Guten Morgen alle miteinander,

ich habe nach langer Zeit mal wieder hier gestöbert und diese Disskussionsrunde gefunden.
Ehrlich gesagt bin ich etwas veblüfft, wie noch nach so viel Jahren so viel " Halbwahrheiten" kursieren.
Zunächst Big A :
Sicher bist du auf solch einem U-Jäger gefahren, um zum Freifahren der Maschine die U-Jagd abbrechen zu müssen ?

Aber ich glaube eher nicht. Denn dann hättest du gewußt, dass dieser Typ über mehr als nur eine Maschine verfügte, mehrere unabhängige UAW-Aufklärungsmethoden besaß und am U-Boot meist eine sogenannte USSG operierte ( also nicht nur 1 U-Jäger). Ansonsten wäre dieser U-Jäger Typ sicher nicht so oft gebaut und sogar exportiert worden.
So ließe sich die Liste der Argumente noch weiter führen. Von der Anzahl der abgegegben Schüsse pro Dienstzeit bis hin zum technisch, elektronischen Niveau der Geräte.
Aber es kommt doch immer wieder sicher heraus : Die Bösen, schlechteren waren immer die anderen. Und die Guten und Besseren waren immer wir.
Und das scheint mir am bedenklichsten zu sein. Auch wir wurden "motiviert" und die Methoden scheinen sich bis heute nicht geändert zu haben. Allerdings kann man das nur mit "grünen 18-Jährigen" Jungs machen, die noch nicht über genügend Lebenserfahrung verfügen.
Ich will mich gar nicht ausnehmen. Auch ich war damals hochmotiviert und hätte gekämpft. Und unser Ausbildungsstand inklusive der allgemeinen Schulbildung war nicht der schlechteste. ( alles Freiwillige und viele Abiturienten )
Nur - waren wir offiziell und auch wirklich auf Verteidigung ausgerichtet. Wie die andere Seite sicher auch. Wenn also alle sich nur verteidigen, warum dann so aufrüsten ? ( Frage ich mich heute . Damals nicht.)
Was hätten wir denn im Westen gewollt ? Fragt sich das niemand ?
Dort waren doch nach Auffassung der Oberen die "armen unterdrückten Arbeiter und Bauern, die unter der Knechtschaft des Kapitalismus leiden". Und die müssen sich schon selbst helfen. Wir haben immer nur auf den Angriff des BBKF ( bitterböser Klassenfeind ) gewartet, der stündlich zu erwarten war. Beispiele dafür gab es ja auch damals genug, die man als Argumente angeführt bekam ( Vietnam, Grenada, Pananma, Falkland, Kuba ..). Merkt ihr was ?
Ich denke der konventionelle "Angriff des Warschauer Vertrages" ( Pakt klingt so nach Teufel ) so man denn einen unterstellen möchte, wäre sehr unspektakulär über die Bühne gegangen.
Schon aus Gründen der Effektivität hätte er an einem Wochenende stattgefunden. Da waren die von der BW meistens zu Hause. Und wenn die am Montagfrüh in die Dienststellen gekommen wären, wären die Dienstausweise ungültig gewesen. Das wäre alles.

Sehr unblutig aber effektiv.
Dies ist übrigens nicht auf meinem Mist gewachsen fand ich aber ganz witzig.
Wir können froh sein, dass es nie soweit gekommen ist. Ich habe schon mal hier geschrieben, dass wir uns ( zumindest bei der Marine ) in erster Linie als Seeleute betrachtet haben und das auch bei denen von der "anderen Seite" vorrausgesetzt haben.
Solche Planspielchen halte ich sowieso für höchst bedenklich. Weil sie meist zu Trugschlüssen führen. Man sieht es an diesem Disskussionsthema. Die, die Befehle geben sind nicht diejenigen, die sterben werden.
Meistens führte es in der Vergangenheit und Gegenwart zu gefährlichen Fehleinschätzungen. Siehe WKII damals und die so hochtechnisierte US-Army im Irak und Afghanistan heute.
In diesem Sinne.
Jan
