Re: NDR-Marinenacht

Begonnen von toppertino, 27 Dezember 2006, 02:16:33

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toppertino

Da hab ich gestern so einiges nicht verstanden.
1. Thema HOOD
Sie ist ja nun in 3 Teile zerbrochen und es wurde von 2 Explosionen berichtet.Die zweite Explosion hat wohl in der vorderen Muni-Kammer stattgefunden und den Bug weggesprengt.Die zweite Explosion erfolgte weil,laut Doku sich die erste Explosion bis zur vorderen Muni-Kammer fortgepflanzt haben soll (durchs Ventilationssystem).Kapier ich überhaupt nicht.Der erste Knall hat die HOOD zwar zerlegt aber die beiden Muni-Kammern liegen doch schätzungsweise 150m auseinander?Wie kann da der Funke überspringen?Immerhin lagen auf den 150m jede Menge Stahl in Form von Schottwänden im Weg.Und die waren ja aufgrund des Verschlußzustandes ja wohl auch alle dicht.Oder waren die Muni-Kammern irgendwie miteinander verbunden?Kann ich mir ehrlich gesagt nicht vorstellen.
Kann mir da mal jemand auf die Sprünge helfen?
Ich hab da ne ganz eigene Theorie wie es zur zweiten Explosion kam:
Kann es nicht sein das,als das Vorschiff sich senkrecht stellte,die ganzen Kartuschen und Granaten in der vorderen Muni-Kammer "durcheinandergepurzelt" sind?Eine ist dann detoniert und hat den Rest dann gezündet?!? :/DK:
MR hat in seinem Buch geschrieben das die HOOD (warscheinlich durch einen Kurzschluss) wärend des Sinkens nochmal mit den vorderen Türmen geschossen hat.Könnte es sich dabei um die zweite Explsion gehandelt haben?

Und nun mein zweites Sorgenkind:Thema BISMARCK:

Hat sie sich nun doch nicht selber versenkt?In der Doku hieß es,sie wäre eindeutig den Kreuzertorpedos zum Opfer gefallen bevor die Selbstversenkungsmaßnahmen fruchteten.Merkürdig nur das die Selbstversenkungsmaßnamen gegen 10Uhr eingeleitet wurden und die Kreuzertorpedos erst ca 10Uhr30 trafen.Also haben die Torpedos die Selbstversenkung nur unterstützt,da BS eh schon am Sinken war.Die Torps hätten sie früher oder später zwar auch gekillt aber ohne die Selbstversenkung hätte es doch wesentlich länger gedauert.Will damit sagen das die Deutschen den Briten zuvorgekommen sind.Genauso haben es auch Ballard und Cameron bestätigt.Wäre sie nämlich nur den Kreuzertorpedos zum Opfer gefallen wäre sie nie so schön gleichmäßig voll gelaufen sondern wäre implodiert weil sie nicht ganz vollgelaufen ist.Quasi wie die TITANIC.Aber implodiert ist sie nun mal nicht.Ebenso hat Cameron behauptet das die Torpedos "nur" große Löcher in die Außenhaut gerissen haben,nicht aber das Torpedoschott durchdrungen haben?Was stimmt denn nun?Ballard +Cameron vs. Mearn (oder wie heißt der Typ?).
Ach ja nochwas (da kann mir bestimmt Harold weiterhelfen):In der Doku war die Rede von einem riesigen Loch im Oberdeck mittschiffs am Katapult.Laut Doku war es ein Torpedotreffer von Dorsetshire als BS´s Backbordseite schon tief im Wasser lag.Lauf Ballard waren es mehrere Granaten die diese Stelle zugleich trafen.Laut Harold ist dort aber gar kein Loch ím Oberdeck sondern nur ein Teil des Aufbaudecks verschwunden als die Druckluftbehälter das Katapults hochgingen.Ebenfalls die Frage: Was stimmt denn nun?? :/DK: :ND//)
Noch was am Schluß: Ich weiß das BS nicht das Nonplusultra war,aber so madig wie sie immer gemacht wird (gerade die "altmodische" Panzerung wird immer kritisiert) war sie doch nun wirklich nicht.
Auch wenn ich jetzt von Lutscha eins aufs Dach kriege: Baller doch mal ne IOWA,RICHELIEU oder KGV (natürlich auch alle manövirerunfähig) auch mal mit 4 Schiffen zusammen.Soll wirklich keine Heldenode an die duetsche Schiffbaukunst sein aber mich würde echt mal interessieren wie die 3 Kandidaten dabei weggkommen,würden. :?

