Das muss nicht unbedingt ein "Unterwassereisberg" gewesen sein. Gibt's denn so ein Ding überhaupt? Ich denke an das spezifische Gewicht von Eis. Und war da kein electronische und menschliche Ueberwachung?
Eisberge … tükische Biester das!
Grad diesen Sommer kam ein Ehepaar bei uns aus dem Yachtclub von einer rund sechs Jahres Tour rund um Amerika zurück. Liegt ja gewissermassen in der Natur der Sache, dass man dann an beiden Enden auf Eis trifft auch wenn sie die Nordrunde durch die grossen Seen und dann von Thunderbay huckepack auf einem Trailer nach Vancouver gemacht haben. In 2000 war die Nord West Passage noch ein absolutes nono für Yachten. Selbst jetzt gibt es nur eine Handvoll die die Nordwestpassage gesegelt sind und nur eine, die ganz rum um’s Nordpolareis ist.
Egal – die beiden brachten beeindruckende Bilder und Erzählungen mit nach Hause. Da wird einem dann auch klar, warum unsere Sprache (genau wie das Englische) zu arm ist um ‚Eis’ wirklich schlüssig zu beschreiben.
Da muss man sich dann der Sprachen von den Polarkreisen bedienen, um all die verschiedenen Formen von Eisbergen mit einem Wort auseinanderhalten zu wollen. Oder man bracht lange Sätze.
Wenn da so ein locker gepackter Schneehaufen ist, der halt nun mal zur See fährt, dann ist das doof, aber der ist zumindest noch sichtbar. Aber es gibt ja auch zahllose andere Entstehungsgeschichten. Ein Gletscherfluss kann einfrieren im Winter und der Gletscher die Eisbrocken dann im Frühling ins Meer schmeissen. Das ist dann auf einmal nicht das ‚normale’ dicht gepackte Schnee-eis sondern eben einfach gefrohrenes Wasser – viel, viel dichter gepackt.
Der Skipper erzählte die Dinger können wasserklar sein wie ein Eiswürfel in Whisky und vielleicht vier Zentimerter Freibord (darf man Fraibord sagen bei Eisbergen?) haben, bei vielen Tonnen Gewicht. Die sieht man wirklich nur, weil sich da an einer Stelle auf einmal das Wasser nicht bewegt.
So gesehen hast Du recht – ein Eisberg kann nicht unter Wasser schwimmen. (Absurde Fälle von einem Gletscherflusseisberg, der einen Felsblock eingeschmolzen hat oder so mal ausgenommen). Aber ein Eisberg kann mit weit, weit mehr als den klassischen Neun Zehnteln aus der Fausregel unter Wasser sein.
In einem Artikel hier wurde der Eisberg, der die ‚Explorer’ auf dem Gewissen hat als ‚Growler’ bezeichnet. Entweder hat der Schreiberling einfach ein tolleres Wort für Eisberg haben wollen und ‚Growler’ klingt ja nu’ wirklich viel gefährlicher. Oder er hatte wirklich Ahnung und die Bezeichnung kommt aus offiziellen Quellen. Dann bezeichnet ‚Growler’ nach der Nomenklatur der Internationalen Eiswacht einen Berg von unter einem Meter Freibord. Schwer zu sehen!
Selbst moderne Doppler Radars zur Eiswacht, die Veränderungen im Wellenmuster der See skannen, können so ein Biest übersehen, wenn das immer mal von Wellen überspült wird und damit keinen richtigen Bruch im Muster erzeugt.
Ich versteh's nicht. Meine Frau hat auch schon gesagt, ich würde immer alles besser wissen als die Experten vor Ort, aber ich begreife einfach nicht, dass man solche Lecks nicht in den Griff bekommt. Was ist mit dem guten alten Lecksegel? Wieso haben die den Wassereinbruch nicht stoppen können? Gab es keine Möglichkeiten zur Pumpenhilfe?
Was das ‚Hinterher’ betrifft. Mal so im Flur mit jemandem hier von ‚Naval Architecture and Marine Engineering’ über die Geschichte plaudernd – der meinte gerade bei Kreuzfahrern sei die Evakuierung erstes Gebot auch und selbst dann wenn dadurch Massnahmen verzögert werden das Schiff selbst zu retten! Ein Kreuzfahrer, der kontrolliert sinkt ist doof aber von der Versicherung tragbar. Ein Kreuzfahrer, der bei Versuchen das Schiff zu retten mit allen Passagieren an Bord kentert ist der GAU der Branche.
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Du schreibst:Mehr und Genaueres werden wir wissen, wenn die Reports zu lesen sind.Ja,wäre schön wenn man da mal mehr erfahren könnte aber meist bekommt man die ja doch nicht zu sehen,oder sie werden weil nicht mehr interessant nicht veröffentlicht.
Gruß,

Wenn man weiss wo man suchen muss, finded man die normalerweise schon. So ein versunkener Kreuzfahrer ist interessant genug, als dass die zustaendige Behoerde den Untersuchungsbericht eines Tages als pdf File auf ihre Homepage stellen wird. Die Krux in unserer schnelllebigen Informationsgesellschaft ist in dem "eines Tages". So eine Untersuchung kann gut und gerne mal zwei Jahre dauern ... oder drei. Mal gucken ob dann jemand von uns den Thread noch ausgraebt und den Link dazu postet.

Ciao,
Ufo