Tun wir unsern Kreuzer-Rumpf mal genauer anschauen, was die Auftriebs- und Gewichtsverhältnisse im Mittelschiff (wo ja die meisten Gewichte konzentriert sind, jedoch auch das größte UW-Volumen, sprich Auftrieb) und an den beiden Enden.
Drei eher schematische Skizzen dazu (die Größe der Pfeile dient der Veranschaulichung von Gewicht -rot- und Auftrieb -blau- und ist keinesfalls maßstäblich):

Fall 1 : Rumpf liegt hydrostatisch im Wasser, Auftrieb und Gewicht der jeweilig von uns beobachteten Rumpfsegmente sind äquivalent.
Fall 2 : der Rumpf in seiner unangenehmsten Lage, d.h. eine Geschwindigkeit wird gefahren, deren Wellenlänge in etwa bei der Schiffslänge liegt. Bei der Haguro sind das 204 m, respektive alles über 33.5 kn (die kann sie erreichen!) oder, in einer weniger dramatischen Situation, so etwa 24 kn.
Nicht nur, dass das Achterschiff durch die (nicht immer ganz so "runden"!) Schraubenvibrationen durchgebeutelt wird, die Auftriebsverhältnisse haben sich durch die Bewegung drastisch verändert. Im Mittelschiff "hängt" sie, während sie auftriebsmäßig vorn und achtern "gestützt" wird. Ned so gut für eine eher flache Konstruktion wie das Heck, ned wirklich...
Fall 3 : geben wir uns die rote Linie als einen "durchgebogenen Balken", so wäre es ja hilfreich, gegen diese Belastung in der anderen Richtung (grüne Linie) "vorzuspannen".
Das tut man heute mit jeder Betondecke hin bis zur freitragenden Brücke, und die Japaner taten's halt mit ihrem Arrangement der Deckslinien damals auch.
Spart Gewichte (die sonst materialverstärkend verbaut werden müßten), und vorn am Bug kann man's weniger dramatisch ausführen, weil da sowieso größere Seitenhöhe ist (notwendiger Deckssprung wegen Eintauchung) und die hochfrequenten Vibrationen nicht so arg.
Eine ähnliche Form der Decks-Kurve findest du übrigens bei fast jedem Speedboat, aus den gleichen Gründen. Alte Mahagoni-Rennboote aus den 30-er bis 50-er-Jahren sind da die schönsten Beispiele, bei mir zuhaus am Bodensee gibts noch ein paar davon.
Ciao,
Harold