mfg
Lebensende mit 3 Buchstaben: EHE!

winni

@ Toppertino:Die Explosion auf der Hood war so gewaltig,dass sie das gesamte Schiff auseinander riss.Meinst du,dass da noch irgend ein Schott gehalten hat ?  :wink:

zu Bismarck:Ich fand da auch einige wiedersprüchliche Aussagen.Ich muss allerdings eingestehen,dass ich alles so ein wenig im Halbschlaf mitbekommen habe. :-D Die Torpedos sollen in höhe des Decks eingeschlagen sein.Ist doch aber nur möglich,wenn das Schiff schon genügend Tieflage hat.Oder können die Dinger fliegen ?  :wink:
Die Bismarck soll zum Schluss nur noch Zick-Zack Kurs gelaufen sein.Wie ist das möglich mit blockiertem Ruder ? Wie gesagt ich kann da einiges verpasst oder falsch verstanden haben,da ich öfter mal eingenickt bin. :-D
Kein Schiff hätte dieses Abschlachten überlebt.Ich glaube da stimmt uns sogar Lutscha zu.  :wink:
Es sind immer die Abenteurer die große Dinge vollbringen.


Montesquieu.

rosenow

Moin!
Die Bismarck lief nach Aussagen von Überlebenden im Kreis und nicht Zickzack.
Die Bismarck wurde auch nach diesen Aussagen selbst gesprengt und der Torpedotreffer der kurz nach der Sprengung den leichteren Panzer durchschlug beschleunigte nur das Sinken.
Was in diesem Bericht aber nicht ganz eindeutig hervorging, der Zuschauer wird da im Dunkel der Mythen um die genaue Versenkung gelassen.
Da spielt der Ergeiz, die Versenkung auf sein Konto zu schreiben, eine große Rolle.
Sachlich gesehen macht das gar kein Unterschied, das Ziel das Schiff zu versenken ist erreicht worden.
mit freundlichen Gruß
Michael


,,Macht`s gut und denkt daran!
Es gibt drei Sorten von Menschen:
Die Lebenden.
Die Toten.
Und die, die zur See fahren."
Hein Schonder

toppertino

@ winni

Wann erfolgte denn die zweite Explosion?enn sie etwas mit dem ersten Knall zutun hatte,hätte sie ja gleich darauf erfolgen müssen.Alle Zeugen haben meines Wissens nur von einer Explosion geredet.Und als sich die vordere Sektion senkrecht stellte (erste Explosion verpufft) war der Bug ja noch dran,keine zweite Explosion,nix.Wenn der Funke des ersten Knalls übergesprungen wäre,hätte der zweite Knall kurz darauf erfogen müssen.(Ich hoffe ihr versteht mein Gesabbel).
ZitatDie Explosion auf der Hood war so gewaltig,dass sie das gesamte Schiff auseinander riss
Seh ich nicht so.Fakt ist,Knall Nummer eins hat hat sie zerteilt,sodas sie sank.Hätte sich Knall eins durch die ganze Mittschiffsektion fortgepflanzt um die vordere Munikammer zu zünden,wäre aber vom Mittelschiff gar nix mehr übriggeblieben,meinst du nicht.
Ich vergleich zwar jetzt Äpfel mit Birnen aber auf der KURSK ist ja ähnliches passiert.Dort fand die Explosion im Bug statt aber Feuerstrahl pflanzte sich durch mehrere Abteilungen fort,da fahrlässigerweise kein Verschlusszustand bestand und die Schotttüren offen standen.Das war doch aber auf HOOD nicht der Fall?! :/DK: Überleg mal,die Explosion hätte sich über eine Länge von 150m durch Stahl und noch mehr Stahl kämpfen müssen,hat es aber "nur" an einer Stelle zertrennt und dann war die Wirkung der Explosion eigentlich schon verpufft.Nää nää,ich find das die Jungs von der Doku zuviel INDEPENDENCE DAY geschaut haben,wo sich die Explosionen schön ringförmig über Kilometer ausgedehnt haben,wie eine Flutwelle.Das ist aber eigentlich so  nicht richtig.

