Die Japanische Mentalität

Begonnen von Ralf, 30 Januar 2007, 08:46:21

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Ralf

Ich mache mir schon seit einiger Zeit Gedanken über den Satz den Yamamoto gesagt haben soll, als er zu wissen bekam, dass die Kriegserklärung und die USA nach dem Angriff auf Pearl unterbreitet wurde...
,,Ich glaube wir haben einen schlafenden Bären geweckt!" oä. ...

Was haben die Japaner erwartet? 0600h der japanische Gesandte schlurft ins Weiße Haus und meldet den Krieg an. Die Amis sagen dann: ,,Na wenn das so ist und ihr um 0600h schon Bescheid sagt, dann könnt um 0700h ruhig die Pazifikflotte versenken, dann halten wir still!"

Ich kann diesen Gedankengang nicht richtig schlucken. Sind die wirklich davon aus gegangen, das die ,,Amis dann keine Lust hätten", sich mit denen zu beulen??

Und dann die Planungen zu Midway. Auch wenn ich meine, dass ich unfehlbar bin, dann kann ich doch nicht in Planspielen vorher schon einmal jeden Widerstand ausschließen, oder?

Ich bin nun wirklich kein Kenner der Japanischen Mentalität. Und sicher muss man da auch weit ausholen, um dies zumindest ein wenig zu erklären, aber vielleicht kann mir jemand von Euch einfach mal erklären, was da Tradition und Erziehung in dem japanischen Volk steckt, was einen so, ja überheblich an die Sache ran gehen lässt...

Ich freue mich auf Eure Antworten...
Gruß
Ralf
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,,Du kannst Dein Leben nicht verlängern und Du kannst es auch nicht verbreitern. Aber Du kannst es vertiefen!"
Gorch Fock

Blackrage

#1
Das Japan seine Eroberungpläne in Süd/Ostasien vorantreiben wollte ist ja bekannt gewesen.

Der Angriff auf die USA ist meiner Meinung nach aber auch zum Teil durch die USA erwünscht/erzwungen geworden, wie man im nachliegenden Bericht auch herauslesen kann

Roosevelt und Pearl Harbor
Eine wirkliche Geschichtslüge:

FDR und Pearl Harbor

Einleitung – von Gerard Radnitzky

Der folgende Bericht fasst die wichtigsten der relevanten Fakten auf kleinstem Raum zusammen. Er enthält Dynamit!

Wenn ein Präsident das unwillige Volk in einen Krieg hineinziehen will, muss er die Spielregeln der Demokratie zumindest dem Anschein nach beachten. Franklin D. Roosevelt und sein Brain Trust hofften auf den Krieg als Mittel, um den Sozialismus einzuführen. Ein besonders militantes Mitglied seines Brain Trust, Rexford G. Tugwell, sah den Zweiten Weltkrieg als Fortsetzung des Ersten Weltkriegs. Über dessen Ende hatte er in ,,The Nation" (1927) gejammert: ,,Wenn der Krieg bloß länger gedauert hätte, das Große Experiment (Amerikas Weg zum Sozialismus) hätte vollendet werden können". Genau dies war ein wichtiges, wenn nicht das wichtigste, Element in FDRs Motivation.

Roosevelt wollte im europäischen Krieg intervenieren. Aber obgleich sich die USA seit Winter 1940 im Atlantik de facto im Krieg mit dem Deutschen Reich befanden, gelang es ihm nicht, Hitler zu einer Kriegserklärung zu bringen. Der Umweg über Japan bot die einzige Lösung.

Die erste Regel in der Trickkiste eines demokratischen Führers lautet: Bringe die andere Seite dazu, den ersten Schuss zu feuern – dann hast du einen casus belli. FDR musste darüber hinaus an den ersten Schuss noch besondere Anforderungen stellen:

1. Der Schuss musste sehr laut sein, um ein entsprechendes Medienecho zu bekommen.

2. Um maximal medienwirksam zu sein, brauchte man Opferlämmer: Ein paar Tausend amerikanische Soldaten sollten geopfert werden.

