich aber a) wirklich gut an ; b) furchtbar wichtig
--> Fazit ..  finde ich gut  Matrose verlegen Matrose lacht laut Matrose lacht laut
Gespeichert

" Fehler sind normal , Irrtümer üblich , Informationen selten vollständig , oft unzutreffend und häufig irreführend "
Sound Military Decision 1936
Gruss Micha
Mario
Co Administrator
*
Offline Offline


Beiträge: 2849

Alter: 43

Ort: Brandenburg

Brandenburg

Ha Ho He --- Hertha BSC



WWW
« Antwort #7 am: 08 August 2006, 10:59:02 »

Zitat
wie bitte schön biste da denn nu drauf gekommen ?   

Na, bist Du nicht Feuerwehrmann ? ? ?
Sonst müssen wir t-geronimo fragen, ob er den Posten auch noch haben will   smiley
Gespeichert
winni
Korvettenkapitän
*
Offline Offline


Beiträge: 957

Alter: 46

Name: Günther Wienecke

Ort: Biederitz

Sachsen-Anhalt


« Antwort #8 am: 08 August 2006, 11:32:57 »

Zitat
  (Nicht-Ossis müssen dazu wissen, daß bei der NVA 24 Stunden absolutes Alkoholverbot bestand. Der kleinste Tropfen reichte aus und man wanderte in den Bau und mußte diese Tage auch noch nach Ende der Armeezeit nachdienen)

Genau.Selbst bei der Heimreise,wenn man mal Urlaub hatte,konnte es einen ansch.... wenn man mit Alkohol erwischt wurde. Captain schmoll
« Letzte Änderung: 08 August 2006, 13:14:13 von Mario » Gespeichert

Es sind immer die Abenteurer die große Dinge vollbringen.


Montesquieu.
Mario
Co Administrator
*
Offline Offline


Beiträge: 2849

Alter: 43

Ort: Brandenburg

Brandenburg

Ha Ho He --- Hertha BSC



WWW
« Antwort #9 am: 08 August 2006, 13:27:15 »

Als NVA-Soldat (oder NVA-Matrose  smiley ) durfte man selbst während des Heimaturlaubs nur in Uniform rumlaufen. Das hat natürlich niemand gemacht, bei der ersten Gelegenheit zog man sich um. Allerdings hatten wir keinen Personalausweis, der wurde eingezogen und durch den Wehrdienstausweis ersetzt. Folglich reichte es aus, wenn man bei irgendeiner Polizeikontrolle den Wehrdienstausweis samt Urlaubsschein vorlegen mußte. Geriet man dabei an ein Ar...loch, der Meldung machte, war man angesch...en.
Als Angehöriger der sozialistischen Streitkräfte durfte man sein Objekt nur mit gültigem Dienstauftrag oder Urlaubs- bzw. Ausgangsgenehmigung verlassen. Wurde man ohne erwischt, wurde man gleich in Gewahrsam genommen und den Militärbehörden übergeben.
Heute spaziere ich als Zivilist in die Bundeswehrkasernen rein und raus, als wäre es ein Supermarkt. Manchmal muß man sich nicht mal ausweisen. Bei der NVA ist man nie ohne gültigen Dienstauftrag in eine Kaserne gekommen, da wurde sogar Admiräle abgewiesen, wenn sie sich nicht auswesien konnten. Sowas war eine beliebte Kontrolle. Wenn jemand vor lauter Angst vor so einem hohem Offizier den Schlagbaum geöffent hatte, wurde er postwendend abgelöst und eingebuchtet.
Im Gegensatz dazu konnte man sich mit aber auch eine Belobigung verdienen, wenn man sich an die Vorschriften hielt. Aber sowas muß man erstmal durchhalten, wenn vor einem ein Kapt.z.S. oder ein Konteradmiral steht und Einlaß verlangt.
Gespeichert
Spee
Board Moderator
*
Online Online


Beiträge: 7128

Alter: 43

Name: Thomas Frömrich

Ort: Donauwörth

Europa

Garstiger Piratenpascha



« Antwort #10 am: 08 August 2006, 13:31:32 »

Ich bin selten so dauerbesoffen gewesen, wie die Zeit bei der NVA. Fast jedes Wochenende nach der Grundausbildung und Versetzung in den I.Stab voll. Die Heimfahrten begannen damit, daß man sich in einem Laden abseits des Bahnhofes mit ca. 5-10 Bier oder einer Flasche "Blauer Würger" o.ä. versorgte. Danach rein in den Zug und 5h lang mit allen Heimfahrern "brennen" was das Zeug hält. Teilweise haben wir die Leute an ihrem Zielbahnhof aus dem Waggon tragen müssen. Die wartende Freundin war immer hellauf begeistert  grin .
Alkoholverbot? Nee, in den Bau gehst du, weil du so doof warst, dich erwischen zu lassen, O-Ton mein Bataillon-Chef.
Frechheit siegt. 12Uhr mittags beim größten Verkehr (Mittagszeit, alles wandert zur Küche = Pfuhlbunker) auf der Hauptstraße des Regiments mit meinem damaligen E zusammen mit 3 Flaschen "weiß" entlang Richtung Unterkunft. Stellvertretender Stabschef Oberstleutnant Bromund und "Panzer-Mü" (Oberleutnant Müller, ein Berg von Mensch) kommen, wir schön Männchen gemacht und die beliebte Frage vom OSL, "Na Scholz, was klappert den da in der Teiltasche?" Antwort: "Drei Flaschen Schnaps, Genosse Oberstleutnant!", dazu ein saufettes Grinsen aufgelegt. OSL: "Scholz, wenn ich dich jetzt kontrolliere und du hast drei Flaschen Wasser dabei, dann hast du mich schön erwischt." Breites Grinsen auf beiden Seiten. OSL: "Haut ab!". OSL Bromund war ein feiner Kerl, hat seine Gefreiten regelrecht geliebt.
« Letzte Änderung: 08 August 2006, 13:45:25 von Spee » Gespeichert

Servus

Thomas

"Well, I suppose you’ll shove the little men off."

