Forum Marinearchiv
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Autor Thema: Derfflinger: Decksprung als Billiglösung?  (Gelesen 903 mal)
0 Mitglieder und 2 Gäste betrachten dieses Thema.
Woschnik
Oberbootsmann
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« am: 07 August 2006, 20:51:54 »

Eine Frage an alle: Ich hatte mal in einem Buch, das ich nicht mehr finden kann, gelesen, der optisch so schön anzuschauende Decksprung der Derfflinger-Klasse sei nur ein Ergebnis fehlender finanzieller Mittel gewesen. Heißt so viel wie: Eigentlich sollte der Schiffsrumpf auf einer Höhe vom Bug bis mindestens zum letzten Turm am Achterschiff verlaufen.

Stimmt das? Oder ist das Unsinn? Wenn ja, wo könnte ich darüber etwas lesen?

Vielen Dank schon mal für die Antworten.
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Liebe Grüße

Volker
Torpedo
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« Antwort #1 am: 07 August 2006, 21:10:51 »

DAS habe ich noch nie gehört. Aber wenn etwas dazu steht, dann in Axel Grießmers: Große Kreuzer der Kaiserlichen Marine...
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Uli "Torpedo"

"Man muss seine Geschichte kennen, um nicht die gleichen Fehler zu wiederholen"

Baubericht meines Kaiserlichen Torpedobootes B-110
http://forum-marinearchiv...dex.php/topic,1311.0.html
harold
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« Antwort #2 am: 07 August 2006, 23:47:13 »

Servus Volker!

Finanziell, ...glaub ich wohl nicht. Wird nicht n Buchhalter daneben gestanden haben und den Nietern die Presslufthämmer weggestrichen...

Schiffbaulich (um Gewicht zu sparen) wohl eher. Sparen, auf jeden Fall; auch an Silhouette.
Können wir ja mal durchrechnen...

So grad meine Ansicht dazu, ohne jede Quelle,
Harold
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"Wenn dies auch der Wahrheit zu widersprechen scheint, so müssen wir doch der Rechnung mehr trauen denn unsrem allgemeinen Verstande."
Leonhard Euler
Woschnik
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« Antwort #3 am: 08 August 2006, 09:43:54 »

@Uli @Harold
Servus zusamma,

Uli, Du könntest recht haben. Wahrscheinlich habe ich im "Grießmer" in einer Buchhandlung gestöbert. Ich versuche, dass noch diese Woche heraus zu finden.

Harold: Wahrscheinlich hast Du recht. Andererseits: Bei der Seydlitz hatten die Konstrukteure extra das Deck eine Ebene höher gesetzt, um das Schiff trockener als die Molkte zu bekommen. Warum ist man dann bei der folgenden Klasse wieder "nasser" geworden? Klar, Gewicht spielt eine wesentliche Rolle, aber die Seetüchtigkeit ist ja auch nicht zu verachten. Insbeondere der Heckbereich der Derfflingerklasse hat verdammt wenig Freibord.

Beste Grüße

Volker
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Volker
Mario
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Ha Ho He --- Hertha BSC



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« Antwort #4 am: 08 August 2006, 10:34:39 »

Zitat
Finanziell, ...glaub ich wohl nicht. Wird nicht n Buchhalter daneben gestanden haben und den Nietern die Presslufthämmer weggestrichen...
Ganz so abwegig halte ich das nicht. Auch die Marine mußte mit ihrem Geld haushalten und wenn einige Konstrukteure die Ansicht vertraten, das ein Schiff ohne Deckssprung und dafür mit ansteigendem Bug die gleichen oder sogar bessere Seeeigenschaften aufweisen könnte, dann entschied man sich sicherlich für die preiswertere Variante.

Das erinnert mich an die heut' übliche Praxis im Automobilbau. Alles wird nur noch gesteckt, geklammert und genietet. Ist bei der Produktion der Autos billiger, aber versucht mal, sowas nachher auseinanderzubauen.  sad
aber zurück zu den Schiffen ...
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Woelfchen
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« Antwort #5 am: 08 August 2006, 10:38:29 »

@Volker Wie hoch war den der Freibord?
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Woschnik
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« Antwort #6 am: 08 August 2006, 11:16:16 »

@Woelfchen

Derfflinger: 24 Fuß, 7.31m
Sedlitz: keine Angabe gefunden, muss aber höher als 24 Fuß sein, da Moltke schon 24 Fuß Freibord hatte
Lion: 30 Fuß, 9,14
Renown: 32 Fuß, 9,75

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Volker
Woelfchen
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« Antwort #7 am: 08 August 2006, 11:22:30 »

@Volker Ich schätze mal die Angaben beziehen sich nicht auf das Heck, da dürftens doch weniger sein, oder?
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Woschnik
Oberbootsmann
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« Antwort #8 am: 08 August 2006, 11:58:30 »

Stimmt. Habe ich jetzt nicht parat. Aber diesbezüglich haben die britischen Schlachtschiffe und Schlachtkreuzer fast ebensowenig Freibord, insbesondere bei der Hood hat sich das als sehr nachteilig ausgewirkt. Hatte sie schon als Neubau oft ein überflutetes Heck bei Höchstfahrt (immerhin standen auf dem niedrigen Deck BEIDE Achtertürme), so war das Deck fast ständig überflutet nach einigen Umbauen und ein paar Tonnen Mehrgewicht.

