Danke für das Angebot t-g,
aber Du kannst die Antworten ruhig in diesem Thread lassen!
Dann gehts also noch ein Stückchen weiter.
Wie schon erwähnt habe ich bereits am Anfang ein paar Fehler gemacht.
1. Qualität des SperrholzesDa das Spantengerüst am Anfang ja nur als "Probebau" vorgesehen war, habe ich absichtlich kein qualitativ hochwertiges Sperrholz verwendet. Ich bin also einfach in den Baumarkt marschiert und habe mir so ein Platten- Restebündel für ein paar wenige Euro (8 oder so) geholt. Die Platten hatten auch noch unterschiedliche Stärken, schwankend zwischen 2 und 8 mm.
Das Längsschott und die Bodenplatte bestehen aus einem planen Stück 6mm Sperrholz, die Spanten/Querschotte aus 2mm Sperrholz.
Beim heraussägen der angezeichneten Bauteile hat sich schon gezeigt dass das Holz sehr grob splittert und genaue Schnittkanten an beiden Seiten gar nicht möglich sind. War zu der Zeit ja aber auch egal, sollte ja nur der Probebau werden
2. Ausrichtung der Spanten/QuerschotteWie bekommt man die Spanten so mittig auf dem Längsschott ausgerichtet, dass zur jeweiligen Schiffsseite auch wirklich der gleiche Abstand besteht? "verrutscht" ein Spant nur einen Millimeter auf eine Seite, hat man schon eine hübsche Delle im Rumpf, die man später wahrscheinlich schon noch spachteln kann, aber eben viel Aufwand verursacht. Ich habe aber glücklicherweise schon beim Probebau versucht eine Methodik anzuwenden die ein genaues Ausrichten möglich macht. Aber wie bewerkstelligt man das am besten?
Wenn man die Spanten auf "ebenem Kiel" auf das Mittellängsschott leimt, dann kann man zwar dauernd nachmessen, aber irgendwie hat man nie das Gefühl wirklich sicher zu sein. Also habe ich mich entschlossen Kieloben zu bauen (so wirds glaub auch von den Experten empfohlen), mir eine Schablone aus Millimeterpapier anzufertigen und dort die genaue Position der Spanten aufzuzeichen. Dann habe ich mir Kleine Klötzchen ausgesägt, auf die richtige Höhe gebracht und unter den jeweiligen Spant geschoben und den SPant eingeklebt.
Alles in allem war es ziemlicher Murks und nicht das Gelbe vom Ei. Als Resultat ist ein Spant auch um ca. einen Millimeter verrutscht und musste anschließend nachbearbeitet werden.
Da das Spanten fixieren ein ziemliches Gefummele war und ich mir am liebsten dauernd die Haare gerauft hätte, gibts davon auch leider keine Fotos.
3. HellingKnüpft jetzt ziemlich an Punkt 2 an. Eine anständige Helling wäre gut gewesen für das Modell und die Sicherheit dass es sich nicht verzieht. Dass es das nicht getan hat, war wahrscheinlich einfach nur Glück. Das nächste Mal verwende ich eine Helling, um diesem - meinen - stümperhaften Treiben ein Ende zu setzen ^^ (Wenn ich der Ansicht gewesen wäre, das "richtige" Spantengerüst zu bauen, hätte ich die Helling wahrscheinlich auch verwendet, hab ja BS extra einen Ständer gebaut um ein Hellingbrett freizubekommen)
Trotz der ganzen Widers, hab ich mich dann wie gesagt doch entschlossen das Probe- Spantengerüst zu beplanken. War Anfang der Woche auch noch krank, frustriert und wollte schnell ein Ergebnis sehen.

Besagte "erste Planke" rituell vor dem Modell aufgebahrt


Soll ich, oder soll ich nicht?

ein paar Stunden später (oder wars am nächsten Morgen?)

..irgendwie undefinierbar und noch gar kein Schiff...

Aus der Perspektive schon eher

Vor Beginn der Bugbeplankung.
Beim Beplanken hab ich die gleiche Methode wie beim BS Bau angewendet.
Mit einem 1mm Bohrer an den Berührungsstellen Planke/Spant ein Loch Bohren, mit dessen Hilfe die Planke später mit Pinnwandstiften auf die Spante gezwungen und verleimt wird. Dabei habe ich mich immer rund ums Schiff gearbeitet. War ich auf einer Seite fertig, war die andere schon wieder trocken und ich konnte dort die nächste Lage anbringen (meine clevere Taktik wendet wahrscheinlich so ziemlich jeder Modellbauer an

).
Dabei hat sich gezeigt dass die 2mm dicken Spanten viel zu dünn waren. bei jeder zweiten Planke habe ich am Spant vorbei gebohrt.
Merke: Zu dünne Spanten is nix gut!Ein paar Stunden und viele Planken später:



Man könnte fast meinen, da wird mal ein deutsches Panzerschiff draus. Noch ist das aber nicht sicher!
Das Utensil rechts war übrigens entscheidend. Wegen Krankheit war entsprechender Kaffeenachschub essentiell. Ich hatte einen deal mit der Kaffeemaschine: Ich putze sie einmal - Initial - und sie verschont mich mit Trester leeren während der Bauzeit.





Viele Stunden später bei einer kleinen Bestandsaufnahme und einem Größenvergleich.
Wenn man sich den BS Rumpf im Vergleich zur Spee anschaut, dann sieht man mal wieder, was für ein Klotz das gewesen sein muss.
Der Unterschied in der Länge ist gar nicht so entscheidend, aber der Breitenunterschied ist enorm!

(warum die Spanten hier so dermaßen krumm aussehen, weiß ich auch nicht. So schlimm wie es hier aussieht ist es eigentlich nicht

)

Spee von achtern. Hier ist gut zu sehen dass das billige Spee- Sperrholz viel heller ist als das von BS. Weiß jemand was für eine Holzart das sein könnte? Fichte eventuell? Dann wüsste ich wenigstens was ich das nächste mal meiden sollte. Ist zwar sehr weich, splittert aber auch sehr schnell!



Und da ich Ständer sehr gerne mag, schnell den 1:200 Ständer eines Graf Spee Kartonmodells ausgedruckt und für meine Zwecke verwendet.
Aber irgendwie passt er nicht so 100%ig - eine Prüfung meines Rumpfes mit meinen negativ - Spantschablonen hat aber gezeigt dass mein Rumpf so ziemlich stimmt. Was hier also faul ist, muss ich noch klären. Vielleicht ist auch einfach der Ständer murks!

Soviel zum aktuellen Stand. Ich war sehr überrascht wie der Rumpf nach etwas (ca. 1 1/2 Stunden) schleifen aussah. Gar nicht so übel, aber trotzdem mit Ecken und Kanten und Stellen die mir nicht gefallen. Eigentlich spiele ich mit dem Gedanken jetzt einfach nochmal von vorne anzufangen und es noch genauer und besser zu machen.
Aber uneigentlich würde ich viel lieber die Wellenhosen, die Formteile für Steven und Heck bauen und ausknobeln wie die vielen Bullaugen an der richtigen Stelle in den Rumpf kommen.
Mal schauen wie es weitergeht.
Wenn es weiter geht, dann werde ich es hier berichten. Und vielleicht konnte ich ja mit meinem herumgepfusche dem Einen oder Anderen etwas Mut machen auch mal mit einem Modell anzufangen

Bis dahin.
Gruß
Sebastian
P.S.: ich hoffe DU bist kein Analog- Modem - Benutzer

P.P.S. Der Kaffeeautomat hat sich übrigens nicht an den Deal gehalten!