Forum Marinearchiv
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Autor Thema: Ostasien Dampfer Potsdam  (Gelesen 2700 mal)
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Albatros
Boardinventar
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Deutschland


« am: 10 März 2007, 17:43:06 »

Tach auch,


habe mal eine Frage zur Potsdam.Am 30 Januar 1945 verläst die Wilhelm Gustloff Gotenhafen voll mit Flüchtligen zu ihrer Schicksalhaften letzten Fahrt.
Viele konnten auf diesem Schiff nicht mehr mitgenommen werden unter anderem auch nahe Angehörige von mir.
Und nun die Frage zur Potsdam.Kennt jemand das Datum an dem die Potsdam nach dem Untergang der Wilhelm Gustloff den Hafen Richtung Kopenhagen verlassen hat?.
Mir ist nur bekannt das sie bei 7 Einsätzen 53891 Menschen retten konnte.Das sind fast 6000 auf jeder Fahrt  auf diesem knapp 200m langem Schiff.


Gruß  Matrose gruesst an alle,

Manfred
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Wilfried
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Ort: Bremen

Bremen



« Antwort #1 am: 10 März 2007, 18:24:55 »

Moin Manfred,

... Die "Potsdam" verläßt unter dem Kommando von Kapitän Schill am 30. Januar 1945 um 19 Uhr mit 7500 Flüchtlingen Gotenhafen.
Auf der Höhe von Rixhöft erhält das Schiff - als Reaktion auf die Nachricht von der Torpedierung der "Wilhelm Gustloff" den Befehl, mit äußerster Kraft auf Hela-Reede zu fahren und dort zu ankern....
Quelle: Peter Kuckuk, Die Ostasienschnelldampfer Scharnhorst, Potsdam und Gneisenau des Norddeutschen Lloyd

Mit einem lieben Gruß
der Wilfried
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... Tradition pflegen, bedeutet nicht, Asche aufzubewahren sondern Glut am Glühen zu halten ...

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Albatros
Boardinventar
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Beiträge: 6028

Deutschland


« Antwort #2 am: 10 März 2007, 18:36:00 »

Hallo Wilfried,

ich sag es ja,hier wirst du geholfen.Es bleibt aber auch keine Frage unbeantwortet.Ganz großes Lob ans Forum.


Danke Dir,

Gruß,

Manfred
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Peter K.
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Beiträge: 6155

Alter: 44

Name: Peter Kreuzer

Ort: Stockerau

Oesterreich


« Antwort #3 am: 11 März 2007, 15:44:02 »

Feines Büchlein, WILFRIED!  wink
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Grüße aus Österreich
Peter K.

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hge2001
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« Antwort #4 am: 10 September 2009, 16:10:44 »

Hallo,

Ich bin auf diesen Thread gestossen, weil ich einige Daten über die Route,Fahrtermine etc. dieses Schiffs erfahren möchte.

Mein Vater ist am 5.4.1945 bei Gotenhafen verwundet worden, dann nach Hela gebracht worden und von dort mit der Potsdam nach Sassnitz gebracht worden.

Daher meine Frage: gibt es irgendwelche Unterlagen, an welchem Datum die Potsdam im April 45 Hela verlassen hat?
War die Potsdam zu diesem Zeitpunkt ein Lazarettschiff?
Gibt es im Internet irgendein Bild dieses Schiffes?

Vielen Dank für irgendein Antwort, auch wenn sie lautet, dass man dazu nichts mehr sagen kann.

Gruss

Hans-Georg
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MS
Kapitänleutnant
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Sachsen


« Antwort #5 am: 10 September 2009, 16:41:26 »

Hallo Hans-Georg,

ein Bild findest Du hier


Grüsse
 Matrose gruesst
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kgvm
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« Antwort #6 am: 10 September 2009, 17:07:45 »

Cajus Bekker, Flucht über's Meer:
"... die Potsdam vom Norddeutschen Lloyd, die am 6. April bereits 6500 Menschen an Bord hat und mitteilt, daß sie noch für 2000 Platz habe". Ist demnach entweder noch am 6. oder spätestens am 7. April ausgelaufen.
Das dürfte auch die letzte Reise mit Flüchtlingen gewesen sein, denn "Potsdam" gehörte zu den Schiffen, die angesichts ihres hohen Ölverbrauchs wegen Brennstoffmangel Mitte April aufgelegt wurden.
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hge2001
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« Antwort #7 am: 10 September 2009, 20:33:36 »

@MS

Vielen Dank, für das Bild. Ich werde es meinem Vater zeigen; wir haben lange danach gesucht.