Zur BISMARCK:
Ja,BS hatte ordentliche Schlagseite nach Backbord bzw lag schon fast komplett auf der Seite als die Torpedos trafen.Das ominöse Loch befindet sich ebenfalls auf der Backbordseite im Oberdeck.Theoretisch könnte das alles so stimmen,aber Harold (Weihnachtsurlaub?) hat da noch ein Wörtchen mitzureden,da,entgegen Ballards Aussagen im Oberdeck wohl doch kein Loch klafft.
Zum Kurs von BS:
Schlangenlinien ist sie gefahren weil sie von 3 Kräften "gesteuert" wurde:
A: von den nach Backbord verklemmten Rudern
B: von den Schrauben,die den Rudereffekt eigentlich auffheben sollten
C: von dem N-N-W-Wind,da BS,wie bereits die Erprobung zeigte,beim Steuern mit den Schrauben in den Wind drehte

mfg
Lebensende mit 3 Buchstaben: EHE!

Josef

@ toppertino
@ rosenow

Es gab tatsächlich nur eine Explosion auf der Hood. Nachdem die BS-Granate die achtere Mun-Kammer getroffen hatte, bekam das Schott zum Maschinenraum dicke Backen und die Explosionskräfte rasten durch den Maschinen-raum wo sich ein Teil der Kräfte durch die Masch.Raumlüfter ventilierte (das war die hohe Stichflamme). Am Ende des Masch.Raums traf sie auf das vordere Schott und riss das Vorschiff ab. Die sich aus der achteren Mun-Kammer nach achtern entfaltenden Kräfte rissen das Achterschiff ab. Daher 3 Teile! Es wird auch berichtet, dass rostige Rohre durch die Luft flogen. Das waren die Ballastrohre, die Hood in den Zellen zwischen Aussenhaut und Längsschott führte. Vorgenanntes basiert auf den brit. Untersuchungsprotokollen, die u.a. nach Befragung von Schiffsbauexperten und Feuerwerkern erstellt wurden. Überwiegend sprechen die befragten Augenzeugen auch nicht von einer oder sogar 2 Explosionen, sondern schildern den ganzen Vorgang als beinahe lautlos (Überein-stimmung mit Augenzeugen als die "Arizona" in die Luft flog). Einer der vorderen Türme schoss tatsächlich nochmal. Das ist auf einen Kurzschluss in der Abfeuerungsanlage zurückzuführen. "Winni" hat recht wenn er schreibt, dass die Explosionskräfte von keinem Schott (ob nun schweres und leichtes Schott) aufgehalten werden können.

Zur Bismarck
Es gibt tatsächlich kein Loch im Oberdeck (auch nicht im Zitadellpanzer) im Bereich des Katapultes. In diesem Bereich gibt nur zwei größere Schäden.
1. Eine Granate knallte genau auf die Oberdeckskante und wurde etwas nach oben abgelenkt. Sie explodierte in einem großen Lamellenlüfter schräg unterhalb der 10,5cm Bb II.
2. Eine Granate traf den Druckluftvorratsbehälter. Explosionskräfte und frei werdende Druckluft (200 atü) rissen die Bb-Schleuder und einige Wände weg. Der oft dafür verantwortlich gemachte Torpedotreffer,als die BS schon stark nach Bb krängte, gehört in das Reich der Fabel.

