Forum Marinearchiv
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Autor Thema: Afrika-Nachschub mit Siebelfähren  (Gelesen 1444 mal)
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Zerstörerfahrer
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« am: 03 Juli 2007, 22:49:56 »

Ich hab hier einen Bericht des Kommandeurs der Fährenflottillen der Luftwaffe vorliegen. Ich zitiere:

... Als Kommandeur der Fährenflottille d. Lw. hatte ich eine Fährenhalbflottille in Italien aufgestellt, die - mit Nachschubgut beladen - von Brindisi aus ihren Marsch antrat und die 878 sm oder 1626 sm lange Fahrtstrecke von dort über Griechenland - Kreta nach Afrika ohne Zwischenfälle zurücklegte...
... Ich war mir über die beschränkte Seefähigkeit der Siebelfähren völlig klar, vertrat aber gegenüber allen Stellen mit Nachdruck den Standpunkt, dass es besser sei, überhaupt etwas, als gar nichts zu tun... auch Verluste durch Sturm in Kauf zu nehmen.
Die Fährenflottillen haben bisher insgesamt über 12000 Tonnen an wertvollstem,, hauptsächlich sperrigem, Nachschubgut nach Afrika befördert und sich im Streckenverkehr an der afrik. Küste und im Leichterdienst bewährt.
Es gingen verloren:
durch Feindeinwirkung: 30 Fähren und 6 I-Transporter
durch Sturm: 10 Fähren und 4 I-Transporter

     
Hat jemand nähere Angaben oder sogar Unterlagen zu diesen doch recht waghalsigen Fahrten. Auch gerne gesehen sind Unterlagen des Sonderkommandos Fähre, wenn noch vorhanden.
   

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Kuestenjaeger
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Hessen


« Antwort #1 am: 04 Juli 2007, 01:28:19 »

Rene,kannste den Post auch mal bei uns ins Forum setzen,vielleicht hat da ja jemand Infos,hört sich seht interessant an? Top
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Zerstörerfahrer
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« Antwort #2 am: 04 Juli 2007, 14:01:29 »

Moin Moin Henry,

das hatte ich vor 3 - 4 Wochen bei euch schon nachgefragt, hat wohl keiner was.
Aber beim Seetrachef Italien (danke Theo) gibt's am 04.10.42 folgende Eintragung, ich zitiere:

" Die MFP 540, 541 und 147 laufen mit 3 Siebelfähren im Schlepp von Brindisi aus. Die Fahrzeuge sollen über Patras - Piräus - Kreta nach Tobruk laufen. Es ist der erstmalige Versuch, Siebelfähren auf dem Seewege nach Afrika zu bringen. Anlass zu diesem Versuch ist:

a) die Not an Frachtraum, jede Siebelfähre nimmt bei Dampferverladung 540 cbm Laderaum in Anspruch.
b) die Möglichkeit, den Weg über Kreta und von da nach Tobruk zu nehmen, so dass die längste offene Seestrecke 180 Meilen beträgt. Diese Strecke kann bei 7 Meilen Fahrt in 25 bis 30 Stunden zurückgelegt werden.

Es kann damit gerechnet werden, dass für einen solchen Zeitraum eine genügend sichere Wettervorhersage gegeben werden kann, um die Fahrzeuge ohne zu grosse Gefährdung in Marsch setzen zu können.

Die Siebelfähren haben ihre Leistungsfähigkeit im Marsch über See bereits auf grösseren Strecken (Tripolos - Bengasi - Tobruk) erwiesen. Zwar sind einige Siebelfähren bei dieser Überführung infolge Aufkommens schlechten Wetters verlorengegangen, jedoch ist auch die Überführung bei Verladung auf Transportern bei den jetzigen starken Schiffsverlusten keineswegs sicher.

Falls der Marsch der ersten 3 Siebelfähren gut verläuft, sollen 2 weitere noch in Brindisi befindliche Siebelfähren auf dem gleichen Wege nach Afrika gebracht werden.

Da nach dem Urteil von Fachleuten die Motoren der Siebelfähren für einen Dauerbetrieb nicht geeignet sind, werden die Siebelfähren von den MFP geschleppt, wobei jeweils abwechselnd ein Motor der Siebelfähre mit laufen soll.

Die Siebelfähren sind für die Überführung mit 2 cm Geschützen bewaffnet worden. Ausserdem sind die aus Pionieren bestehenden Besatzunghen durch Patantinhaber und Seeleute verstärkt worden."


