Forum Marinearchiv
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Autor Thema: Brand auf Kühlschiff außer Kontrolle  (Gelesen 780 mal)
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kalli
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Name: Karl-Heinz Jockel

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« am: 09 August 2006, 09:17:48 »

http://www.spiegel.de/pan...ama/0,1518,430753,00.html

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Teddy Suhren
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« Antwort #1 am: 09 August 2006, 09:34:52 »

Etwas Feuerwehrfachbezogener:

http://www.nonstopnews.bo...dung.php?ID=3987&JG=0

in der Galerie gibts eindrucksvolle Bilder.
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Gruß
Jörg

I’ve been through two wars and I know. I’ve seen cities and homes in ashes. I’ve seen thousands of men lying on the ground, their dead faces looking up at the skies.
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t-geronimo
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« Antwort #2 am: 09 August 2006, 10:01:10 »

Ich habe auch Zugang zu den großen Bildversionen.
Du auch, Teddy?

Aber die Einschätzung stimmt nicht mehr ganz.

Eben sagte ein Feuerwehr-Sprecher im Radio, daß der Brand incl. der Nachlösch-Arbeiten noch mehrere Tage dauern werde, weil es eben zwischen den Wänden brennt und mann nicht rankommt.
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Schöne Grüße
Thorsten
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« Antwort #3 am: 09 August 2006, 12:19:04 »

Ich denke mal ein Fall für unseren Brandbeschleu... grin ehm Brandmeister, Matrose lacht laut

Scharnhorst, ich übergebe  wink

Grüße

Dirk
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Wilfried
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« Antwort #4 am: 09 August 2006, 13:05:07 »

Moin, moin zusammen!

Die Lloyd-Werft hat aber auch in den letzten Monaten nur noch die "Sch.... am Bein". Erst fällt der Kreuzfahrer um, und nun auch noch ein schöner Brand ... sad

Mit einem lieben Gruß
der Wilfried
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... Tradition pflegen, bedeutet nicht, Asche aufzubewahren sondern Glut am Glühen zu halten ...

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« Antwort #5 am: 09 August 2006, 13:48:06 »

Scheisse auch ... sorry ... ist aber so ... , so etwas macht keinen Spass ..
mir tun die Jungs - die reinmüssen richtig leid !!

Weiterhin geht ja alles nur über PA , da biste gerade unten angekommen und schon
ist die Flasche leer und du kannst wieder nach oben  sad

nee - sowas ist nicht toll ..


Ich denke mal ein Fall für unseren Brandbeschleu... grin ehm Brandmeister, Matrose lacht laut

Scharnhorst, ich übergebe  wink

Grüße

Dirk

ehem  shocked , was dass  huh
darüber werden wir noch einmal sprechen .. "Brandbeschleu"... --> das hab ich schon verstanden   angry    grin
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Gruss Micha
Langensiepen
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« Antwort #6 am: 10 August 2006, 10:49:09 »

Brandursache Isolation! –und das wird es wohl wieder ein Mal gewesen sein- nehmt auf teueren deutschen Werft seit der Zeit zu, als  man teuere Fachkräfte  `` frei gesetzt ``  und durch preiswerte Fremdfirmen  ersetzt hat. Besonderst im Reparaturbereich werden elementare Sicherheitsgrundregelen verletzt. Heiße Arbeiten auf Deck setzen immer voraus das man sich über das `darunter ` Gedanken  macht. Ist die darunter befindliche Decke isoliert muß sie im Bereich der heißen Arbeiten frei gemacht werden. In der guten alten Zeit war dies der Job von Lehrlingen ( heißen heute auch nicht mehr so) Diese Arbeiten waren umständlich und zeitraubend. Beispiel: Ich schweiß auf dem Deck ein kleines Pumpenfundament auf. Nun muß wer die darunterliegende Stellen suchen, sie auch finden und evtl. vorhandene Isolierung abnehmen und WÄHREND der Schweißarbeit vor Ort bleiben. Das macht heute keiner mehr. Dazu kommt, das diese Arbeiten meißt durch `Landfirmen` ausgeführt werden. Ich hatte mal das Vergnügen  beim Vulkan  Landmaschinenschlossern beim aufschweissen des B+V Rasters  auf der F124 zu beobachten.  Nicht missverstehen, Landmaschineschlosser sind Fachkräfte , aber am Mähdrescher und nicht auf einem Seeschiff.  Zeitdruck und weiter abnehmende Qualifikation der Arbeitskräfte werden weiterhin zu solchen `Unglücken `führen, die dann unter Lebensgefahr von der  Feuerwehr bekämpft werden.
BERND  ( 1962 – 1965 Schlosserlehrling und Isolationsbrandbekämpfer beim Technischen  Betrieb des Norddeutschen Lloyd -heute Lloyd Werft )
 grin   War das jetzt ein `positiver `Beitrag?
« Letzte Änderung: 10 August 2006, 11:10:11 von Langensiepen » Gespeichert
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« Antwort #7 am: 10 August 2006, 10:56:07 »

Ja.
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Servus

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« Antwort #8 am: 10 August 2006, 19:51:55 »

Sehr positiver Beitrag, Herr Isolationsbrandbekämpfer.  grin

Noch eine Frage, woraus besteht denn diese Isolierung ? Ich dachte eigentlich immer, das die nicht brennt, sondern nur schmilzt oder schwelt, wenn sie mit Feuer in Berührung kommt ?
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Langensiepen
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« Antwort #9 am: 11 August 2006, 10:56:47 »