3. Der Angriff musste ein voller Erfolg der Japaner werden. Es musste der Eindruck entstehen, Japan sei wesentlich stärker als die USA – eine sine qua non für eine Kriegserklärung Hitlers. (Das Dreimächteabkommen forderte Hilfe nur ein, wenn eines der drei Länder angegriffen würde. Hier hatte Japan jedoch selbst angegriffen.)

4. Aus dem amerikanischen Desaster durfte jedoch kein Schatten auf FDRs Regierung fallen. Also brauchte man Sündenböcke: Admiral Kimmel und General Short (denen FDR die Information über den bevorstehenden Angriff vorenthalten hatte).

In der amerikanischen Geschichte gab es Vorbilder für FDR: Lincoln im Sezessionskrieg mit Fort Sumter und Wilsons Intervention im Ersten Weltkrieg mit dem Lockvogel Lusitania (zusammen mit Churchill organisiert).

FDR hat jedoch seine Vorbilder weit übertroffen.

Im Krieg gegen die Japaner wird nicht zuletzt auch sein Rassismus deutlich. Im Sommer 1944 wurde die Aufgabe der 20. Luftflotte offiziell so charakterisiert: ,,maximalen Druck auf die little yellow bellies auszuüben." Völkermord war eine offizielle Option. FDRs Sohn, Elliott Roosevelt, verlangte, dass das strategische Bombardement von Japan fortgesetzt werde, ,,bis wir ungefähr die Hälfte der japanischen Zivilbevölkerung vernichtet haben."

Als Eisenhower versuchte, den Krieg zu verkürzen, erhielt er die Antwort, er (FDR) sei ,,derzeit nicht gewillt zu sagen, dass er nicht beabsichtige, die deutsche Nation zu vernichten".

Was im Fall Pearl Harbor nun endlich fällig wäre, ist eine Entschuldigung gegenüber den Angehörigen der amerikanischen Opferlämmer und gegenüber den Familien der beiden Sündenböcke. Und vor allem eine Entschuldigung gegenüber Japan. Die Befehlshaber des Angriffs auf Pearl Harbor wurden bekanntlich von den Amerikanern hingerichtet – als Kriegsverbrecher...

Tatsachen – von Philipp Egert

Die Schlüsselereignisse der Geschichte, seien es Kriegsausbrüche oder vertragliche Konfliktlösungen, haben immer ihre politische Vorgeschichte. Robert B. Kinnett hat die Vorgeschichte des japanischen Überfalls auf Pearl Harbor am 7. Dezember 1941, den Franklin D. Roosevelt als den ,,Tag der Infamie" bezeichnet hat, minutiös aus den in zahllosen Archiven und unter Geheimhaltung aufbewahrten Unterlagen rekonstruiert. Daraus ergibt sich ein Bild, das schon gelegentlich früher vermutet wurde, das aber nach Art und Bedeutung bis heute unbekannt geblieben ist. Dass das Verschlüsselungsverfahren des japanischen diplomatischen Dienstes (,,purple code" ) von amerikanischen Kryptologen aufgeklärt wurde, geht schon aus dem Buch von David Kahn, ,,The Codebreaker" hervor, betraf aber nach dessen Darstellung den Nachrichtenaustausch zwischen der japanischen Regierung und der japanischen Botschaft in Washington. Kinnett weist nach, dass die USA sich weit darüber hinaus gehende Einsichten verschaffen konnten und vor allem auch der so genannte ,,5 num Code" der japanischen Marine gebrochen wurde. Die amerikanische Regierung und ihre Streitkräfte waren so in der Lage, seit Oktober 1940 die Absichten der japanischen Regierung sowie ihrer Seestreitkräfte mitzuverfolgen, soweit sich dies aus ihrer Funktätigkeit ergab. Um dies möglichst vollständig zu vollziehen, hatten die USA rund um den Pazifik ein Horchstellennetz aufgebaut, sowie dazu parallel ein Peilernetz, mit dem sie die Schiffe der japanischen Marine und der Handelsflotte orten konnten. Dabei half ihnen, dass neben den Inhaltsschlüsseln auch die Rufzeichenschlüssel aufgeklärt wurden, wodurch neben der Position auch die Art der Schiffe, der Schiffsname und sogar die Namen der leitenden Offiziere bekannt wurden.