Der Befehl zum Verlassen des Schiffes kam nicht erst um 10.00 Uhr, sondern einige Stellen erreichte der Befehl bereits gegen 9.30 Uhr. Nach Aussagen einiger Überlebender geschah das nicht immer über das Fernsprechnetz von der Schiffsführung (oder was davon noch übrig war), sondern teils durch mündliche Weitergabe.

Cameron hat recht, wenn er sagt, dass keine britischer Torpedo das Torpedolängsschott durchschlug. Das ist aber nicht neu!!! Ich habe unmittelbar nach Abschluss unserer Expedition in 2001 einen Bericht an die Bundesregierung geschrieben (die wollte den haben). Darin steht, dass insbesondere nach Untersuchung des Rumpfes nicht davon auszugehen ist, dass die Torpedotreffer das Sinken des Schiffes verursacht hätten. Künftige Expeditionen sollten aber mal ein Augenmerk darauf richten. Meine Ansicht wurde bereits ein später durch Cameron bestätigt. Dass BS nicht zu retten war, lag hauptsächlich an dem vielen Wasser, dass durch die Treffer am 24.5., den erforderlichen Trimmmaßnahmen und die Treffer beim Endgefecht im Schiff war (ganzes Vorschiff, Kesselraum Bb 2, E-Werk, Turbinenraum Mitte, Kesselhilfsmaschinenraum Bb, Wallgänge etc.)
Es stimmt auch nicht, dass BS nur noch im Kreis fuhr. Richtig ist, dass sie nach dem Rudertreffer 2 volle Kreise fuhr - und weil Kentergefahr bestand, die Fahrt gedrosselt wurde. Nach den zwecklosen Reparaturversuchen hat man das Schiff mit Schraubenmanövern und geringer Fahrt (fast keine Fahrt mehr über Grund!) gegen die See und gegen den Wind gelegt, um auch nur eine einigermaßen brauchbare Geschützplattform zu haben.

Freundschaftlich
Josef

Lutscha

Laut Bill Jurens wurde das T-Schott der BS durch Dorsetshires Torpedos durchschlagen. (das T-Schott konnte sie ohnehin nicht abhalten)
Das ist ja barer Unsinn, wenn das stimmen würde, hätten SIE ja recht!

Typisch deutsche Argumentationsweise.

Josef

@Lutscha

Was steht denn für die Behauptung von Jurens?
1) Insbesondere die Überlebenden aus den Maschinenräumen sagen, dass kein Torpedo durchgedrungen ist.
2) Die Teilnehmer zweier Expeditionen sagen, dass das Schott heil ist.
3) Und wo war Jurens?

Freundschaftlich
Josef

Lutscha

#7
Jurens hat sich stundenlang das Wrack mit einem Tauchroboter angesehen. (Mearns-Expedition)

Genaueres hab ich nicht.

Edit: Doch, hatte ihn gefragt:

My description of the torpedo hits has been written up before on this and other threads and for details it might be best to go back to some of those earlier postings.

In general, however...

Much of the shell plating has been removed by the slide down the bottom after the sinking, obscuring the exact positions of many hits. As I recall, there are only two places of really severe damage to the holding bulkhead, one to port and one to starboard, corresponding to hits received on 27 May. There is also a failure of the system, such as it was, aft on the starboard side near the screws. It does not appear that many, if any, of the aerial torpedo hits did any really significant damage inboard of the holding bulkhead, although some damage was likely, and a lot depends upon how efficient the damage control organization was during the last few days.

