Hallo ,
hier auch mal die Frage :
Warum wurde die BS mit Wasserbomben ausgerüstet , welcher Sinn steckt dahinter , einem Schlachtschiff - Uboot Bekämpfungsmittel mit zugeben.
Mein Dank gilt Josef ( Kaiser ) für die Freigabe der Bilder ..
Mein Dank auch!
Man lernt nie aus! Bismarck also auch.
Ich denke man ist weniger überrascht, wenn man etwas unbefangener über “Schlachtschiff” und über “Uboot Bekämpfungsmittel” nachdenkt.
Schlachtschiff. Schlachtschiff ist so ein allgemeiner Begriff. Man pflegt auch Heute noch in Washingtoner Vertrags Dimensionen zu denken. Und dann geht man hin und vergleicht lustig wie dieses Schlachtschiff, gegen jenes abschneided und das gegen das andere dort.
Man vergisst leicht, dass Schlachtschiffe innerhalb verschiedener Marinen zum Teil recht verschiedene Aufgaben zu erfüllen hatten und per Design auch erfüllen sollten!
Eine Iowa mit einem Minensuchgerät oder Wabos wäre tatsächlich eigenwillig. Nun war Iowa aber im Prizip auch die schwimmende Flakbatterie schneller Trägerverbände und eine schwimmende Festung um Landeungunternehmen unterstützen zu können. (Darum – wenn es denn ein Trost ist – schneided Bismarck auch in Rankings immer so schlecht ab. Fast alle Autoren fragen, welches Schlachtschiff ist das Beste und messen dann unbewusst an den Aufgaben im Pazifik 1944. Überraschenderweise kommen meist US Dampfer oben auf raus.

)
Die meisten Schlachtschiffe waren ausgelegt um innerhalb eines Verbandes von Hilfsschiffen optimal zu operieren.
Eine Bismarck hingegen (obwohl eben auch ein Angehöriger der Katekorie ‘Schlachtschiff’) weisst viele Eigenheiten eines Handelsstörers auf. Das Schiff war offensichtlich ausgelegt auf hohe Redundanz und auf eine erhebliche Autarkie. Das beinhaltet eben auch, dass man sein eigener Zerstörer und sein eigener Minensucher sein kann.
Uboot Bekämpfungsmittel sind auf Grosskampfschiffen innerhalb der Kriegsmarine eigentlich gar nicht so selten. Der Prinz hat welche mit auf Rheinübung gehabt. Ich glaube Blücher hatte welche auf ihrer letzten Fahrt.
Es gibt ein Bild, welches Deutschland mit Wabogestellen am Heck zeigt.
Ich denke bei der Einschätzung von Wasserbomben muss man sich hüten, die von jenseits 1945 zurückblickend zu bewerten. Es galt vor dem Kriege und selbst in den ersten Kriegsmonaten als ausgeschlossen, dass U-Boote stundenlange Wabo Verfolgungen überstehen könnten. Es galt als unmöglich, das ein Boot 100 oder gar 400 Wabos überstehen könne.
Wabos wurden gegen Anfang des Krieges auch in geringen Mengen als recht gefährliche Waffen betrachtet.
Was sollten Wabos auf Bismarck?
- Wasserbomben hatten eine erklekliche Abschreckungswirkung und mögen hinreichend sein, ein angreifendes Boot zum Tieftauchen zu zwingen.
- Auch nur wenige Wasserbomben können, auch wenn sie das Boot natürlich nicht versenken, doch zumindest einen Zeitvorteil verschaffen. Sie zwingen das Boot zu einem erneuten Angriff anzulaufen; nutzlos für einen behäbigen Handelsdampfer aber hilfreich für ein schnelles Schlachtschiff. Das ist lange weg, wenn das Boot sich zu einem neuen Anlauf positioniert hat.
- Auch wenn ein leichtes 500 tons Boot innerhalb von Bismarcks Drehkreiss eine doppel-S Kurve fahren kann, so schränken doch Wabodetonationen die Manövriermöglichkeiten des U-Bootes ein.
Natürlich würde niemand versucht haben mit einer Bismarck unterm Hintern ein U-Boot zu jagen. Als Abwehr eines georteten U-Bootes (Die Deutschen Grosskampfschiffe schleppten gutes Hochgerät mit sich herum!) sind einige in grob die richtige Richtung geschmissene Wabos aber durchaus sinnvoll.
Man bedenke, Schlachtschiffe pflegten anlaufenden Torpedos auszuweichen (DK Strasse, Luftangriffe, etc.). Dabei dreht man entweder in Laufrichtung der Torpedos. Das erlaubt dem Boot aber gegebenenfalls einem noch einen Nachschuss ins Heck zu plazieren. Oder man dreht auf die Torpedos zu und läuft dann geradewegs auf das garstige, kleine U-Boot zu. Einige mehr zwanglos hingestreute Wabos, mögen ausreichen das Boot unter Periskoptiefe zu bringen und dem Schlachtschiff Zeit zum Abdampfen zu bringen.
Ich denke selbst innerhalb der Kriegsmarine selbst würden 1939 nur wenige U-Bootkommandanten einen Angriff gegen ein schnelllaufendes Ziel, das sich mit Wabos verteidigt, durchgezogen haben.
Das hatte sich schon 1941 durch Fronterfahrung natürlich vollkommen verändert!
Wabos sind, wenn es um das tatsächliche Versenken von U-Booten geht, erstaunlich ineffektiv. Viele U-Boote fielen letztendlich der Dauer (!) einer Waboverfolgung zum Opfer nicht so sehr einem direkten Treffer.
Darum wirken Wabos auf einem einzelnen, eher behaebigen Schiff im Rueckblick drollig.
Vor dem Kriege und in den ersten Monaten aber wurde die Abschreckungswirkung eines Waboangriffes als ganz erheblich betrachtet.
Schliesslich haben Wabos aber auch noch einen ganz profanen Nutzen:
- Wasserbomben sind erstaunlich gute Fernkommunikationsmittel. Eine Wabodetonation kann von einem eigenen U-Boot über viele Seemeilen geortet werden. Hilfreich als Peilzeichen, wenn man auf hoher See mit U-Booten zusammenarbeiten will und Funksignale vermeiden möchte.
Tja - soweit meine Handvoll Einschaetzungen dazu
Ufo