Dies lag bereit, als man 1940 erkannte, dass die Begleitung von Atlantikgeleitzügen durch amerikanische Zerstörer nicht zu einem Konflikt mit Deutschland führen würde. Als das deutsch-japanisch-italienische Dreimächteabkommen am 27. Oktober 1939 geschlossen wurde, sah man hier einen Weg in den Krieg mit Deutschland und Italien. Die oben dargestellte Aufklärungssituation gegenüber Japan wurde in einem engen Beraterkreis um Roosevelt geheimgehalten. Zu diesem Kreis gehörte auch Arthur H. McCollum, Leiter der Marine-Nachrichtenaufklärung Fern-Ost. Angesichts der Tatsache, dass die Masse der amerikanischen Bevölkerung strikt gegen einen Eintritt Amerikas in den Europäischen Krieg war (noch am 31. Januar 1941 waren einer Gallup-Umfrage zufolge 88% der Amerikaner dieser Meinung), schrieb McCollum ein Memorandum, das er am 7. Oktober 1940 dem amerikanischen Präsidenten vorlegte. In ihm wurde in acht Punkten eine umfassende provokative Aktion gegen Japan mit dem Ziel vorgeschlagen, einen japanischen Angriff auf amerikanische Streitkräfte zu bewirken. So sollten unter anderem amerikanische Stützpunkte auf britischem und niederländischem Territorium in Ostasien errichtet, Chiang Kaisheck in China unterstützt und schwere Kreuzer und U-Boote in philippinische Gewässer entsandt (Roosevelt nannte sie ,,popup-cruises" ) werden. Ein wichtiger Punkt war die Beibehaltung der Stationierung der pazifischen US-Flotte in Hawaii (Pearl Harbor), deren oberster Befehlshaber, Admiral Kimmel, dem Kreis um Roosevelt nicht angehörte, und dem somit die Erkenntnisse der Geheimdienste unbekannt blieben. Der Plan wurde mit Beginn des Jahres 1941 in die Tat umgesetzt. Als sich dann das Ölembargo auf die japanischen Ölreserven auszuwirken begann, sprach man in Japan erstmalig vom ,,worst case" als politische Möglichkeit.

Am 5. Juli 1941 verweigerten die USA den japanischen Schiffen die Durchfahrt durch den Panamakanal. Daraufhin rief Japan seine Handelsschiffe in den eigenen Machtbereich zurück und begann, erkennbar für die amerikanische Funkaufklärung, sie in eine Kriegsgliederung einzubauen, die sich mehr und mehr auf Südostasien und die amerikanische Pazifikflotte in Pearl Harbor fokussierte. Japan unterhielt auf der Insel Oahu (zur Inselgruppe Hawaii gehörig), auf der auch Pearl Harbor liegt, eine eigene Botschaft, die der Botschaft in Washington unterstellt war. Die Aufklärung des purple code ermöglichte es dem amerikanischen Geheimdienst, den Nachrichtenaustausch zwischen dieser Botschaft und der Botschaft in Washington mitzulesen. Daher war bekannt, dass sich in der Botschaft auf Oahu ein japanischer Spion befand, der am 29. Juli 1941 aufgefordert wurde, über die Ankerplatzbelegung von Pearl Harbor zu berichten. Dieser Bericht wurde an 24. September 1941 geliefert. Außerdem wurde eine fortlaufende Berichterstattung über eventuelle Änderungen gefordert. Am 6. Dezember wurde ein Bericht erstellt, in dem auf Nachfrage hin geantwortet wurde: ,,Meines Erachtens haben die Schlachtschiffe keine Torpedonetze (herausgehängt, der Verfasser.)". Eine deutlichere ,,Warnung" kann man sich kaum vorstellen.