Sir Shenton Thomas
Mario
Co Administrator
*
Offline Offline


Beiträge: 2849

Alter: 43

Ort: Brandenburg

Brandenburg

Ha Ho He --- Hertha BSC



WWW
« Antwort #11 am: 08 August 2006, 13:50:01 »

Es gab nette Offiziere und Stinkstiefel. Ich bin mal von meinem Korvettenkapitän erwischt worden, wie ich während meines GUvD.-Dienstes gepennt habe. Das gab einen kurzen Anschiss und das war's.
Wir hatten aber auch Offiziere, die immer nur gesucht haben. Einer von denen hieß bei uns "Inspektor", weil er jedesmal bei seinem Dienstbeginn zuerst die beiden Knastzellen kontrolliert hat und sich fast jedesmal an unser Unterkunftsgebäude angeschlichen hatte, in der Hoffnung, mal jemanden beim Saufen zu erwischen. Wenn der OvD.-Dienst hatte, dann mußte man sehr vorsichtig sein und am Besten nüchtern bleiben.
Ich kann mich noch gut an den Dezember 1988 erinnern. Da bin ich in ein anders Zimmer verlegt worden und innerhalb von drei Wochen war ich an 17 Tagen blitzeblau. Von den vier übrigen Tagen war ich dreimal zum Wachdienst eingeteilt.
Ende des Monats war mir mittlerweile den gesamten Tag so übel, das ich für eine Weile die Finger vom Alkohol lies.
Ich kann mich auch noch gut an den Tag erinnern, wo ich die lange Hauptstraße durch Sassnitz lief und zwei Flaschen Bier im Beutel hatte, die ganz verrätersich geklappert haben. Und wenn die Militärstreifen ständig die Straße auf und ab fährt, dann kann diese verdammt lang werden. Als ich endlich unten am Hafen den Kaserneneingang passiert hatte, war ich leichenblaß und hatte mir geschworen, nie wieder Alkohol reinzuschmuggeln.

./edit
So eine Story, wie Spee erzählt hat, gab's bei uns auch mal.
Als oben erwähnter "Inspektor" mal wieder Dienst hatte, da haben sie in ein leeres Zimmer ein laufendes Radio, eine kleine brennende Lampe und eine Schnapsflasche auf das Fensterbrett gestellt. Ansonsten war der Raum total leer. Als "Inspektor" dann am Abend um das Gebäude schlich, hat er natürlich die Pulle entdeckt und ist sofort rein in das Gebäude und in das Zimmer gestürzt. Die ganze Kompanie hat gelacht und gejohlt, aber natürlich kam nie raus, wer die Falle gestellt hatte.
« Letzte Änderung: 08 August 2006, 13:55:08 von Mario » Gespeichert
Spee
Board Moderator
*
Online Online


Beiträge: 7128

Alter: 43

Name: Thomas Frömrich

Ort: Donauwörth

Europa

Garstiger Piratenpascha



« Antwort #12 am: 08 August 2006, 14:21:36 »

Da unser Zimmerfenster direkt gegenüber vom OvD war, konnten wir immer sehen, wer Dienst hat. Ruhig, solange nicht die Aufklärer Wache schieben und Oberleutnant Stietz OvD ist. Der hatte 'nen Stock im Arsch und war ganz scharf, jemanden bei irgendetwas Verbotenem zu erwischen. Ansonsten hatten wir relativ selten Besuch vom OvD, da der Stab im Bataillon immer abseits der üblichen Unterkünfte lag. Ok, es ist ab und an schon vorgekommen, daß der mal reingeschaut hat, meist am Samstag. Nase bei uns ins Glas, Lächeln..."Jungs, die Mischung ist hammerhart!"  grin .
Die wußten halt auch, daß es stinklangweilig ist, aber 85% Gefechtsbereitschaft hieß halt, daß 85% der Mannschaften in der Kaserne sind. Also hast du dir deine Zeit irgendwie vertreiben müssen. Natürlich mit allerlei Unsinn und reichlich Fusel. Speisen in ordentlicher Anzugsordnung hieß dann (am Samstagabend!!), Unterwäsche weiß lang, geputzte Stiefel, Koppel mit Tragegestell und Stahlhelm auf. Es durfte nicht gefurzt und gerülpst werden (vergiß es, nach ca. 10min kam garantiert der erste Rülpser mit einer völlig sinnlosen Erklärung, warum der raus mußte). Schwui mit seinen Dauerblähungen hat das Zimmer eh permanent verpestet.
Gespeichert

Servus

Thomas

"Well, I suppose you’ll shove the little men off."

Sir Shenton Thomas
Seiten: [1]   Nach oben
  Drucken  
 
Gehe zu:  

Powered by SMF 1.4 | SMF © 2001-2006, Lewis Media