Dies ist zumindestens der Beweis, das solche Fahrten durchgeführt wurden. Später wird sich daraus wohl ein regelrechter Fährenverkehr ergeben haben, denn 12000 t transportiert man mal nicht ebenso.
Interessant ist auch die Tatsache, das die Besatzung aus Pionieren bestand und damit wohl eine Heereseinheit gewesen sein muss. Wo sind die Heeresspezialisten ? grin
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« Antwort #3 am: 04 Juli 2007, 17:38:13 »

Hallo Renè,

habe noch versucht über die KTB’s  noch weiteres zu finden.

Brindisi kümmert sich nicht um die Fähren,
KTB Patras und Piräus gibt es nicht für die Monaten

Suda ( Kreta )
24.10.1942   6:50 Uhr Einlaufen 6  (!)MFP aus Piräus mit R 15 und SEE I und SEE II
und keine Auslaufen bzw. war es ein Durchlauf.

29.10.1942 laufen 10 Einheiten der 4. Fährflottille aus Piräus ein

31.10.1942   R 15 mit 6 MFP für Tobruk , MFP 147 und MFP  541 erhalten  je 12 ts Zuladung

Tobruk
2.11.1942 Schwerste Luftangriffe mit Riesenmunitionsexplosion, kein Schiffsbetrieb gemeldet
3.11.1942 Siebelfähren  T 11,12,14,15,21,22,23,24,25,35,36,38 von Brindisi ein
MFP 540,541 147 in Endlöschung

Seetra Italien
31.10.1942 F 147,540,541   14:00 Uhr mit drei Siebelfähren ab Suda nach Tobruk

Also keine Nummern der ersten Siebelfähren zu  ermitteln.

Gruß

Theo

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Thomas
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« Antwort #4 am: 04 Juli 2007, 17:54:22 »

Dies ist zumindestens der Beweis, das solche Fahrten durchgeführt wurden. Später wird sich daraus wohl ein regelrechter Fährenverkehr ergeben haben, denn 12000 t transportiert man mal nicht ebenso.
Interessant ist auch die Tatsache, das die Besatzung aus Pionieren bestand und damit wohl eine Heereseinheit gewesen sein muss. Wo sind die Heeresspezialisten ? grin

Hallo Rene,

Das könnte eine Frage für die Luftwaffenexperten sein. Die Siebelfähren waren mE in Luftwaffen-Fährflottillen zusammengefaßt, die Besatzung bestand aus Luftwaffen-Pionieren.
http://www.wlb-stuttgart....ler-landungsverbaende.htm
Hier habe ich sie leider nicht gefunden:
http://www.ww2.dk/

Viele Grüße
Thomas


EDIT: und gibts mehr Fotos:
http://www.afrika-korps.d...ostorder=asc&start=30
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« Antwort #5 am: 04 Juli 2007, 18:21:46 »

EDIT: und gibts mehr Fotos:
http://www.afrika-korps.d...ostorder=asc&start=30

Hallo Thomas,

dank für die Hinweise.

Was für schöne Sachen es überall zerstreut gibt !

Superschöne Fotos !

Habe allerdings nichts zum Verlustbericht der Siebelfähre gefunden.

Gibt es ein Datum ?

Gruß

Theo
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« Antwort #6 am: 04 Juli 2007, 18:38:42 »

Erstmal Danke an Theo für's Durchsuchen der KTB's.
Seetra Suda tät mich interessieren, muss ich mir wohl mal besorgen.

@ Thomas, das die Siebelfähren zu einer Fährenflottille der Luftwaffe gehörten,war mir schon klar, neu war mir allerdings, das die Luftwaffe auch Pioniere hatte.

Die Bilder im Afrika-Korps-Forum scheinen ja aus einer Puplikation zu stammen, jemand 'ne Ahnung, um welche es sich da handelt ? Der Bilderposter dort ist seit Januar nicht mehr dort gewesen, nachfragen lohnt also nicht.
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« Antwort #7 am: 04 Juli 2007, 20:44:04 »

Hallo Renè,

ja Suda war eine richtige Drehscheibe.
War eine verdammte Sucherei und zeigt u. a. auch jede Menge griechische Motorsegler an die nach Afrika gingen.

Schade nur die nie etwas zu den Bergungen dort schreiben, Wracks gab es ja genug.
Wenn Du deine Filmverzeichnisse einsiehst, kannst Du einmal zur

. Seetransportstelle Marsa Matruk (Ägypten)
(Dienststelle bestand vom 27.6. bis 7.11.1942)
nachsehen?
Irgendwie habe ich das KTB übersehen.

Kurze Zeit nur bestanden, aber sicher sehr interessant wie Tobruk.

