Hallo alle miteinander
@Redfive
Ich glaube, ein Ausweichmanöver der "Gepard" nach Backbord hätte gar nichts gebracht. Schon während das " Frettchen" relativ unkontrolliert über die Heckwelle sprang, war der Drops gelutscht.
Durch das Schraubenwasser bekamen die, so meine ich, 2 Effekte zu spüren.
1. Die Ruderwirkung war durch das gequerte Schraubenwasser beeinträchtigt.
2. Bekamen sie noch einen zusätzlichen Impuls nach Steuerbord, als der Bug bereits die Heckwelle verlassen hatte und sich der achtere Bereich des Rupfes ( besonders die Ruderanlage ) noch im " Schubstrahl " befand und seitlich angeströmt wurde. Der "Große" hat seinen Vortriebsimpuls sozusagen an dem "Kleinen" abgestützt.
Ich denke, das hat den Plan, hinter der "Gepard" zu kreuzen zunichte gemacht.
Hätte jetzt die " Gepard " noch hart Backbord gelegt, wäre deren Heck weiter nach Steuerbord gekommen, und es hätte noch mehr gekracht. Zumal dafür keine Zeit mehr war, um noch Wirkung zu zeigen.
Auch ein Schnellboot fährt nicht wie ein Auto und hat eine Massenträgheit bei Kursänderungen zu überwinden. Das bewirkt, das nach dem Ruderlegen eine Kursänderung ( je nach Verdrängung und Fahrzustand ) erst mit zeitlicher Verzögerung erfolgt.
D.h. erst dreht der Rumpf um seinen Massenschwerpunkt und danach erst erfolgt die eigentliche Kursänderung.
Sicher ist das bei großen Einheiten ausgeprägter, als bei solchen "kleinen" Fahrzeugen. Und es gibt auch Unterschiede zwischen Verdrängerfahrt und Gleitfahrt.
Trotzdem denke ich : der Crash war mit Passieren der Hecklinie des Großen nicht mehr zu verhindern.
Das entlastet allerdings den Kommandanten des "Frettchen" nicht sonderlich.
Es war einfach grob fahrlässig und unseemännisch. Manche Dinge tut man einfach nicht.

In diesem Sinne

Jan