@kgvm

Auch vielen Dank an dich. Das passt ja 100% zu den Aussagen meines Vaters. Ich denke, dass das Schiff am 7.4. ausgelaufen ist, sonst wäre es etwas knapp gewesen.

Gruss und nochmals Dank

Hans-Georg
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« Antwort #8 am: 10 September 2009, 21:14:50 »

Komme leider erst jetzt an der Maschine da sich die Handwerker heute die Tür in der Hand gaben.

Hier noch einige Reisen:

PD POTSDAM  35/17528  Norddeutscher Lloyd, Bremen   DOQS
19. 8. 39 ab Hamburg, 24. 8. 39 ab Southampton, 27. 6.39 an Bremerhaven
6. 10. 39 ab Saßnitz nach Riga, 22. 4. 40 erfaßt als Truppentransporter
5. 9. 40 als "Schiff 802" in Hamburg in Dienst, 21. 7. 41 zurück an Reederei
7./9. 4. 42 Cuxhaven - Oslo, 17./23. 4. 42 Oslo - Stettin
7./14. 5. 42 Stettin - Oslo - Stettin, 15. 11. 42 Umbaubeginn in Gotenhafen zum Hilfsflugzeugträger,  2. 2. 43 in Kiel Umbaustop
30. 1./4. 2. 45 Gotenhafen - Swinemünde, sechs weitere Reisen
6./7. 4 45 Hela - Kopenhagen      15. 4. 45 Saßnitz - Gelting
24./25. 6. 45 Brunsbüttel - Southampton, brit. "Empire Fowey"

Gruß

Theo
 
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...ärgere dich nicht über deine Fehler und Schwächen, ohne sie wärst du zwar vollkommen, aber kein Mensch mehr !
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« Antwort #9 am: 10 September 2009, 22:27:21 »

Hallo Theo,

Vielen Dank für die Informationen.

Das Datum 15.4. Sassnitz fehlte mir noch. Das ist wichtig, weil ich die Route meines Vaters auf dem Rückmarsch rekonstruieren möchte.

Gruss

Hans-Georg
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« Antwort #10 am: 11 September 2009, 06:58:45 »

Moin Hans-Georg,

ich freue mich immer wenn ich gerade in solchen Fällen helfen kann und das klappt auch oft ausserhalb dieses Forums.

Macht auf jeden Fall auch weitaus mehr Spaß als die Beantwortung von Fragen wo der Frager hinterher nicht einmal großes Interesse hat was dabei heraus kommt oder dann auf mal alles selber schon hatte.

Kannst sicher sein, wenn ir noch etwas über den Weg läuft zu betreffenden Reise kommt wird es nachgeliefert.


Gruß

Theo
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« Antwort #11 am: 11 September 2009, 11:05:50 »


Kannst sicher sein, wenn ir noch etwas über den Weg läuft zu betreffenden Reise kommt wird es nachgeliefert.


Gruß

Theo

Hallo Theo,

Ja das wäre nett... wobei ich schon gleich 2 Anschlussfragen habe:

Ist der 15.4. das Auslaufdatum (nach Kopenhagen) oder ist dies das Ankunftsdatum in Sassnitz?
Ich , als Landratte, habe keine Vorstellung, wielange ein Schiff von Hela nach Sassnitz braucht.

2. Frage


Vater ist Ende 1944 mit der "Tanga" von Pillau nach Gdingen (Gotenhafen) gefahren. Gibt es dort ein genaueres Datum, wann die Tanga diesen weg gefahren ist?

Gruss

Hans-Georg

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« Antwort #12 am: 11 September 2009, 21:41:14 »

