Dixi's wie primitiv! Auf'm Truppenübungsplatz Altenwalde steht ein Plumsklo-Häuschen.

Glaubst du etwa bei uns im Feldlager hatten wir Klos mit Spülung? Nein, nein!

Habe mir gedacht, eine kleine Episode aus meiner Armeezeit (NVA) hier rein geschrieben, kann nicht schaden.

1986 bei de NVA im Feldlager Lübeck, bei einer Probefahrt unserer Leergefechtspanzer T-55. Meiner steht rechts daneben und ist leider nicht im Bild, macht aber nichts, sehen alle gleich aus.
32 Tonnen Gewicht ohne Kampfausrüstung, mit Ausrüstung 34 Tonnen.
Auf dem ebenen Feld ca. 55 km/h schnell, im schweren Gelände sind der Regel bis 20 km/h drin.
Wir, ein Panzerbataillon mit 105 Panzern vom Typ T-55, waren damals in Hagenow, einem ca. 10000 Mann starken Infanterie-Regiment stationiert, so ist es mir noch in Erinnerung.
Die wenigen Tage die wir dort ohne Führung im Lager, allein verbrachten, waren so mit die besten meiner Armeezeit.
Dort im Speergebiet wuchsen im Herbst sehr viele Pilze, Steinpilze, Maronen, Semmelpilze, Birkenpilze und sogar die Krause Glucke haben wir gefunden nnd Beutelweise für Alkohol bei der Dorfbevölkerung eingetauscht.
Die Gelage gingen des öfteren bis spät in die Nacht.
Nur einmal!
Nachts gegen Drei Uhr, die Stimmung war gut, die letzten Tassen mit Branntwein gingen rum und alles war in bester Ordnung, wir wollten uns gerade zur Ruhe begeben, AAAALLLLAAARRRMMMM!!!!!!!!
Und die Hetzerei ging los! Wir die Fahrer mussten gewohnheitsmäßig sofort zum Gefährt und die Vorwärmer anschmeißen, Motoren vorwärmen. Keine ganz einfache Sache mit dem Schrott und ständig war irgendetwas in Dutt.
In der Zwischenzeit ist auch unser Hugo eingetroffen. Hugo wurden unsere Ladeschützen genannt. Die Hugos waren für die Verpflegung an Bord Verantwortlich, mit mit ein paar Büchsen Wurst, Trockenkekse und viel Feldflaschen mit Wasser..............dachten wir.
Nach dem wir in unsere Stellung gefahren sind, hatten wir dann erst mal etwas ruhe und der Nachdurst machte sich bei allen bemerkbar.
Schnell wurden die Feldflaschen verteilt damit jeder seinen Durst löschen konnte.
Nurrrr, wasss waaarrr daasss!
Unser Hugo, noch nicht klar im Kopf, hat die Flaschen verwechselt und die mit Alkohol gefüllten mitgebracht.
Mit Durst löschen war es vorbei. Was blieb uns übrig, ganz schnell einen defekt gemeldet und somit Ausfall des Panzers.
Die kleine Partie konnte los gehen, Übungsalarm geht mindestens den halben Tag und wir nicht mehr dabei, was konnte uns besseres passieren?
Ja was?
Der Politoffizier im Anmarsch, steuert genau auf unseren Panzer zu!
Kommt auch nicht vom Kurs ab, wurde im Winkelspiegel immer größer, Kacke am dampfen.
Was nun?
Da pocht es auch schon am Turm, erst verhalten dann kräftiger.
Schnaps im Granatschrank verschwinden lassen, nur wohin mit der Fahne, sieht nicht gut aus für uns. Nur 10 cm Stahl trennen uns noch vorm Bau!
Das klopfen wird heftiger, unser Kommandant, ein Unteroffizier, muss wohl oder übel das Schott öffnen.
Langsam aber mit Bestimmtheit entwich die Mischung aus Qualm und Alkohol in einer Dunstwolke in Richtung großer Nase vom Politnik.
Der wusste erst nicht ob er betäubt werden sollte um seinen Wutanfall zu ersticken oder eine Giftgasattacke auf ihn gerichtet war.
Es vergingen einige Sekunden, dann kam er wieder zu Bewusstsein.
Wir hatten uns schon mit unseren Schicksal abgefunden als sich eine Gehirnwäsche ankündigte, das Nebelgemisch aus unseren Panzer war zu stark gewesen denke ich und große Lust hatte der Politnik wohl auch nicht auf die Übung.
Beim Ladehugo ist noch etwas Platz und schon saßen wir zu Fünft und genossen das „freie“ Leben mit dem Genuss von Nikotin und Alkohol.
Gegen Mittag bin ich so ziemlich fertig von den Gehtränken noch ins Lager gefahren und unter dem Geleitschutz des Politnik sind wir dann auch unbehelligt geblieben.
Im Lager, der zweite von Links bin ich, Panzerfahrer auf hohem Rohr!