Although the side protective system performed reasonably well, and the German Navy did fairly extensive model testing of earlier systems, it does contain a serious geometric flaw along the bottom edge of the holding bulkhead, where the system is effectively of zero thickness, i.e. there is a spot about one meter hight where only the shell plating and the holding bulkhead holding back the sea. This means that if the outboard void were flooded, which it would often be, the holding bulkhead has essentially become the skin of the ship, with no backup at all behind it. Further, because the holding bulkhead is fairly substantial in construction, and is tied in to the inner bottom plating directly, the resultant structural discontinuity suggests that this would have been an area where flooding might well be expected after damage. And, being low in the bilges -- an area traditionally filled with piping etc., and quickly submerged, flooding after damage would have been very difficult to control.

Bill Jurens

Gemeint ist mit der Schwachstelle diese: http://www.kbismarck.org/forum/viewtopic.php?t=216&postdays=0&postorder=asc&start=15&sid=b5957948e44643a16c381479d197bd9a
Das ist ja barer Unsinn, wenn das stimmen würde, hätten SIE ja recht!

Typisch deutsche Argumentationsweise.

Josef

@ Lutscha

Sorry, aber meines Wissens gibt es darin keine Szene, die das Längsschott im Telebereich zeigt. Das ging mit seinem Tauchschlitten ja auch garnicht.
Bill Jurens in allen Ehren, aber auch Jurens irrt schon mal.
So hat die Querschnittszeichnung im von Dir angegebenen Link in Wirklichkeit nichts mit dem Endgefecht zu tun, sondern bezieht sich auf des Unterwassertreffer am 24.5. durch die PoW. In der Hinsicht ist sie aber auch falsch lokalisiert, weil der Treffer nicht Abtlg. XIII, sondern XIV fast an der Grenze zu XIII war. Der Treffer verursachte das Volllaufen des E-Werks IV und Risse im Schott zu XIII, was die nachträgliche Aufgabe des darin befindlichen K.R. Bb II zur Folge hatte.

Freundschaftlich
Josef

Lutscha

Josef, die Skizze hat Jose reingestellt, weil er wissen wollte, wo die besagte Schwachstelle war, sie sagt nicht aus, wo die Treffer genau waren. ;) (das ist nur ne generelle Zeichnung)

Was das Material angeht, müsste man ihn nochmal fragen.
Das ist ja barer Unsinn, wenn das stimmen würde, hätten SIE ja recht!

Typisch deutsche Argumentationsweise.

Scheer

Mhh, wenn ich mich recht erinnere können einige Fragen nicht eindeutig geklärt werden, da entscheidene Stellen nicht einseh/ansehbar sind. So z.B. die Bereiche die im Meeresboden drinstecken.
Bei vielen Dingen müssen wir uns also auf die Aussagen und Beobachtungen von Überlebenden stützen.
Von der Schiffsführung, also dem Bereich, der noch den umfassensden Überblick über den Zustand des Schiffes hatte, überlebte niemand.
Könnte man nun nicht aus dem was man sicher weiß etwas interpolieren ?

Fakt ist ja, das BS nicht mehr kampffähig war. Manövrierunfähig und nach gewisser Zeit nicht mehr fähig mit Gegenfeuer zu antworten.
Weiterer Fakt ist, das die Selbstversenkung noch befohlen wurde.

Die Selbstversenkung eines Schiffes wird angewandt wenn man sich daraus einen taktischen Vorteil verspricht (z.B. Blockade einer Hafeneinfahrt) oder wenn man befürchtet, dass das eigene Schiff vom Gegner aufgebracht wird.
Das Aufbringen der BS hätte nun noch einiges an Zeit erfordert.
Entern, dabei sicher noch Widerstand, selbst im Chaos.
Dann das "auf den Haken nehmen" und natürlich das einschleppen.
Alles in allem eine sehr lange Zeit, in der BS ihre Schwimmfähigkeit behalten muss. Mit dem Einschleppen einige Tage.