Bin nicht der Fachmann für Iso- Technik, da ich nie als Konstrukteur mit der Erstellung von Iso-Plänen zu tun hatte. Aber bitte: Bei der Iso ist zu unterscheiden in Verwendung: Wärme, Schall, Feuer und in Material Chemiefaser, Glasfaser, Siliziumfaser. Die halten  so 500 bis 800 Grad c aus, je nach Art. Bei den `Feuer `Vorfällen an Bord ist es meist so, das die Dämmung  verschmort und sich mächtig Rauch entwickelt. Es können sich dann andere Stoffe entzünden (Farbe, Holz, PVC, Papier, usw) und das Feuer ist da. Jetzt lachen bestimmt mache die bei der FF oder BF sind. Daher mal im Internet nachlesen, ich glaube die Firma Rockwoll ( mit der hatte ich es bei den Mekos zu tun hat bestimmt was zur Erklärung.)
BERND
PS: Da ich als Isolationsschmorbrandverhinderungslehrling im Einsatz stand kam es natürlich nie zu so was. Ergo kann ich nix darüber berichten  grin
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« Antwort #10 am: 11 August 2006, 11:30:02 »

Nix lachen, so weit schon gut geschildert, was Brandentwicklung angeht.

Dieses "Verschmoren" wird unter beträchtlicher Hitze passieren.
Diese Hitze wird durch den heißen Rauch weiter transportiert und bringt anderswo dann Stoffe  wie eben Holz, Kunststoff, Farbe usw. (eben alles, was brennen kann) dazu, "auszugasen", d.h. brennbare Gase zu entwickeln. Dann fehlt nur noch Sauerstoff und eine Zündquelle, oder das Gas-Sauerstoff-Gemisch erreicht die Temperatur der Selbstentzündung.
Und dann hat man ein wunderbares Feuer.
Auf Schiffen wird das insofern natürlich noch begünstigt, daß diese üblicherweise aus Metall sind. Und Metall ist ein hervorragender Wärmeleiter, die Hitze muß also nicht mal nur durch heiße Gase transportiert werden, um das Feuer weiter zu verbreiten.
Und dieser Umstand macht ja auch die Brandbekämpfung auf Schiffen so schwierig. Viele verwinkelte Auf- und Niedergänge und Räume, die lange Anmarschwege der Trupps teilweise unter Nullsicht bedeuten, überall Hitze (Erschöpfung!!), keine schnellen Rückzugswege, wenn die Lage zu brenzlig wird und dann noch eine Brandlast, die sich an teilweise unzugänglichen Stellen wie den Zwischenräumen befindet - nee, nee, da würde ich wegen eines Haufen (zugegeben wertvollen) Stahls als Einsatzleiter auch keine Menschenleben riskieren und das Ding lieber ausbrennen lassen bzw. wie geschehen zu versuchen, den Brand auf einen bestimmten Bereich zu begrenzen.

Bernd, was mich mal interessieren würde:
In der Presse ist zu lesen, daß das Schiff vermutlich repariert werden kann, weil nur Decksplatten, nicht aber der Rumpf verzogen ist.
Aber Stahl verliert durch Hitze doch auch schon an Festigkeit, wenn er sich noch nicht verzieht, oder?
Wie untersucht man so etwas?
Schneidet man ein STück raus, um es zu untersuchen? Röntgen-Untersuchung?
Irgendwie muß man ja sicher sein, daß der Pott nicht doch im nächsten heftigeren Sturm auseinanderbricht.
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Schöne Grüße
Thorsten
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« Antwort #11 am: 11 August 2006, 11:41:43 »

@Langensiepen
war doch wirklich schon gut erklärt  wink

@t-g
perfekt !! grin

Was noch dazu kommt , die meisten heut zu Tage verwendeteten Dämmstoffe / Iso-Stoffe ,
setzten beim verbrennen eine ware Unmenge an hoch giftigen Stoffen frei ..

Es bleibt also nur die Nutzung über PA ( Pressluftatmer ) zum Brandherd vorzugehen / hinzukommen
--> damit ist eine Aufenthaltsdauer vor Ort schon automatisch begrenzt und selbst der Aufenthalt
in Nähe der entstandenen , abziehenden Rauchwolken dürfte ein Problem darstellen ..
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« Antwort #12 am: 11 August 2006, 11:44:04 »

Nur mal nebenbei. Ich habe vor einigen Jahren bei einem Hausbrand gesehen, dass die Styropor Dämmung vollständig verbrannte.
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Langensiepen
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« Antwort #13 am: 11 August 2006, 12:49:33 »

Erst ein mal wieder im ``Böge`` Ausgabe 1966(!) beim Eisen-Kohlenstoff Diagram nachgesehen. Ich bin nun mal Maschinenbauer und kein Schiffbauer (Großes Ausrufungszeichen ) War die Wärmezuführung so, das keine oder nur geringe Änderungen am Metall- Gefüge geblieben sind, muß man das Bauteil nicht erneuern. In diesem Fall war wohl die Wärmeeinwirkung auf den Deck(s)  am größten, somit werden diese Teile ausgebrannt und ersetzt. Der Dampfer muß schon total ausgeglüht sein oder zu alt bevor man ihn als Totalverlust abschreibt. Hängt auch von den Reparaturkosten ab.  So und nun will ich mal sagen warum wir vor langer langer Zeit auf den Werften Wert darauf gelegt haben nicht als Schiffbauer angesprochen zu werden. Wir waren nämlich alle schlauer als die und wollten mal LI (C5, C6 ) werden.  grin   grin
Heute ist da natürlich ganz anders! (?)
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« Antwort #14 am: 11 August 2006, 14:22:28 »

Vielen Dank an alle für die guten Erklärungen. Man hat das damals an Bord, als junger Mensch, gar nicht so eingeschätzt, unter welchen Gefahren der Brandabwehrtrupp im Ernstfall gestanden hätte.
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