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Volker
harold
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« Antwort #9 am: 08 August 2006, 16:58:19 »

Volker, hatten wir nicht mal -vor Zeiten!- eine ähnliche Fragestellung...?

Wolfgang ("schiffbauer") hat damals den Einbezug von DEcks, Stringern etc. in die Längsverbände geltend gemacht - dh. ich kann mal nach seiner damaligen Antwort im SSF suchen:

"@ Woschnik
Du sprachst auch die unterschiedliche Seitenhöhe der englischen und der deutschen Schiffe an.
Hier gibt es zwei Erklärungen:
1. Die deutschen Großkampfschiffe des 1. WK wurden für ein Operationsgebiet ausgelegt, das hauptsächlich die Nord-, Ostsee und die europäischen Gewässer einbezog (trotz des etwas hochgestochenen Namens "Hochseeflotte"). Hier waren keine so großen Forderungen an die Seefähigkeit gestellt, d.h. Die Seitenhöhe konnte moderat gehalten werden.
By the way, die nicht gerade üppigen Reichweiten (Kohlenvorrat!) der deutschen Schiffe unterstreichen dies.
Bei der Royal Navy sah das anders aus: England hatte,wie wir wissen, eine Vielzahl von Kolonien und Dominions, die alle vom Mutterland geschützt werden sollten (und wollten). Das hieß für die Schiffe der RN, dass sie weltweit eingesetzt werden sollten. Dies setzt, neben einer hohen Reichweite, auch gute , oder ausreichende, Seegangseigenschaften vorraus, was wiederum eine gute Seitenhöhe der Schiffe erforderte."

Und ein paar postings weiter:

"Ha, hab ich doch direkt den 2. Punkt vergessen:
2. Unterschiedliche Seitenhöhen sind auch das Ergebnis unterschiedlicher Konstruktionsgrundsätze.
Bei den großen Einheiten spielt ja infolge der großen Schiffslänge die Längsfestigkeit des Schiffskörpers eine nicht zu unterschätzende Rolle. Schließlich sollten die Schiffe im Seegang nicht durchbrechen! Hier haben die deutschen Konstrukteure die sogenannte Längsspantenbauweise wesentlich konsequenter eingesetzt als ihre englischen Kollegen, d. h. die Anzahl und Länge der in Längsachse des Schiffrumpfes liegenden Bauteile wie Stringer, Decks, Decksunterzüge, Wallgangsschotte etc, war größer (auch in ihren Abmessungen) als bei vergleichbaren englischen Bauten. Dadurch konnte die Seitenhöhe gehalten werden. Dies kam ja auch der taktischen Forderung nach kleiner Schiffssilhouette entgegen.
Die Engländer haben die notwendige Längsfestigkeit erreicht durch ein weiteres Höhersetzen des Oberdecks (weg von der sogenannten Neutralen Achse)und damit die Seitenhöhe des Rumpfes vergrößert.
Kleines Beispiel zu Verdeutlichung: Ein I-Stahlträger mit einer Höhe von ,sagen wir, 60 cm ist durchbiegungsresistenter als ein gleichlanger I-Stahlträger von nur 30 cm Seitenhöhe."

Ich hoffe, Wolfgang drückt n Auge zu, dass ich ihn hier zitiere... das Ganze stammt ausm thread
http://forum.schlachtschi...m/topic.asp?TOPIC_ID=1407 -den du damals gestartet hattest (schon vergessen, eh?  grin)

Ciao,
Harold


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Leonhard Euler
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« Antwort #10 am: 08 August 2006, 17:52:14 »

Hallo Harold,

habe ich natürlich nicht vergessen Captain schmoll. Ich möchte nach dem Exkurs auf die Seitenhöhe ja eigentlich wissen, warum der schwungvolle Verlauf der Deckslinie bei der Derfflingerklasse gewählt wurde. Bei dem Hood-Exkurs meinerseits bin ich tatsächlich aus dem Fahrwasser geraten, das stimmt.

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Volker
indianapolis
Obergefreiter
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« Antwort #11 am: 20 September 2006, 16:10:03 »

Der Deckssprung war bis vor einigen Jahren im Schiffbau immer noch vorhanden. Selbst neue Schiffe werden noch mit Deckssprung gebaut. Der Deckssprung ist ein rein Konstruktionsbedingt, hat also mit der Einsparung von Finanzmitteln rein garnicht zu tun.

Indifan
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