Hallo Leute, hier meine Version des wohl berühmtesten Segelkriegsschiffes der Welt. Wer kennt sie nicht, auf ihr siegte und starb der berühmte Admiral Nelson beim Kap Trafalgar im Jahre 1805.
Erbaut wurde dieser Dreidecker um das Jahr 1765 und dürfte damit wohl das älteste aktive Kriegsschiff der Welt sein, da sie bis heute nicht außer Dienst gestellt wurde.
Als das Paket geliefert wurde, staunte ich erstmal nicht schlecht. Ein Riesenteil und auf dem Kartondeckel ein Bild, daß man sich fast ins Wohnzimmer hängen kann. Wunderschön !!!
Die Qualität der Bauteile ist hervorragend. An den beiden großen Bordwandhälften brauchte ich nur einige kleine Stellen entgraten. Die Holzmaserung ist sehr detailliert dargestellt. Auch die Stückpforten sind im Gegensatz zu anderen Bausätzen akurat ausgeschnitten und bedurften keiner Nacharbeit meinerseits.
Zunächst machte ich mich daran, die Bordwände zu pinseln. Für die Unterseiten wählte ich einen braunen Holzton, obwohl das Orginal ja mit Kupferplatten beschlagen ist. (womit wurden damals eigentlich diese Platten angestrichen

) Optisch sieht es schöner als, als dieses Weiß, welches oftmals von Modellbauern verwendet wird.
Für die Bordwand habe ich Revell No.9 Anthrazit ausgewählt. Ich hatte wenig Lust, vier Wochen zu warten, bis das Schwarz endlich trocken ist. Für die hellen Streifen habe ich bisher noch keine passende Farbe finden können. Das empfohlene Lufthansagelb sieht in Verbindung mit dem Schwarz wahrlich unschön aus. Das Orginal in Portsmouth weißt ja einen leichten Rotstich auf, aber ich bezweifel, daß dies die ursprüngliche Farbe ist. Sicherlich gab es diese Farbe irgendwo recht billig zu kaufen.
Eine langwierige und nervige Arbeit ist der Zusammenbau der Geschütze. Jedes, der 102 Stücke besteht aus zwei Kanonenrohrhälften, zwei Seitenteilen der Lafette, zwei Achsen mit den Rädern und einem Mittelteil, insgesamt also sieben Teile.
Zunächst habe ich die Kanonenrohre zusammengeklebt und gepinselt, anschließend die Seitenteile der Lafetten gepinselt. Nach dem Zusammenbau der Lafetten mußte ich noch einmal nachpinseln, bevor ich die Kanonenrohre montieren konnte.
Für die 60 indentischen Geschütze der beiden untersten Batteriedecks wurden 420 Teile verbaut. Ich war doch etwas enttäuscht, als ich feststellen mußte, das von dieser langwierigen Arbeit kaum was zu sehen ist, nachdem ich die Lafetten in den Rumpf eingeklebt hatte. Da sie unter Deck stehen, sieht man von außen nur die Enden der Geschützrohre.
Nach dem Verkleben der beiden Rumpfhälten konnte ich die Stützstreben für das unterste Deck einkleben und anschließend das erste Deck einbauen. Da die drei unteren Decks aus jeweils zwei Hälften bestehen, geschieht das relativ problemlos.
Das dritte Deck, auf welchem die kleineren Kaliber aufgestellt sind, ist ja bereits z.T. von oben sichtbar. Deshalb erfolgte hier eine andere Farbgebung. Ich habe mich hier für das Ocker entschieden. Da die sichtbaren Decks von Heller aus einem braunen Plastik gefertigt wurden, pinselte ich mit dünner Farbe. Dadurch schimmert der braune Ton etwas durch, dadurch entsteht der Eindruck eines abgenutzten Decks.
Zunächst stand ich vor dem Problem, wo ich die kurzen Kanonen aufstellen sollte. (pro Seite waren es 11 lange und 4 kurze 12 Pfünder) Nach der Montage der Kajütwände ergab sich jedoch, das dort exakt 4 Stückpforte lagen und die Frage war gelöst.
Die hellen Streifen der Bordwand habe ich nun ebenfalls mit Ocker gepinselt.
Gleichzeitig mit dem obersten Deck, sollte auch das vordere Abschlussteil verklebt werden, weil es ansonsten zu Passproblemen kommen könnte. Die beiden runden Ausbuchtungen an diesem Teil passen nicht zur Bordwand, aber ich hoffe, daß dies später durch das Anbringen der Verstrebungen zum Bugspriet überdeckt wird.
In diesem Zusammenhang würde es mich einmal interessieren, welche Funktion diese runden Räume im Bereich des Vorschiffes hatten. Sollte es sich etwa um die Toiletten der einfachen Besatzung gehandelt haben

Als nächstes erfolgt dann der Zusammenbau des Hecks und die Montage des Bugspriets und der unteren Masten.
Letztere werden aus je zwei Hälften montiert und anschließend gestrichen. Zunächst erfolgt aber nur die Montage der unteren Mastteile, da vor dem Weiterbau der Masten die Wanten angefertigt werden müssen. Und gerade die Wanten haben es in sich.

Der Rumpf sieht nun schon recht gut aus, der größte Teil des Galions und das Heck sind nun fertig.
Große Probleme bereiten mir die Bemalung der Verzierungshölzer am Heck und an den Galerien. Die Hand, die den Pinsel führt, zittern selbst nach ein/zwei Schnaps (alter Lackierertrick

) noch zu stark, als das ich mit dem Ergebniss zufrieden gewesen wäre. (Wenn ich noch mehr Versuche riskiere, werd' ich zum Alkoholiker

)