Ob es im Mittelmeer nicht auch wie im Schwarzen Meer bereits vor 1942 Fähren vom Heer gab ?

 Vielleicht kann Jemand helfen der etwas zur Feldpostnummer  45 297 heraus bekommt ??

Gruß

Theo

P.S.:  Irritiert im ersten Moment ganz schön wen man bei den Dienststellen in Afrika die Spalte

EUROPAVERKEHR sieht, dabei  schreibt man Afrika so oft das man gar nicht daran denkt dass der Krieg auch auf diesen Kontinent tobte.
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« Antwort #8 am: 04 Juli 2007, 20:55:33 »

Hallo Theo,

Seetra Marsa Matruk Juni - Nov 1942, PG 45416 - 45417, roll 2560

Wo hast du jetzt die Feldpostnummer 45297 her, ist nach meinen Unterlagen:

(1.10.1940-27.2.1941) Veterinär-Kompanie 113
(12.3.1943-7.9.1943) gestrichen (Stalingrad)
(23.4.1944-24.11.1944) 17.8.1944 Batterie leichte Feld-Haubitze 1135, am 17.11.1944 gestrichen.
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« Antwort #9 am: 04 Juli 2007, 21:01:41 »

Hallo Renè,

habe einen Zahlendreher eingebaut:

45 927

Tut mir leid !#

Gruß

Theo
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« Antwort #10 am: 04 Juli 2007, 21:08:46 »

Hab mich schon gewundert, was du mit Stalingrad am Hut hast.  grin

Also 45927

(30.7.1941-28.2.1942) SS-Fähren- u. U-Bootszug Bau-Bataillon 85
(8.9.1942-11.3.1943) 5. (s.F.) Kompanie Bau-Bataillon 85
(12.3.1943-7.9.1943) 1. Kompanie Pionier-Landungs-Bataillon Afrika, dann 1. Kompanie Pionier-Landungs-Bataillon 771
(8.9.1943-22.4.1944) 31.3.1944  1. (Pionier-) Landungs-Kompanie Pionier-Landungs-Bataillon 771
(23.4.1944-24.11.1944) 28.8.1944  1. Kompanie Pionier-Landungs-Bataillon 771.

Die Zeiten in Klammern bedeuten immer, das in diesem Zeitraum die Zuteilung der Nummer erfolgte.
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« Antwort #11 am: 04 Juli 2007, 21:17:22 »

Danke Renè,

natürlich steht auch Stalingrad auf meiner Liste.

Verluste der sowj. Flotte usw. im Wolga Fährverkehr,
Schiffe im Hafen von Stalingrad usw.

Aber die Auskünfte sind gut.

Also 1941 schon Heer in Afrika auf dem Wasser !

Pionier-Landungs-Bataillon 771
1944 die tüchtige Einheit in derAdria !!

Gruß

Theo
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« Antwort #12 am: 04 Juli 2007, 21:39:58 »

Ja, Wolga, hätte ich mir auch denken können. Die Themengebiete werden langsam unermesslich.

Also 1941 schon Heer in Afrika auf dem Wasser !

Kommt darauf an, wo du die Feldpostnummer gefunden hast.
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« Antwort #13 am: 04 Juli 2007, 21:58:20 »

Hallo Renè,

Kommt darauf an, wo du die Feldpostnummer gefunden hast

bei solchen Schiffchen wie HUMMEL, WESPE, GRETL, BIENCHEN ( BINNCHEN) !

Was sagt die Feldpostnummer  01316 Z dazu ??

Gruß

Theo

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« Antwort #14 am: 04 Juli 2007, 22:03:12 »

Vielleicht kann ja jemand mal das " Z " aufschlüssseln, haben wir hier nicht einen Feldpostexperten ?  grin

01316

(Mobilmachung-1.1.1940) 3. Kompanie Infanterie-Regiment 53,
(2.1.1940-27.4.1940) gestrichen, wurde Fp.Nr. 26190 D,
(1.2.1941-11.7.1941) Seetransport-Stelle Tripolis, dann Seetransport-Stelle Tripolis angeschlossen Marine-Funkstelle,
(12.7.1941-26.1.1942) Seetransportstelle Tripolis angeschlossen M.N.O. Libyen, dann Seetransport-Hauptstelle Tripolis angeschlossen M.N.O.Libyen,
(15.7.1942-24.1.1943) Seetransport-Hauptstelle Tripolis,
(25.1.1943-31.7.1943) gestrichen,
(1.8.1943-23.3.1944) 19.2.1944 Stab III und 9.-12. Kompanie Grenadier-Regiment 1055.
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