Der Oberbefehlshaber der US-Pazifikflotte, Admiral Kimmel, bekam von diesen Vorgängen keinerlei Kenntnis. Der Angriff begann dann am Morgen des 7. Dezember und die von Washington an den Oberbefehlshaber gerichtete Warnung vor ihm erreichte ihn auf komplizierten Umwegen am Nachmittag des gleichen Tages. Der Bericht der Untersuchungskommission des Falles Perl Harbor wurde am 24. Januar von Präsident Roosevelt gebilligt. Sie stellte fest, dass Fehler und Irrtümer in der Einschätzung durch Admiral Kimmel und General Short für den Erfolg des japanischen Angriffs ursächlich waren. Beide wurden ihrer Ämter enthoben.

Quelle: Eigentümlich frei Nr. 17

Egert ist Mathematiker und Physiker, machte kurz nach dem Krieg seine Examina in Göttingen, dann als Aerodynamiker bei der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL) tätig, als Mathematiker bei IBM in verschiedenen Ländern, später Ratgeber für div. Ministerien der BRD und NATO, zuständig für ,,electronic security". Radnitzky studierte in Schweden und lehrte Wissenschaftstheo rie an Universitäten in Schweden, USA, BRD und Japan. Beide sind Kriegsveteranen: Egert in Canaris' Funkabwehr beim OKW (Oberkommando der Wehrmacht) – also von Anfang an mit Kodieren und Dekodieren befasst; Radnitzky als Kampfpilot und später als Abfangjäger.




Die Weigerung japnische Schiffe  durch den Panamakanal fahren zu lassen kann man schon als gewichtige Provokation hinnehmen. Da dadurch der Handel der Japaner mit nichtpazifischen Staaten mehr als nur erschwert wurde.

Laut diesem Bericht könnte man meinen das die Japaner indirekt gezwungen wurden Pearl Harbor anzugreifen.
Durch den überragenden Erfolg(aus sich Japans) bei Pearl Harbor wurde die japanische Flottenführung wahrscheinlich zu leichtsinning, was widerum zu ihrem Untergang führte

Btw
hier der Link zum Orginaltext
http://www.politikforum.de/forum/showthread.php?t=35124

Spee

@Olli,

da haben ein paar Herren viel zusammengeschrieben um ein Buch verkaufen zu können/wollen. Inhaltlich haperts aber reichlich und das Ende vom Lied ist bekannt. Die armen unschuldigen Japaner waren gezwungen Pearl Harbor anzugreifen und ohne FDR hätte Deutschland den Zweiten Weltkrieg gewonnen. So ein Mist in jeder Beziehung; für die Deutschen wie für den Inhalt des Artikels.
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Ralf

#3
Hallo Olli, da stehen doch einige Dinge drin, die ich so noch nicht wusste...

Aber letztendlich weiß ich, dass die Japaner zum Teil in den Krieg geschuppst wurden und zum Teil ja auch wollten. Ihre Politik ist ja auch in ihrem Einflussbereich alles andere als "harmlos" oder friedlich zu bezeichnen...

Aber es geht mir da in erster Linie um die Mentalität.

Mein Quellen für Japan sind sehr spärlich. Ich kenne etwas von Bushido. Ich habe 8 Jahre Judo gemacht. Dann ist es der eine oder andere Film, den man dann gesehen hat, zuletzt natürlich, wie soll es anders sein, Last Samurai...

In Fushidas Buch über Midway schreibt dieser über die schlechte Planung des ganzen. Vergleicht die Planungen mit Pearl und sagt letztendlich Midway war unzureichend geplant! Dann spricht er von Planspielen - ich erwähnte es - in denen die USN als Dussels dargestellt werden...

Wenn ich über die Japaner nachdenke, dann haben sie es sehr mit "nicht das Gesicht verlieren", mit "Ehre" und "Tenno-Verehrung"... Aber selbst Yamamoto spricht in jenem Zitat klar aus, was ein kluger Stratege sehen muss... Leude, leude, dieser Boxpartner ist eine Nummer zu groß für uns...

