Nun, Länge und Breite eines Schiffes lassen sich relativ einfach anhand von Photos, bekannten Bauplätzen, etc. feststellen. Der Tiefgang ist etwas schwieriger festzustellen, was sich auch die deutsche Kriegsmarine zunutze machte.
Beispielsweise wurde von den Zerstörern Z1 bis Z4 die Länge und Breite offiziell korrekt mit 114,0 bzw. 11,3 m angegeben, der Tiefgang aber mit nur 2,8 m anstatt der tatsächlichen 3,82 m. Bei einer tatsächlichen Konstruktionsverdrängung von 2.619 t ergibt sich somit ein Blockkoeffizient von 0,532. Setzt man den selben Koeffizienten in die Rechnung mit dem falschen Tiefgang ein, erhält man eine Konstruktionsverdrängung von 1.919 t. Dies wiederum macht die offiziell angegebene Standardverdrängung von 1.625 ts durchaus glaubwürdig.
Sofern man also den Tiefgang relativ genau bestimmen kann, läßt sich die Verdrängung recht genau berechnen, da sich der Blockkoeffizient in ziemlich engen Grenzen bewegt ... nämlich etwa von 0,48 bis 0,60.
Wenn wir bei obigem Beispiel bleiben und den Tiefgang mit 3,8 m annehmen, verdrängt das Schiff zwischen 2.350 und 2.940 t - im Mittel also 2.625 t, wobei wir ziemlich genau bei der tatsächlichen Verdrängung von 2.619 t liegen!

Sind die Abmessungen bekannt, hat man meiner Meinung nach ziemlich genau auch die Verdrängung!