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Autor Thema: Sowjetische Kreuzer der Tschapajev und Maxin Gorki-Klasse  (Gelesen 1119 mal)
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kalli
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Beiträge: 5446

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Name: Karl-Heinz Jockel

Ort: Wandlitz

Brandenburg


« am: 17 November 2003, 13:14:35 »

Zwei interessante sowjetische Kreuzer- Klassen sind die Tschapajew und Maxim Gorki- Kreuzer. Zwei dieser Schiffe verbindet im wahrsten Sinne des Wortes ein gemeinsames Schicksal.
Die Molotov ( Maxim Gorki- Klasse ) gehörte zu den neuen Kreuzern und konnte noch vor Beginn des Krieges in Betrieb und in den Bestand der Schwarzmeerflotte aufgenommen werden. Sie beteiligte sich an der Verteidigung Sewastopols von November 1941 bis August 1942. Am 03.08.1942 wurde der Kreuzer von gegnerischen Flugzeugen und Torpedoschnellbooten angegriffen. Durch Torpedotreffer wurden dabei 20 m des Heckkörpers abgerissen, der augenblicklich sank. Da die Schrauben keinen Schaden erlitten hatten, konnte das Schiff zum Stützpunkt zurückkehren.
Mit dem Bau der Frunze ( Tschapajev- Klasse ) wurde am 29.08.1939 begonnen ( Stapellauf 30.12.1940 ). Mit Ausbruch des Krieges wurden die Arbeiten am Kreuzer unterbrochen und als sich die Front Nikolajew ( das ist die Werft, die auch die Molotov gebaut hat ) näherte, wurde das Schiff mit Mensch und Material beladen und über Sewastopol nach Poti ( 09.08.1941 ) überführt.
Nun kommt das verbindende Element beider Kreuzer.
Die Molotov hatte ja kein Heck mehr und die einzige Reparaturwerkstatt nicht genügend Kapazität, um ein neues Heck zu bauen. So wurde beschlossen, das Heck vom Kreuzer Frunze abzuschneiden und an die Molotov anzubauen.
Diese Operation war äußerst kompliziert, nicht nur in technischer Hinsicht. Die Frunze war breiter und höher als die Molotov und außerdem verfügte die Reparaturwerft nur über ein Dock von 5000 t und beide Kreuzer hatten bis 10000 t Wasserverdrängung.
Und ungefähr so wurde es gemacht :
Die Frunze wurde mit dem Heck nach vorn ins Dock geführt. Das Heck wurde gestützt und abgetrennt. Danach wurde das Dock mit Wasser gefüllt, das gekürzte Schiff herausgeholt und die Molotov ins Dock geführt. Mit Hilfe von Hydraulikhebevorrichtungen wurde das Frunzeheck an den Schiffskörper herangeführt und verbunden.
Im Sommer 1943, nach entsprechenden Tests, wurde die Molotov wieder in Dienst gestellt. An Kampfhandlungen nahm sie allerdings aktiv nicht mehr teil.
Nach dem Krieg :
Frunze erhielt ein neues Heck und wurde am 19.12.1950 in Betrieb genommen und der Schwarzmeerflotte angegliedert. 1958 wurde Frunze als leichter Kreuzer ein Schulschiff und 1960- 61 verschrottet.
Molotov war bis 1973 im Bestand der Flotte und wurde 1978 verschrottet.
Die Verschrottungsfirma hatte übrigens den wohlklingenden Namen
„Glawwtortschermet“  ( Hauptverwaltung für Sekundäre Schwarzmetalle )
Fotos der Schiffsklassen befinden sich im Bildarchiv. Wenn gewünscht, kann ich auch noch technische Daten liefern.
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Scheer
Kapitän zur See
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Alter: 47

Ort: Papenburg

Niedersachsen


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« Antwort #1 am: 18 November 2003, 07:59:59 »

Wenn ich das richtig verstanden habe heißt das doch, daß die MOLOTOV das Heck der FRUNZE behalten hat. FRUNZE hatte ja nach deiner Ausführung um 1950 ein neues Heck bekommen.
Da du davon geschrieben hast, das sich die Schiffe in Höhe und Breite unterschieden haben würde mich interessieren ob beim Ansatz des Hecks ein Ausgleich geschaffen werden mußte und wie dieser ausgesehen hat.

Technische Daten sind natürlich immer willkommen.
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