Wenn ich den Krieg in Europa sehe, dann ist die Überheblichkeit der Deutschen 1940 noch vor der Luftschlacht um England unbestritten. Aber schon bei Kriegseintritt wussten Raeder und Konsorten: "Mit der Flotte gegen die Tommies? In Ehre sterben!" Somit war auf dem Meer lediglich über die Uboote etwas zu versuchen...
F war überrannt, GB stand allein, hatte aber einen großen Bruder auf der anderen Seite des Teiches... usw. ... Ihr kennt die Geschichte ja...
Aber ich denke, dass die Denker und Lenker sich durchaus darüber im Klaren waren, dass, sollte GB nicht fallen, man über kurz oder lang den Krieg verlieren musste. Naja, und Barbarossa gibt dem Ganzen dann noch den Gnadenstoss...
Wenn in D es keiner gesagt hat, dann doch weil es Keiner hören wollte und man bei einer solchen Aussage mit einem Bein bei der Gestapo inhaftiert wurde... Somit ist dies letztendlich die Überheblichkeit einiger weniger, die dann die absolute Macht hatten... Heute sehen es viele als unverständlich an, dass es dazu kommen konnte. Aber das ist so ein wenig, wie das Pfeifen im Walde, wie ich meine... Aber das ist ein anders Thema...

Schauen ich jetzt aber auf Japan, dann scheint dies doch anders zu liegen. Soldaten, wie zum Bespiel einer der Uboot-Fahrer (Angriff von ein paar Mini-Ubooten, wenn ich mich recht entsinne), die am 7.12.41 in Pearl überlebt haben und den ganzen Krieg in Gefangenschaft gesessen haben, werden noch heute nicht mit dem Allerwertesten angesehen. Eben weil sie überlebt haben! Aber das ganze Volk straft den so. Nicht die Führer des Volkes, neien! Alle!

Hier setze ich nun an... Wie denkt ein Japaner da! Kadavergehorsam oder kühle Berechnung? Was bringt ein Volk dazu, sich auch nachher noch dazu bekennen, dass es „unehrenhaft“ ist zu überleben?
Um den Gedankengang zu verstehen, muss man, so meine ich wohl, ein wenig in den Alltag des Landes schauen und zu versuchen zu verstehen, wie man seine Kinder erzogen hat und wie man überhaupt über Dinge wie Vaterland, Obrigkeit, Loyalität usw. nachdenkt…
Wer weiß dies über Japan??
Gruß
Ralf
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,,Du kannst Dein Leben nicht verlängern und Du kannst es auch nicht verbreitern. Aber Du kannst es vertiefen!"
Gorch Fock

Mario

Hallo Ralf,
>Last Samurai< ist ja ganz nett anzusehen, er erzählt uns auch ein wenig über die Japaner, aber ich mag diesen Hauptdarsteller nicht und boykottiere seit geraumer Zeit alle seine Filme.
Wenn Du etwas über die Japaner lernen willst, dann schau Dir lieber >Shogun< an. Oder noch besser, Du liest das Buch, weil im gegensatz zum Film ein Buch viel besser die Hintergründe erklären kann.
Der Japaner lebt einzig zu dem Zweck, seinem Herrn zu dienen, seine Ehre zu bewahren und sein Gesicht nicht zu verlieren. Dem Japaner wurde von Geburt an beigebracht, daß sein Leben nur dann etwas Wert ist, wenn er es für seinen Herrn und Vorgesetzten einsetzt. Nur wenn dieser mit ihm zufrieden ist, dann darf der Diener weiterleben. Erfüllt er seine Aufgabe nicht, dann ist er entehrt und kann nur durch seinen Tod diese Ehre wiedererlangen.