Hallo Hans-Georg,

zu TANGA gibt es leider weniger Fahrtmeldunge ( wohl wegen der vielen Bombentreffer)M  TANGA  18/5722  Deutsche Afrika Linien, Hamburg   DVLU
1. 7. 40 in Bordeaux als schwed. "Bullaren" Prise,  1. 3. 41 Verwendungsbeschluß
12. 7. 41 ab Bordeaux, 17./18. 7. 41 Cherburg - Dünkirchen  Bombentreffer,
Juli 41 in Wesermünde 30. 4./5. 5. 42 Wesermünde - Kopenhagen, 
1. 7. 42 Zielschiff 1. 7. 43 in Travemünde für T- Schule,  7. 7. 43 an Reederei
April 44 in Kopenhagen umgenannt, 30. 6. 44 in Swinemünde als Transporter
15./24. 7. 44 Oslo - Aarhus - Oslo, 4. 8. bis 15. 8. 44 Danzig - Riga-Verkehr
10/12. 9. 44 Oulu - Gotenhafen, 22./23. 9. 44 Reval - Libau
7. 10. 44 nw Riga Bombentreffer, ab 31. 10. 44 im Kurland-Verkehr
14. und 20. 12. 44 in Libau Bombentreffer, 5./24. 1. 45 Reparatur in Danzig
26. 1. 45 ab Pillau
Mai 45 in Hamburg
Mai 1950 nach Vergleich mit früheren schwedischen Eigentümern wieder als "Tanga" in Fahrt

Irgendwo habe ich noch eine Liste der 1944 in Gotenhafen eingelaufenen Verwundetentransporter. hat sich aber gut versteckt.

Frage Geschwindigkeit - Entfernung nach Sassnitz haben wir hier sicher besser Kenner wie ich es bin.

Gruß

Theo


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hge2001
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« Antwort #13 am: 12 September 2009, 08:59:29 »

Vielen Dank Theo,

Wenn ich die Daten der Tanga so sehe, kann mein Vater erst ab 26.1.45 ab Pillau gefahren sein; denn im Dezember 44 war die Tanga ja wegen Bombentreffers nicht im Einsatz.
Ich werde meinem Vater mal die Daten zeigen.

Nochmals Dank

Hans-Georg
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Janvondiek
Matrose
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« Antwort #14 am: 02 Dezember 2009, 13:34:42 »

Auf der Suche nach Passagierlisten der Potsdam vom 30.1.45
bin ich im Forum Marinearchiv auf die Frage von Albatros (Manfred) vom
10. März 2007 und einigen dort gegebenen Antworten zum Auslaufen
der Potsdam aus Gotenhafen gestossen. Ich selbst war als 8-jähriges
Kind mit meiner Mutter und zwei anderen Geschwistern an Bord, und kann
wie folgt berichten: Am 30. Januar brachte uns mein Vater, Angehöriger
der Marine im Arsenal-Zeugamt in Gotenhafen, mit Hilfe eines bekannten
Hafenschlepper-Kapitäns zu mehreren auf der Reede liegen KDF-Schiffen.
Es waren meiner Erinnerung nach die Gustloff, die Cap Arcona, die
Hansa, die Potsdam und vielleicht noch andere. Der Versuch, auf der
Gustloff oder der Hansa (oder wars die Cap Arcona?) unterzukommen,
mißlang, wegen Überfüllung. Mein Vater hatte schließlich Erfolg mit uns
auf der Potsdam. Man stelle sich vor, die Schiffe lagen alle mit Flüchtlingen
vollgeladen auf Reede, weg von der Pier, und warteten auf das Auslaufen
in der Dämmerung, während wir auf dem Hafenschlepper von Schiff zu Schiff
tuckerten und um Aufnahme baten. Kinder in meinem Alter durchschauen
sicherlich noch nicht ganz den Ernst der Lage, und so trollte ich mit
Gleichaltrigen durch die mit Menschen vollgepropften Gänge, während
das Schiff schon in Fahrt war-- alleine oder im Konvoi mit den anderen,
ich weiß es nicht. Ich weiß bloß, daß das Schiff während dieser kindlichen
Erkundigungstouren einen mächtigen Schlag bekam, der daher rührte, daß
wir einen Torpedoschuß abbekamen, der zur einer deutlichen Schlagseite
(vielleicht 30 Grad?) der Potsdam führte. Heute vermute ich, daß dies dasselbe
russische U-Boot U13 war, das zuvor die Gustloff zum Untergang brachte.
Seitdem durften ich nicht mehr von der Seite meiner Mutter weichen.
Die Potsdam schleppte sich mit letzter Kraft nach Sassnitz, wo wir alle am
31. Januar oder vielleicht 1. Februar 45 ausgeschifft wurden und auf diverse
Gemeinden in Meklenburg verteilt wurden. Wir landeten in Neukalen, wo ich
im Frühjahr 45 das Ende des Krieges mit dem Einzug der Russen erlebte.
Gespeichert
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