Wenn nun die Schiffführung durch dei Schadensberichte der Meinung war das BS tatsächlich noch weiter schwimmfähig bliebe, so musste sie zwangsläufig die Selbstversenkung befehlen.

Wäre aber klar, das BS ohnehin in den nächsten Stunden sinkt und es niemandem - auch dem Enterkommando nicht - die Möglichkeit gegeben wäre, die Schäden zumindest soweit zu beheben das BS einen Restauftrieb halten kann, so hätte man ohne Selbstversenkung durchaus Zeit für eine geordnetere Rettung gewonnen.

Könnte die befohlene Selbstversenkung also ein Indiz dafür sein, das BS trotz aller Schäden eine extrem gute Struktur im Bezug auf Sinksicherheit, möglicherweise auch gegen auftriebsvermindernde Treffer hatte ?
   

toppertino

@ josef

ZitatAm Ende des Masch.Raums traf sie auf das vordere Schott und riss das Vorschiff ab. Die sich aus der achteren Mun-Kammer nach achtern entfaltenden Kräfte rissen das Achterschiff ab. Daher 3 Teile!

Hmm,eine Explosion.Ist soweit klar.Aber deren Druckwelle mußte doch nicht nur ein Schott überwinden,denn der Maschinenraum bestand ja nicht nur aus einem großen Raum ohne Wände sondern aus mehreren abgeschotteten (wenn auch recht großen Räumen).Und selbst wenn die Druckwelle das vordere Ende des Maschinenraums erreicht ist sie doch bei weitem nicht so zerstörerisch wie am Ausgangspunkt der Explosion.Oder liege ich da falsch?Außerdem breitet sich doch die Druckwelle nach allen Seiten aus,müßte nicht die gesamte Bordwand bis zum Ende des Maschinenraums auch zerfetzt worden sein?Kann mir das halt alles nicht so vorstellen da ja nicht nur ein Schott im weg ist sondern mehrere.Ne Skizze wäre nicht schlecht,da ich das mit der Ventilation auch nicht ganz begreife.
Achja,eine Sache noch,da ich von Natur aus skeptisch bin: In dem Bericht war die Rede davon,das ca 30m des Vorschiffs abgebrochen sind.Das hieße doch aber das sich die Bruchstelle vor der vorderen Turmgruppe befindet,das vordere Ende des Maschinenraums (wo die Druckwelle den Bug abgerissen haben soll) befindet sich aber hinter der diesen Türmen. :?Außerdem war der Bug ja noch dran als sie unterging und dabei noch feuerte.War da der Explosionsdruck nicht schon verpufft? :/DK: Zeitliche Abfolge?? :/DK:
Wie gesagt,ich bin ein Freund von Skizzen und Bildern,vielleicht können ja du oder Harold was drehen damit ichs kapiere.
Appropos Bilder: Gibt es vom Wrackplatz der HOOD ne Gesamtübersicht wie zum Beispiel auch von BS oder YAMATO?
Danke schon mal im voraus für eure Mühen.

mfg
Lebensende mit 3 Buchstaben: EHE!