Yamamoto wußte durch seine ausgedehnten Reisen durch die Vereinigten Staaten von deren Leistungsfähigkeit und Wirtschaftskraft. Er wußte, das Japan den Krieg nicht gewinnen würde. Trotzdem führte er die Flotte in den Krieg. Hätte er sich gegen einen Krieg ausgesprochen, er wäre sofort als Feigling verhaftet und getötet worden und seine ganze Familie wäre entehrt gewesen.
Wir müssen uns vor Augen halten, daß es damals kein Fernsehen und kaum Zeitschriften gab und die Leute kaum etwas von den Dingen außerhalb ihres Landes wußten. Das wenige, was sie wußten, wurde ihnen erzählt und hierbei kommt dann die Propaganda ins Spiel. Man brauchte den Leuten nur das zu erzählen, was sie wissen mußten um den Feind zu verachten oder zu hassen.

ufo

Hej Ralf!

Leider fehlt mir entschieden die Zeit mich hier in eine Diskussion einzuklinken. Schade! Alles, was ich zu bieten habe sind viele, viele, viele lesenwerte Seiten.

Hier:

http://www.freidok.uni-freiburg.de/ergebnis.php?suchart=exakt&Lines_Displayed=20&sort=o.date_year+DESC%2C+o.title&suchfeld1=o.sachgruppe_ddc&suchwert1=900&opt1=AND&suchfeld2=person&suchwert2=&opt2=AND&suchfeld3=date_year&suchwert3=&startindex=0&page=0&dir=2&suche=&la=de

... hat es Arbeiten aus der Uni Freiburg; darunter viel von Professor Bernd Martin. Der gute Mann ist schon einer der ausgesprochenen Japan Kenner in den Deutschen Geschichtswissenschaften.

Da bleibt eigentlich kaum eine Frage offen (wenn man die Zeit hat das alles zu lesen)

Dokument No. 34 liefert Hintergründe zum Japanischen Selbstverständnis vor dem Kriege ebenso wie zum Beispiel No. 38.
Lesenswert ebenso die No. 51, die 49 und ... so weiter.

Die haben recht hilfreiche Titel, die es einem erlauben sich interessante Arbeiten recht gezielt zu pflücken. Vielleicht ist ja der eine oder andere interessante Aspekt dabei!

Ciao,
Ufo


Diese Pearl Verschwörung immer wieder!
Das waren genau die selben Ausserirdischen, die den Antimateriewerfer auf Bismarcks Vortopp gebaut haben! :-D


Sprotte

moin,
in  dem Buch " Poosevelt`s Weg zum Krieg " ist ziemlich deutlich dargestellt, wer der Kriegstreiber ist.
Ich habe das Buch vor langer Zeit gelesen, deshalb weiss ich leider den Autoren nicht mehr.
Für mich stellt sich die Frage : Wie würden die USA reagieren, wenn man sie vom Ölhahn abschneidet?
Auf Grund der Geschichte der letzten Jahre fällt m. E. die Antwort leicht, oder ?
mfg
Sprotte
Auch im Orchester des Lebens dringt das Blech am meisten durch.

Hades

Zitat von: Spee am 30 Januar 2007, 15:25:17
da haben ein paar Herren viel zusammengeschrieben um ein Buch verkaufen zu können/wollen.

das ist vielleicht ein wenig zu vereinfacht gesagt :-D

Die Amerikaner sind eigentlich selber schuld, wenn solche Verdächtigungen entstehen. Die Interventionspolitik (vom Ausrotten der Indiander ganz zu schweigen) begleitet die von Anfang an (für die Freiheit und Demokratie  :ROFL:):
- versuch Kanada zu befreien
- Texas (Alamo), Kalifornien usw.
- Spanisch-Amerikanischer Krieg (Maine, besonders dreist)
usw. usw.
Insbesondere nach dem letzten "gerechten" Krieg sind die einfach unglaubwürdig und geben selbst den Nährboden für Verschwörungstheorien.

