@Harold,
zu 1.)
Nicht ganz. Radflugzeuge waren schneller und beweglicher. Sehr wichtige taktische Faktoren!
Dazu weiter aus einem Aufsatz:
"Die dem Laien vielleicht auffällige Tatsache, daß in der Bordluftwaffe die Schiffe mit Seeflugzeugen so auffällig gegenüber den Flugzeugträgern zurücktreten, beruht im wesentlichen auf einer bereits im Weltkriege (der Erste ist gemeint!) gewonnenen Erkenntnis: Das Schwimmerflugzeug hat gegenüber dem Radflugzeug Nachteile, die seinen militärischen Wert diesem gegenüber stark herabsetzen. Der Schwerpunkt liegt dabei in folgendem: Ein verhältnismäßig leichter Seegang erschwert oder verhindert bereits das sichere Niedergehen auf der freien See. Auch das Treiben wird nach etwa doch geglücktem Aufsetzen auf dem Wasser sehr bald ein Ende haben, wenn Seegang herrscht oder aufkommt, bzw. ist es nach dem Niedergehen schon bald nicht mehr möglich, vom Wasser wieder hochzukommen. Nur beim Start mittels Flugzeugschleuder ist man von den Seeverhältnissen weniger abhängig, während die Anbordnahme - auch über ein Schleppsegel - in ganz erheblichem Maße auf die Gunst von Wind und See angewiesen ist."
Weiter erhellt uns der Aufsatz zu den Flugzeugmutterschiffen folgendes:
"Für die Verwendung der Flugzeugmutterschiffe ergibt sich aus diesen Tatsachen, daß sie nur selten in dem Sinne zur Hochseeflotte gehören werden wie die Flugzeugträger. Man muß sie wohl eher als zum Flottentroß gehörig bewerten, als Schiffe, die mit ihren Flugzeugen nicht so sehr Kampfaufgaben, und was damit an Aufklärung und Beobachtung zusammenhängt, als Überwachungsaufgaben zu erfüllen haben."
In diesem Sinne muß man auch die Entwicklung der japanischen Flugzeugmutterschiffe sehen. Wenn man im Pazifik Räume besetzt, so habe ich nicht unbedingt sofort Flugplätze zur Verfügung, aber genug Wasser als Start- und Landebahn. Die Flugzeugmutterschiffe fungieren dann nicht als Startplattform, sondern als Werkstatt- und Versorgungsschiffe.
zu 2.)
Die amerikanischen Träger waren, wie man später deutlich sehen konnte, durch das Aufsetzen der Flugzeughalle besser durchdacht. Bei eventuellen Gefechtsschäden betraf es meist die Flugzeughalle, die Struktur des eigentlichen Schiffes blieb meist unversehrt. Die Reparatur einer "Blechhalle" ist wesentlich schneller realisierbar als die von Schiffsstrukturen. Einzig der bis zum Flugdeck hochgezogene Bug war für Schlechtwetterfahrten vorteilhaft für die "integrierten" Träger.
Auch die "Courageous"-Träger verfügten über 2 Hangardecks.
zu 3.)
Wenn mich meine Augen nicht trügen, dann besaß "Béarn" ein längs beplanktes Flugdeck.
zu 4.)
Ja, man befürchtete das plötzliche Auftauchen von leichten Feindstreitkräften, die man zur Not damit abwehren wollte. Klar war, daß sich Träger immer aus Artilleriegefechten heraushalten sollten.
Die Seezielgeschütze der "Courageous"-Klasse waren zugleich auch als Flak mit begrenzter Erhöhung gedacht, im Sinne von "barrage fire".
Die amerikanischen Träger "Lexington" und "Saratoga" litten Zeit ihres Besitzes der 4 Zwillingstürme unter Trimmproblemen und man dürfte sehr froh darüber gewesen sein, sie auf "Saratoga" kurz nach Kriegsbeginn losgeworden zu sein.
zu 5.)
Die Katapulte waren für z.T. noch mitgeführte Schwimmerflugzeuge gedacht. Radflugzeuge wurden m.W. erst spät (ab Ende der 30er Jahre) wegen ständig steigenden Abflugmassen katapultiert.
zu 6.)
das "Jägerdeck" wurde gewählt, weil man gleichzeitig Bomber und Jäger starten konnte. Die Bomber brauchten dazu wesentlich mehr "Anlauf" als die Jäger. Nur zum Verdeutlichen, die "Camel's" der "Furious" brauchten bei Maximalgeschwindigkeit des Schiffes eigentlich keine Startstrecke, die hoben fast von allein ab. Die Startgesschwindigkeit der Flugzeuge war extrem niedrig.
Außerdem waren die "Jägerdecks" eine Art "Alarmdeck", um sofort nach Öffnung des Tores Jäger zum Eigenschutz starten zu können. Die Jäger standen im Deck für "Sofortstarts" bereit.
Später wurden die Decks abgeschafft, da durch die ständig steigenden Abfluggeschwindigkeiten der neuen Jäger das Deck zu kurz wurde. Außerdem waren die tief liegenden Decks bei starkem Seegang ein Gefahrenquelle für das Schiff. 1934 zerschlug eine See das vordere untere Hallentor der "Glorious", was einen Werftaufenthalt nötig machte.
Danke für den Beifall und der Aufsatz stammt übrigens von Dipl.-Ing. Wilhelm Hadeler und erschien im VDI von 1938.
(@Harold: Ich weiß, ich bin fies

)