Josef

@ toppertino

Die 2. Untersuchungskommission, die über 200 Augenzeugen und Fachleute vorgeladen hatte, kam zu dem von mir geschilderten Ablauf. Und ich gehe davon aus, dass diese Leute wissen, wovon sie sprechen. Demnach war der Ausgangspunkt der Explosion das 4"-Magazin direkt hinter dem achteren Hauptquerschott des Maschinenraumes, die auf die unmittelbar benachbarten 15"-Magazine übergriff. Die Gesamtmenge der in den Kammern noch lagern-den Cordits hat der Ausschuss mit rd. 113 ts (!!!!) berechnet. Diese unkontrolliert und sich schnell ausbreitende Gasblase nahm zuerst mal den Weg den geringsten Widerstandes in die Maschinenräume  (nach achtern wurde sie vorerst noch durch das achtere Panzerquerschott aufgehalten). Richtig ist, wenn Du zu bedenken gibst, dass in den Maschinenräumen noch andere Schotts zu überwinden waren. Doch das sind nur leichte Schotts, die die  Kräfte etwas verlangsamten, aber nicht in der Lage waren, die zerstörerischen Kräfte aufzuhalten. Jemand hat mal anschaulich beschrieben, dass die Corditmenge ausgereicht hätte, die Bismarck einen Kilometer weit in die Luft zu schleudern (nur damit Du mal eine Vorstellung über diese Kräfte bekommst). Mit einer Skizze über die sich durch die Maschinenraumlüfter ventilierenden Kräfte kann ich leider nicht dienen, aber nimm doch mal eine Tüte, gib etwas Mehl hinein, halt sie mit einer Hand zu und blas hinein. Dann drück mit einer Hand kräftig auf die Tüte und gib gleichzeitig die Einblasöffnung frei. Durch wirst sehen, Deine Frau wird von dieser Ventilation hellauf begeistert sein. Der Rest der Kräfte traf mit kaum geminderter Kraft auf das vordere Hauptquerschott des Maschinenraums und drückte es samt Vorschiff nach außen, wodurch das Vorschiff abriss. Wenn also in einem Bericht (was für einer?) nur ein 30m langes Stück erwähnt wird, sio ist das falsch, weil die Aussagen der Überlebenden und Augenzeugen von einem sich aufrichtenden Vorschiff incl. der beiden Türme sprechen. Zwischenzeitlich war auch das stärkere achtere Panzerquerschott überwunden, was zum Abriss des Hecks führte. Da dürften wir bei locker 70-80 m liegen.
Was nun Dein Argument angeht, dass ja auch die Seiten des Mittelschiffrumpfes von der Explosion betroffen sein müssten, hast Du ja auch recht. Ich hatte bereits geschrieben, dass rostige Rohre durch die Luft flogen. Diese Rohre, die zum Schutz gegen Unterwassertreffer zwischen Außenhaut und Längsschott gefahren wurden, können aber nur durch die Luft fliegen, wenn Schott und Außenhaut abreißen. Die Schäden an dieser Außenhaut sind auch durch die Tauchschlitten der Mearns- und CH4-Expedition nicht genau zu rekonstruieren , da das Mittelschiff doch ein ziemlicher Trümmerhaufen ist. Richtig ist, dass Überlebende und Augenzeugen aussagen, dass sie das Spantengerüst gesehen haben.

Ob es eine Animation der drei Schiffsteile gibt, ist mir unbekannt.
Freundschaftlich
Josef


toppertino

@ josef

Ich glaube ich habs kapiert wie HOOD gesunken ist.Ich versuch mal mir ne Skizze zum Sinkvorgang aus den Fingern zu saugen und stell sie mal rein.Dann kannst du mir ja sagen ob ichs verstanden hab. :-)
Kann ich Bilder von der Festplatte direkt in meinen Beitrag laden oder muß ich den Umweg über die Gallerie machen?

ZitatWenn also in einem Bericht (was für einer?) nur ein 30m langes Stück erwähnt wird, sio ist das falsch, weil die Aussagen der Überlebenden und Augenzeugen von einem sich aufrichtenden Vorschiff incl. der beiden Türme sprechen.

Da es spät war habe ich die Doku nur noch mit einem Auge/Ohr geschaut/gehört aber ich bin mir ziemlich sicher das beim Bugteil,das an der Wrackstelle gefunden wurde, von einer ca 30m langen Sektion gesprochen wurde.Könnte höchstens sein das nach dem Aufprall noch was abgebrochen ist oder ich habe mich verhört oder die Doku hat sich einfach geirrt.

mfg
Lebensende mit 3 Buchstaben: EHE!

Herr Nilsson

Gruß Marc

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