Ich selbst habe mich damit nicht besonders intensiv beschäftig aber aus der Geschichte (s. Beispiele oben) würde ich es für absolut möglich halten!
Servus
Lothar

Spee

@Sprotte,

die Verhältnisse von 1941 mit denen von heute zu vergleichen, ist wenig hilfreich, da die Vorgaben ganz andere sind.
Um deine Frage zu beantworten, 1941 waren die USA Selbstversorger bei Öl. Ein Embargo hätte nur ein freundliches Lächeln erzeugt.
Btw, wie würdest du dich verhalten, wenn du einen Vertrag abschließt und dein Vertragspartner sich nicht dran hält?
Hat sich einer der Buchautoren mal die Frage gestellt, wie er sich an Stelle der Amerikaner verhalten hätte? "Both side of the story" heißt die Formel, die seltsamerweise genau da nie angewandt wird. Es wird immer nur ein Grund gesucht, sich von eigenen Mängeln und Minderwertigkeitskomplexen zu befreien, indem ein Anderer Schuld trägt. Einmal ist's Stalin, dann mal Churchill aber Roosevelt zieht immer.
Wer hat am 1.9.1939 angefangen? Wer hat Pearl Harbor bombardiert? Haben sich Japaner und Deutsche zum Krieg verleiten lassen? Wenig intelligent von denen, oder? Haben beide Länder für ihre Dummheit die Prügel bezogen oder gab es handfestere Gründe? Bischen gepflegter Rassismus, etwas Sklaverei und für den Rest findet sich auch noch eine (End)-Lösung?

@Mario,

gibt es "den Japaner" überhaupt und ist bei der ganzen Geschichte nicht jede Menge "Mysthifizierung" angesagt?

http://www.kendo-tuebingen.de/zen-schwert.html
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Spee

@hades,

Alamo war 1836 und Texas danach eine unabhängige Republik, die 1845 den Vereinigten Staaten beitrat. Die Beziehung USA-Kanada ware zum Zeitpunkt des wohl von dir gemeinten Krieges 1812-1814 klar, die Vereinigten Staaten gegen Großbritannien, nicht gegen Kanada als Staat. Den gibt es erst seit 1982 formal völlig unabhängig von Großbritannien.
Btw, welcher Staat ist den "glaubwürdig"?
Servus

Thomas

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Mario

@spee
Zitatgibt es "den Japaner" überhaupt und ist bei der ganzen Geschichte nicht jede Menge "Mysthifizierung" angesagt?
ja sicher sprechen wir hier recht allgemein über die "Japaner", aber für unsere bescheidenen Zwecke sollte das auch reichen.  :-)
Besonders im WKII kann man die Vor- und Nachteile der verschiedenen Kulturen und Staatsformen erkennen. In Deutschland hatte der Gröfaz das sagen, wenn es mal einer der Generäle wagte, andere Argumente vorzubringen, dann wurde er meistens recht schnell abgesetzt, oder direkt an die Ostfront versetzt. Die westlichen Demokratien waren da zwar toleranter, was die unterschiedlichen Auffassungen betraf, aber das machte den Entscheidungsprozeß auch langsamer und träger.
In Japan hingegen war es noch viel schlimmer, als in Deutschland. Wenn im jap. General- oder Admiralstab jemand offen Zweifel anmeldete, dann wurde darauf ziemlich agressiv reagiert. Dort nahm man so etwas viel persönlicher. Wenn ein japanischer Kommandeur von seinen Stabsoffizieren offen auf ein Versäumniss hingewiesen wurde, dann verlor dieser sofort sein Gesicht und seine Ehre. Folglich hielten die Stabsoffiziere dann lieber ihren Mund und machten nur das, was ihnen gesagt wurde. (ist natürlich sehr allgemeinert, trifft es aber ... )
Japanische Flieger neigten auch dazu, ihre Erfolge zu übertreiben, um zu prahlen. Da man es in Japan nicht wagen durfte, diese Prahlerei in Frage zu stellen, ohne die entsprechende Person schwer zu beleidigen, wurde viel mehr feindliche Verluste gemeldet, als tatsächlich erzielt wurde.
So wurde z.B die Yorktown als schwer beschädigt, oder versenkt gemeldet und fiel aus den Überlegungen für Midway völlig heraus.

harry

sehr interresantes Thema!!!

@ sprotte: der Autor von "Roosevelts Krieg 1937-45" ist Dirk Bavendamm. Hab ich im Regal.

@ Spee: Um "both sides of the story" zu betrachten empfehle ich  "Der zerbrochene Mythos" aus
republikanischer Sicht von Hamilton Fish. Ist eine völlig andere Betrachtungsweise, führt aber auch
zum Schluß, daß Roosevelt den Krieg unbedingt wollte!!!  

Pearl ist mit Sicherheit nicht so abgelaufen, wie es in den einfachen Geschichtsbücheren steht.
Die "ganze Wahrheit" werden wir nicht mehr erfahren. Die haben die Drahtzieher mit ins Grab genommen.


Harry

Spee

@Harry,

Republikaner vs. Demokrat  :-D !
Wie wäre es mit Prange "At dawn we slept"? Ganz ohne parteiliche Interessen.
Niemand behauptet, daß Rossevelt den Krieg ab spätestens Mitte 1940 nicht gewollt hat. Aber warum wohl? Macht euch mal Gedanken darüber, was passiert, wenn Deutschland und Japan völlig ungehindert Europa, Asien und Afrika erobern können und dann noch etwas Zeit bekommen?
Servus

Thomas

Suicide Is Not a War-Winning Strategy

Hades

Zitat von: Spee am 30 Januar 2007, 20:56:27
wenn Deutschland und Japan völlig ungehindert Europa, Asien und Afrika erobern können und dann noch etwas Zeit bekommen?

na und? Dann ist Deutschland und Japan in der Situation wie vorher GB und Frankreich, sonst hat sich nichts geändert. Man bekommt automatisch viele viele neue Aufgaben und Probleme in den besetzten Gebieten und man wird automatisch gesätigt/gebremst. Typische Situation wo 2 Habenichts 2 andere (bereits verfressene) Diebe beklaut haben :-D

Oder willst Du hier auf die Weltherrschaft hinaus?  :-D
Servus
Lothar

harry

#14
@Spee:


Roosevelt wollte den Krieg schon weit vorher, deswegen würde ich den innenpolitischen Aspekt
mit Sicherheit auch in betracht ziehen. Vor Pearl waren die USA, was den Krieg in Europa angeht
unterschiedlicher Meinung, der weitaus größte Teil war sogar für eine "Nichteinmischung"
Nach Pearl zogen alle an einem Strang.  :-)

Die Fragen sind doch folgende:
Wollten die USA(Roosevelt), daß Japan angreift?
Wußten die USA(Roosevelt), daß Pearl angegriffen wird und wann?
Wenn man beide Fragen mit ja beantwortet, dann ist die USA mit Sicherheit nicht nur das Opfer der
Japaner gewesen, sondern wurde auch von ihrem Präsidenten hinters Licht geführt.

Was brachte Pearl für die USA:
- Außenpolitisch ziehen die USA an einem Strang
- Innenpolitisch konnte Roosevelt die USA neu Formen
- die langsamen alten Schlachtschiffe waren erstmal erledigt und mit Ihnen die konservativen Admirale,
  die Träger waren die Nr1, der Streit in der US-Marine hatte sich wie von selbst beigelegt  :-D


Zitat von: Spee am 16 September 1973, 10:11:38
Niemand behauptet, daß Rossevelt den Krieg ab spätestens Mitte 1940 nicht gewollt hat. Aber warum wohl? Macht euch mal Gedanken darüber, was passiert, wenn Deutschland und Japan völlig ungehindert Europa, Asien und Afrika erobern können und dann noch etwas Zeit bekommen?

Ja, warum wohl. Nach meinem aktuellen Wissen wurden in der Jalta-Konferenz weite Teile Osteuropas und Asiens den
Stalinisten überlassen!!! Auch keine tolle Perspektive. Auch denke ich, Roosevelt hatte 1940 nicht den Weitblick, um
sich eine Welt unter der Herrschaft der Achsenmächte vorzustellen und dann einen Kreuzzug gegen das Böse zu starten. Er hatte mit Sicherheit seine eureigensten Interessen :-D

Harry


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